Freitag, 30. Dezember 2011

Es kommt immer anders als man denkt…..

Wir machten uns am nächsten Morgen auf und zurück in die Stadt Ramco, um unter einem schattenspendenden Baum zu frühstücken. Gut gestärkt ging‘s dann runter an den Murray River wo reges Treiben herrschte. Die ganzen Kids und halbstarken benutzen den River als Pool, was soll man auch anderes machen wenn der nächste 40 km entfernt ist. Wir saßen etwas am Ufer und genossen das Wetter. Es fuhren einige Hausboote an uns vorbei und wir überlegten uns, dass es bestimmt ziemlich cool ist auf so einem Teil Weihnachten zu „feiern“. Schnell war eine Telefonnummer eines örtlichen Anbieters gefunden, nur leider alles bis Ende Januar ausgebucht :-( Ferienzeit. 5 Minuten später rief die nette Frau von den Hausbooten zurück und meinte sie hätte da doch noch was. Ein kleines für 2 Personen, die anderen sind eh viel zu groß für uns, sind teilweise schwimmende Villen mit Platz bis zu 14 Personen. Würde für 3 Nächte 550 AUD kosten und 250 AUD Pfand, hinzu käme bei der Rückgabe der Spritzuschlag von ca. 50 AUD. Wir überlegten, hatten echt voll Lust, das zu machen, aber war viel Geld für uns, hinzu käme ja auch noch das Essen. Also entschieden wir uns dagegen.

Halten konnte uns hier jetzt sowieso nichts mehr, so fuhren wir weiter, über diesmal nicht so einsame Straßen, es war ja der 24.12. alle wollten irgendwohin. Wir passierten Morgan, Blanchetown, Swan Reach, Manuum und landeten in Murray Bridge. Das ist keine besonders schöne, aber die letzte größere Stadt bevor man den Princes Highway in Richtung eines riesen Nationalparks befährt. Wir kauften ein paar Würstchen und frische Brötchen für unser Abendbrot. Das Weihnachten hier nichts dolles wird, war uns nach den ersten paar Wochen in Australien klar.

Wir fuhren einen Küstenstreifen entlang, den Younghusband Peninsula, der für langestreckte Salzwasserlagunen und Sanddünen steht. Auf Grund dass es ein Nationalpark ist und wenig Tourismus herrscht, brüten dort sehr viele Vögel, dementsprechend roch es auch mal wieder. Wir besuchten in der Nähe The Granits, ein paar Felsen am sonst so einsamen Sandstrand. Da es bestimmt schon wieder 18.00 Uhr war und wir mal wieder keinen Schlafplatz hatten, fuhren wir ins nächste Örtchen Kingston S.E.. Am Ortseingang wird man von einem riesigen Stahlhummer begrüßt. Der Campingplatz war schnell gefunden und zu unserem Glück war auch noch was frei. Die Australier sind nämlich ein richtiges Campervolk, von daher dachten wir schon, dass wir eh keinen Platz mehr bekommen werden, aber Glück gehabt. Wir bauten das erste Mal unsere „Veranda“ am Van auf, damit diese uns für den nächsten Tag etwas Schatten spendet. Danach entschlossen wir uns noch etwas am Strand, der direkt vor der Tür lag spazieren zu gehen. Wir kamen an einen Steg, an dem einige Angler waren, was nicht unüblich war, da man in Australien erst am 25.12 Weihnachten feiert. Einer von ihnen war ein etwa 250 kg Mann, der total nett war, einige Fotos von uns machte und uns etwas aus seinem Leben erzählte. Später hatten wir das Glück einen super schönen Sonnenuntergang zu betrachten- traumhaft. In der Abenddämmerung ging‘s dann wieder zurück auf den Campingplatz, wo wir unser Abendbrot einnahmen. Am nächsten Morgen war das Wetter sonnig, so beschlossen wir noch einen Tag zu bleiben und nirgendwo hinzufahren. Wir sonnten uns am Meer, gegen Abend wollten wir Essen gehen, Betonung mal wieder auf wollten. Gegen 19.00 Uhr liefen wir durchs Städtchen, leider alles dicht, alles bis auf ein Roadhouse. Es gab dort nur diese ekligen Fleischtörtchen die hier alle essen, diese wollten wir aber nicht. So liefen wir hungrig zurück zum Platz. Durch die Dunkelheit konnte man gut in einige Häuser schauen, wo kaum jemand einen echten Tannenbaum hatte, hier sind diese Plastikteile der Renner (USA lässt mal wieder grüßen). Wir aßen mal wieder im Van und beschlossen, aber morgen wenn wir Kingston verlassen, gehen wir schön wo Essen.

