Dienstag, 25. September 2012

4000 Islands & Pakse



Wir landeten nach einer Stunde Flug in Pakse, wollten mit einem öffentlichen Bus in die Stadt, doch es gab keinen, so blieb uns nichts als einen Fahrer zu nehmen. Nach 20 Minuten wurden wir dann an einem Busbahnhof (KM 8) rausgeworfen, dort war die Hölle los. Wir liefen an eine Art Info Schalter und fragten nach einem Bus oder Mini Van runter auf die 4000 Inseln. Die Antwort war immer, es gibt nur einen Mini Van, morgens um 8 Uhr runter auf die Inseln, den hatten wir also verpasst und mussten uns entscheiden, eine Nacht hier in Pakse verbringen und morgen diesen Mini Van nehmen oder mit einem öffentlichen „Bus“ runter fahren. Wir nahmen den öffentlichen Bus, wobei man das nicht wirklich Bus nennen kann, ein Auto und auf der Ladefläche, sind 3 Bänke aufgereiht, wenigstens gab es ein Dach, so dass man von oben von der Sonne geschützt war. Unsere Rucksäcke wurden auf dem Dach festgeschnallt und wir kletterten über Säcke, Taschen und Beine auf eine Bank. Als wir uns hinsetzten, bemerkten wir in dem ganzen Getümmel, das auf der gegenüberliegenden Bank eine Europäerin saß. Wir kamen mit ihr ins Gespräch und fragten wo sie herkommt, Spanien war die Antwort, außerdem fragten wir sie, ob sie wüsste, wann es denn hier los ginge? Sie meinte, ihr wurde gesagt um 10 Uhr, wir schauten auf die Uhr und sahen 10.15 Uhr von einer Abfahrt noch keine Spur, es musste erst noch, auch der letzte Platz gefüllt werden. Wir warteten und warteten, irgendwann merkte ich das an meinen Füßen ein Stoffsack lag, der sich bewegte, man sah nicht was drin war, aber wir vermuten ein Schwein oder ein Huhn.

Nach einer guten Stunde wurde dann abgefahren, wir waren 21 Fahrgäste, alleine im hinteren Bereich und auf der Pritsche, im Auto selber saßen mindestens nochmal 4 Leute, es war eng, doch wir waren einfach nur froh, dass wir endlich losgefahren waren. Ungefähr jede Stunde wurde in einer kleinen Ortschaft gehalten, Verkäuferinnen mit Obst, Getränken und Fleischspießen stürmten an unseren „Bus“ heran um ihren Kram zu verkaufen (wir haben ein kleines Video dazu gemacht, es ist einfach unglaublich, was da abgeht). Mit der Zeit wusste man nicht mehr so genau, welche Sitzposition man einnehmen sollte, da man immer noch ziemlich eingepfercht auf dieser Bank hockte, doch wenigstens saßen wir nicht in der Mitte, die hatten da ja überhaupt keine Rückenlehnen. Es wurden unterwegs immer mal noch ein paar Tüten mit irgendwas oder gefrorene Fische mit eingeladen, dann nahmen wir neue Passagiere auf, ab und an wurde auch mal jemand abgesetzt und nach fast 4 Stunden hatten wir endlich die Endstation erreicht. Lukas holte noch schnell am Automaten ein wenig Kohle, da es auf der Insel selber, mal wieder keine Möglichkeit dazu gab. Dann liefen wir mit der Spanierin eine Straße hinunter bis an den Pier. Wir fragten uns durch bis wir jemanden fanden, der uns mit dem Boot rüber fahren würde. 

Nach 15 Minuten erreichten wir die Insel, wir hatten keine feste Bleibe gebucht, wollten uns direkt vor Ort ein Bild machen, was auch besser so war. Zuerst ging es an eine etwas teurere Anlage, die von einem Belgier geführt wird, sah wirklich nett aus, doch direkt gegenüber eine riesen Baustelle, da wollten wir nicht wohnen, also weiter. Wir blickten wieder in unglaubliche Löcher, manche hatten nicht mal ein eigenes Bad oder Toilette, man musste dann erst mal auf die andere Straßenseite, um zu pinkeln und das nachts und im Dunkeln und dann ist evtl. gerade besetzt, nein danke. Wir liefen und schauten doch es wurde eigentlich immer schlimmer, es war heiß, wir schwitzten und waren ja auch schon seit heute Morgen um 5.40 Uhr auf den Beinen. Wir sahen uns eine Hütte an, die von außen sehr gut wirkte, doch auf dem Weg ins Bad, dort gab es mal eines, lag eine riesen tote Kakerlake, also nichts wie raus.

