Freitag, 10. August 2012

Erst mal wieder ans Meer - Sihanoukville


Wir standen also kurz hinter der Grenze und überlegten, was wir jetzt machen wollten. Wir hatten die Wahl, entweder mit einem dieser Schlepper hier in die Stadt nach Koh Kong fahren und hoffen, dass wir es noch rechtzeitig zum letzten Bus heute schaffen würde, der dann nach Sihanoukville ans Meer fahren würde, oder es einfach entspannt angehen. Wir nahmen die zweite, angenehmere Variante, direkt ein paar Meter nach der Grenzstation, gibt es ein großes Kasino mit einer riesen Hotelanlage, dies wird wohl sehr gerne von Thais benutzt, denn in Thailand ist Glückspiel verboten, so machen sie dann immer einen kleinen, kurzen Abstecher. Da wir durch eine Art Hintereingang in das Gebäude von einem Security Mann geführt wurden, ist uns gar nicht so aufgefallen, wie groß und pompös das Hotel wirkte. Wir liefen an Geschäften und Nagelstudios vorbei, dann ging es durch die Spielhölle, die natürlich auch um 12 Uhr mittags gut gefüllt war, dann erreichten wir die Rezeption des Hotels.

Wir checkten ein und verschafften uns einen kleinen Überblick des Hotels. Es wirkte wirklich sehr elegant mit seinen weißen, riesig geschwungenen Säulen und Anbauten, dem riesen Pool mit direktem Blick aufs Meer.
Am nächsten Morgen organisierte uns Lukas einen Fahrer mit Auto, zuerst sollte er uns nur rein in die Stadt (Koh Kong) fahren und wir wollten einen Bus weiter nach Sihanoukville nehmen. Da der Preis pro Person aber nur 6 Euro mehr war, direkt mit einem klimatisierten Auto los nach Sihanoukville zu fahren, konnten wir nicht nein sagen. Wir wechselten noch das Auto, bekamen ein „besseres“ und einen anderen Fahrer der etwas mehr englisch sprach, als der erste und schon gings los. Eine ca. 4,5 Stündige Autofahrt lag nun vor uns, wir fuhren durch kleine Dörfer, die Straßenverhältnisse waren nicht die besten, was den Fahrer aber nicht davon abhielt durchgängig mit 110 km/h über die Straßen zu gleiten. Was uns auffiel waren die vielen roten Schilder am Straßenrand, die wirklich ständig wenn es etwas ins Feld neben ging einem ins Auge fielen, da wurde einem wieder bewusst, dass man im meist verminten Land der Welt angekommen ist. Kühe und Rinder liefen einfach auf den Straßen, außerdem wieder jede Menge Roller die mit mindestens 2 bis zu 6 Personen beladen waren. 

Nach gefühlten 10 Stunden erreichten wir Sikanoukville, die Unterkunft hatten wir noch schnell von unterwegs ausgesucht, doch der Fahrer hatte keinen blassen Schimmer wo dieses Schweizer geführte Gästehaus sein sollte. Wir gaben die Adresse ins Handy ein und konnten so den Fahrer etwas lotsen und kamen dann auch an. Ein älterer Mann kam gleich ans Auto und sprach uns erst mal auf Französisch an, darauf meinte Lukas verstehen wir nicht, Englisch bitte, ich sagte zu Lukas etwas auf Deutsch, daraufhin kam der Mann zu mir, streckte seine Hand entgegen und meinte Grüezi ich bin der Peter, willkommen bei uns. Er zeigte uns zwei Zimmer ein großes und ein kleineres, wir nahmen das Kleinere, was trotzdem nicht wirklich klein war, aber natürlich etwas günstiger. Da die Sonne vom Himmel strahlte nutzen wir die Gelegenheit und liefen gleich mal ans Meer, schauten uns etwas um, der Strand wirkte schon sehr chillig und entspannt, überall waren kleine Korbstühle und Tisch aufgestellt, trotzdem war der Strand nicht überfüllt. Wir aßen zu Abend und als wir ins Gästehaus zurückkehrten saß Peter an einem der Tische, wir kamen etwas mit ihm ins Gespräch und erhielten einige nützliche Tipps aus erster Hand. 

Wir bekamen auch hier ein sehr leckeres Frühstück mit Eiern, Croissants, Marmelade und richtigem Kaffee, dazu sogar eine kleine Tafel echte Schweizer Schoki, da konnten die Tage nur gut starten. Leider hatten wir aber wieder etwas Pech mit dem Wetter, es regnete wirklich jeden Tag, mal mehr mal weniger, trotzdem hatte man die 32 Grad von der enormen Luftfeuchtigkeit einmal abgesehen. 

Da es in Sihanoukville an die 7 verschiedene Strände gibt und die Stadt auch sehr in die Länge gezogen ist, war schnell klar wir brauchen einen Roller um etwas unabhängig die Umgebung erkunden zu können. Lukas machte sich auf zu einer von Peter empfohlenen Adresse um einen Roller auszuleihen, doch der Verleiher hatte keine mehr da, so meinte er zu Lukas er solle in 30 Minuten nochmal kommen bis dahin hätte er einen organisiert. Wir liefen später dann nochmal vorbei und es stand tatsächlich einer für uns bereit, so gings sofort an der Küste entlang. 

Was sehr angenehm war, hier in dem Gästehaus konnten wir mal wieder etwas ausschlafen, es war verhältnismäßig ruhig und das Beste man bekam auch um 12 Uhr noch ein leckeres Frühstück serviert. Danach fuhren wir immer etwas durch die Umgebung und verschafften uns erste Eindrücke, was schnell auffiel war der viele Müll, der einfach überall in der Gegend rumlag und die vielen Kinder die diesen auf der Suche nach wertvollem Plastik oder Aluminium durchsuchten, die sogenannten Müllkinder. Die meisten Leute sind sehr sehr freundlich am Winken, hilfsbereit und interessiert an uns anders aussehenden. Die Kühe liefen auch hier wieder frei und wild über die Straßen, Toiletten gibt es kaum, man sieht ständig irgendwo, vor allem Männer an einer Mauer oder etwas in einer Wiese stehen und sie pinkeln da, alles total normal. Die Straßen waren mit die schlechtesten die wir je gesehen haben, wir sind an einen Wasserfall gefahren, da bestand die Straße aus roter Sandpiste. In der Nähe vom großen Frachthafen fuhren wir über eine kleine Schlammpiste, durch riesen Pfützen, aber seht selber wir haben ein kleines Video dazu gedreht. 

Interessant war, der eine Nachbar des Gästehauses ist der Polizeichef der Stadt, auf der anderen Seite ist ein großes, wildes, unbebautes Grundstück auf diesem hausen in einer Hängematte und in einem kleinen Unterschlupf ein älteres Paar, was sich da wohl sehr wohl fühlt und auch nirgends woanders wohnen möchte. Verkehrte Welt, oder?

Die 3 Katzen der Besitzer des Hauses besuchten uns in unserem Zimmer sobald man nicht gleich die Tür hinter sich schloss, waren sehr verschmust und lagen die meiste Zeit irgendwo faul rum und pennten.
Wir besuchten einen Markt direkt im Ort, wo es sehr viele nicht ganz appetitliche Sachen zu kaufen gab. Die ganze Markthalle war sehr dunkel und schlecht belüftet, so war es schon Wahnsinn diese ganzen toten Fische, Hühner und Innereien da so liegen zu sehen (ungekühlt versteht sich) und zu riechen. Besonders lecker war es, wenn dem Fisch gerade der Kopf abgehackt wurde oder ein Frosch in alle Einzelteile zerlegt wurde. Daneben gab es viele Kleider, Rucksäcke und Taschen, Uhren, Elektrokram, natürlich alles Original :-) und viel Gold. Also nicht wirklich was für uns dabei aber trotzdem ein Erlebnis.
Kommen wir mal zur Kleidung der Einheimischen, die kleinen Kinder haben meistens, wenn überhaupt nur ein Hemdchen an und unten rum ist alles blank, erleichtert wahrscheinlich das Pinkeln an Mauern usw., die Damen der Bevölkerung bevorzugen da schon eher sportlich, bequeme Nachtwäsche, also richtige Pyjamas, die tragen hier wirklich viele. 

Dann der Verkehr fast alle waren wieder auf ihren Rollern unterwegs, teilweise sitz man aber auch auf dem Dach und der Ladefläche von LKW`S. Verkehrsregeln, eigentlich gibt es nicht viele, man fährt hier wieder im Rechtsverkehr, mittlerweile etwas ungewohnt für uns, aber hat man ja schnell wieder drin. Dann wird gehupt und reingedrückt was geht, bei großen Pfützen fährt man auch mal auf der Gegenseite und rote Ampeln werden prinzipiell ignoriert, Wahnsinn oder? Aber es klappt alles irgendwie, wir haben noch keinen Unfall gesehen. 

Wir hatten auch gleich wieder das Vergnügen mit der lieben Polizei, ratet mal warum? Wir waren nicht ohne Helm oder zu schnell, nein wir fuhren tagsüber mit Licht, streng verboten, nachts nach Belieben einzuschalten. Lukas musste seinen internationalen Führerschein zeigen, in diesen wurde noch nicht einmal ein Blick geworfen, wir mussten das Licht ausschalten und 1 US Dollar Strafe bezahlen, das war’s keine Quittung nichts, wird alles schön in die „ Gemeinschaftskasse“ gesteckt, Peter nannte es Teil der Entwicklungshilfe.
Einmal ging uns wirklich das Benzin aus, da die Tankanzeige nicht mehr ganz so zuverlässig war, so mussten wir schieben, glücklicherweise war es nicht so weit bis ans Gästehaus. Dort baten wir Peter, ob er kurz für uns eine Flasche Benzin irgendwo holen könnte, damit wir dann weiter an eine Tankstelle fahren können, natürlich sagte er nicht nein.

Wir waren auch in einer Apotheke, rein aus Interesse, und man muss schon sagen, dass diese besser ausgestattet war, als so manche in Thailand. Es gab auch gängige Marken wie in Deutschland, die Verpackungen waren sauber und alles wurde ordentlich in Schränken aufbewahrt. Die Angestellte sprach ziemlich gut Englisch, also wenn man etwas gebraucht hätte, wäre es auch hier kein Problem gewesen, was zu bekommen. Viagra kann man übrigens direkt im Supermarkt kaufen, dafür brauch man nicht in die Apotheke und kein Rezept.

Ja die Währung hier ist etwas umständlich, eigentlich ist die Landeswährung Riel, es gibt nur Scheine keine Münzen und wieder viele Nullen, also 5000 Riel sind ca. 1 Euro. Es wird aber meistens alles in Dollar angeschrieben, oder es ist zumindest kein Problem mit dem US Dollar zu bezahlen, natürlich auch wieder nur mit Scheinen. Wenn man einen größeren Betrag zu bezahlen hat, wird dieser in Dollar und der kleinere Betrag in Riel bezahlt, so ist man ständig am um- und nachrechnen. 