Der nächste Morgen kam und wir fuhren nach Robe, nicht weit von Kingston entfernt. Man soll dort wenn man Glück hat Pinguine sehen können, wir sahen keine :-(. Weiter ging‘s ins nächste Örtchen nach Beachport, dort aßen wir in einem kleinen Cafe in Stegnähe zu Mittag. Wir spazierten über den Jetty, sahen dort tatsächlich unseren ersten Hai. Ein Angler der ihn auch sah meinte: „Er weiß nicht genau was es für eine Sorte ist, aber schwimmen sollte man nicht mit ihm.“ 

Danach fuhren wir nach Mount Gambier. Da dies die vorletzte Stadt in Südaustralien ist, war von da an schon wieder klar, dass wir erst mal nicht nach Adelaide zurück fahren werden. Es würde wohl morgen rüber nach Victoria gehen.

Wir schauten uns Mount Gambier an, besuchten einen kleinen Rosengarten, der in einem Krater gewachsen ist und suchten unseren Schlafplatz. Es wurde ein Berg Mt. Schank wo vor 8000 Jahren noch ein Vulkan herrschte. Da wir ihn nur im Dunkeln gesehen hatten, entschieden wir uns am nächsten Tag den Berg zu besteigen. Der Aufstieg war mal wieder übel, aber der Ausblick auf so einen alten, bewachsenen Krater war schon sehr imposant. Wir entschlossen uns noch in der Nähe eine der wohl schönsten Tropfsteinhöhlen zu besuchen. Die Princess Magret Cove. Da diese in einem Nationalpark lag und wir bestimmt wieder 30 Minuten durch die Einöde fuhren, bemerkten wir an der Höhle, das wir in Victoria waren. Wieder 30 Minuten die Uhr nach vorne stellen. Wir machten eine Führung mit, fanden es aber beide jetzt nicht besonders spektakulär. Haben beide Erinnerungen an Tropfsteinhöhlen aus BRD von früher, diese waren schon etwas hübscher und beeindruckender- evtl. liegt‘s auch dran das wir Kinder waren, wer weiß.