Wir hockten uns unter einen Baum und überlegten, was wir jetzt machen sollten, eigentlich hatten wir uns das hier, doch ein wenig anders vorgestellt, doch der gehobene Backpacker ist hier noch nicht angekommen und dementsprechend ist leider auch die Wohnsituation. Wir liefen zurück zu der ersten Anlage von dem Belgier und ließen uns ein Zimmer zeigen. Es war auch lange nicht perfekt und eigentlich etwas zu teuer, aber wir waren froh, die rettende Nadel im Heuhaufen gefunden zu haben und nahmen damit auch die Baustelle in Kauf, doch wir wollten sauber schlafen und unser eigenes Bad haben.

Wir setzten uns direkt in der Anlage an den Fluss, auf die Terrasse, aßen etwas und genossen den Ausblick. In der Nacht wütete ein heftiges Gewitter über der Insel, und machte das Schlafen etwas schwierig, spätestens jetzt waren wir froh in einem richtigen Zimmer zu wohnen, nicht in einer Bambushütte am Fluss ohne irgendetwas.

Am nächsten Morgen mieteten wir mal wieder einen Roller, da wir rüber auf die etwas größere Insel (Don Khon) wollten, welche mit unserer (Don Det) über eine Brücke verbunden ist. Mit dem Roller ging es also direkt am Mekong die Insel hinunter. Die Straße war ein kleiner Pfad, der teilweise im Schlamm versank, Autos gibt es hier eh keine, nur Roller oder Fahrrad. 

Vorbei an einer alten französischen Verladerampe, Wasserbüffeln und Reisfeldern führte die Fahrt, irgendwann tauchten auch schöne Palmen auf und wir erreichten die Brücke. Dort mussten wir unseren Wegzoll bezahlen und durften passieren. Wir folgten der alten Eisenbahntrasse bis runter an den südöstlichen Zipfel, wo man erahnen konnte, wie breit dieser Fluss eigentlich ist. Auf dem Rückweg kamen wir an einen Wasserfall (Khonpasoi), wir standen auf der Hängebrücke und waren wirklich von den Wassermassen beeindruckt. Weiter führte der Weg an den bekannteren Somphamit Wasserfall, zwischendurch musste ich immer wieder absteigen und Lukas schob den Roller durch den Schlamm, an fahren war einfach nicht zu denken, doch es lohnte. Dieser war noch beeindruckender als der letzte, außerdem gab es eine kleine Bucht mit Sand, in der man direkt im Mekong baden konnte. 