Es ergab sich auch hier schon das Visum für unser nächstes Land was in einigen Tagen dann folgen wird zu beantragen. Es ging ratz fatz, war kaum was los auf der Botschaft, so musste man nur sein Passbild, den ausgefüllten Visaantrag und 45 US Dollar auf den Tisch legen und 3 Minuten später hatte man das Visum für Vietnam im Pass kleben. Das Visum hätten wir so oder so vorher besorgen müssen, bei denen bekommt man das nicht einfach mal so an der Grenze und bevor wir es in der Hauptstadt beantragt hätten, wo es fast alle machen, erledigten wir es schon hier. Ab dem 12 August dürfen wir dort einreisen, mal sehen wann wir über die Grenze gehen werden.

Zigaretten sind hier unschlagbar günstig, könnte man fast wieder schwach werden :-), nein nie wieder!
Die Tage waren sehr entspannt und vergingen auch wieder viel zu schnell und es sollte weiter gehen. Wir buchten mal wieder eine 5 Stündige Busfahrt in die Hauptstadt, etwas Kultur sollte es sein.

Donnerstag, 2. August 2012

Abschied von Thailand

Es bot sich wieder dasselbe Bild, als sich die Fähre dem Festland näherte, wie auf der Hinfahrt, es war schon wieder eine Unruhe auf dem Boot und die Leute liefen hinunter, um ja wieder bei den Ersten zu sein. Wir waren auch hier wieder bei den Letzten, was wieder nicht von Vorteil war, wieder nur zwei Taxen. Ein Typ fragte uns wo wir hin wollten, wir sagten nur hier in die Stadt nach Trat, er meinte ja geht noch auf das andere Taxi da drauf, dieser Fahrer sah das allerdings anders und wollte uns nicht, das andere Taxi war schon über alle Berge. Mit uns verblieb noch ein junges Pärchen aus der Schweiz, sie wollten auch nach Trat an die Busstation, doch der Pier war mittlerweile ziemlich leer gefegt, wir setzten uns in den Schatten, dort lungerten zwei Einheimische rum. Sie meinten es kommt gleich ein Taxi, so war es, also zu viert rauf auf den Pick Up wir fuhren 300 Meter, dann hielten wir an, es hieß bitte steigt da drüben in das Taxi, dieses fährt euch weiter. Ja tat es, nur weiter waren so 500 Meter, dann ein erneuter Wechsel, diesmal durften wir sitzen bleiben, bezahlten und fuhren tatsächlich in die Stadt. 

Wir haben uns dann einfach an einem Hotel direkt in der Stadt rauswerfen lassen. Inspizierten wieder einige Zimmer, das dritte sagte uns, dann zumindest für eine Nacht zu. Wir liefen etwas durch die Stadt und mussten feststellen, dass es hier keine Restaurants gibt, zumindest keine für Europäer erkennbaren, zudem waren eh sehr sehr wenige von diesen in der Stadt zu sehen. Wir fanden einen KFC, die Asiaten stehen ja so auf Hühnchen, dort hatte Lukas wenigstens sein Abendessen, ich suchte mir ein paar Kleinigkeiten in einem Supermarkt zusammen. Wir deckten uns noch in einer Apotheke mit Vorräten an gängigen Tabletten gegen verschieden Wehwehchen ein, da die Apotheke

Man muss wirklich mal sagen, dass einem in dieser Stadt, die von den meisten Touristen wirklich nur als Umsteigestation genutzt wird, bewusst wurde, dass so ein bisschen Tourismus gar nicht schlecht ist. Es muss sich natürlich in Maßen halten.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Taxi, an die etwas außerhalb gelegene Busstation. Unser Pick Up Bus stand da, war noch leer, der Fahrer meinte, dauert aber noch 30 Minuten bis wir los fahren. In dieser Zeit sammelten sich noch eine ältere Oma und ein junger Typ an. Es ging wieder auf die Ladefläche und wir fuhren los, wieder zurück in die Stadt, an eine Haltestelle, die um die Ecke unseres Hotels lag, dies wussten wir natürlich vorher nicht. Dort hatten wir auch wieder 15 Minuten Aufenthalt und die Ladefläche füllte sich. 9 Personen und unsere zwei riesen Rucksäcke befanden sich also hintendrauf, eine ältere Frau saß auf dem Beifahrersitz, hinten hatte das Auto noch eine kleine Pritsche aus Metall, auf dieser standen auch noch zwei Männer, nachdem noch ein riesen Sack Reis verstaut war konnte es losgehen. Fast 70 km jetzt so über die Landstraße schaukeln, das konnte ja was werden.

Wir hielten einige Male an, Leute stiegen aus, aber es kamen auch immer wieder neue Fahrgäste ins Auto gestiegen. Nach über einer Stunde hatten wir unsere Endstation Khlong Yai erreicht, dies war die vorletzte Stadt in Thailand im dünnen Grenzstreifen Richtung Kambodscha. Wir hatten in einem Info Heft gelesen, dass es hier mehrere Resorts gibt, die an sehr schönen Stränden liegen sollen, allerdings noch nicht ganz so bei den Europäischen Touristen bekannt, bei den Einheimischen jedoch schon. 

Wir hatten noch 4 Tage Visum so entschieden wir noch in eines dieser Resorts zu fahren, bevor man nach Kambodscha weiterreisen würde. Schnell suchten wir uns aus dem Heft ein Resort nicht allzu weit von der Stadt, welches aber direkt am Meer liegt raus, zeigten dies dem Pick Up Fahrer und schon konnten wir auf die Ladefläche klettern. Das Auto war schon wieder ganz gut besetzt, trotz allem fuhren wir noch nicht los, mal wieder warten. Nach weiteren 20 Minuten sollte es tatsächlich losgehen, es drückte sich noch eine Mutter mit ihren 2 Kindern ins Auto, dann fuhren wir los. Glücklicherweise erreichten wir nach 15 Minuten schon unser Hotel, also die Abzweigung dahin. Es stand ein Schild an der Straße mit dem Namen des Resorts, wir liefen den Weg entlang und nach 5 Minuten erreichten wir die Anlage, diese wirkte ziemlich tot. Wir gingen zur Rezeption, kein Mensch, dann liefen wir etwas durch die Anlage und riefen, da sah man ein jüngeres Mädchen ein Zimmer reinigen. Wir fragten sie, ob sie Zimmer hätten und wie viel es kosten würde? Sie sah uns mit großen Augen an, Antworten bekam man keine, nur ein Lächeln, aber eine ältere Frau kam gelaufen, ihre Englischkenntnisse gleich null, so versuchten wir mit Händen und Füßen mit ihr zu reden. Irgendwie schafften wir es ihr zu zeigen, dass wir uns gerne mal ein Zimmer anschauen würden, sie schickte die Kleine mit uns an ein Zimmer. 

Es war auch wieder nicht groß und anstatt einer Bettdecke oder einem Laken, was hier ansonsten so üblich ist, gab es hier zwei große Baumwolle Handtücher zum zu decken. Wir nahmen es, dann wollten wir erst mal irgendwo was Essen gehen, nur wo? Wir fragten die Frau vom Resort sie zeigte auf einen kleinen Laden, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, ok, also gingen wir dort hin, es standen auch 3 Plastikstühle und ein Tisch dort. Die Inhaberin verstand uns auch wieder nicht, so beschlossen wir weiter zu laufen, nach ca. 15 Minuten, wir hatten die Hoffnung ja fast schon aufgegeben, kam ein kleines „ Restaurant“. Wir setzten uns einfach mal hin, dann wurde uns eine Speisekarte mit 5 Gerichten hingelegt, es gab sogar Bildchen, ansonsten hätten wir echt verloren gehabt, doch so konnten wir was zum Essen bestellen. Wir aßen und danach liefen wir die Straße noch ein Stück weiter, es gab nichts außer kleinen Hütten von Einheimischen und neugierige Blicke, Touristen gibt’s hier wohl wirklich kaum, wir haben in der ganzen Zeit dort keinen Einzigen gesehen.
Es ging zurück ans Resort, von da liefen wir etwas am Strand spazieren, es gab merkwürdig viele tote Seegurken sowie tote Fische zu sehen, sogar einige Tintenfische sahen wir liegen. Gegen Nachmittag setzten wir uns in eine Holz Hollywoodschaukel von dieser konnten wir direkt aufs Meer schauen, dann wurde es dunkel und wir gingen wegen den vielen Stechmücken ins Zimmer. Dort brühten wir uns zwei bereits nachmittags gekaufte Fertig Suppen auf, damit wir zumindest irgendwas als Abendessen hatten, dann gings schlafen. Eigentlich wären wir gerne länger in diesem Resort geblieben, doch die Abgeschiedenheit und das doch stark eingeschränkte Angebot an Essen oder Restaurants, ließ uns davon abkommen, man hatte es sich schon etwas lebhafter vorgestellt, denn die Asiatischen Touris müssen ja auch irgendwo Essen gehen.
Wir liefen also am nächsten Morgen einfach auf die Hauptstraße, suchten uns ein schattiges Plätzchen und warteten auf ein vorbeikommendes Pick Up Taxi. Wir hatten Glück und nach 15 Minuten hielt auch schon eines an, die etwa 60 Jährige Fahrerin stieg aus und meinte Hat Lek? Ja genau da wollten wir hin, das ist die Grenzstadt, das Auto war voll, so stopfte Lukas die Rucksäcke aufs Dach, es wurde zusammengerutscht, aber der Platz langte nicht ganz, so quetschte ich mich auf die Sitzbank, Lukas suchte sich einen Stehplatz auf der Pritsche am Auto, weiter gings. Nach 15 Minuten waren wir wieder nach Khlong Yai gedüst, dort stiegen die meisten aus, so dass Lukas dann auch wieder auf der Bank Platz nehmen konnte. Es war schon merkwürdig mit diesen ganzen Asiaten in dem Taxi zu sitzen, man merkt schon die neugierigen Blicke und ab und an konnte man auch das Wort Farang, was Ausländer heißt, raus hören. 

Wir fuhren nach 3 Minuten Wartezeit weiter Richtung Grenze. Es stiegen unterwegs 3 Personen ein, die hatten fast ihre komplette Küche dabei, Töpfe, Eimer mit Gemüse und riesen Plastikschüsseln in denen noch irgendwelche Hähnchenfetzen drin hingen und schon wurde es wieder kuschlig. Nach weiteren 40 Minuten hatten wir die Endstation und somit die Grenze erreicht. Wir gingen an die Grenzhütte der Thailändischen Seite, dort wurde unser Ausreiseformular aus dem Pass entfernt, der Ausreisestempel reingedrückt, dann wurde noch ein kurzes Foto geschossen und man war ausgereist.

Wir liefen ein paar Minuten durchs Niemandsland, dann betraten wir Kambodschanischen Boden. An einem Gebäude erhielt man sein Einreiseformular, dies füllten wir aus. Da wir gelesen hatten, dass das Grenzgebiet gerne für Drogenschmuggel benutzt wird, kümmerte sich Lukas um die Visas, ich wartete mit dem Gepäck davor. Ich saß kaum, kam schon der Erste an und laberte mich zu, er hat ein Auto und könnte uns ja günstig in die Stadt fahren. Dann kam Lukas zurück und ich musste noch zu dem einen Beamten, Foto machen, Fingerabdrücke abgeben, dann wurde das Einreisevisa in die Reisepässe geklebt und wir dürfen jetzt für 30 Tage in Kambodscha reisen.