Wir fuhren nach Mount Gambier zurück, wo wir einkaufen und was futtern wollten, als wir aus dem Supermarkt kamen, hatten wir eine SMS von einem potenziellen Arbeitgeber ob wir denn immer noch Interesse an dem Job hätten. Wir riefen ihn zurück, besprachen Eckdetails und schon war klar morgen um 17.00 sollten wir in Geelong sein um unseren ersten Arbeitstag zu haben. Geelong liegt in Victoria, ist eine gute Stunde von Melbourne entfernt und liegt am Corio Bay. Es lagen ungefähr 5 Stunden Fahrzeit vor uns und wir wussten ok morgen um 17.00 arbeiten. Wir entschieden uns gleich loszufahren Richtung Victoria. Komisches Gefühl schon wieder in einem anderen Staat zu sein :-) aber man ist halt da, wo die Arbeit einen hinführt. Wir fuhren über den Highway One, weiter in den Osten, rasch war die Grenze erreicht, wir waren in Victoria. Wir fuhren noch eine Weile, hielten in Port Fairy machten uns ein Barbecue am Kanal. Es gab Würstchen, Steak, Salat und frische Brötchen- echt lecker. Wir fuhren noch ein Stück auf dem Highway weiter, schliefen einfach in einer Parkbucht. Natürlich war die Nacht nicht sonderlich ruhig, aber im Lauf der Nacht gewöhnt man sich an das donnern der Autos und LKWs auf dem Asphalt. Relativ früh fuhren wir weiter, mit dem Hintergedanken, irgendwo noch eine Dusche zu bekommen. Das ergab sich in Camperdown, wir fuhren einfach einen Campingplatz an. Dort suchte Lukas den Caretaker auf, leider war dieser nicht aufzufinden. Er traf auf einen Arbeiter, der zufällig die Bäder renovierte, der gab grünes Licht fürs Duschen, sogar für umme – perfektJ. Als Verena etwas später aus der Dusche lief, sah sie ein Mann, dieser war wohl der Caretaker, glotzte aber nur blöd. Lukas ging danach nochmal zu dem Arbeiter um sich zu bedanken, da sprach der Caretaker ihn an: „Da war eben ein Mädchen duschen“. Lukas: „Ja ich weiß“. Der Typ glotzte dann wieder dumm, fragte aber noch nach 3 AUD fürs duschen. Weiter ging‘s in Richtung Geelong, wir kamen gegen 14.00 Uhr dort an. Dadurch blieb uns etwas Zeit bis 17.00, also genossen wir spontan etwas den Meeresausblick. Ein echt schönes Städtchen, ziemlich entspannt. Danach mussten wir langsam los Richtung Hühnerfabrik, wo wir uns vorstellen sollten. Es war mal wieder alles ziemlich konfus, irgendwann schafften wir es aber ins Büro und trafen auf den Chef. Viel erklärt wurde eigentlich nicht, wir bekamen jeder eine grüne Hose und ein Oberteil. Ab ging‘s in die Umkleide und danach zu den Schuppen, wo die Putzsachen gelagert wurden. Wir bekamen ein Wägelchen und marschierten in die Halle rein. Dort gab es lauter weiße Wände, und überall hingen Metallhaken an Fließbändern runter, auf diesen Förderbändern lagen teilweise noch die Federn der Hühner. In den Ecke lagen noch einige abgehackte Füße, uns wurde kurz erklärt, wie man den Hochdruckreiniger richtig aufdreht, dann hieß es auch schon: „Spritzt alles gut ab von oben nach unten und seht zu das die Federn und Füße und was sonst noch so rumliegt, da hinten in dem Ablauf landet.“ Am Anfang war es ok, ich hab echt versucht mir es irgendwie schön zu reden, nach 1 Stunde ging es aber nicht mehr. Es war nicht mal das körperliche, eher die armen tausend Hühnchen, die Tag für Tag hier geschlachtet werden. Der einzige Vorteil war, dass wir so was nicht mit ansehen oder hören mussten. Das Ganze passiert nämlich in der Frühschicht und endet um 16.00 Uhr, danach wird das Huhn nur vorbereitet, heißt die Schenkel werden sortiert usw. und die Cleaner also wir sind am Werk. Lukas machte dem Chef verständlich, dass wir hier auf keinen Fall anfangen werden, dieser meinte nur ok, aber macht eure 2 Räume noch fertig. Es war echt hart für mich, dachte ich schaff das, aber es ging einfach nicht. Als wir dann über das Gelände liefen zu den Umkleiden, sahen wir das in der Schlachtmaschine, noch ein Huhn saß. Von lebendig kann man nicht sprechen, es war zwar am Leben, aber stand so unter Schock und guckte nur umher. Am liebsten hätten wir es mitgenommen, diese Situation gab dann sogar Lukas zu denken. Wir wollten nur noch hier weg, der ganze Dreck und Geruch, überall auf dem Gelände kreisten Möwen um noch die letzten Reste zu ergattern- echt eklig.

Wir fuhren raus aus Geelong, Richtung Great Ocean Road und schliefen irgendwo am Meer. Am nächsten Morgen wurden wir gegen 11.00 Uhr, was sehr ungewöhnlich spät ist wach. So lange kann man hier echt selten schlafen, entweder nerven einen die Vögel oder es ist zu laut an der Straße, oder es wird 32 Grad im Van oder man muss vom Campingplatz bis 10.00 runter sein. An diesem Tag ging alles gut, die anderen Touri‘s, die an uns vorbei liefen, ließen uns kalt, es war bewölkt und so konnte mal schön ausgeschlafen werden.

