Wir landeten nach einer Stunde Flug in Pakse, wollten mit
einem öffentlichen Bus in die Stadt, doch es gab keinen, so blieb uns nichts
als einen Fahrer zu nehmen. Nach 20 Minuten wurden wir dann an einem Busbahnhof
(KM 8) rausgeworfen, dort war die Hölle los. Wir liefen an eine Art Info
Schalter und fragten nach einem Bus oder Mini Van runter auf die 4000 Inseln.
Die Antwort war immer, es gibt nur einen Mini Van, morgens um 8 Uhr runter auf
die Inseln, den hatten wir also verpasst und mussten uns entscheiden, eine
Nacht hier in Pakse verbringen und morgen diesen Mini Van nehmen oder mit einem
öffentlichen „Bus“ runter fahren. Wir nahmen den öffentlichen Bus, wobei man
das nicht wirklich Bus nennen kann, ein Auto und auf der Ladefläche, sind 3
Bänke aufgereiht, wenigstens gab es ein Dach, so dass man von oben von der
Sonne geschützt war. Unsere Rucksäcke wurden auf dem Dach festgeschnallt und
wir kletterten über Säcke, Taschen und Beine auf eine Bank. Als wir uns
hinsetzten, bemerkten wir in dem ganzen Getümmel, das auf der
gegenüberliegenden Bank eine Europäerin saß. Wir kamen mit ihr ins Gespräch und
fragten wo sie herkommt, Spanien war die Antwort, außerdem fragten wir sie, ob
sie wüsste, wann es denn hier los ginge? Sie meinte, ihr wurde gesagt um 10
Uhr, wir schauten auf die Uhr und sahen 10.15 Uhr von einer Abfahrt noch keine
Spur, es musste erst noch, auch der letzte Platz gefüllt werden. Wir warteten
und warteten, irgendwann merkte ich das an meinen Füßen ein Stoffsack lag, der
sich bewegte, man sah nicht was drin war, aber wir vermuten ein Schwein oder
ein Huhn.
Nach einer guten Stunde wurde dann abgefahren, wir waren 21
Fahrgäste, alleine im hinteren Bereich und auf der Pritsche, im Auto selber
saßen mindestens nochmal 4 Leute, es war eng, doch wir waren einfach nur froh,
dass wir endlich losgefahren waren. Ungefähr jede Stunde wurde in einer kleinen
Ortschaft gehalten, Verkäuferinnen mit Obst, Getränken und Fleischspießen
stürmten an unseren „Bus“ heran um ihren Kram zu verkaufen (wir haben ein
kleines Video dazu gemacht, es ist einfach unglaublich, was da abgeht). Mit der
Zeit wusste man nicht mehr so genau, welche Sitzposition man einnehmen sollte,
da man immer noch ziemlich eingepfercht auf dieser Bank hockte, doch wenigstens
saßen wir nicht in der Mitte, die hatten da ja überhaupt keine Rückenlehnen. Es
wurden unterwegs immer mal noch ein paar Tüten mit irgendwas oder gefrorene
Fische mit eingeladen, dann nahmen wir neue Passagiere auf, ab und an wurde
auch mal jemand abgesetzt und nach fast 4 Stunden hatten wir endlich die
Endstation erreicht. Lukas holte noch schnell am Automaten ein wenig Kohle, da
es auf der Insel selber, mal wieder keine Möglichkeit dazu gab. Dann liefen wir
mit der Spanierin eine Straße hinunter bis an den Pier. Wir fragten uns durch
bis wir jemanden fanden, der uns mit dem Boot rüber fahren würde.
Nach 15 Minuten erreichten wir die Insel, wir hatten keine
feste Bleibe gebucht, wollten uns direkt vor Ort ein Bild machen, was auch
besser so war. Zuerst ging es an eine etwas teurere Anlage, die von einem
Belgier geführt wird, sah wirklich nett aus, doch direkt gegenüber eine riesen
Baustelle, da wollten wir nicht wohnen, also weiter. Wir blickten wieder in
unglaubliche Löcher, manche hatten nicht mal ein eigenes Bad oder Toilette, man
musste dann erst mal auf die andere Straßenseite, um zu pinkeln und das nachts
und im Dunkeln und dann ist evtl. gerade besetzt, nein danke. Wir liefen und
schauten doch es wurde eigentlich immer schlimmer, es war heiß, wir schwitzten
und waren ja auch schon seit heute Morgen um 5.40 Uhr auf den Beinen. Wir sahen
uns eine Hütte an, die von außen sehr gut wirkte, doch auf dem Weg ins Bad,
dort gab es mal eines, lag eine riesen tote Kakerlake, also nichts wie raus.