Wir hatten ein paar Bedenken, wegen dem Kambodschanischen Visum, man konnte da einige komische Geschichten im Internet nachlesen, zumindest für diesen Grenzübergang. Hier wird wohl gerne mal bis zu den doppelten 25 US Dollars abkassiert, da die netten Beamten meinen, sie nehmen nur Baht an und du als Tourist sitzt da natürlich erst mal am kürzeren Hebel und willst ja in das Land rein, doch bei uns hat wirklich alles gut geklappt. Ein Passbild muss man zu seinem Visaantrag, genau wie die 25 US Dollar immer dazu abgeben, für was fragen sich allerdings viele, da man ja eh nochmals direkt von den Beamten fotografiert wird, egal wir waren also offiziell in Kambodscha eingereist.

Dienstag, 31. Juli 2012

Koh Chang – die Insel der Elefanten

Die Busfahrt war echt anstrengend, wir versuchten etwas zu schlafen, da die Ausblicke nicht wirklich sehenswert waren, dies gestaltete sich allerdings etwas schwierig, da der Fernseher immer noch lief, irgendjemand im Bus lautstark summte und direkt hinter uns, saß eine Familie aus Bayern, die sich über die zwei trennenden Sitzreihen lautstark auf urbayrisch unterhielten, also anplärten. Außerdem hielt der Bus ziemlich oft an, einfach an der Straße wo dann Leute noch zu- oder ausstiegen, es wurde zwischen drin auch immer mal etwas von dem Busstewart erzählt, leider nur auf Thai. 

Nach einer gefühlten Ewigkeit, hielt der Bus an und alle sollten raus, wir waren mal wieder an einer Wartestation gelandet, wo schon einige andere Touris ihre Zeit absaßen. Es hieß, hier müsst ihr jetzt 40 Minuten warten, dann geht’s an den Pier. Natürlich wurde auch hier wieder versucht den Leuten Essen, Getränke und Hotels aufs Auge zu drücken. Wir hatten uns ein Zimmer für die erste Nacht rausgesucht, wollten uns aber direkt vor Ort dann noch nach anderen Bleiben umschauen. Was die Zeit etwas schneller vertrieb, es gab ein kleines, freirumrennendes Schwein in dieser Wartehalle, was doch die Leute sehr amüsierte.

Es konnte dann in einen anderen Bus gehen, dieser war wesentlich bequemer und neuer, als unserer, aber so was kann man sich ja bekanntlich nicht aussuchen. Die Fahrt führte nochmal 30 Minuten durch irgendwelche Käffer, dann stoppten wir, alle wollten raus, dann sollten wir doch wieder auf unsere Plätze, da der Bus bis fast an die Fähre ranfahren sollte. Dann durften wir aber aussteigen, unsere Rucksäcke wurden schon mit viel Liebe und Achtsamkeit an den Straßenrand befördert und warteten da auf uns. 

Auf der Fähre musste man eine Treppe nach oben zu den Sitzplätzen hinauf steigen, unten war nur Platz für Autos und Roller, in diesem Moment waren wir wieder froh, unsere Rucksäcke zu haben, während wir den anderen Leuten zusahen, wie sie mühsam ihre vollbepackten 20 Kg Koffer die Stufen hochzerrten. Die Sitzplätze füllten sich sehr schnell, trotzdem legte die Fähre erst nach weiteren 20 Minuten Warterei ab.
Als die Insel langsam näher kam, sah man wie grün und dicht bewachsen sie ist, die ersten stiegen schon die Stufen hinab um ja die Ersten zu sein, die die Insel betreten würden, echt furchtbar.

Wir saßen weiterhin oben auf dem Deck und schauten uns das Treiben an, als wir dann anlegten stiegen wir auch hinab und gingen von Bord. Es standen zwei Taxen da, also nicht solche wie wir sie kennen, es waren Pick Ups, die auf der Ladefläche zwei Sitzbänke haben und drüber ein Dach, auf dem dann das Gepäck verstaut wird. Beide Gefährte waren bereits ziemlich voll, da wir mit bei den letzten waren die ankamen. Das erste Taxi fuhr bereits davon, wir trafen einen Franzosen und ein anderes Deutsches Pärchen die es auch nicht so wahnsinnig eilig hatten, wie die anderen Urlauber, so beschlossen wir einfach auf das nächste Taxi zu warten. Der Fahrer des noch verbliebenen Taxis fragte uns, wo wir hin wollen, White Sand Beach, war unsere Antwort, die anderen Drei wollten an den Lonley Beach. So meinte der Fahrer ihr zwei da, wir, steigt ein, das liegt auf dem Weg und vorne sind noch zwei Plätze, da könnte ja das andere Pärchen sitzen, dieses meinte jedoch das sie ja zu dritt seien, der Franzose war ja auch noch da. Das nächste Taxi würde allerdings erst in 30 Minuten kommen, so wurde zusammengerutscht, das Gepäck der drei auch noch auf das überfüllte Dach gestopft und los gings. Wir waren 14 Leute in diesem einen Auto und es gelangte wirklich an seine Grenzen als es die Berge hier hoch gequält wurde, man dachte echt jeden Moment würden wir rückwärts wieder bergab rollen. Wir erreichten das erste Resort und die verbleibenden hatten etwas mehr Platz im Auto. 

Wir hielten schon wieder und erreichten unser Hotel, das Deutsche Pärchen schaute neidisch aus der Fahrerkabine und meinte das ist euer Hotel? Es sah echt sehr einladend und gepflegt aus, doch leider war es nicht unser Hotel, wir mussten die Seitenstraße noch 5 Minuten rein laufen, dann erreichten wir unsere Island Lodge, die Rezeption war nicht besetzt, doch nach etwas rufen, kam ein Ladyboy und nahm unsere Daten auf, zeigte uns das Zimmer und verschwand. Das Zimmer war klein und alt und im Bad konnte man duschen, auf der Toilette sitzen und Zähne putzen, alles zur selben Zeit. Naja dachten wir, gut das es nur für eine Nacht sein sollte. 

Gleich machten wir uns los auf der Suche nach einem anderen Zimmer, denn ein paar Tage wollten wir hier schon verbringen, jedoch nicht in dieser Absteige. Wir schauten wieder einige Zimmer an, von billiger als das Jetzige, trotzdem aber ansprechender, bis ziemlich teuer. Durch Zufall fanden wir auf der Hauptstraße ein Resort, welches von Deutschen geführt wird, auch hier hatten wir einen Blick gewagt, die Zimmer sprachen für sich, man sah halt, dass ein Europäer, das Sagen hat, kein Einheimischer. Er hatte sogar für morgen ein Zimmer frei, allerdings mit 25 Euro die Nacht auch nicht ganz billig, wir wollten es uns überlegen. Neben dem Hotel, gab es einen Deutschen Laden wo man über Flensburger Bier, Mettwurst und Brötchen sowie allesmögliche aus Deutschland einkaufen konnte. Wir sahen in der Theke Mohnbrötchen liegen, außerdem richtigen Emmentaler Schnittkäse, da konnten wir nicht anders als zuschlagen. Es gab für jeden eine Hälfte Brötchen und dann den Käse dazu, das war so lecker und darauf haben wir so lange verzichtet. Wir liefen noch etwas weiter durch die Stadt, da es aber langsam dunkel wurde, hatten wir keine Lust uns weiter irgendwelche Löcher anzusehen, so gingen wir zurück zu dem Deutschen Resort und buchten 3 Nächte, ab morgen.

Auf dem Rückweg in unser Zimmer, kamen wir an einem Laden vorbei, wo man Roller mieten konnte, die durchgeknallte Verkäuferin sprach uns an, machte ein gutes Angebot und wir wollten den Roller für 3 Tage nehmen, natürlich hatten wir aber nicht genug Geld dabei, also fuhr Lukas ans Zimmer holte die benötigten Scheine und seinen Pass, von dem sie eine Kopie machen wollte und ich musste solange als Pfand bei ihr bleiben. Nach ein paar Minuten kam Lukas zurück und der Roller war uns, wir brausten noch etwas durch den Ort dann ging es aufs Zimmer.

Es stellte sich raus, das die Decke die wir hatten, von unten nicht sonderlich sauber war, das Bett ausgelegen und die Kissen rochen auch wieder nicht wirklich frisch, aber diese eine Nacht mussten wir jetzt hier irgendwie überstehen.

Am nächsten Morgen packten wir gleich unsere Sachen und fuhren vollbepackt, an das Resort ran, was sehr angenehm war, denn zu Fuß hätten wir bestimmt 20 Minuten gebraucht. Es wurde eingecheckt, ein Frühstück im Supermarkt besorgt und dann legten wir uns erst mal aufs Bett und genossen das schöne Zimmer. Es hatte auch mal wieder ordentlich zu regnen angefangen, und man hätte meinen können ein Teil der Straße wäre ein Bach. So schauten wir etwas Fernsehen, gegen 16.30 Uhr ließ der Regen nach und wir machten uns auf den Weg zu der internationalen Klinik, für meine 4. Impfung. 
Von außen, sah es mehr wie ein Resort oder super Hotel aus, nicht wie eine Klinik, es gab einen Pförtner und auf dem Parkplatz stand ein dicker weißer Mercedes SLK.
Eine Dame kam uns entgegen und fragte, was sie für uns tun könne, wir sagten dass ich eine Impfung bräuchte und wir gingen hinein. Alles ziemlich neu und auf jeden Fall sauber und gepflegt, doch etwas anders als in den Krankenhäusern hier:-), es wurden die Daten aufgenommen, dann kam eine Frau in einem Kostümchen und Highheels an gestöckelt und ging in einen Raum, das war die Ärztin, sie wechselte 2 Sätze mit mir, dann konnte ich in den Nebenraum. Dort wartete bereits die Schwester mit dem Impfstoff, als wir raus kamen hatte der Himmel etwas aufgeklärt und wir beschlossen noch eine Runde mit dem Roller zu fahren. 

Es ging bergauf und bergab an der Küste entlang, wir sahen ein Elefanten Camp, da sie aber bereits für heute Feierabend hatten, standen sie alle verteilt auf einer Wiese und fraßen. Wir fuhren an verschiedenen Stellen ans Meer ran, als es wieder zu regnen anfing fuhren wir ins Resort zurück. Abends waren wir im Ort lecker gegrillten Fisch mit Kartoffel, Reis, Mais und Gemüse essen.

Das Zimmer war ohne Frühstück, man konnte aber auf der Terrasse der Anlage ein deutsches Frühstück, sogar bis 12 Uhr bestellen. Diesen Luxus gönnten wir uns, es gab Brötchen, dunkles Brot, Käse- und Wurstaufschnitt, Eier wie man sie wollte, Marmelade und Kaffee, sehr lecker, zumal man das Ganze ja auch mit direktem Blick aufs Meer einnehmen konnte.