Wir machten uns auf den Rückweg und kurz nachdem wir die Brücke auf unsere Insel überquert hatten, trafen wir durch Zufall die Spanierin wieder, sprachen kurz mit ihr und wollten dann weiter fahren. Als ich mich hinsetzte, war es irgendwie komisch und ich fragte Lukas ob alles ok ist? Wir schauten an dem Roller runter und sahen, dass wir einen Platten hatten, Scheiße, so hieß es den Rest des Weges schieben, unterwegs überlegten wir, was wir dem Vermieter sagen und ob wir überhaupt was sagen, eine Versicherung hatten wir nicht. Der Entschluss war einfach hinstellen, Schlüssel abgeben und weg, hat auch  genauso ohne Nachfragen geklappt, das dumme war nur, wir hatten zuvor am Morgen, genau bei diesem Typen Boottickets weiter auf eine andere Insel gekauft.
Da wir alles auf den beiden Inseln gesehen hatten und es jetzt nicht so unser Traum war hier Wochen abzuhängen wollten wir, am nächsten Morgen weiter, auf diese andere Insel. Wir waren pünktlich morgens am Pier und sagten dem Typ mit dem Roller Bescheid, dass wir da sind und warteten einfach auf seine Reaktion, nichts. Er sagte, ja wartet da, das Boot kommt gleich, es kamen 3 Stück und man wurde je nach Ticket auf das jeweilige Boot verfrachtet und die Fahrt ging zurück aufs Festland. Dort liefen wir einfach den ganzen anderen nach und sollten dann erst mal wieder an einem Unterstand warten. Also setzten wir uns und harrten aus, kamen dabei mit einem Typ ins Gespräch, der aus Melbourne ist, aber in China lebt und als Englischlehrer dort arbeitet und hier Urlaub macht.
Nach einer Stunde kam dann endlich ein Bus, das Gepäck wieder aufs Dach und alle da rein. Wir sollten glücklicherweise zu Letzt einsteigen, da wir nur 15 Minuten mitfahren würden, nicht wie die anderen, 3 Stunden lang bis nach Pakse. Es war kein Bus, er ähnelte eher einer Sardinenbüchse, es gab keinen Gang, nur pro Reihe 4 Sitze und umfallen konnte keiner, Fenster auf, Fahrerkabine voll von Einheimischen und einem Huhn und los gings. Wir waren wirklich froh nach der kurzen Zeit aussteigen zu können, ein Mann kam auf uns zu und meinte, er kann uns rüber fahren, er habe ein Boot. Im Boot, buchten wir bei ihm dann gleich noch die Rückfahrt von der Insel und den Transport nach Pakse, denn in so einem Bus wie eben wollten wir nicht 3 Stunden fest sitzen, er versicherte uns, dass wir einen Van bekommen würde, verabschiedete sich und wir fuhren auf die andere Seite.
Auch hier wieder keine feste Unterkunft, doch schon vom Wasser aus, fiel einem eine schöne Anlage ins Auge. Wir schauten einige Zimmer an, landeten dann doch in der schönen Anlage, schauten uns das Zimmer an und wollten bleiben. Wir liefen etwas, um in einem Restaurant essen zu können und es wurde schnell klar, diese Insel war wesentlich ruhiger, als die letzten beiden. Durch Zufall hatte das Hotel sogar einen Pool, direkt mit Blick auf den Mekong, da verbrachten wir dann, nur zu zweit den Nachmittag. Am Abend machte die Klima erneut merkwürdige Geräusche und wir tauschten nach längerem hin und her noch das Zimmer. 

Morgens mieteten wir auch hier einen Roller, da die Insel sich einfach für eine kleine Rundfahrt anbot. Wir fuhren vorbei an grünen Reisfeldern, kleinen Dörfern, Schweinen, Hühner und kleinen Märkten. Uns hatten die beiden letzten Inseln dann von der Landschaft her schon besser gefallen, diese war einfach nicht so voll und hatte eine richtige Straße, aber nicht so viel Charme.

Am nächsten Tag standen wir pünktlich am Ufer, an der verabredeten Stelle, doch es war kein Boot in Sicht. Eine kleine Fähre setzte mit 3 Leuten und einem Roller vom Festland zu uns über, dann kam ein Typ auf uns zu und fragte ob wir die, mit den Tickets nach Pakse sind. Wir sollten mitkommen, mussten dann noch 10 Minuten in einem Restaurant auf den Kapitän warten, er hatte noch irgendwas zu erledigen. Als er wieder da war, kletterte er auf eines der Boote und versuchte es zu starten, was nicht besonders gut klappte und auf Grund der starken Strömung war er schnell einige Meter entfernt. Er trieb immer weiter vom Land weg und versuchte den Motor zum Laufen zu bringen, doch keine Chance, er schickte dann einen anderen Fahrer und wir setzten mit der kleinen Fähre rüber aufs Festland. Dort kam gleich der Mann, der uns vor 2 Tagen die Tickets verkauft hatte auf uns zu, er sagte setzt euch da in den Schatten, es dauert noch einen Moment. Wir warteten und hofften, dass nicht der Höllenbus vor uns erscheinen würde und tatsächlich, nach 20 Minuten warten tauchte ein kleiner Mini Van auf, der uns einsammeln wollte. Im Van war es auch eng, aber alles war besser als dieser Bus. Nach 3 Stunden hatten wir in Pakse die Busstation erreicht.

Wir suchten nach einem Tuk Tuk, welches uns in unser Hotel fahren könnte, an Stelle von einem Tuk Tuk nahmen wir dann eine Art Motorrad mit Beiwagen. Wir liefen etwas durch die Stadt und verschafften uns einen ersten Eindruck, Fazit, die Stadt hat nicht wirklich was zu bieten, so machten wir uns einige Gedanken, was wir denn morgen hier machen wollen würden.