Wir hockten uns unter einen Baum und überlegten, was wir
jetzt machen sollten, eigentlich hatten wir uns das hier, doch ein wenig anders
vorgestellt, doch der gehobene Backpacker ist hier noch nicht angekommen und
dementsprechend ist leider auch die Wohnsituation. Wir liefen zurück zu der
ersten Anlage von dem Belgier und ließen uns ein Zimmer zeigen. Es war auch
lange nicht perfekt und eigentlich etwas zu teuer, aber wir waren froh, die
rettende Nadel im Heuhaufen gefunden zu haben und nahmen damit auch die Baustelle
in Kauf, doch wir wollten sauber schlafen und unser eigenes Bad haben.
Wir setzten uns direkt in der Anlage an den Fluss, auf die
Terrasse, aßen etwas und genossen den Ausblick. In der Nacht wütete ein
heftiges Gewitter über der Insel, und machte das Schlafen etwas schwierig,
spätestens jetzt waren wir froh in einem richtigen Zimmer zu wohnen, nicht in
einer Bambushütte am Fluss ohne irgendetwas.
Am nächsten Morgen mieteten wir mal wieder einen Roller, da
wir rüber auf die etwas größere Insel (Don Khon) wollten, welche mit unserer
(Don Det) über eine Brücke verbunden ist. Mit dem Roller ging es also direkt am
Mekong die Insel hinunter. Die Straße war ein kleiner Pfad, der teilweise im
Schlamm versank, Autos gibt es hier eh keine, nur Roller oder Fahrrad.
Vorbei an einer alten französischen Verladerampe,
Wasserbüffeln und Reisfeldern führte die Fahrt, irgendwann tauchten auch schöne
Palmen auf und wir erreichten die Brücke. Dort mussten wir unseren Wegzoll
bezahlen und durften passieren. Wir folgten der alten Eisenbahntrasse bis
runter an den südöstlichen Zipfel, wo man erahnen konnte, wie breit dieser Fluss
eigentlich ist. Auf dem Rückweg kamen wir an einen Wasserfall (Khonpasoi), wir
standen auf der Hängebrücke und waren wirklich von den Wassermassen
beeindruckt. Weiter führte der Weg an den bekannteren Somphamit Wasserfall,
zwischendurch musste ich immer wieder absteigen und Lukas schob den Roller
durch den Schlamm, an fahren war einfach nicht zu denken, doch es lohnte.
Dieser war noch beeindruckender als der letzte, außerdem gab es eine kleine
Bucht mit Sand, in der man direkt im Mekong baden konnte.
Wir machten uns auf den Rückweg und kurz nachdem wir die
Brücke auf unsere Insel überquert hatten, trafen wir durch Zufall die Spanierin
wieder, sprachen kurz mit ihr und wollten dann weiter fahren. Als ich mich
hinsetzte, war es irgendwie komisch und ich fragte Lukas ob alles ok ist? Wir
schauten an dem Roller runter und sahen, dass wir einen Platten hatten,
Scheiße, so hieß es den Rest des Weges schieben, unterwegs überlegten wir, was
wir dem Vermieter sagen und ob wir überhaupt was sagen, eine Versicherung
hatten wir nicht. Der Entschluss war einfach hinstellen, Schlüssel abgeben und
weg, hat auch genauso ohne Nachfragen
geklappt, das dumme war nur, wir hatten zuvor am Morgen, genau bei diesem Typen
Boottickets weiter auf eine andere Insel gekauft.