Den nächsten Tag hatten wir mehr Glück mit dem Wetter, so machten wir uns mit dem Roller auf, hoch die Nordküste entlang, dann die Ostküste wieder runter, denn im Süden davon sollte ein sehr schöner Strand mit dem Namen Long Beach sein. Es war total schön so über die Insel zu fahren, man konnte anhalten wo man wollte, wir sahen so viele Bananen- und Palmengewächse, fuhren an Affen vorbei die gerade die Mülltonnen plünderten und man sah sehr viele Hund die auf der Insel am herumstreunen waren.
Es wurde ein kleiner Wasserfall besucht, bei diesem musste man nur ein paar Cent fürs Parken bezahlen, es gibt allerdings auch viele Wasserfälle hier, wo man als Touri mit bis zu 10 Euro Eintritt schon ganz schön zur Kasse gebeten wurde und die Einheimischen umsonst rein dürfen, auf diese verzichteten wir.
Wir kamen an einen Aussichtspunkt, von dort konnte man die ganzen kleinen vorgelagerten Inseln sehen, auf dem Weg weiter zu dem Long Beach, kamen wir an einem Schild, Achtung Straße beschädigt vorbei, als wir es sahen, dachten wir, naja beschädigt ist evtl. nicht ganz der richtige Ausdruck. Die komplette Straße war weggebrochen und links davon, war provisorisch ein neuer Übergang gebaut worden, aus Holzplanken, wir waren so mutig und fuhren drüber, dann hörte die Straße auf und man musste eine Schotterpiste entlang fahren. Drei Kilometer schlugen wir uns durch, doch die Straße nahm kein Ende, wir trafen ein uns entgegenkommendes Pärchen, auch auf dem Roller und fragten wie denn der Long Beach wäre? Sie meinten sie waren nicht da, wären ewig die Straße entlanggefahren, aber fandens dann auch echt anstrengend auf dieser Piste und kehrten um, dies taten wir auch.

Als wir wieder auf der richtigen Straße fuhren, kamen wir an ein kleines Fischerdorf, dort machten wir einen kurzen Halt, solche Stopps mussten wir öfter einlegen, denn uns schliefen regelmäßig die Hinterteile beim Fahren ein. Wir machten einen weiteren Halt auf einem Berg, von dort hatte man einen schönen Blick auf die Küste und den Ort, es wurden ein paar Fotos geschossen, danach gings zurück ins Hotel und wir gönnten uns ein Abend essen im Lokal vom Hotel. Für Lukas gab es seit Monaten mal wieder ein richtiges Jägerschnitzel mit Pommes, ich hatte Leberkäse leider nur mit Kartoffelsalat, nicht mit Bratkartoffeln, war aber trotzdem gut, Lukas seines exzellent.

Da man die Insel nicht komplett in einem umrunden kann, es fehlt ca. 1 km Straße, dieses Gelände gehört einem Thai und der willigt zu einem öffentlichen Ausbau nicht ein, so fuhren wir am nächsten Tag die komplette Westküste hinunter. Wir besuchten ein kleines Dorf (Bang Bao), dieses ist komplett auf Stelzen errichtet, am Ende davon gibt es einen kleinen Leuchtturm, diesen stiegen wir hinauf, hatten einen schönen Blick aufs Meer und kleine Insel. Einen anderen Wasserfall im Urwald, erkämpften wir uns, man musste über Trampelpfade Berg auf Berg ab, dann über Baumstämme balancieren, eine Holzbrücke überqueren, durch einen Fluss waten, dann war man am Ziel. Es war nett anzusehen, leider sehr schwül und nicht wirklich ein Platz zum hinsetzten, so ging es zurück zum Roller. Wir sprangen im Hotel zur Abkühlung wenigstens nochmal in den Pool.

Die Tage hier vergingen wieder viel zu schnell und so kam der Abreisemorgen.
Mit einem Pick Up Taxi gings also zurück an den Pier, nach kurzem Warten erreichte auch schon die Fähre unsere Insel. Die Fahrt zurück aufs Festland dauerte wieder 45 Minuten, wir wären gerne noch länger geblieben, denn hier hat es uns wirklich gut gefallen, doch unser Visum näherte sich dem Ablaufdatum.

Freitag, 27. Juli 2012

Bangkok


Relativ pünktlich landete unsere Maschine gegen 21.20 Uhr in Bangkok, allerdings auf dem Don Muang Flughafen, der von einigen Airlines für Inland Flüge genutzt wird, ansonsten wird er wohl kaum benutzt, denn es war relativ ruhig dort und überall waren Umbaumaßnahmen am Laufen. Wir schnappten unsere Rucksäcke und raus gings in die Taxiwarteschlange, denn wer keinen Fahrer organisiert hatte, dem blieb von hier nur das Taxi, es gibt kein Busse oder Bahnen. Wir hatten ein Hotel für die 2 Nächte hier bereits im Voraus gebucht, so dass wir diese Adresse beim Taxi Ticket Kauf vorzeigen konnten. 

Das Ganze lief so, man kommt irgendwann an eine kleine Hütte, da sitzen 2 Damen die geben dein Ziel in ein Gerät ein, drucken Zettel aus, diese drücken sie dir dann in die Hand, danach geht man zu einem Mann, der mit einem Mikrofon an der Straße steht und versucht das Ganze Taxi Chaos zu koordinieren, der schaut auf deinen Zettel und sagt dir in welches Taxi du rein sollst. Das Ganze ging ziemlich zügig, und schon fuhren wir durch Bangkoks Straßen, der Fahrer fragte nochmal nach der Adresse, aber wir sprechen die ja ganz anders aus, als die Thais, so zeigten wir ihm die Adresse auf dem Handy. Er wusste wohl nicht genau wo das sein soll, telefonierte dann kurz mit unserem Hotel und schon hatte er raus, wo wir hin wollten. 

Wir checkten ein, und es stellte sich raus, dass in dem Hotel wohl viele Thais absteigen die geschäftlich in der Stadt sind, oder hier arbeiten, denn es gab viele Preise, die immer monatlich zu sehen waren. Wir gingen ins Zimmer, welches für asiatische Verhältnisse ziemlich groß und geräumig war, das Bad war wieder ein Loch, aber so ist das.

Wir waren hungrig und überlegten was wir jetzt machen sollten, wir fragten an der Rezeption nach der nächsten U-Bahn Station, diese war nur 8 Gehminuten entfernt, also gings da hin. Wenn man die ewig hinabfahrenden Rolltreppen hinter sich hatte, musste man durch einen Metalldetektor laufen, erst dann durfte man weiter an die Ticketschalter. Wir fragten den Mann dort, wie wir am besten von hier an die Thanon Khao San Road kommen würden, dies ist eine sehr bekannte Straße in Bangkok wo man Essen, Trinken, shoppen und saufen kann. Wir fuhren bis zur letzten Station mit einer sehr sauberen U-Bahn in der sogar Fernsehen lief. Kaum wieder an der Oberfläche, lauter Thais die uns mit ihren Tuk Tuks irgendwo hinfahren wollten. Wir nahmen ein Taxi, da diese mit Taximeter fahren und man nicht so schnell als Touri verarscht werden kann. Es hielt an einer Hauptstraße nicht weit von den vielen Palästen Bangkoks und der Fahrer meinte, da drüben die Seitenstraße ist es. 

Rein ins Getümmel, hier sitzen Einheimische neben Ausländern, es gibt viele Klamotten, lauter Bars aus denen die Musik dröhnt, Straßenstände die gerillte Insekten verkaufen, das bunte Leben. Wir drückten uns also einmal bis ans andere Ende der Straße durch, was man wirklich ständig zu hören bekommt sind: Hallo Sir Taxi Taxi, Massssssaaasch, Ping Pong Show oder Tuk Tuk. Wir laufen wieder zurück an den Anfang, dort sind einige kleine Straßenstände aufgebaut, es gibt gebratene Nudeln mit Huhn für Lukas und ich nehme einen Pan Cake mit Nutella. Die Frau die mir den Pfannkuchen zubereitet hat, bietet uns sogar zwei kleine Plastikhocker an. So sitzen wir in dieser Straße, genießen unser Essen und beobachten die Massen. Da die U-Bahn auch in Bangkok nur bis so gegen 24 Uhr verkehrt, nehmen wir uns ein Taxi zurück ins Hotel, zu unserem Erstaunen war die komplette Fahrt billiger, als der Hinweg mit der Bahn und dem Taxi im Anschluss. Wir erinnerten uns wieder, dass Taxi fahren in Bangkok wirklich richtig billig ist.

Am nächsten Tag nehmen wir einfach gleich ein Taxi, wir wollten an den östlichen Busbahnhof, denn von hier fahren die Busse nach Koh Chang, diese Insel soll unser nächstes Ziel sein. Nachdem wir uns bestimmt 45 Minuten durch den Verkehr gequält haben, erreichen wir den Bahnhof und zahlten dem Fahrer gerade mal 3 Euro. Wir informierten uns über die Fahrzeiten und kauften unser Ticket für den nächsten Tag, da wir sahen, dass es direkt eine  Metro Station auf der anderen Straßenseite gab, so beschlossen wir mit ihr bis zum Siam Center zu fahren. In dem schlendern wir etwas, es wurde aber schnell klar, dass diese ganzen Geschäfte hier, wie Gucci, Prada und Co. nicht unsere sind. Wir liefen zum MBK Center, was auch ein riesen Einkaufstempel ist, allerdings mit erschwinglicheren Produkten, direkt hier haben wir vor 3 Jahren in dem Hotel gewohnt, so mussten wir natürlich einen Blick auf dieses werfen. Direkt davor sprachen wir einen Tuk Tuk Fahrer an, ob er uns an den Pier fahren könne, erst wollte er 200 Baht, was natürlich total überteuert war, wir handelten, dann sagt er, ok ich fahr euch für 50 Baht, ihr müsst aber kurz in ein Geschäft rein gehen und euch umschauen. Wir drückten ihn nochmal auf 30 Baht runter, stimmten aber dem Besuch zu, da wir ja eh Zeit hatten. 

Es ging also durch die vollgestopften Straßen, wir fuhren durch ein Viertel, dort lagen haufenweise alte Motoren, Kühler und Stoßstangen auf der Straße zum Verkauf, wir rechneten mit einem Goldschmuckladen was unser Ziel sein sollte, doch wir hielten bei einem Schneider. Der Fahrer meinte noch, bitte bleibt so 5 Minuten drinne, wir fragten was bekommst du dann, darauf meinte er 2 Tankgutscheine. Alles klar wir betraten also den Anzugladen, bekamen einen indischen Kundenberater zur Seite gestellt und wurden an eine Sitzgelegenheit geführt, wir blätterten in Katalogen, stellten ein paar Fragen und tasteten einige Stoffe. Nach 10 Minuten verließen wir das Geschäft und kletterten wieder ins Gefährt, wir genossen die Fahrt durch den Trubel und schon hatten wir den Pier erreicht. 