Es wurde wieder ein Roller gemietet, da in der näheren Umgebung, im Bolavenplateau mehrere Wasserfälle liegen, die wir uns heute dann ansehen wollten. Es ging bei bewölktem Himmel raus aus der Stadt, nach 20 km fing es an zu regnen, wir stellten uns an einer Tankstelle unter, bis es nachgelassen hatte und setzten dann die Fahrt fort. Leider waren wir trotzdem beide ziemlich durchnässt und ich fror, seit langer, langer Zeit mal wieder. 

Nach weiteren 20 km erreichten wir die Abzweigungen zu den Wasserfällen, einer ging nach links, der andere nach rechts ab, wir versuchten den linken zuerst. Die Straße wieder durch den heftigen Regen eine Katastrophe, einfach nur eine schleimige, rutschige Lehmpiste, zwischendurch war das fahren kein Problem, da nutzten wir einfach die Wiese, doch dann wieder stellen, wo nur schieben und Vollgas geben blieb um nicht stecken zu bleiben. Auf einem Stück der Piste, war es so glatt, das es mir beim Laufen, einfach die Füße weggehauen hat und ich auf dem Boden saß, man meinte es wäre Eis, kein Lehm. Irgendwann erreichten wir den Parkplatz und dann auch den Wasserfall, doch es war nicht wirklich beeindruckend, von oben sah man auch mehr von dem Wasserfall, als von unten am Ufer und um an dieses zu gelangen, musste man eine halsbrecherische, selbstgebastelte, rutschige Leiter hinunter klettern, hätten wir das geahnt, wären wir gleich wieder gefahren. 

Unsere Rückfahrt  führte dann über die Rutschpiste, vorbei an unzähligen Kaffeepflanzen auf die normale Straße. Kaum dort angekommen, fing es wieder heftig zu regnen an, wir fuhren an einen kleinen Laden, nutzten dort die Sitzmöglichkeiten im trockenen, tranken etwas und saßen den Regen aus. 

Später fuhren wir ein Stück die Straße zurück und wollten eigentlich auch noch an den Wasserfall der rechts abzweigte, doch man erkannte keine Straße, so entschieden wir da nicht drin rumzurutschen, fuhren einfach ein Stück weiter auf der asphaltierten Straße und kamen durch Zufall an einen anderen Wasserfall. Dieser war echt wieder sehr schön und man konnte sogar hinunter steigen so, dass man direkt im Regennebel des Wasserfall stand. Dann folgte der Rückweg in die Stadt und wir waren echt froh, als die 40 km geschafft waren, da wird einem wieder klar, wie angenehm ein Auto ist, im Vergleich zu so einem Roller.

Der nächste Morgen kam und wir mussten früh raus, fuhren mit diesem Motorradgefährt an die Bushaltestelle und stiegen in einen Reisebus. Nach nicht Mal einer Stunde Fahrt, sollten wir alle aus dem Bus raus, die Grenze war erreicht. Wir ließen unsere Pässe in Laos abstempeln und wollten noch schnell, bevor wir in Thailand einreisen würden, unsere restlichen Kip in Baht tauschen, da diese in anderen Ländern nicht mal gewechselt werden. Doch die einzige Bank auf dieser Seite hatte, einen totalen Systemausfall, so konnte nichts getauscht werden. Wir liefen durch einen Tunnel und waren an der thailändischen Grenze angelangt.