Da hier im Moment Sommerferien sind und echt viele Firmen ihr Programm runter gefahren haben, dachten wir uns, dass es nicht so viel Sinn macht weiter nach Arbeit zu suchen. Also ging es runter vom Parkplatz und rauf auf die Great Ocean Road. Lief auch ziemlich gut bis wir kurz vor Lorne waren. Dort gab es eine riesen Blechlawine die sich über die Great Ocean Road zog. Wahnsinn man könnte meinen jeder der ein Auto hat, war hier unterwegs :-). Durch diese riesen Schlange war das Städtchen natürlich auch rastlos überfüllt, so dachten wir uns, fahren wir etwas ins Landesinnere zu Wasserfällen. Gute Idee, nur hätte man unter dem Schild The Falls weiter lesen müssen, wo stand Music & Art Festival :-) Mal wieder typisch, wir sind gefahren und gefahren und wunderten uns warum so viele leere Bierdosen am Straßenrand liegen. Nach einiger Zeit kamen wir an eine Art Schleuse, wo uns erklärt wurde für was die Müllbeutel gedacht sind, die uns ins Auto gereicht wurden außerdem sollten wir doch bitte die Tickets bereithalten. Lukas fragte das Mädel: „Ähm wir haben keine Tickets!“ Diese meinte dann wie ihr habt keine Tickets? Darauf Lukas, „Ja wir wollen doch nur den Wasserfall sehen.“ Da meinte das Mädel: „Oh ihr seid hier am Einlass eines Festivals, aber wenn ihr die Straße ganz durch Fahrt kommt ihr an einen Wasserfall.“ Wir fuhren die Straße weiter, bis wir an einem riesen Zeltplatz vorbeifuhren der so voll war, wahrscheinlich fast wie bei Rock am Ring. Dann kam auch schon der Stau, wo alle auf diesen Platz wollten, da hatten wir keine Lust drauf, also drehten wir um. Es wurde schon wieder langsam Abend und Zeit für einen Campingplatz, nur muss man einen freien, bezahlbaren in dieser Zeit finden. Durch Zufall kamen wir nach Cape Otway. Dort stand mal kein Schild, dass sie eh ausgebucht sind, also nix wie hin. Auf der Zufahrtsstraße, saßen 2 Koalas in den Bäumen, wo einige Touris stehen blieben um diese putzigen Gefährten zu fotografieren. Unser Glück war das wir keine Fotos machten, direkt auf den Bimbipark fuhren, rein ins Büro und zack, der letzte Platz mit Strom gehörte uns. Als wir noch beim Einchecken waren, kamen die Touris von den Koalas und mussten Plätze ohne Strom nehmen, welche auch direkt am Eingang lagen, also Arschlochplatz. Wir parkten, liefen etwas über den Platz und hatten schon wieder gutes Timing, denn wir sahen auch Koalas in den Bäumen, sogar ein Koalababy :-).
Der nächste Morgen kam und es hieß mal wieder runter vom Platz, wir fuhren ganz ans Cape runter, wo ein Leuchtturm, das Highlight sein sollte. Dumm das dieses Highlight wieder mal 18 AUD pro Person Eintritt gekostet hätte. Nix da, für einen Leuchtturm, wieder mal typisch Australien. Die Fahrt führte uns also weiter auf der Great Ocean Road in den Beech Forest Nationalpark. Dort fuhren wir zu den Beauchamp Falls, was sich echt gelohnt hat. Der Weg dorthin, ging nur bergab, also war uns schon wieder klar, dass der Rückweg übelst sein wird. Man lief 3 Minuten und war im Regenwald, überall grün, riesen Bäume, ein kleiner Bach plätscherte und man stieg hinunter über kleine Brücken zu dem Wasserfall und echt amazing!!! Als wir fix und fertig wieder am Van ankamen, entschieden wir noch zu einem weiteren Wasserfall zu fahren, der nicht so schwierig zu besteigen war. Er nannte sich Hopetoun Falls, war auch wieder in einer grünen Oase, aber der erste gefiel uns besser. Nach so viel laufen entschlossen wir uns, erstmal wieder etwas weiter zu fahren und zu erholen. Wir kamen an einen weiteren Nationalpark, wo ein 300 Jahre alter Baum stehen sollte, den wollten wir natürlich sehen. So liefen wir wieder durchs satte grün zu diesem Baum, nur stand dieser leider schon seit ein paar Jahren nicht mehr, lag aber umgekippt im Wald, schade. Genug Wald dachten wir uns also weiter im Touriprogramm, heißt Gibson Steps, 12 Apostel, Loch Ard Gorge, gegen Abend dann nochmal zu den 12 Aposteln, im Sonnenuntergang sollen sie besonders schön sein. Es sind halt wieder mal Steine im Meer, aber ganz nett und am Abend wurde die Sicht auf diese auch etwas klarer. Wir machten ein paar Fotos und fuhren ein paar Kilometer bis sich ein Schlafplätzchen mitten im Busch gefunden hatte. 

So heute ist Silvester, was wir ja eigentlich in Adelaide verbringen wollten. Man sieht also, hier nicht so viel planen, denn es kommt immer anders als man denkt. Wir sind in Warrnambool gewesen, dass ist das 5 größte Städtchen in Victoria. Natürlich war dort nirgends ein Plätzchen für uns frei, so sind wir jetzt in Koroit gelandet. Das ist ein kleines Städtchen 15 Minuten von Warrnambool entfernt, wo wir noch ein Eckchen ergattern konnten. Mal sehen was der Abend so bringt…

Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch und alles Gute für das Jahr 2012.