Direkt von hier fuhr ein Boot ans andere Ufer rüber, wo ein Markt aufgebaut war. Also rauf aufs Boot und rüber, auf dem Markt sahen wir Einheimische, dementsprechend waren auch die Preise, es gab Kleidung, Schuhe, Essen und Trinken. Durch Zufall entdeckten wir sogar einen schönen Rock, der nicht in Thai Größe war, so nahm ich ihn mit, als kleinen Ersatz für mein verschollenes Kleid. Später fuhren wir wieder auf die andere Seite, liefen ein Stück und erreichten die öffentlichen Pier Stationen, da kauften wir 2 Tickets, einfach ein Stück den Fluss hinauf, nach kurzem Warten kam auch schon unsere Orangene Linie. Das Boot war gut gefüllt, so blieben wir im hinteren Teil des Decks stehen und schauten auf die Hochhäuser, die Tempel und die Stelzenhäuser die an uns vorbei zogen, wir erreichten eine große Brücke, an die konnten wir uns auch erinnern, da es auch langsam dunkel wurde stiegen wir hier aus und kauften 2 Tickets zurück nach Chinatown. 

Dieses Boot war kaum gefüllt, so bekamen wir sogar Sitzplatze, stiegen in Chinatown aus und schlenderten etwas durch die Straßen, vieles war schon geschlossen oder noch geschlossen, doch dann kamen wir in eine Straße da reihte sich ein Restaurant ans nächste. In einem was gut besucht war, ergatterten wir, die zwei letzten Plätze an einem 10 Personen Tisch, das Restaurant hatte eine riesen Auswahl an Fischgerichten. Wir bestellten, aßen und versuchten dann ein Taxi zurück ins Hotel zu bekommen, das war gar nicht so einfach. Nicht das man kein Taxi oder Tuk Tuk anhalten konnte, aber entweder sie wollten uns nur fahren ohne Taximeter oder sie weigerten sich gleich als wir ihnen die Adresskarte des Hotels zeigten. Der 7. Versuch war dann einigermaßen erfolgreich wir fanden einen, der uns wenigstens ans MBK Center fuhr, welches schon mal die halbe Miete war. Von dort bestachen wir einfach einen anderen Fahrer, wollten ihm noch ein paar Scheinchen auf den Fahrpreis drauf legen, das akzeptierte er. Wir fragten warum niemand an diese Adresse fahren möchte, darauf meinte er, da ist viel Verkehr und es ist immer besser kurze Strecken zu fahren. Wir waren froh, dass wir das Hotel wieder erreichten, gingen früh schlafen, denn am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits um 6.15 Uhr. Wir packten unsere Sachen, hatten ein kurzes Frühstück und stiegen um 7.10 Uhr ins Taxi Richtung Bahnhof. 

Es war unglaublich, was hier schon wieder für ein Verkehr herrschte, teilweise ging gar nichts, man stand und stand dann rollte man mal wieder 1 Meter. Am Anfang waren wir noch gut in der Zeit, sollten um 8.20 Uhr am Bahnhof sein, doch die Verkehrslage machte unseren Zeitplan etwas zu Nichte. Wir hatten schon 8.10 Uhr, waren allerdings auch nicht mehr allzu weit vom Bahnhof entfernt. Wir steckten an einer Stelle bestimmt 10 Minuten, ohne uns auch nur einen Zentimeter bewegt zu haben, wir überlegten was wir machen sollten, den Bus wollten wir auf keinen Fall verpassen, also stiegen wir aus. Die Rucksäcke wurden wieder aufgeschnallt und wir liefen die Straße entlang, dann sah man auf der Ecke auch schon den Bahnhof, das Taxi steckte immer noch Meter hinter uns im Stau.

Wir kauften noch Getränke, dann ging es in den Bus, der war schon etwas älter und hatte die besten Zeiten schon hinter sich. Eine Frau zeigte uns unsere Plätze, wir nahmen Platz und warteten darauf, dass es los ginge. Ein kleiner Fernseher lief auf voller Lautstärke und zeigte eine miese Thai Soap. Mit 25 Minuten Verspätung, warum auch immer, konnte die 6 Stündige Fahrt Richtung Koh Chang losgehen.

Wir waren wieder von Bangkok begeistert und werden auf jeden Fall versuchen unseren Rückflug nach Deutschland von hier zu starten, um nochmal ein paar Tage in dieser Metropole verbringen zu können. 

Freitag, 20. Juli 2012

Krabi Town, Ao Nang & Naithon Beach


Als wir in den Mini Van stiegen, der uns von unserem Appartement in Koh Lanta abholte, mussten wir kurz schmunzeln, denn wer saß da drinne? Der Europäer aus dem Krankenhaus, der mit dem dicken Ohr, mit seiner Freundin, sie grinsten uns entgegen.

Diesmal konnten wir sogar nebeneinander sitzen und 2 Plätze waren komplett frei. Nach ungefähr 15 Minuten Fahrt über die Insel, erreichten wir die erste Fähre, diese brachte uns in einer kurzen Überfahrt nach Lanta Noi. Dort fuhren wir nochmal einige Zeit, bis wir zu einer weiteren Fähre kamen, dort mussten wir warten, bis genügend Autos und Roller zusammen waren, dann erst durften wir aufs Boot drauf fahren. Die Fahrt führte uns jetzt nochmal 1 ½ Stunden im strömenden Regen über das Festland, dann erreichten wir auch schon Krabi Town. Die ersten Reisenden wurden an den verschiedensten Haltestellen abgeladen, nur wir hatten hier für eine Nacht ein Hotel gebucht, die meisten nutzen die Stadt nur als Umsteigeort. Da wir die letzten im Van waren, fragten wir den Fahrer, ob er uns in der Nähe des Hotels abladen könnte, er nickte und fuhr los, leider in die komplett falsche Richtung, da er anscheinend überhaupt keinen Schimmer hatte wo das Hotel sein sollte. Lukas warf einen Blick aufs Handy und wir zeigten ihm, dass wir falsch fuhren, der Fahrer führte ein kurzes Telefonat, dann waren wir wohl auf dem richtigen Weg und erreichten auch kurz später das Hotel.

Es wurde wieder nur eingecheckt, Backpacks abgeladen dann ging es gleich raus in die Stadt wollten erst mal was Essen gehen. Durch Zufall, aßen wir in einem Restaurant, welches auch Zimmer anbietet und in einem unserer Reiseführer stand. Glücklicherweise sind wir nicht in diesem abgestiegen, es sah jetzt gar nicht mal schlecht aus, relativ neu gemacht und auch modern, allerdings waren alle Zimmer ohne Fenster, das Ganze ist dann schon immer etwas beklemmend.

Wir liefen durch die Stadt, dabei kamen wir an einem riesen Tempel vorbei, den wir uns natürlich anschauen wollten. Wir stiegen also die unendlichen Stufen hinauf, vorbei an den vielen Hunden und Katzen die auf den Treppen rumlagen, dann erreichten wir den Tempel. Von da oben hatte man einen schönen Blick auf die Stadt, den Fluss und natürlich die für Krabi berühmten, dramatischen Kalksteinfelsen. Es sah echt schön aus, auch mit dem vielen grün und dann diese rotbraunen Klippen. Wir stiegen wieder hinunter und liefen ewig an der Promenade am Fluss entlang. Wir kamen an einer Anlegestelle vorbei, wo gerade Einheimische auf ein Long Tail Boot stiegen, da wir genug gelaufen waren, fragte Lukas einfach den Bootsmann, wie viel eine Fahrt hier kostet und ob er uns auch wieder zurück hierher fahren würde? Er nickte, der Preis war nicht der Rede wert, so nahmen wir die 2 letzten Plätze auf dem Boot ein und schon gings los. Wir fuhren an den unendlich erscheinenden Mangrovenwäldern vorbei, sahen so Plätze auf dem Wasser, wo wohl Fische gezüchtet werden und kleine Dörfer, die auf Stelzen wieder aus dem Wasser ragten. Nach 20 Minuten Fahrt, erreichten wir die Haltestelle und alle gingen von Bord. Wir fragten den Fahrer wann er uns wieder abholt, oder wie wir es jetzt machen wollten, er sprach nicht das beste Englisch, meinte aber für etwas mehr Geld fährt er uns noch etwas rum und wieder zurück an den Ausgangspunkt. Einverstanden, so nahmen wir wieder Platz, fuhren etwas flussaufwärts und hielten an so einer Fischzucht an.

Wir sollten aussteigen und die Besitzer, zeigten uns alle Becken mit ihren Fischen, sie wurden gefüttert, da man einige nur dadurch sah, dass sie an die Oberfläche schwammen, nach dem Futter schnappten, da das Wasser trüb war. Es gab Becken mit Fischen die 10 kg schwer waren, dann Becken mit Krabben und sogar einige exotische bunte Fische konnten wir sehen. Der Einheimische ging an ein Becken und fing einen kleinen Fisch mit einem Netz ein, legte ihn sich auf die Hand und das Vieh fing an sich aufzublasen, es war ein Kugelfisch, sehr lustig anzusehen. Wir sollten ihn auch auf die Hand nehmen, lehnten aber ab, fühlten nur mal die Stacheln, dann durfte er zurück ins rettende Wasser und wurde auch wieder der Kleine von vor ein paar Minuten. Dann ging die Fahrt bei Sonnenschein zurück ans Ufer. Wir spazierten noch an den Ortseingang, wo eine riesen Krabbe die Touristen begrüßt. Dann wurde es auch schon wieder Abend, wir liefen über einen Markt wo es allerlei Köstlichkeiten wie ganze Enten, Haie, Innereien und Schweinefüße gab, doch wir suchten uns dann ein richtiges Restaurant fürs Abendessen aus. 

Am nächsten Morgen sahen wir von unseren Fenstern, dass auf der anderen Straßenseite ein großer Markt aufgebaut worden war, wo buntes Treiben herrschte. Es gab viel Obst und Gemüse zu kaufen, also nicht so interessant für uns, umso mehr für die Einheimischen, ständig kamen neue Käufer an. Wir checkten aus und liefen an die örtliche Bushaltestelle, dort hatten wir Glück, grad als wir ankamen wollte eines der Autos abfahren, es war aber genau das, was wir brauchten, der Fahrer rief Ao Nang wir nickten und durften noch mit drauf steigen. Das Auto mit der überdachten Ladefläche fuhr langsam und hupend durch die Stadt, wohl auf der Suche nach weiteren Kunden. Er fand keine weiteren Fahrgäste so konnte nach 15 Minuten umher fahren, dann die Stadt verlassen werden. 

Kaum raus aus der Stadt, tauchten wieder die beeindruckenden Felsen und so viel Wald vor uns auf, wir schlängelten uns über die schmalen Straßen und nach 30 Minuten hielten wir in Ao Nang an einer Bushaltestelle an. 