Sonntag, 16. September 2012

Vientiane, die Hauptstadt & Vang Vieng



Am thailändischen Grenzposten mussten wir wieder kurz für unser Ausreisefoto posieren, dann stiegen wir in einen Bus ein, dieser war ziemlich voll, doch wir hatten Glück und erwischten noch zwei Sitzplätze, zwischen all den Leuten und Waren. Natürlich hatte dieser keine AC, aber dadurch, dass so viele Personen im Bus waren, konnte man die Türen eh nicht mehr schließen und wir fuhren über die Freundschaftsbrücke nach Laos. Dort alle raus aus dem Bus, es war Wahnsinn, wie viele Plastikboxen, Chips und Kekse von Thailand hier über die Grenze gehen. Wir bekamen unser Visaformular und hatten erst mal wieder ne Menge Felder auszufüllen, dann wechselten wir noch schnell unsere Baht in US Dollar, da der Kurs um in Baht zu bezahlen, mehr als mies war. Wir gaben unseren Papierkram, Pässe, Geld und Passbilder dem Grenzbeamten, er machte uns dann darauf aufmerksam, dass wir 62 US Dollar zahlen müssen, nicht wie üblich die 60 US Dollar, da es ab 16 Uhr eine Spätzulage gäbe. Wir hatten noch Glück, in unserer Gruppe waren zwei Mädels mit kanadischen Pässen, die mussten gleich mal zusammen 82 US Dollar abdrücken. Dann war warten angesagt, denn die Pässe blieben beim Zollbeamten, während dessen sprach uns ein asiatisch aussehender Mann auf Deutsch an, wir waren zuerst ziemlich perplex, denn mit so was rechnet man ja weniger, oder wenn, dann mit anderem Gesicht. Er sprach perfekt und erzählte uns, dass er seit über 20 Jahren in Berlin wohnt und jetzt seinen Bruder in Vientiane besuchen möchte. Er bot uns gleich an, in dem Gästehaus von seinem Bruder zu wohnen, hätten da saubere und günstige Zimmer, doch irgendwie war die ganze Situation etwas strange, so lehnten wir ab und bekamen auch so gleich unsere Pässe mit dem Visum wieder. Nachdem unsere Gruppe abgefertigt war, ging es noch an zwei weiteren Passkontrollen vorbei, doch wirklich kontrolliert hatte uns dann keiner mehr. Wir stiegen in das Auto unseres Fahrers und los ging es Richtung Vientiane.

Eine halbe Stunde später hatten wir die Stadt erreicht und wurden alle nach und nach abgesetzt, wir hatten uns ein Hotel ausgesucht, jedoch noch nicht fest gebucht. Von außen wirkte es dann schon wieder nicht so super und die eine Frau im Van meinte, schaut es euch erst mal von innen an, evtl. ist es ja ganz schön. So gingen wir hinein, wir hätten auch ein Doppelzimmer bekommen können, jedoch ohne eigenes Badezimmer, ne Danke, so was hatten wir in Australien genug, darauf hatten wir echt keine Lust. So ging es weiter, wir sahen noch ein paar Absteigen, doch auch einige sehr nette und einladende Hotels, doch die waren preislich etwas zu teuer. In einer anderen Straße sprach uns ein Typ an, der auf einem Roller, vor einem einladenden Hotel rumlungerte. Sucht ihr ein Zimmer? Nee, wir laufen immer durch die Stadt mit unseren vollen Backpacks, klar suchten wir ein Zimmer. Er zeigte uns ein Zimmer, es war in Ordnung, der Preis auch, so nahmen wir es.

Wir liefen durch die Straßen, fanden ein kleines Restaurant und genossen ein kühles Lao Bier, dann gab es was zu Essen und im Anschluss liefen wir noch eine kleine Runde an der Promenade, über einen Nachtmarkt. Er war gut besucht und am Ufer des Flusses saßen die Leute, schauten auf den Mekong, aßen, tranken, Kids übten Skateboard und BMX Sprünge. 

Für den nächsten Tag hatten wir einen Ausflug zu einem Buddha Park, etwas außerhalb der Stadt geplant. Wir liefen über den Morgenmarkt (Talat Sao) zum Bahnhof, wo auch ein buntes Treiben herrschte, nach einigem durchfragen hatten wir den richtigen Bus gefunden, der Fahrer sagte, steigt einfach ein, bezahlt wird später. Es war ein relativ neuer Bus, sogar mit AC und ratz fatz hatten sich die Plätze gefüllt, wer keinen mehr erwischte, bekam einfach einen kleinen Plastikhocker im Gang aufgestellt und los gings. Nach einer halben Stunde, sogar mit musikalischer Unterhaltung vom Band, erreichten wir die Grenzstation, alle raus aus dem Bus. Wir hätten nicht gedacht, dass dort wieder so viel los sein würde, man kann wirklich von einem regen treiben sprechen, wo bestimmt auch so einiges unentdeckt über die Grenzen wandert.