Samstag, 24. Dezember 2011

Adelaide - die meist relaxte Stadt Australiens

Wir machten uns von Port Augusta auf in Richtung Adelaide, auf dem Weg dorthin machten wir gleich noch einen kleinen Zwischenstopp etwas außerhalb von Port Augusta bei den fliegenden Ärzten. Auf der Fahrt durch die Nullabor haben wir so viele Schilder von Ihnen gesehen, dass wir sie jetzt einmal besuchen wollten.
Die Dame am Empfang war total freundlich und zu unserer Verwunderung verlangte Sie keinen Eintritt. Wir sollten am Ende eine kleine Spende in eine Box werfen. Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet, denn hier kostet selbst ein Besuch auf dem Jahrmarkt Eintritt und das teilweise echt nicht wenig. Wir bekamen einen kleinen Film zu sehen, wo etwas über die Arbeit der Ärzte berichtet wurde. Danach ging es raus in den Hangar und wir hatten Glück und konnten ein Flugzeug sehen und auch von innen betrachten. Der Pilot war super nett und beantwortete alle unsere Fragen, nach ein paar Fotos ging‘s dann wieder zum Van und ab Richtung Adelaide.

Dadurch das wir einige kleine Zwischenstopps einlegten z.B. in Port Pirie wo wir einen der längsten Holzstege entlangschlenderten, er war bestimmt 2 km lang, dann waren wir in Port Pirie wo es ein Haimuseum gab, echt krass war so ein Nachbau von einem echten Hai der dort gefangen wurde.

Da wir erst gegen Abend in Adelaide ankamen fuhren wir erst einmal planlos durch die Stadt um einen ersten Eindruck zu bekommen. Echt schön, viele alte Gebäude, neu renoviert, gemischt mit alten Häuschen und sehr viel Grün. An Parkanlagen mangelt es hier nicht. Wir fuhren kurz an den Strand und betrachteten den Sonnenuntergang, echt traumhaft und ein Leben hier, viele Bars und Restaurants. Wir machten uns auf die Suche nach einem Campingplatz, wir hatten flott einen ausgesucht nur leider war es schon wieder 21.00 Uhr und das Büro hatte natürlich bei unserem Glück schon um 19.00 Uhr geschlossen:-(. Also was jetzt? Die anderen Campingplätze hatten wahrscheinlich auch schon zu, es war dunkel und wir in einer Stadt wo wir überhaupt keinen Plan hatten. Wir fuhren etwas raus in Richtung Adelaide Hills, da gab es leider auch keine so tollen Plätze. Etwas später fanden wir eine der letzten Straßen in den Hills wo eine Sackgasse war mit relativ breitem Wendehammer und wenig Häusern. Das war unser Schlafplatz, mit einem super Blick auf die Stadt mit den ganzen Lichtern. Die Fotos davon sind leider nix geworden, aber war echt ein Anblick, hat uns etwas an Paris erinnert.

Am nächsten Morgen fuhren wir auf den Campingplatz, duschten und machten einen 5 km Spaziergang direkt am Torrens River entlang in die Stadt. Das Parken ist dort echt teuer, außerdem ist auch dort einiges an Verkehr und wir bekamen den Rat das Auto stehen zu lassen. Wir schlenderten durch die Innenstadt und besuchten den Botanischen Garten. Der war auch superschön, eine richtige Oase direkt in der Stadt.
­Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus in die Stadt, der Spaziergang am Tag zuvor war schon anstrengend, außerdem war es heute einiges sonniger und somit auch wärmer. Unser Ziel war der Zoo, wir hatten etwas überlegt ob wir ihn uns anschauen sollten, da er pro Person 31 AUD Eintritt kostete was ja schon ne Hausnummer ist. Wir entschlossen uns aber dann doch für ihn, was auf jeden Fall die richtige Entscheidung war. Einer der schönsten Zoos in denen wir jemals waren. Die Gehege sind groß, viele von Ihnen total offen, überall Palmen und exotische Pflanzen, viel Wasser und natürlich die Tiere. Sie haben hier ein Pandapärchen, echt süß. Dort waren natürlich auch wieder einige Deutsche vertreten, war ja klar. Ein Pärchen wird uns besonders in Erinnerung bleiben, sie waren so unser Alter. Die Frau meinte dann zu Ihrem Freund: Schatz die Sonne ist heut ziemlich heftig ich muss mich nochmal nachcremen, gibst du mir bitte die 70-er Sonnencreme!!!! Heftig, wir wussten nicht dass es so einen hohen Faktor gibt, wir fahren mit 15 ganz gut und hatten bisher keinen Sonnenbrand:-)

