Montag, 28. November 2011

Der erste Job

Wir verbrachten den Dienstag und den Mittwoch noch im schönen Albany. Länger konnten wir jedoch nicht bleiben, da die Familie Besuch erwartete der in dem Cottage wohnen sollte. Wie jeden Abend unterhielten wir uns über verschiedene Dinge und Anne-Marie erzählte von einem deutschen Pärchen, welches durch Zufall bei ihrer Freundin wohnt und die jetzt einen Job auf dem Wheat Belt haben. David erzählte uns etwas mehr über die Arbeit auf dem Wheat Belt, da er während seines Studiums selber in den Semesterferien dort gejobbt hatte. Alles hörte sich ganz interessant an, so dass wir beschlossen in den Hafen von Albany zu fahren wo eine Niederlassung dieser Firma ansässig ist. Wir fragten ob sie Leute brauchen könnten und die Dame meinte: „Ja, auf jeden Fall“. Wir füllten dann am Montag vor Ort einen kleinen Bogen mit unseren Daten aus. Die Dame meinte, sie werden sich auf jeden Fall bei uns melden. Am nächsten Tag erhielt Lukas einen Anruf von der Firma, ob wir denn gleich morgen in Lake Grace sein könnten um dort anzufangen. Das ganze ging uns dann doch etwas rasch, wir hatten in dem Bogen den nächsten Montag (21.) angegeben und nun sollten wir gleich morgen dahin fahren und arbeiten, NEIN. Lukas vereinbarte mit der Dame, dass wir am Mittwoch nochmal vorbei kommen könnten, sie wollte irgendetwas besprechen. Am Dienstagmittag bekamen wir beide eine E-Mail wo wir so eine Art Schulung machen mussten. Man sieht sich Videos an und muss danach Fragen dazu beantworten. Es waren bestimmt 6 Filme, da wir nur einen PC haben würde das seine Zeit dauern. Wir schauten am Dienstag dann jeder noch 2 Filme an, aber mehr ging einfach nicht. Am Mittwoch im Hafenbüro bekamen wir eine Art Bewerbungsbogen, wo wir auch Bankdaten und Steuernummer eintragen mussten. Wir füllten diese gleich aus, mit etwas Hilfe vor Ort war es leichter für uns. Danach meinte die Frau; „Ok, jetzt ist alles geklärt und morgen um 10.00 Uhr seid ihr dann in Lake Grace um mit der Arbeit zu beginnen“. Wow, das ging schnell und ohne großes Suchen, ohne Lebenslauf und die Bezahlung scheint sehr gut zu sein. Mal sehen was uns erwartet.

Am Mittwochnachmittag erledigten wir noch ein paar Einkäufe. Wir benötigen für die Arbeit spezielle Stahlkappenschuhe und da die Frau meinte in dieser Ortschaft gäbe es nicht so viel besorgten wir eben noch Kleinigkeiten in Albany. Gegen 17.00 Uhr verließen wir unsere Gastfamilie um in ein neues Abenteuer aufzubrechen. Wir fuhren noch eine gute Stunde ins Landesinnere und suchten uns dann in Bolten ein Plätzchen zum Übernachten. Im Dunkeln soll man hier möglichst nicht fahren da es ziemlich viele aktive Kängurus um diese Uhrzeit gibt, dasselbe gilt für die Morgendämmerung. 

Mit einem Blick in unseren extra gekauften „Camp 6“ war schnell ein kostenloses Plätzchen gefunden. Jetzt musste man es nur noch finden und das im Halbdunkeln in einem Kaff wo alles gleich aussieht. Es war relativ schnell gefunden, allerdings lag dieser Platz genau an einem Firmengelände wo ab und an Trucks nachts anliefern. Wir dachten uns was soll’s! Wir waren so müde und beschlossen einfach hier zu schlafen, wir mussten sowieso ziemlich früh wieder aufbrechen. 