Der erste Eindruck war ganz nett, wir waren an einer Art Strandpromenade vorbei gefahren und an vielen kleinen Geschäften. Wir stiegen also aus und fragten ein paar Frauen nach unserem Hotel, sie meinten ist wirklich nicht weit von hier, nur ein paar Minuten auf der anderen Straßenseite entlang. Nach kurzem Laufen hatten wir es wirklich auf Anhieb gefunden, es lag in einer Seitenstraße, von daher relativ ruhig, man war aber im Nu auf der Hauptstraße wo es alles gab inklusive Mc Donalds, Starbucks, Supermärkte und Geschäfte.
Das Zimmer war dann wieder eine kleine Enttäuschung, es gab nicht wie gewohnt ein Doppelbett, sondern zwei 80 cm breite Einzelbetten, nicht so toll, also wieder runter an die Rezeption und nachgefragt ob es denn, ein Zimmer mit Doppelbett gäbe, natürlich gab es keines, das Hotel wäre ausgebucht. Gut dann halt nicht, ansonsten war das Zimmer ok, was  seltsam war, das Waschbecken war im Schlafzimmer an einer Wand angebracht, nicht im Bad, etwas gewöhnungsbedürftig. 

Wir gingen auch hier wieder durch die Stadt, sie gefiel uns wirklich ganz gut, es war nicht so viel los wie in Phuket, nicht allzu viele Russen und trotzdem war es nicht so ruhig, wie in Koh Lanta, ein gutes Mittelding.
Wir besuchten den Strand, der durch seine Länge die Touristen schön verteilte und relativ sauber war. Am Ende des Strandes ragten wieder diese Felsen aus dem Dschungel und in den Baumkronen konnte man sogar Affen springen sehen. Wir fanden ein kleines Restaurant direkt am Strand, dort gab es einen erfrischenden Milchshake, dabei konnten die Füße im Sand buddeln, wir lauschten dem Meer und den im Wind wiegenden Palmen, was will man mehr.

Am nächsten Tag buchten wir ein Boot, welches uns an den bekannten Railay Beach fahren sollte. Wir kauften die Tickets bei uns am Strand, dann ging es per Taxi ans andere Ende des Ortes, dort wurden die Passagiere erst mal gesammelt, bis genügend zusammen waren, wir hatten Glück und waren die letzten die fehlten, damit das Boot dann fahren würde, also kein langes Warten für uns. Unsere Gruppe von 10 Personen konnte dann ans Boot laufen, einsteigen und unsere Fahrt führte an unserem Strand, vielen kleinen Inseln vorbei an den Railay Beach. Wir kletterten von Bord, liefen durchs Wasser an den Strand und waren überrascht wie wenig Touristen und wie wenig Boote dort am Ufer lagen. 

Wir wollten zuerst etwas die Insel anschauen und gegen Nachmittag am Strand relaxen. Wir sahen also verschiedene kleine Strände, die allerdings wegen der Ebbe, etwas im Schlamm versanken, wieder Affen die in den Mülleimern nach Essensresten suchten. Liefen unter den zerklüfteten Klippen entlang, sahen Leute die Felsen hochklettern und kamen an eine Höhle, da zahlten wir Eintritt und es ging ins Dunkle. Man hörte einige Fledermäuse zirpen, sehen konnte man sie allerdings kaum, weiter ging es ins Höhleninnere, dort gab es einige seltsam aussehende Steinformationen in braunen, grauen und weißem Tönen- schon beeindruckend.
Zurück am Strand suchten wir uns ein Plätzchen im weichen Sand und erfrischten uns erst mal im Wasser. Es war sehr angenehm, vor allem weil in diesem Wasser nichts, außer ein paar Algen trieben, keine Spur von Plastik und anderem Müll, so wie es halt sein sollte. Wir genossen die Sonne, auf die wir die letzten Tage so gehofft hatten und gegen 18 Uhr mussten wir das letzte Boot, an unseren Strand zurück nehmen.

Da ich an diesem Abend eine weitere Spritze gegen die Tollwut brauchte, gingen wir in die örtliche Klinik, dort konnten sie uns nicht helfen, da ihnen der Impfstoff ausgegangen war, sie schickten uns in die andere Klinik am Ende der Stadt, auch dort gab es keinen Impfstoff mehr, aber sie wollten ihn besorgen und wir sollten einfach 3 Stunden später nochmal vorbei kommen. 

Wir liefen zurück an unser Hotelzimmer und wir trauten kaum unseren Augen, da lief ein kleiner Elefant mit Herrchen über den Bürgersteig, man konnte Bananen abkaufen und ihn füttern. Wir streichelten nur mal kurz über seine Haut, die sehr rau war, aber trotzdem haarig. Am Abend zurück im Krankenhaus, das gewohnte Bild, ich sitze auf der Liege und bekomme glücklicherweise nur diese Impfung, einen Meter weiter liegt eine junge Frau auf dem OP Tisch und wird an der Hand genäht.  

Wir haben zwischenzeitlich das Zimmer wechseln können und genießen unser Doppelbett, da wir den Aufenthalt hier um ein paar Tage verlängert haben.
Da wir auch am nächsten Tag echt Glück mit dem Wetter hatten, gings bei uns an den Strand. Wir planschten im Meer und liefen nochmal ans Ende des Strandes, da wir diesmal unsere Kamera dabei haben, machten ein paar Bilder von den Felsen, dabei entdecken wir einen Steg auf dem eine riesen Gruppe von Affen saß. Es waren bestimmt an die 30 Tiere, viele von ihnen, hatten ihre Babys vorne am Bauch hängen, einige tranken aus einem angrenzenden Fluss, andere badeten und tauchten sogar darin. Echt krass, wussten nicht, das Affen so das Wasser mögen, einige wilde Hunde waren auch vor Ort und versuchten die Affen zu jagen, allerdings ohne Erfolg, denn es gab genug schützende Bäume. Wir sahen seit langem mal wieder einen schönen Sonnenuntergang und die Tage hier vergingen sehr schnell.

So kam der Abreisetag, wir hatten mal wieder einen Mini Van nach Phuket zurück gebucht. Dort wollten wir eigentlich nicht mehr hin, doch es sollte nur für eine Nacht sein, denn von da würde unser Flieger nach Bangkok gehen.

Der Van kam, wir stiegen hinein und wollten gleich den Fahrer fragen, ob er uns auch wieder in der Nähe unseres Hotels absetzen könnte, da meinte er nur, sagt das dem anderen Fahrer der Van wird noch gewechselt. Alles klar, wir fuhren also zuerst, noch ziemlich planlos durch die Stadt an verschiedene Hotels, bis auch der letzte Platz im Van gefüllt war, das Gepäck wurde auf dem Dach verstaut, da der Kofferraum für Sitzbänke genutzt wurde. Wir hielten an der Hauptstraße an, der Fahrer stieg einfach wieder aus und rauchte erst mal eine, nach bestimmt 10 Minuten warten, erreichte ein anderer Van die Station. Viele Taschen und Koffer aus diesem Van, wurden auch noch bei uns aufs Dach geschnallt, dann konnte die Fahrt endlich weiter gehen. Nach 20 Minuten hielten wir an, ein Typ öffnete die Tür und meinte alle raus hier, nehmt euer Gepäck mit. Wir standen an einer Art Wartehalle, ein einfaches, offenes Gebäude mit Blechdach, wo schon andere Touristen warteten und man natürlich Chips, Getränke und Eis für teueres Geld kaufen konnte.
Eine Frau kam auf uns zu fragte wohin, Phuket Town war unsere Antwort und wir bekamen den dazugehörigen Aufkleber, dann durften wir, zwischen all den anderen wartenden Platz nehmen. Ein Typ lief durch die Masse und rief verschiedene Zielnamen auf, Leute setzten sich in Bewegung und verschwanden in den Vans, die Gruppe wurde kleiner, irgendwann kam auch unser Ziel. Das Gepäck wieder aufs Dach rauf, da sogar der letzte der 15 Plätze besetzt war, wir hatten nur noch vorne direkt beim Fahrer Platz gefunden. Es konnte also endlich losgehen, diese Warterei da war echt ätzend und unnötig, doch es sollte noch besser werden.

Nach einer Stunde Fahrt hielten wir schon wieder an einem Restaurant mit riesen Shop an und durften ob wir wollten oder nicht, auch hier wieder eine halbe Stunde verbringen, nachdem auch diese Zeit unnötig abgesessen war, ging es weiter. Wir waren schon von Ao Nang mit leuchtender Tankanzeige losgefahren, dass viel auch irgendwann dem Fahrer auf und wir mussten wieder einen Stopp an einer Tankstelle machen. Natürlich wurde auch nur gerade so viel getankt, dass wir unser Ziel erreichen würden. Da wir eh vorne saßen, fragten wir den Fahrer, ob er uns einfach in Thalang rauswerfen könne, da es näher zu unserem Hotel war, welches wir extra näher zum Flughafen hin gebucht hatten, er meinte jaja kein Problem.
Wir waren echt froh, als wir gegen 14 Uhr endlich die Stadt erreichten in der wir aussteigen wollten, da in dem Auto ein Pärchen aus China oder so hinter uns saß, welches echt ständig abwechselnd hustete und sich räusperte, in einer Tour, man baut da echt Aggressionen, gegen wildfremde Menschen auf. Während der Fahrer unsere Rucksäcke auf dem Dach aus dem Durcheinander raussuchte, stieg ein Mann aus dem Van der wohl weit hinten saß, wo die Klima kaum ankam, denn er war echt schweißgebadet, Wahnsinn, da hatte es doch was Gutes dass wir vorne gesessen hatten:-)

Wir setzten die Rucksäcke auf und der Van fuhr davon. Wir hatten keine Ahnung wo unser Hotel von hier aus zu finden wäre, so liefen wir die Hauptstraße entlang und fragten uns etwas durch. Touristen scheinen in dieser Gegend weniger verbreitet zu sein, so wurde auch nicht wirklich Englisch gesprochen. Es war schnell klar wir bräuchten einfach ein Taxi, so setzten wir uns an eine Bushaltestelle und hofften auf ein Taxi, man sah welche, doch leider immer auf der anderen Straßenseite. Wir liefen in eine Apotheke und fragten die Frau dort ob sie so nett wäre und uns ein Taxi rufen würde, was war die Antwort? Würde sie gerne, aber hier in der Gegend gäbe es keine Taxen, wir fragten ob es einen Sammelplatz von Taxen gibt, auch dies verneinte sie.

Wir liefen also zurück an die Bus Halte, dort wurden wir gleich von zwei Männern angesprochen, die uns für viel Geld an unseren Strand fahren wollten, allerdings auch auf zwei Mopeds, das lehnten wir dann doch ab und liefen weiter die Straße entlang. Es war heiß, die Sonne knallte ordentlich und mit unseren Rucksäcken auf dem Rücken war es kein Spaß die Straße entlangzulaufen, wir legten die Rucksäcke in den Schatten, ich setzte mich zu ihnen und Lukas versuchte ein Taxi anzuhalten. Dies gestaltete sich echt schwierig, wir waren an einer großen Straße, wo viel Verkehr herrschte doch kein Taxi zu sehen. Nachdem wir bestimmten 45 Minuten da warteten, sprach uns ein netter Einheimischer an und meinte er organisiert uns eines, 3 Minuten später hielt wahrhaftig ein Taxi an. Wir sprachen mit dem Fahrer, der Preis war eigentlich immer noch zu hoch, doch billiger als die zwei Moped Taxen von vorhin und länger warten wollten wir auch nicht, so stiegen wir ein. Nach 20 Minuten Fahrt erreichten wir unser Hotel, da es erst 15.30 Uhr war und die Sonne immer noch strahlte ging es direkt an den Strand hier. 