Gegen 16.00 Uhr verließen wir den Zoo und wollten von einem nahe gelegen Park ein Bootchen (Popeye) zurück in die Stadt nehmen. Wir hatten Glück und erwischten das letzte für heute. Fuhren dann 15 Minuten über den Torrens River wieder zurück in die Stadt. Von dort wollten wir nach Glenelg wo die einzige Straßenbahn von ganz Adelaide hinfährt. Das Städtchen liegt direkt am Meer und ist bekannt für schöne Strände. Dort angekommen wollten wir eigentlich zu einem Starbucks Cafe und endlich mal wieder einen richtigen Kaffee am Strand trinken. Die Australier trinken hier nämlich nur braune Brühe, schmeckt nach nichts, wirklich elend. Also freuten wir uns auf unseren Kaffee, sollte die einzige Filiale in Adelaide sein. Die Betonung liegt auf sollte, haben den Laden wohl vor einiger Zeit dicht gemacht, weil die Australier ihn nicht so angenommen haben und die Kette wohl übel im Minus war, jetzt müssen wir wieder warten bis wir nach Melbourne kommen, dort sollen die nächsten sein. Ziemlich enttäuscht schlenderten wir über den Jetty und etwas am Strand, war schon sehr schön, aber mit einem Käffchen wäre es ein Traum gewesen. Abends ging‘s dann zurück in die Stadt, wo auch ziemlich viel los war, Freitag halt. Wir sahen einen Aboriginie Chor in der Innenstadt Weihnachtslieder singen, jetzt darf geraten werden wie der Chorleiter aussah? Na natürlich dem Klischee hier entsprechend eine Weiße.
Am nächsten Morgen war das Wetter ziemlich bescheiden und wir mussten vom Campingplatz runter, hatten nicht länger gebucht, da jetzt eine neue Saison anfing und die Preise dadurch gleich ziemlich nach oben gingen. 

Wir besuchten den Mount Lofty von diesem hat man normalerweise einen schönen Blick auf die Stadt, war an diesem Tag leider nicht der Fall, ziemlich neblig und verregnet. Danach fuhren wir nach Hahndorf, die älteste von deutschen Siedlern gegründete Stadt in Australien. Die Japaner fahren natürlich wieder voll drauf ab. Es gibt Hofbräubier, urige Kneipen, Maßkrüge, Milkaschokolade usw. Es erinnerte uns sehr an einen Souvenirshop in Heidelberg:-) Danach ging‘s nach Mount Barker wo wir wieder einen günstigen Campingplatz fanden. Eigentlich wollten wir dort nur eine Nacht verbringen, da das Wetter aber weiterhin sehr zu wünschen übrig ließ, entschlossen wir uns eine weitere Nacht zu buchen. An diesem Tag machten wir nichts, außer mal ganz faul im Van zu liegen, zu schlafen, zu lesen und ein paar Filme zu gucken. Erinnerte uns etwas an einen kalten verregneten Sonntag in Deutschland, nur lagen wir leider nicht in unserer alten Wohnung, gemütlich auf dem Sofa sondern im Van, war aber auch ganz ok. Gegen Abend fuhren wir dann noch in die Stadt, machten einen kleinen Spaziergang und gingen was futtern.

Wir entschlossen uns, dass wir so langsam mal wieder nach einem Job schauen sollten. Schlechte Entscheidung, so kurz vor Weihnachten. Einige Leute nahmen unsere Daten auf, meinten aber gleich dann erst für Januar. Wir entdeckten durch Zufall eine Anzeige von einem Farmer der Leute suchte, die ihm bei Steinfrüchten picken helfen sollten. Ok dachten wir, rufen wir mal an. Der Job war noch zu haben, der Farmer wollte dass wir gleich noch am selben Abend kommen, um morgen dann mit der Arbeit zu beginnen. Wir mussten nach Cadell fahren, was im Riverland liegt, am Murray River. Was wir nicht wussten, das man dorthin wieder kein Obst und Gemüse bringen durfte, auf Grund der Fruchtfliegen Panik. Wir waren natürlich noch schön vorher im Supermarkt Tomaten, Gurke, Äpfel und Bananen kaufen, weil wir uns dachten, da draußen auf dem Kaff ist es bestimmt wieder sau teuer. Ja scheiße war‘s mal wieder, konnten alles entsorgen- sau ärgerlich. Angekommen bei unserem Farmer David stellte sich raus, das es mal wieder ein ziemlicher Chaot in einem Messi Siff Haus war.  Ok wir dachten uns, was soll‘s jetzt sind wir hier, schauen wir uns wenigstens mal morgen die Arbeit an. Wir tranken ein Bierchen mit David, sein Schwager war auch noch dabei und im Lauf des Abends stellte sich raus, dass David hier ganz alleine wohnt mit 6 Hühnern. Als wir das Haus betreten hatten sahen wir in der Ecke eine Knarre stehen und dachten uns echt, scheiße wir sind hier bei einem absoluten Freak gelandet.  Aber es stellte sich heraus, dass er eine EX Frau hat, zwei Kinder und einige Enkel, die auch zu Besuch kommen sollten. Wir wussten, dass wir in unserem Auto schlafen müssen, da es keine Unterkunft gab. Er bot uns aber eine Toilette an, die draußen war mit einem kleinen Dach, was nicht dicht war. Ich war gar nicht erst drauf, Lukas meinte nur lass es. Es wurde bestimmt seit 20 Jahren nicht geputzt und nur von Assis benutzt, da willst du nicht drauf! Wo waren wir hier nur gelandet? 