Der Busfahrer sagte uns noch in welchen Bus wir jetzt müssten, dieser war leider sehr alt und man hatte nur die Fensteröffnungen, durch die Luft hineinkam. Wir setzten uns, dann war warten angesagt, bis auch fast der letzte Platz gefüllt war. Als letztes betrat ein Mönch den Bus, der fast ausschließlich nur mit Frauen gefüllt war, eine stand dann von ihrem Einzelsitz auf, zwängte sich auch noch auf die Rückbank und der Mönch nahm gemütlich Platz. Es scheint wirklich in jedem asiatischen Land, diesen in ihren orangenen Kutten, ein riesen Respekt entgegengebracht zu werden, wer steht in Deutschland auf, wenn ein Opa oder eine Oma in den Bus steigen!

Wir fuhren über eine Straße, die nicht wirklich eine war, sie bestand aus Schotter, aber noch mehr aus Löchern und riesen Pfützen, es war ein ganz schönes Geschaukel, doch nach nochmal 25 Minuten hatten wir den Buddha Park (Xieng Khouan) erreicht. Es gibt dort viele, buddhistische Figuren und Skulpturen in einem Garten , am bekanntesten ist ein mächtiger, liegender Buddha und ein riesen Kürbis aus Stein, von dem man einen guten Ausblick über den Park hatte. Dann ging es wieder mit den Bussen zurück in die Stadt. 

Wir liefen zum Patuxai, dem Siegestor, auch da ging es hinauf und wenn man dann so nach unten auf die Straße blickte, erinnerte es einen doch schon sehr an Paris. Wir sahen den Präsidentenpalast, der natürlich wieder im Bau oder Umbau steckte, dann das That Luang, das Nationalsymbol und bedeutendste religiöse Monument. Es ist ein goldenes spitzes Teil, mit einem Denkmal davor, von einem König, der dem Ganzen seine heutige Form gab. Einmal drum rum gelaufen, noch ein paar Fotos von einem Tempel geschossen, dann fing es an, stark zu regnen, so ließen wir uns von einem Tuk Tuk zurück ans Hotel fahren.

Am nächsten Morgen saßen wir schon wieder in einem Mini Van auf dem Weg etwas hoch in den Norden nach Vang Vieng sollte es gehen. Wir erreichten den Ort gegen 13 Uhr, fanden schnell ein nettes Hotel und machten uns auf die Suche nach einem Rollervermieter. Nach einigem war einer gefunden und wir fuhren direkt durch grüne Reisfelder an einen Wasserfall (Kaeng Nyui), wir mussten unten parken und noch einige steile Stufen hinauf steigen, doch er war es wert, sehr schön, dummerweise hatten wir wieder keine Badeklamotten an, wobei es wirklich eine angenehme Abkühlung gewesen wäre. Danach ging es zurück in die Stadt und wir aßen in einem der zahlreichen Restaurants direkt am Fluss.

Der nächste Tag kam und wir wollten mit dem Roller rüber auf die andere Seite des Flusses, wo es einige Höhlen und einen schönen Rundweg zum Abfahren geben sollte. Nachdem wir den Brückenzoll für die Überquerung gezahlt hatten, begann unsere Rundfahrt durch grüne Felder, kleine Dörfer, vorbei an den Karstbergen und über wackelige Holzbrücken. Wir sahen Wasserbüffel in Schlammlöchern, Leute die im Fluss, gerade ihre Wäsche machten oder sich selber da „badeten“. Zum Schluss kamen wir an die blaue Lagune und an die Tham Pou Kham Höhle, auch bekannt unter dem Namen „Goldkrabbe“. Als wir zu der Höhle hinauf stiegen, fing es an zu regnen, also nichts wie rein, es war alles sehr matschig, schlammig und rutschig, wir kletterten trotzdem weiter, teilweise war es sehr dunkel und man benötigte schon eine Taschenlampe, um nicht an den kantigen Felsen abzurutschen. Im Inneren befand sich ein kleiner, goldener Altar mit Buddha Statue. Lukas kletterte noch etwas weiter in die Höhle, doch es wurde dann stockdunkel und gab sonst nichts zu entdecken also wieder hinunter. 