Da wir alles auf den beiden Inseln gesehen hatten und es
jetzt nicht so unser Traum war hier Wochen abzuhängen wollten wir, am nächsten
Morgen weiter, auf diese andere Insel. Wir waren pünktlich morgens am Pier und
sagten dem Typ mit dem Roller Bescheid, dass wir da sind und warteten einfach
auf seine Reaktion, nichts. Er sagte, ja wartet da, das Boot kommt gleich, es
kamen 3 Stück und man wurde je nach Ticket auf das jeweilige Boot verfrachtet
und die Fahrt ging zurück aufs Festland. Dort liefen wir einfach den ganzen anderen
nach und sollten dann erst mal wieder an einem Unterstand warten. Also setzten
wir uns und harrten aus, kamen dabei mit einem Typ ins Gespräch, der aus
Melbourne ist, aber in China lebt und als Englischlehrer dort arbeitet und hier
Urlaub macht.
Nach einer Stunde kam dann endlich ein Bus, das Gepäck wieder
aufs Dach und alle da rein. Wir sollten glücklicherweise zu Letzt einsteigen,
da wir nur 15 Minuten mitfahren würden, nicht wie die anderen, 3 Stunden lang bis
nach Pakse. Es war kein Bus, er ähnelte eher einer Sardinenbüchse, es gab
keinen Gang, nur pro Reihe 4 Sitze und umfallen konnte keiner, Fenster auf,
Fahrerkabine voll von Einheimischen und einem Huhn und los gings. Wir waren
wirklich froh nach der kurzen Zeit aussteigen zu können, ein Mann kam auf uns
zu und meinte, er kann uns rüber fahren, er habe ein Boot. Im Boot, buchten wir
bei ihm dann gleich noch die Rückfahrt von der Insel und den Transport nach
Pakse, denn in so einem Bus wie eben wollten wir nicht 3 Stunden fest sitzen,
er versicherte uns, dass wir einen Van bekommen würde, verabschiedete sich und
wir fuhren auf die andere Seite.
Auch hier wieder keine feste Unterkunft, doch schon vom
Wasser aus, fiel einem eine schöne Anlage ins Auge. Wir schauten einige Zimmer
an, landeten dann doch in der schönen Anlage, schauten uns das Zimmer an und
wollten bleiben. Wir liefen etwas, um in einem Restaurant essen zu können und
es wurde schnell klar, diese Insel war wesentlich ruhiger, als die letzten
beiden. Durch Zufall hatte das Hotel sogar einen Pool, direkt mit Blick auf den
Mekong, da verbrachten wir dann, nur zu zweit den Nachmittag. Am Abend machte
die Klima erneut merkwürdige Geräusche und wir tauschten nach längerem hin und
her noch das Zimmer.
Morgens mieteten wir auch hier einen Roller, da die Insel
sich einfach für eine kleine Rundfahrt anbot. Wir fuhren vorbei an grünen
Reisfeldern, kleinen Dörfern, Schweinen, Hühner und kleinen Märkten. Uns hatten
die beiden letzten Inseln dann von der Landschaft her schon besser gefallen,
diese war einfach nicht so voll und hatte eine richtige Straße, aber nicht so
viel Charme.
Am nächsten Tag standen wir pünktlich am Ufer, an der
verabredeten Stelle, doch es war kein Boot in Sicht. Eine kleine Fähre setzte
mit 3 Leuten und einem Roller vom Festland zu uns über, dann kam ein Typ auf
uns zu und fragte ob wir die, mit den Tickets nach Pakse sind. Wir sollten
mitkommen, mussten dann noch 10 Minuten in einem Restaurant auf den Kapitän
warten, er hatte noch irgendwas zu erledigen. Als er wieder da war, kletterte
er auf eines der Boote und versuchte es zu starten, was nicht besonders gut
klappte und auf Grund der starken Strömung war er schnell einige Meter
entfernt. Er trieb immer weiter vom Land weg und versuchte den Motor zum Laufen
zu bringen, doch keine Chance, er schickte dann einen anderen Fahrer und wir
setzten mit der kleinen Fähre rüber aufs Festland. Dort kam gleich der Mann,
der uns vor 2 Tagen die Tickets verkauft hatte auf uns zu, er sagte setzt euch
da in den Schatten, es dauert noch einen Moment. Wir warteten und hofften, dass
nicht der Höllenbus vor uns erscheinen würde und tatsächlich, nach 20 Minuten
warten tauchte ein kleiner Mini Van auf, der uns einsammeln wollte. Im Van war
es auch eng, aber alles war besser als dieser Bus. Nach 3 Stunden hatten wir in
Pakse die Busstation erreicht.