Am nächsten Morgen hieß es um 7.00 Uhr antreten, es ging auf einen Traktoranhänger und raus aufs Feld. Aprikosen pflücken. Jeder bekam eine Tasche und seine Reihe zugewiesen und los ging‘s. Nachdem jeder seine Reihe erledigt hatte, mussten wir wieder auf den Anhänger klettern, David fuhr und wir ernteten die oberen Teile der Bäume ab. Als das soweit erledigt war, fuhr er uns raus in seine Weinberge, wo wir die Reben beschneiden mussten. Endlich war Mittagspause, eine ganze halbe Stunde:-). Später mussten wir Aprikosen, nachdem sie durch eine Entsteinungsmaschine gelaufen waren (die mehr oder eher weniger funktionierte), auf Brettern sortieren, die restlichen Entkernen und stapeln, damit sie getrocknet werden können. Es ist schon Wahnsinn, dieser Mann hatte so viele Birnen-, Pfirsich-, Aprikosenbäume und Weinstöcke und alles was er mit der Ernte macht sind getrocknete Früchte. Diese durften wir dann auch gleich mal kosten, gar nicht unser Fall, aber hier in der Region wohl echt gängig und beliebt. Es war wirklich anstrengend und harte Arbeit, wir sind echt froh dass es hier nur 4 Tage gehen solle, die Bezahlung ist ok und diese Erfahrung  muss man ja auch mal gemacht haben. Die 4 Tage vergingen ziemlich zügig, wir haben Blasen an den Händen und merken jeden einzelnen Knochen.
Wir entschieden uns von daher erst mal nach Ramco am Murray River zu fahren, was ungefähr eine Stunde von unserem Zuchthaus entfernt liegt. Es war dort schnell ein passendes Plätzchen gefunden, direkt am Fluss wo wir chillten und den Abend ausklingen ließen. Wir schliefen unter einem klaren Sternenhimmel ein. Jetzt erst mal von der harten Arbeit erholen und „Wunden lecken“:-)

Montag, 12. Dezember 2011

Immer unterwegs

Da sich das Jahr 2011 dem Ende neigt, haben wir uns ein paar Gedanken gemacht wo wir denn Silvester verbringen wollen. Weihnachten ist uns eigentlich egal, da man das hier nicht als Weihnachten bezeichnen kann. Wir haben uns entschlossen, dass wir West Australien verlassen werden und Silvester in Adelaide verbringen möchten. Eigentlich wollten wir nach Sydney so wie alle anderen auch, dies bekommt man dann auch ganz schnell an den gesalzenen Preisen dort zu spüren. Wir haben uns mal im Internet ein Hostel in Sydney rausgesucht, da hätten wir pro Person für 10 Nächte im Doppelzimmer stolze 1500 AUD latzen müssen und man hat ja noch nichts dort gemacht. Wir haben auch von einem Pärchen gehört, die Silvester in Sydney waren, sie sind wohl morgens gegen 10.00 in einen riesen Stau gekommen, weil alle reinfahren wollten, gegen 13.00  waren sie dann auf einem Hügel im Park wo man einen super Ausblick haben soll auf‘s Feuerwerk, nur da dann noch 11 Stunden rumstehen um seinen Platz zu verteidigen, da haben wir echt keinen Bock drauf.

Wir haben Kalgoorlie-Boulder die berühmte Goldstadt Western Australiens besucht. Das Städtchen erinnert mit seinen alten Gebäuden stark an eine Westernstadt, ansonsten ist es sehr warm und man hat ständig das Gefühl durstig zu sein, das liegt wohl daran das man in der Wüste/Busch ist.
Natürlich waren wir auf einer Aussichtsplattform, von wo man die größte offene Goldmine der Welt sehen konnte „The Super Pit“. War schon sehr beeindruckend wie tief das runter geht und die ganzen „ kleinen“ Trucks die vollbeladen rumdüsten. Wir sahen später in der Stadt noch den Rest einer Parade, wo man dann so einen Minen Truck in voller Pracht bewundern konnte. Am Abend machten wir unser erstes eigenes BBQ auf dem Campingplatz- sehr leckere Burger. 