Am nächsten Morgen ging die Fahrt weiter Richtung Lake Grace. Jetzt was finden wo man frühstücken kann wäre toll, wir hatten natürlich in dieser Richtung nix dabei. Nach einer guten Stunde durch das Nichts kam ein kleines Dorf und dort gab es ein Roadhouse in dem man tatsächlich was futtern konnte. Wir waren etwas knapp in der Zeit, gegen 10.15 Uhr erreichten wir Lake Grace und das Mainoffice. Wir mussten dort unsere Filme vervollständigen, bekamen unsere Arbeitsutensilien und mussten unseren ersten Drogen- und Alkoholtest machen. Alles prima! Die gestellten Arbeitssets bestehen aus Langarmshirts, immerhin 3 Stück, einem Hut und einer Trinkflasche. Weitere Sachen würden wir vor Ort in Karlgarin erhalten. Dieser Ort liegt nochmal etwa eine Stunde im Landesinneren. Die Frau in dem Büro riet uns noch etwas zu essen zu kaufen, da es dort nur ca. 200 Einwohner gibt und somit alles etwas eingeschränkt ist. Wir hatten unser Mittagessen in Lake Grace, besorgten noch etwas zu futtern und weiter ging es.

Eine gute Stunde später in Karlgarin suchten wir das Gelände der Firma. Es war ziemlich leicht gefunden. Jamie der Chef hier zeigte uns kurz das Gelände und die Unterkunft (2 Container aneinandergefügtJ). Er meinte wir hätten heute Zeit für uns und morgen geht dann das Arbeiten los. Wir warfen einen Blick in unsere Australienbücher und sahen dass 20 Minuten von hier die Touristenattraktion Wave Rock ist. Da wir nicht wussten was wir sonst tun sollten, fuhren wir zum Wave Rock. Es ist eine Art Steinwelle im Nichts (Fotos folgen unten), war ganz nett anzusehen. Später fuhren wir zu unserer Unterkunft zurück. Jamie der einzige der dort wohnt, teilte uns mit, er gehe jetzt zum Krickettraining und danach ins Pub wo wir uns doch treffen könnten. Wir waren aber so müde und wollten nur noch was Essen, duschen und danach in unserem Van schlafen. Das mit in dem Van schlafen hat den einfachen Hintergrund, da er sauber ist, was man von der „Hut“ so nennen sie diese Unterkünfte, nicht behaupten kann. Es war jedoch super die Küche, das Wohnzimmer und das Bad nutzen zu dürfen.

Freitagabend hatten wir dann unser erstes BBQ in Australien mit unseren neuen Arbeitskollegen. Sehr lecker, ging aber nicht so lange da alle am nächsten Tag arbeiten wollten. Die Betonung liegt auf wolltenJ da es Samstags, Sonntags, an Feiertagen und nach 18.00 Uhr 12 Dollar mehr die Stunde gibt.

Nach getaner Arbeit am Samstag wollten wir ins hiesige Pub um was zu futtern und ein paar Bierchen zu zischen. Als wir gegen 19.30 durch die Straßen liefen, waren wir die einzigen da draußen. Im Pub waren ganze 4 Leute, eine davon die BedienungJ. Auf unsere Frage ob es noch was zu essen gibt bekamen wir die Antwort, NEIN!!! Die haben nur Donnerstags und Freitags Essen im Angebot. Das ist echt unglaublich, da wird einem mal wieder klar wie verwöhnt wir doch in Deutschland sind. 

Am Sonntag schliefen wir mal einigermaßen aus und verließen gegen 12.00 Karlgarin und Jamie um uns auf den Weg nach Woolocutty zu machen, wo wir die nächste Zeit gemeinsam auf einer anderen „Bin“ arbeiten sollten. Da dieser Ort nur ca. 50 Minuten von Karlgarin entfernt liegt, besuchten wir einen Wildlifepark am Wave Rock und 2 Höhlen die eh auf dem Weg lagen. Gegen 17.00 suchten wir uns einen Schlafplatz irgendwo im nirgendwo. Wir benutzten das erste Mal unseren Herd im Van (Lukas machte sich ein Süppchen).