Wir suchten nach einem Tuk Tuk, welches uns in unser Hotel
fahren könnte, an Stelle von einem Tuk Tuk nahmen wir dann eine Art Motorrad
mit Beiwagen. Wir liefen etwas durch die Stadt und verschafften uns einen
ersten Eindruck, Fazit, die Stadt hat nicht wirklich was zu bieten, so machten
wir uns einige Gedanken, was wir denn morgen hier machen wollen würden.
Es wurde wieder ein Roller gemietet, da in der näheren
Umgebung, im Bolavenplateau mehrere Wasserfälle liegen, die wir uns heute dann
ansehen wollten. Es ging bei bewölktem Himmel raus aus der Stadt, nach 20 km
fing es an zu regnen, wir stellten uns an einer Tankstelle unter, bis es
nachgelassen hatte und setzten dann die Fahrt fort. Leider waren wir trotzdem
beide ziemlich durchnässt und ich fror, seit langer, langer Zeit mal wieder.
Nach weiteren 20 km erreichten wir die Abzweigungen zu den
Wasserfällen, einer ging nach links, der andere nach rechts ab, wir versuchten
den linken zuerst. Die Straße wieder durch den heftigen Regen eine Katastrophe,
einfach nur eine schleimige, rutschige Lehmpiste, zwischendurch war das fahren
kein Problem, da nutzten wir einfach die Wiese, doch dann wieder stellen, wo
nur schieben und Vollgas geben blieb um nicht stecken zu bleiben. Auf einem
Stück der Piste, war es so glatt, das es mir beim Laufen, einfach die Füße
weggehauen hat und ich auf dem Boden saß, man meinte es wäre Eis, kein Lehm.
Irgendwann erreichten wir den Parkplatz und dann auch den Wasserfall, doch es
war nicht wirklich beeindruckend, von oben sah man auch mehr von dem
Wasserfall, als von unten am Ufer und um an dieses zu gelangen, musste man eine
halsbrecherische, selbstgebastelte, rutschige Leiter hinunter klettern, hätten
wir das geahnt, wären wir gleich wieder gefahren.
Unsere Rückfahrt führte dann über die Rutschpiste, vorbei an unzähligen
Kaffeepflanzen auf die normale Straße. Kaum dort angekommen, fing es wieder
heftig zu regnen an, wir fuhren an einen kleinen Laden, nutzten dort die
Sitzmöglichkeiten im trockenen, tranken etwas und saßen den Regen aus.
Später fuhren wir ein Stück die Straße zurück und wollten
eigentlich auch noch an den Wasserfall der rechts abzweigte, doch man erkannte
keine Straße, so entschieden wir da nicht drin rumzurutschen, fuhren einfach
ein Stück weiter auf der asphaltierten Straße und kamen durch Zufall an einen
anderen Wasserfall. Dieser war echt wieder sehr schön und man konnte sogar
hinunter steigen so, dass man direkt im Regennebel des Wasserfall stand. Dann
folgte der Rückweg in die Stadt und wir waren echt froh, als die 40 km
geschafft waren, da wird einem wieder klar, wie angenehm ein Auto ist, im
Vergleich zu so einem Roller.
Der nächste Morgen kam und wir mussten früh raus, fuhren mit
diesem Motorradgefährt an die Bushaltestelle und stiegen in einen Reisebus.
Nach nicht Mal einer Stunde Fahrt, sollten wir alle aus dem Bus raus, die
Grenze war erreicht. Wir ließen unsere Pässe in Laos abstempeln und wollten
noch schnell, bevor wir in Thailand einreisen würden, unsere restlichen Kip in
Baht tauschen, da diese in anderen Ländern nicht mal gewechselt werden. Doch die
einzige Bank auf dieser Seite hatte, einen totalen Systemausfall, so konnte
nichts getauscht werden. Wir liefen durch einen Tunnel und waren an der
thailändischen Grenze angelangt.