Wir warfen noch einen Blick auf die blaue Lagune, dann ging es zurück in die Stadt. Wir stärkten uns, dann stand tuben auf dem Programm. Wir hatten zuvor schon von einigen gehört, dass die Regierung vor kurzem die meisten Bars geschlossen hat, da es einige zu viele Todesfälle gab, doch wir wollten trotzdem, mit einem LKW Schlauch auf dem Fluss treiben. Wir mieteten uns unsere Reifen, bekamen Nummern auf die Hand geschrieben, dann ging es mit zwei Engländerinnen im Tuk Tuk, 3 km nördlich aus der Stadt raus, an die Organic Farm. Dort bekamen wir die Reifen in die Hand gedrückt, die Einstiegsstelle in den Fluss gezeigt und los gings. Kaum auf dem Wasser, war die erste offene Bar erreicht, die Engländerinnen stiegen sofort ans Ufer, doch wir hatten keine Lust, schon wieder aus unseren Reifen zu klettern. Es war auch nicht wirklich was los, ein paar Leute spielten Volleyball, aber es lief noch nicht mal Musik, so trieben wir weiter vorbei an den ganzen geschlossenen Bars, Sprungtürmen und Rutschen. Einige von ihnen wirkten wirklich nicht vertrauenswürdig und unberechenbar, dann kam auch schon das Schild, das die letzte Bar erreicht wäre, auch diese geschlossen, so trieben wir einfach weiter. Es fuhren einige Boote mit Touristen vorbei, diese schossen dann gleich mal ein paar Fotos von uns, in den Reifen, nach einer Stunde war die Endstation erreicht, wir kletterten ans Ufer, liefen 5 Minuten durch die Stadt und gaben unsere Reifen zurück. Es war wirklich cool und hat Spaß gemacht, auch ohne die Ballermann/ Springbreak Party Stimmung. Um trocken zu werden fuhren wir noch etwas mit dem Roller in der Gegend umher, dann war auch schon wieder Abend, es gab noch einen Pancake, sogar mit Nutella aus Deutschland. Es wurde Zeit  den Roller zurück zugeben und so gingen wir lecker Essen. 

Am nächsten Morgen hieß es bei strömenden Regen, ab in den Mini Van und zurück nach Vientiane. Dort angekommen strahlender Sonnenschein, wir wollten eigentlich in einem anderen Hotel absteigen, als beim letzten Mal, doch nachdem wir 3 Löcher für teures Geld gesehen haben, Hauptstadt halt, ging es zielstrebig in unser Hotel vom letzten Mal. Wir bekamen sogar einen kleinen Preisnachlass, schlenderten noch etwas durch die Straßen, sahen den Nam Phou Springbrunnen, der endlich mal lief, die That Dam Stupa, die sehr von Gräsern und Moos bewachsen ist. Dann ging es vorbei an der amerikanischen Botschaft, die bewacht wurde wie ein Goldschatz, in die Klosteranlage, (Vat Sisaket), es ist das älteste, erhaltene Kloster von Vientiane und beherbergt mehr als 10 000 Buddha Statuen und Figuren. Dann noch kurz in das Ho Phra Keo Tempelgebäude rein, welches als eine Art kleines Museum dient, an den ganzen Buddha Statuen, hingen zahlreiche Geldscheine als Opfergabe. Dann liefen wir noch direkt an der Promenade des Mekongs, vorbei an der Chao Anousong Statue, ein Mann der direkt auf den Fluss zeigt, durch einen kleinen Park, da uns aber die Hitze sehr zu schaffen machte, ging es danach zurück aufs Zimmer. Am Abend besuchten wir noch einmal den Nachtmarkt, gingen was Essen und dann früh ins Bett. 

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, um 6.30 Uhr ging es mit einem Fahrer an den Inlands Flughafen, der eher einer kleinen Wartehalle am Bahnhof glich, als einem Flughafen. Das einchecken klappte ohne Probleme, da wir noch eine Menge Zeit hatten, liefen wir rüber zum internationalen Flughafen, frühstückten dort, dann besuchten wir noch die Aussichtsplattform und begutachteten schon einmal unsere Maschine. Zurück im Inlandsgebäude, herrschte sogar strenge Passkontrolle, doch die Flasche Wasser und eine Cola durften wir mitnehmen. Dann saßen wir auch schon im Flieger, der Lao Airline, übrigens die einzige Fluggesellschaft in diesem Land und gegen 8.30 Uhr hoben wir ab in den Süden des Landes.

Klar hätten wir auch mit einem Nachtbus hinunter in den Süden fahren können, doch bis zu 14 Stunden auf einer 80 cm breiten Pritsche, zu zweit, an Schlaf nicht zu denken, wollten wir uns dann doch ersparen und auf diese Erfahrung verzichten, so stiegen wir mal wieder in den Flieger runter nach Pakse.