Der nächste Morgen, wir begannen um 8.00 unsere Arbeit in Woolocutty. Wir suchten dort nach dem Chef, es stellte sich raus das ein 22 jähriges Mädel mit einem anderen 19 jährigen Mädel den Laden schmeißt. Beide sehr nett und hilfsbereit. Hier wohnen wir jetzt allein in dem „Hut“ schlafen aber weiterhin im Van, da die Betten hier so was von gemütlich sind. 

Wir mussten feststellen, dass wir am Arsch der Welt gelandet sind. Hier gibt es kein Handynetz, keine Internetverbindung, keine direkten Nachbarn und der nächste Ort Hyden mit seinen 400 Einwohnern liegt 45 km entfernt. Was soll‘s so können wir wenigstens unser Gehalt sparen. Wie lange wir das hier durchziehen werden ist jedoch abzuwarten. Ja so ein Spaziergang am Strand ist doch was feines, allerdings gibt es hier einen super schönen glasklaren Sternenhimmel- wirklich amazing.

Wir waren auch einkaufen in dem 45 km entfernten Hyden und es waren dort Zustände wie nach dem Krieg. Leere Regale, Brot muss man sich weglegen lassen, es gibt kaum Fleisch, das Obst und Gemüse ist richtig, richtig teuer. Ein Abenteuer für sich!

Exkurs Arbeitsalltag:
Sicher seit ihr neugierig was wir an Arbeit leisten müssen. Im Grunde genommen ist der Ablauf auf einer „Bin“ (Sammelstelle für Getreideprodukte der Farmer) und unserer Tätigkeit leicht erklärt. Es kommen täglich mehrere Trucks die zum Beispiel Weizen geladen haben. Dieses wird in einem ersten Schritt einer Qualitätskontrolle unterzogen. Nach positivem Ergebnis wird der Truck gewogen um festzustellen wie viel er geladen hat. Dann kommen die Trucks zu den Abladestellen an denen wir beschäftigt sind. Wir kontrollieren und regulieren den Abladevorgang der Trucks. Und das war es auch schon. Natürlich kommen nicht durchgehend Trucks und somit sind auch von den etwa täglichen 9 Stunden Arbeit bestimmt ein Drittel in der Gegend rum hängen und Zeit totschlagen. Dafür wird das Ganze mit rund 22$ relativ gut entlohnt und macht die Abgeschiedenheit etwas wett. Wir sind schon ganz gespannt auf unser erstes Gehalt. 

Mittlerweile ist Freitag der 25.11. und wir haben jetzt eine Woche gearbeitet. Da es gestern und heute bereits um 9.00 Uhr morgens schon 29 Grad war und auch sehr windig, konnte nicht den ganzen Tag gearbeitet werden, da es für die Farmer zu gefährlich ist. Bei diesem Wetter kann sehr schnell ein Feuer entfachen, deshalb wird nur den halben Tag geschuftet. Da man auch im entfernten Hyden nicht viel machen kann und es mittags um die 37 Grad warm ist, besuchten wir das hiesige Freibad. Es ist echt erstaunlich, dass sie hier bei rund 400 Einwohnern überhaupt so was besitzen. Der Eintritt war erstaunlich günstig, nur 1 Euro pro Person. Das Schwimmerbecken war mit 3 Personen besetzt, dadurch konnten wir ungestört ein paar Bahnen ziehen- sehr erfrischend. In dem Schwimmbad gibt es so viele Regeln und Verbotsschilder das kann man sich nicht vorstellen, ist aber wohl typisch für Australien. 

Heute haben wir unseren ersten Abrechnungszettel bekommen. Sau gut, Lukas hat auf dem Papier 10 Stunden geschafft und dafür gibt’s 190 Dollar, Verena hat länger gearbeitet, leider nicht auf dem Papier, bekommt aber einen etwas besseren StundenlohnJ und hat in 9 Stunden 180 Dollar verdient. Das ist schon Wahnsinn, wenn man bedenkt wie viel Geld das ist für diese Arbeit. Man darf natürlich nicht vergessen, dass hier alles wesentlich teurer ist als in Deutschland, trotzdem für Backpacker ein guter Verdienst. Jetzt heißt es versuchen zu sparen, damit dann die Reise weiter gehen kann Richtung Süden.