Wir kauften auf dem Weg dorthin, an einem der fahrbaren Essenswägen einen kleinen Snack, ein Teil war eine Käsewurst die war sehr lecker, ein anderes Spießchen war mit Rindfleisch bestückt, dieses schmeckte wohl nicht so, es war aber schnell ein Verwerter gefunden, ein streunender Hund, dem der Unterkiefer etwas vorstand, was ihn aber nicht am weghauen des Snacks hinderte. 

Der Strand wurde von unzähligen russischen Touristen besiedelt und viele der wenigen Geschäfte und Restaurants hatten geschlossen. Wir liefen bis ans Ende der kleinen Bucht und wunderten uns warum alle Leute nur an einer Stelle im Meer badeten, dann sahen wir überall, außer an dieser einen Stelle, die roten Fahnen. Auf diesen stand, dass hier sehr starke Unterströmung herrscht und man deswegen nicht baden gehen sollte, ok, also liefen wir auch wieder an den Abschnitt wo man rein durfte. Die Strandliegen dort waren utopisch teuer, zumal es ja auch schon 16 Uhr war und um 18.30 würde langsam die Sonne untergehen, einen Abschnitt weiter gab es auch Liegen, diese waren erschwinglicher für uns, so gönnten wir uns den Luxus. Wir gingen ins Meer, es war wirklich wild, wellig und nicht ohne, Spaß machte es trotzdem durch die Wellen zu springen. Wir genossen die Liegen und die Sonne, nach einiger Zeit bekamen wir sogar Besuch, von unserem haarigen Freund von heute Nachmittag, der den Rinderspieß gefressen hatte, er kam zu uns getrottet und kroch geradewegs unter Lukas seine Liege, um dort im Schatten zu relaxen.
Wir blieben bis die Sonne untergegangen war und warfen hungrig einen Blick auf die Speisekarte eines Restaurants direkt hier am Meer. Es gab ein Fischbüffet und sah echt lecker aus, der Haken war, wir wollten gleich essen, hatten aber nur noch 15 Euro einstecken. Ein Kellner kam heran und pries seinen Fisch an, wir ließen uns etwas zusammenstellen, fragten nach dem Preis und es waren nur 14 Euro mit einem Ganzen Fisch. Wir nahmen Platz, die Füße wieder im Sand, direkt vor uns das Meer, welches langsam in der Dunkelheit verschwand. Das Essen kam und war wirklich sehr lecker, es gab noch etwas Wassermelone als gratis Nachtisch, dann ging es ins Zimmer zurück. 

Unser Flug würde morgen erst gegen 20.10 Uhr gehen, so vereinbarten wir mit dem Hotelbesitzer einen späten Check Out, gegen einen kleinen Aufpreis versteht sich. Eigentlich wollten wir den Tag am Strand nutzen und dann zurück ins Zimmer und fertig machen und gegen 17.30 Uhr langsam Richtung Flughafen, doch wir wachten morgens schon wieder bei Regen auf und das Wetter verbesserte sich den Tag über nicht wirklich, so gammelten wir in dem Zimmer. Um 17.30 Uhr kam ein schwarzer Toyota Yaris angefahren, das war unser Taxi, welches uns zum Flughafen brachte. 

Dort aßen wir noch was beim Burger King, welcher hier echt Schweineteuer ist, aber wir hatten Lust auf einen Burger, so zahlten wir. Beim Einchecken, bekamen wir andere Plätze, als bereits die vor Tagen ausgesuchten, darauf meinte der Mitarbeiter, dass sie eine größere Maschine im Einsatz hätten als geplant. Als gegen 19.45 Uhr Boarding war ging es raus aufs Rollfeld, dort sahen wir eine Boeing 747 stehen, das ist eine riesen, doppelstöckige Maschine, mit so einer waren wir vor 3 Jahren von Frankfurt nach Bangkok geflogen, so konnten wir uns nicht ganz vorstellen, dass diese jetzt einen Inlandsflug von gerade mal 1 ½  durchführen sollte. Es hielt ein Bus, die Massen strömten hinein, weitere Busse folgten und wir fuhren tatsächlich an diesen riesen Vogel ran. Nahmen Platz in dieser alten Maschine und mit etwas Verspätung hieben wir ab Richtung Bangkok.

Sonntag, 15. Juli 2012

Koh PHI PHI & Koh Lanta


Der Regen hatte nachgelassen und bei grauem Himmel erreichten wir in dem vollbesetzten Mini Van den Pier. Dort zeigten wir unser Ticket, bekamen mal wieder einen Aufkleber aufs Shirt und besorgten uns noch einen Happs zu sehen. Die Verkäuferin in dem Laden, bot uns kostenlos Reisetabletten für das Schiff an, wir fragten, ob es denn so heftig sei, darauf meinte sie lächelnd, also heute nicht ganz so wild aber gestern war es übel, nehmt doch einfach mal eine mit. Mit der Tablette in der Tasche suchten wir in dem Menschengetümmel unsere Fähre, wir mussten über zwei andere Boote drüber steigen, dann waren wir auf der richtigen Fähre angekommen. Oben waren die besten Plätze bereits belegt, da es eh schon wieder tröpfelte und grau in grau war, suchten wir uns unten zwei Plätze, wo wir auch die Backpacks in Sichtweite stehen hatten. Dann nahm die zweistündige Fahrt ihren Lauf, das Meer war alles andere als ruhig und wir waren echt froh, als die Lautsprecherdurchsage kam, dass wir in 5 Minuten Phi Phi erreichen würden und das Ganze hier, ohne kotzen überstanden hatten. 

Wir verließen die Fähre im Regen, am Pier wurden gleich mal pro Person, 50 Cent für das Sauberhalten der Insel kassiert, danach warteten schon die Schlepper der Hotels und Baracken auf die Kunden. Wir hatten keine Unterkunft gebucht, so schauten wir uns zuerst an einem Informationsstand die ganzen Unterkünfte an. Manche sahen echt übel aus, einfach eine Matratze auf dem Boden in einer Bambus Geflecht Hütte, dann gab es auch wieder große Hotels mit recht luxuriösen Zimmern. Wir wollten ein zwischen Ding, die zahlreichen Angebote irgendwelcher Leute, lehnten wir ab und liefen einfach mal ins Zentrum, auf dem Weg dorthin schauten wir uns immer wieder einige Zimmer an, überzeugt hat uns aber keins. 

Was zu dem Regen erschwerend hinzu kam war, dass es auf der Insel keine Autos gibt, somit keine richtigen Straßen, es sind mehr nur so Gassen, die mit Pflastersteinen ausgelegt sind, dass auch nicht überall, an manchen Stellen nur Erde. Da es auch hier, seit über 3 Stunden nicht wenig geregnet hatte, verwandelten sich diese Wege in riesen Pfützen, die man versuchte zu umgehen, was nicht immer gelang, da blieb einem nichts, als einfach durchzulaufen - mmmhhh lecker. Nach dem keine Ahnung wievielten Zimmer, sahen wir uns eins an, was uns als akzeptabel erschien, der Preis war auch ok, so buchten wir es für eine Nacht, glücklicherweise wie sich später noch raustellen sollte, aber wir hatten wirklich keine Lust mehr, noch weiter vollbepackt durch den Regen zu laufen. 

Wir warteten bis es weniger regnete, dann erkundeten wir etwas die Schlammgassen, auf der Suche nach einem Restaurant. Wir fanden ein kleines, was ganz nett aussah, allerdings mal wieder ein Fehler. Die Besitzer betrieben nicht nur dieses Restaurant, gleichzeitig ist es auch noch ein kleiner Shop gewesen und sie wohnten da auch noch. Egal wir bestellten 2 Cola, was bekamen wir, nur eine, nach drauf aufmerksam machen, gab es dann die zweite Cola. Wir bestellten einen Salat, sagten diesen möchten wir als Vorspeise haben, jaja war die Antwort, dann bestellten wir die Hauptgerichte. Ihr könnt euch vorstellen was zuletzt auf den Tisch kam, natürlich der Salat, naja was will man machen, aber so manchmal vermisst man dann doch, die gewohnte Zuverlässigkeit. 

Es hatte wieder ordentlich zu regnen angefangen, so dass wir uns tatsächlich, wie viele andere Leute, die keinen Bock auf einen sperrigen Schirm hatten, einfach zwei Regencapes kauften. Gut gegen den Regen gewappnet, spazierten wir ans Meer, trotz des Regens schimmerte es türkis, man sah ein paar Boote in der Bucht liegen und so viel grün Drumherum. Der Strand war nicht super sauber, aber lange nicht vergleichbar mit dem auf Phuket, die Leute hier waren freundlich und es gefiel uns wesentlich besser hier, als der Massentourismus der letzten Station, klar waren auch hier einige Leute unterwegs, aber es verlief sich mehr. Danach ging es ins Zimmer zurück, etwas relaxen, trocknen und frisch machen, denn trotz des Regens waren es bestimmt 29 Grad. Wir stellten fest, dass direkt von unserem Fenster gegenüber ein Pub war, welches sehr offen gebaut war und gegen 17.30 Uhr fing man dort an Bob Marley hoch und runter zu spielen, nicht gerade in Zimmerlautstärke, denn man kämpft ja um jeden Kunden und hier scheint es zu heißen, je lauter desto mehr Leute. 

Wir gingen erst mal zu Abend essen, sehr lecker bei einem Inder. Die indische Küche scheint wirklich unser Ding zu sein, man muss etwas drauf achten, dass das Ganze nicht zu scharf serviert wird, aber ansonsten war das Essen in diesen Lokalen immer sehr bekömmlich. Gegen 22.30 Uhr kehrten wir in unser Zimmer zurück, leider mussten wir dort feststellen, dass der Pub wohl bei dem jüngeren Publikum sehr beliebt war und er fast aus allen Nähten platzte, während die Musik und die Bassboxen bis zum Anschlag aufgedreht waren.
Wir saßen auf dem Bett, spürten den Boden unter unseren Füßen vibrieren und überlegten was wir jetzt machen sollten, da an Schlaf ja absolut nicht zu denken war. Lukas lief noch an ein anderes Hotel, welches etwas ruhiger gelegen war, dort war zwar die Rezeption besetzt, aber die Dame wollte ihn nicht mehr einchecken lassen, so legten wir uns ins Bett und hofften einfach irgendwann einzuschlafen. Gegen 1.30 Uhr wurde die Musik wenigstens etwas leiser und um 2 Uhr war dann endlich alles vorbei und es kehrte Ruhe ein.