P.S.: Sorry das es soooo lange gedauert hat mit dem hochladen dieses Abschnitts, aber hier eine Verbindung zu bekommen, welche das ermöglicht war nicht ganz so einfach. Dafür gabs diesmal etwas längeren Text :-)

Dienstag, 15. November 2011

Albany im Wunderland

Wir sind jetzt genau eine Woche in Albany und werden noch bis Mittwoch hier bleiben.
Es ist ein kleines Städtchen, mit rund 35 000 Einwohnern, wirklich ganz nett. Sie haben hier sehr viel Natur und weiße Sandstrände mit türkisem Wasser – wirklich traumhaft. Da wir uns öfter um die 2 Hunde kümmern und mit ihnen Ausflüge unternehmen, ist es super das sie auch auf verschiedenen Routen erlaubt sind. Es gibt allerdings auch Regionen, vor allem in Nationalparks, wo sie absolut verboten sind.

Wir konnten bei unseren Hosts David und Anne Marie unsere Koch- und Backtalente unter Beweis stellen, dadurch das sie beide so beschäftigt sind, fiel das Abendessen kochen öfter in unseren Zuständigkeitsbereich. Da sie beide Vegetarier sind, konnten wir das Ganze  gut meistern.  Wir waren natürlich ab und an mittags mal beim Hungry Jack um dem Fleischkonsum nicht ganz abzuschwören.
Wir hatten ziemlich chillige Aufgaben, dazu zählten: Holz was bereits zerhackt war, unter einem Dach stapeln, etwas Mulch auf eine Rasenfläche verteilen, Unkraut jäten, mit der Wiper Sniper arbeiten, mit den Hunden spazieren gehen und Burning. Dies war das interessanteste auf dem Gelände. Hier befanden sich 4 vorbereitetet Holzhaufen und diese sollten wir runterbrennen. Da das Brennen hier im Moment nur mit einer Genehmigung stattfinden darf und man mindestens 3 Leute benötigt, bot es sich an, dass wir das mit Anne Marie taten. Es war wirklich imposant so ein Feuer aus der Nähe zu sehen, wie schnell so trockene Äste wegfackeln. Feuer ist wirklich eine große Naturgewalt und wir überlegten uns, dass es bestimmt kein schöner Tod sein würde, mit der ganzen Hitze und dem Rauch.

Wir lernten hier einige neue Kartenspiele und bekamen interessante Plätze zu sehen. Albany ist wirklich ein sehr wunderschönes Fleckchen Erde.

David zeigte uns seinen Arbeitsplatz, wo wir in verschiedene Labore und eine Art Untersuchungsraum blicken durften. Er untersucht Schafe und Kühe auf Würmer im Darm und Probleme an den Hufen. War wirklich ganz interessant da, diese ganzen Proben und eingelegten Würmer dort zu sehen. 

Sonntagabend wurde Davids Geburtstag etwas nachgefeiert, die beiden Töchter kamen und einige Freunde der Familie. Wir hatten einen griechischen Abend, was sehr leckeres Essen beinhaltete und danach einige Spielerunden. Ein Spiel wo man einen Begriff liest, dann zeichnet und die anderen in deinem Team müssen erraten was es für ein Wort war- gar nicht so einfach auf Englisch, aber es war lustig.

Wir haben endlich unsere Bankkarten abgeholt, besitzen also jetzt ein australisches Konto und können rein theoretisch mit einem Job beginnen. Die Steuernummer haben wir auch telefonisch erfragt.

Mal sehen wohin uns der Wind oder evtl. ein Job treiben wird :-)

Donnerstag, 10. November 2011

Zeitumstellung

Für alle Daheimgebliebenen:-)
Aus aktuellem Anlass eine kleine Info bezüglich der Zeitverschiebung:
Hier bei uns gibt es keine sinnlose Sommer- und Winterzeitumstellung. Heißt, es sind jetzt seit Ende Oktober, wo bei euch die Uhr umgestellt wurde PLUS 7 Stunden. Umso weiter wir nach Osten reisen werden, umso mehr Stunden werden uns trennen aber wir werden euch auf dem Laufenden halten.