Am nächsten Morgen wachten wir gegen 9 Uhr schon auf, wir machten uns gleich fertig und wollten nur noch aus diesem Zimmer raus. Wir liefen die „ Hauptstraße“ bis ans andere Ende des Ortes, dort sahen wir eine kleine nette Anlage im grünen, fragten nach freien Zimmern, zwei waren noch zu haben, so schlugen wir gleich zu und mieteten uns in eines der kleinen Bungalowhäuser ein. Das Zimmer war echt klein, dafür war das Bad etwas größer und in diesem waren überall Pflanzen eingetopft und alles war uns lieber als das letzte Zimmer. 

Da es mal etwas länger nicht geregnet hatte, beschlossen wir den steilen Aufstieg zu einem Aussichtspunkt anzutreten. Es mussten etliche Stufen zurückgelegt werden, dann zahlte man seinen Eintrittspreis von 50 Cent und man hatte den ersten Aussichtspunkt erreicht. Fertig und geschwitzt ließen wir uns zum Verschnaufen auf einer Bank nieder, gleich kam eine Katze an und strich uns um die Beine. Natürlich konnte ich nicht anders und streichelte sie, sie sprang auf die Bank und saß zwischen uns, schnurrte und genoss es total gestreichelt zu werden, bis sie auf einmal austickte und mich leicht in die Hand biss. Ich dachte mir nichts weiter dabei, sie kam auch gleich wieder und schmuste weiter, Lukas machte sich allerdings ein paar Gedanken über den Biss und googlete etwas. Natürlich tausend Treffer mit üblen Geschichten über Tollwut und Amputationen, da nichts behandelt wurde. Er meinte dann, evtl. sollten wir das dann doch mal einem Arzt zeigen, ich war einverstanden, zuerst stiegen wir aber den Berg ganz hinauf, denn nochmal wollten wir nicht hier hoch steigen. 

Der Ausblick war echt schön, auch wenn es mit Sicherheit bei etwas Sonne viel, viel schöner ausgesehen hätte, aber kann man ja nicht ändern. Der Ausblick hier lohnt sich sowohl bei Sonnenaufgang wie bei Sonnenuntergang, beides war für uns uninteressant, da eh keine Spur von ihr da war. Nach dem Abstieg im Regen, gings kurz zurück ins Zimmer den Impfpass holen und dann zum Arzt, der erste zudem wir wollten war geschlossen, doch ein paar Meter weiter gab es eine internationale Klinik- zum Glück. Sie konnte mit westlichen Standards absolut mithalten und das Personal war sehr freundlich, kompetent und sprach super englisch, ich musste kurz einen Aufnahmebogen ausfüllen, während dessen wurde mir schon Fieber und Blutdruck gemessen, dann gings rein zum Arzt. 

Wir sind bis heute nicht ganz sicher, ob es ein Mann oder eine Frau war, auf jeden Fall sehr jung und meinte gleich Rabi Impfung ist wichtig. Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt keinen Schimmer was Rabi ist, in meinem Impfpass war davon auch nicht viel zu entdecken, der Übersetzer im Handy sagte dann Tollwut. Ja klar Tollwutimpfung, Arzt meinte die Impfung musst du haben, ihr seid doch aus Deutschland. Nochmal alles durchgeschaut, ich hatte keine Impfung, wird bei uns wohl auch nur bei gefährdeten Person durchgeführt wie Jägern oder Tierpfleger. Sie säuberten mir die Wunde und meinten sie können mich impfen, müssten aber erst testen ob ich auf den Impfstoff nicht allergisch reagiere, wenn das passiert wäre, hätten wir im nächsten Boot nach Phuket zurück sitzen müssen, da es nur dort den Ersatzimpfstoff gibt. Ich wurde dreimal in den Oberarm gestochen, dann 15 Minuten warten auf Reaktionen, zwischenzeitlich klärte Lukas kurz mit der Versicherung ob sie die Kosten von schlappen 500 Euro für die Erstversorgung tragen würden, sie würden sagte die nette Frau am anderen Ende der Leitung. Glücklicherweise traten auch keine Reaktionen auf und die Impfung konnte beginnen, ein Teil des Impfstoffes musste direkt in die Bisswunde gespritzt werden, alter Schwede, das war echt übel und brannte wie Feuer, in diesem Moment wünschte ich mir, nie diese Katze auch nur angefasst zu haben. Die Nadel wurde rausgezogen, es fühlte sich aber immer noch so an, als würde sie in der Wunde stecken, die Haut spannte und es pochte, das war leider noch nicht alles es gab noch zwei weitere Spritzen in den Po, danach war ich für heute erst mal bedient. 

Wir spazierten noch etwas am Strand, wo sich Ebbe wieder stark bemerkbar machte und man echt Kilometer weit raus laufen konnte. Dann kamen wir an ein Gebäude was wohl zur Sicherheit gegen Tsunamis direkt am Strand errichtet wurde, da Phi Phi 2004 sehr schwer davon zerstört wurde. Echt komisch wenn man hier so durch die Gassen läuft und sich überlegt, dass das alles vor 8 Jahren total verwüstet war und wie viele Menschen gestorben sind, hier im Paradies. 

Am nächsten Tag regnete es morgens überhaupt nicht, so machten wir uns gegen Mittag auf zum Longbeach. Dorthin hätte man auch für viel Geld mit einem Boot fahren können, doch wir wollten laufen, so führte uns der Weg von unserem Strand durch den Dschungel am Meer entlang und nach 30 Minuten an den Longbeach. Dort gibt es ein paar nett aussehende Hotelanlagen, jedoch nicht ganz in unserem Budget. Der weiße lange Sandstrand, war sehr sauber und wenig Touristen, so wie wir es mögen. Später machten wir uns bei grauen Wolken auf den Rückweg, nachdem wir gerademal 5 Minuten gelaufen waren, fing es so was von zu schütten an, da halfen unsere Capes auch nicht mehr viel, pitsch nass erreichten wir unser Zimmer.
Abends gingen wir in ein Restaurant, in diesem hingen Botschaften von alten Kunden, wie lecker und gut doch das Essen hier wäre, auf allen möglichen Sprachen an einer Betonsäule. Wir bestellten Tomate, Mozzarella, dann gab es mal eine Pizza und Fisch mit Gorgonzola. Es schmeckte alles ganz gut, muss man sagen, doch als wir wieder im Zimmer waren, mussten wir beide erst mal dringend auf die Toilette. Irgendwas hatten wir wohl nicht so gut von dem leckeren Essen vertragen. Danach ging es bei mir, Lukas hatte die halbe Nacht über der Schüssel verbracht, als ich am nächsten Morgen aufwachte ging es auch gleich bei mir wieder los, abwechselnd nahmen wir die Dienste der Toilette in Anspruch. Eigentlich ging es uns nicht ganz so gut, doch aus dem Zimmer mussten wir auf jeden Fall raus, außerdem hatten wir am Abend zuvor bereits ein Bootticket nach Koh Lanta gebucht, natürlich auch diesmal dort ein Hotel. 

Was jetzt wieder, das Ticket verfallen lassen und einfach ein anderes Hotel suchen? Da an diesem Morgen sogar die Sonne schien, dadurch wäre das Meer bestimmt ziemlich ruhig, entschieden wir uns zumindest schon mal an den Pier zu laufen, wenn es gar nicht ginge könnte man ja zurück. Die Luft tat ganz gut, die schweren Rucksäcke ließen wir von einem Einheimischen gegen Bezahlung an den Pier karren, so mussten wir es nur selber dorthin schaffen, war ok soweit, also bei Regen rauf aufs Boot. Wir nahmen einen Platz am Fenster für die frische Luft und unter einem Ventilator ein, das Boot war auch nicht wirklich voll, jedoch zu dieser Jahreszeit das Einzige was fährt, ich weiß nicht wie, aber wir haben die einstündige Fahrt irgendwie geschafft und erreichten Koh Lanta. 

Hier hätte man auch wieder diese Sauberhalten der Insel Pauschale bezahlen müssen, der Schalter war aber leer, so gings in ein Auto was schon mit Touris gefüllt war und los. Der Typ der uns den Transport organisiert hatte, stand hinten auf dem Auto und brachte uns die Stadt näher, hier Polizei, hier Zentrum, hier Krankenhaus. Krankenhaus sehr gut in 2 Tagen würde ich mir die nächste Impfung gegen die Tollwut abholen müssen, dann kam irgendwann unsere Anlage. 

Yoko, die Inhaberin begrüßte uns freundlich, zeigte das 40 m² große Zimmer, erklärte TV, Receiver, Klima und DVD Player, dann fielen wir aufs Bett und erholten uns erst mal von dem Umzug. 

Leider stand das Wetter nicht so auf unserer Seite und wir hatten in den 4 Tagen auf Koh Lanta mehr oder weniger nur Regen. Wollten eigentlich auch hier, wieder einen Roller mieten und die Insel erkunden, doch es lohnte sich nicht, so sahen wir nur den Strand an dem fast alles dicht hatte oder neu renoviert wurde für die kommende Hochsaison. 

Das Krankenhaus hier bei uns im Nordwesten war leider, genau wie die 2 Privatkliniken geschlossen, so blieb uns nichts anderes übrig als ein Taxi in den Südosten der Insel zu nehmen, um ins dortige Krankenhaus zu fahren. Die 25 minütige Fahrt führte am Meer entlang, durch den Wald und durch kleine Dörfer. Verkehr herrschte fast keiner und die Straßen waren aus so Betonplatten, aber in Ordnung, dann erreichten wir das Krankenhaus. 

Ich hatte die übelsten Bilder im Kopf, doch es war halb so wild, wir waren froh, dass sie etwas Englisch gesprochen haben, denn dieser Würmchen Schrift konnten wir wenig entnehmen. Wieder anmelden, dann musste man zu einer Art Apotheke auf dem Gelände, von dort wurden wir zuerst an die Kasse geschickt zum Bezahlen, dann wieder zurück zur Apotheke, dort gab es dann den Impfstoff, von dort ging es in den Notfallraum. Dort lag in der Ecke, auf einer Liege bereits ein anderer Europäer, der das stark geschwollene Ohr aufgeschnitten bekam, der Trennvorhang wurde etwas vorgezogen, doch wir konnten trotzdem alles sehen. Ich sollte auf einem Hocker Platz nehmen, dann gab es die Spritze in den Oberarm und wir konnten wieder gehen. Wir liefen noch etwas über das Gelände, man ist echt froh, in der Regel in Deutschland medizinisch versorgt zu werden. Da gab es offenstehende Mehrbettzimmer, aber nicht 3 oder 5 Betten, eigentlich waren es mehr Säle, in denen schon so 12 Betten standen, Abtrennungen wozu? Klima wozu? Wir stiegen ins Taxi und es ging zurück zum Appartement. 

Der Wetterbericht zeigte für fast komplett Asien nur Regen und Gewitter, so würde es auch nichts bringen nach Laos oder Kambodscha zu fliehen. Uns ging es gesundheitlich wieder besser, so entschieden wir Koh Lanta zu verlassen, auch wenn wir nicht ganz so viel gesehen hatten wie gewünscht, es sollte weiter nach Krabi Town gehen.

An unserem Abreisetag, Sonnenschein und kaum Wolken, aber der Van war gebucht, so ging es gegen 12 Uhr los Richtung Krabi Town.