Dienstag, 8. November 2011

Endlich haben wir es geschafft – raus aus Bunbury

Am Montag den 31.10. haben wir unser Auto gekauft, konnten es aber leider nicht gleich mitnehmen, da Antonio noch eine riesen Kühltruhe ausbauen und für uns einen kleinen Schrank mit Kühlschrank und viel Stauraum einbauen lassen wollte. Jedoch konnte Antonio das nicht selber machen und wir mussten noch auf seinen befreundeten Mechaniker warten, er hat dann am Dienstagabend den Umbau vorgenommen. Somit hatten wir zwar ein Auto, mussten aber leider wieder laufen. 

Wir besorgten dann alle möglichen Utensilien, da in dem Van leider nichts groß drin war außer dem Ausbau. Total komisch im Baumarkt zu stehen und Campingstühle auszusuchen, wir als zwei absolute nicht Camper. Wir kauften noch etwas Geschirr und was man so braucht. Ganz wichtig war Putzkram für den Van. Man glaubt echt nicht wie viel Schmutz, Dreck und Staub in so einem Auto sitzt. Dienstagabend konnten wir es dann endlich abholen und machten gleich noch eine kleine Spritztour zum Mc Donald’s. Da wären wir ohne Auto sonst nie hingekommen, da dieser gefühlte zehn Kilometer Fußmarsch entfernt lag. Mittwoch war dann großer Putztag, leider reichte der nicht aus und am Donnerstagmorgen war das Auto schon wieder weg in der Werkstatt für die kleinen Reparaturen. Unglücklicherweise wurde der Van am Donnerstag nicht fertig, da Teile aus Perth kommen sollten, dies aber nicht taten. Freitag kam dann ein Anruf, wir könnten gegen 17.00 Uhr vorbei kommen. Dann der Moment der Wahrheit, alles soweit ok, dann ging es ans bezahlen. Als wir fragten ob man auch ohne Rechnung zahlen könnte, grinste der Mechaniker. Es machte letztendlich 110 Dollar aus ohne Rechnung zu zahlen. 

Danach ging es an den weiteren Grundputz, da es aber leider um 19.00 Uhr hier schon recht dunkel ist, kamen wir wieder nicht soweit. Wir dachten uns was soll‘s, jetzt waren wir solange in Bunbury da kommt es auf eine oder zwei Nächte auch nicht mehr an. Zumal eine Nacht im Hostel frei ist wenn man sechs Nächte vorher bezahlt hat. 

Samstagmorgen besorgten wir noch ein paar Kleinigkeiten für den Van und beseitigten den Rest des Outbackstaubs der überall hing. Brachten dann noch die frisch gewaschenen Vorhänge an und hatten ein gutes Gefühl um dann am Sonntagmorgen endlich Bunbury zu verlassen. 

Wir fuhren Richtung Süden nach Busselton einem kleinen Badeort den wir besichtigten. Sahen uns auf unserer Weiterfahrt auch Margret River an. Da das Wetter nicht so gut war und es zu regnen anfing entschieden wir uns nach Augusta zu fahren, wo das Wetter leider noch schlechter wurde und es auch langsam zu dämmern begann. So lag es an uns ein lauschiges und möglichst kostenloses Plätzchen für die Nacht zu finden. Das komische hier ist nämlich, dass die Australier ein Volk sind welches super gerne campt und im eigenen Land reist aber campen darf man fast nirgends außer auf Campingplätzen. Da Augusta nicht wirklich groß war, fuhren wir an einen nahegelegen Leuchtturm wo der Indische- und der Südliche Ozean aufeinander treffen. Es ist der südwestlichste Fleck (Cape Leeuwin) von OZ ! In unmittelbarer Nähe davon fanden wir ein super Fleckchen für unser Nachtquartier und parkten den Van. Wir bauten rasch das Bett auf und hatten einen super Blick auf den Ozean, den Leuchtturm und den Sonnenuntergang und das alles vom Schlafzimmer aus.
Die erste und auch erst mal letzte Nacht im Van war ok, es war halt sehr ungewohnt. Aber man hat erstaunlich viel Platz in so einem Campervan. Leider ist es aktuell noch etwas frisch nachts. Am Montagmorgen hieß es dann zeitig aufstehen und den Platz verlassen. Nicht das uns doch noch die Polizei entdeckt. Wir hatten einen langen Weg vor uns bis nach Albany zu unseren neuen Hosts mit denen wir verabredet waren.

Wir fuhren nach Calibridge und sahen unsere erste Schlange, glücklicherweise nur vom Auto aus, auch sahen wir Emus, Kängurus sowie die ersten toten Kängurus am Straßenrand. Dann ging es über Northcliffe durch die Karri Wälder und sehr einsame Straßen nach Pemberton und Denmark, danach erreichten wir Albany. 

Der erste Eindruck von Albany ist sehr nett, genau wie die neuen Hosts. Das Beste ist, dass wir ein eigenes kleines Cottage bei Ihnen auf dem Gelände haben. Wir müssen nur drei Stunden täglich für unsere Unterkunft arbeiten. Die Hosts besitzen zwei Hunde mit denen wir spazieren gehen sollen, welche als „Arbeitszeit“ in unsere drei Stunden fällt. Mal sehen was die nächsten Tage bringen. Die Hauptsache ist, dass wir endlich mal eine neue Stadt entdecken dürfen. 

Was wir euch auch nicht vorenthalten möchten ist ein kleiner Auszug aus einem Blog von einem sehr netten jungen Herren aus Hamburg den wir zufällig in Bunbury - wo auch sonst - kennengelernt haben. Er ist neuen Leuten gegenüber sehr offen und weiß daher von einigen „lustigen“ Geschichten zu berichten die sich alle in unserem Hostel abgespielt haben, aber lest selbst: 

[…] Man sollte uebrigens eine Tv-serie vom Hostelleben machen. Abgesehen davon, dass hier schon sowieso viele Sachen passieren haben acuh 90 prozent ihre persoenliche schlimme geschichte: 
Da waeren zum beispiel der deutsche, dessen freundin ihn verlassen hat, dann einer wo die freundin ihn mit dem besten freund betrogen hat (war n bissl doof weil der sich um 4:30 morgens in unserem zimmer beim freund ausgeheuelt hat) , dann einer wo ein Neuseelaender den Job gekuendigt und alles aufgegeben hat um zu ihr nach australien zu ziehen und sie dann in der ersten woche schluss gemacht hat und zudem hat sein Vater noch Krebs, dann die Familie wo die Tochter mit jedem rummacht, die andere aussieht wie 18 aber eigentlich 12 ist, dann die 3. tochter, die jetzt das baby 3 wochen zu frueh wegen zu hohem blutdrucks bekommen hat, der vater davon abgehauen ist und sie jetzt fuer mindestens 6 wochen hier im hostel mit nem neugeborenen leben wird, dann davon die mutter wo der mann auch einfach abgehauen ist(1. tochter hat ihn nicht gesehen bis sie 18 war), dann waer da noch der alkoholiker der seinen sohn nur einmal im monat sehen kann, der Marine der mit dem ersten trupp in den vietnamkrieg ist und immer noch trauma hat, ein typ der grad jemandem durch ganz australien folgt, weil der ihm geld schuldet und eine frau die jetzt in der 3. beziehung ist wo der mann sie schlaegt und die grad versucht die tochter von dem wegzukriegen und eine frau die einfach nur uebelst auf droge war, die zu einem anderen maedchen gesagt, sie habe gerade ein paar tabletten genommen und solle doch nach 3 stunden versuchen sie aufzuwecken und sonst den Notarzt zu rufen. Aufgewacht ist sie dann auch aber mit starker Schizophrenie(oder wie auch immer man das schreibt) und hat stimmen in ihrem kopf gehoert. Darauf kam dann auch der Arzt, die ham sie dann wieder hingekriegt aber darauf ist sie hier rausgeflogen... Also wird hier eigentlich jeden abend irgendwo getrunken und sich ausgeheult.