Am nächsten Morgen beschlossen wir in einem kleinem 4 Sitzer Sportflugzeug einen 20 Minuten Rundflug über die Stadt und die Mine zu machen. Der ganze Spaß kostete gerade mal 20 AUD mehr als ein Besuch der Mine selbst und kam uns interessanter vor. Gegen 12.00 trafen wir unseren Piloten Marc, der Gute war gerade um die 25 Jahre alt (wenn‘s hochkommt) und das war sein Hauptjob, Touri‘s über die Mine fliegen oder quer durchs Land mit dieser kleinen Klitsche. Los ging´s, wir wurden ordentlich durchgeschüttelt, aber der Ausblick war schon beeindruckend. Man sah die Mine, das Städtchen und ansonsten nur Busch und rote Erde. Wir waren dann auch wieder froh, als wir festen Boden unter den Füßen hatten, uns beiden war doch etwas flau im Magen. Gegen 15.00 wollten wir uns noch das älteste Bordell Questa Casa  anschauen. Von diesem und seinen Führungen hatten wir bereits in Deutschland in dem Buch „Im Land der Regenbogenschlange“ gelesen. Es ist schon interessant, wenn man darüber gelesen hat und jetzt persönlich drin steht und sich alles ansehen kann. Die Storys die die gute Frau erzählte kannten wir ja schon, aber mal so ein Zimmer zu sehen war es wert. Wobei man den Räumen leider ihr Alter ansah. Sie waren auch alle super kitschig eingerichtet und in einem davon ist wohl mal jemand gestorben. Es stellte sich aber raus das er nicht richtig tot war, sondern an einer Schlafkrankheit litt. Gegen Abend ging´s dann wieder zurück nach Norseman die letzte Stadt in W.A. von wo aus wir über den Eyre Highway durch die Nullarbor Wüste nach Süd-Australien wollten. 

Wir verbrachten dort die Nacht, deckten uns mit Essen, Wasser, Sprit und Bargeld ein, duschten das erste Mal wie Truckfahrer an einer Tankstelle und los ging´s. Wir hatten sie uns etwas anders vorgestellt, irgendwie karger, außerdem gab es fast jede 200 km ein Roadhouse, also alles halb so wild. Wir fuhren an einem Schild vorbei, auf dem man drauf hingewiesen wurde, dass man die Uhr 45 Minuten vorstellen soll. Später aßen wir in dem berühmten Nullarbor Roadhouse, wo die Uhr auf einmal Stunden später anzeigte und wir 1,45 Stunden verloren hatten. Interessant war auch zu sehen, dass hier in dieser Gegend die Straße auch als Landebahn für die fliegenden Ärzte genutzt wird. Später fuhren wir auch eine Tankstelle an, bei dieser musste man seinen Führerschein abgeben, dann wurden erst die Zapfsäulen freigeschaltet, weil wohl so viele Leute einfach getankt haben und dann abgehauen sind. 

Wild wurde dann auch mal wieder die Nacht am Straßenrand verbracht, wo man nachts ordentlich die Roadtrains donnern hörte. Am nächsten Morgen, wir sind gerade mal 10 Minuten gefahren, da kam uns ein ziviles Polizeiauto, was man an der großen Antenne und dem draufgesetzten Blaulicht erkannte, entgegen. Sie fuhren an uns vorbei und zack wurde gedreht und das Blaulicht hinter uns ging an. Lukas musste seinen Führerschein zeigen, danach durfte er blasen um halb 9 morgens an Nikolaus. Wir erfüllen wohl im Moment ordentlich das Klischee der Backpacker:-). Weiter ging´s auf dem ziemlich einsamen Eyre Highway Richtung Osten. Es ist unglaublich wie viele tote Tiere hier am Straßenrand liegen, wirklich jeden Kilometer eins. Echt übel, vielleicht sollten sie den Highway mal umbenennen. Kurz vor der Südaustralischen Grenze entdeckten wir noch einen Zugang zum Meer und genossen diesen Anblick in W.A. ein letztes Mal. 

Bevor man in Südaustralien einreisen darf, muss man alles an frischem Obst, Gemüse oder was man an Pflanzen dabei hat entsorgen, da die ziemliche Paras vor Fruchtfliegen haben. Also schmissen wir unser restliches Grünzeug weg, die Strafen wenn man erwischt wird sollen wohl sehr hoch sein.
So jetzt sind wir in Südaustralien, haben 2,5 Stunden zusätzlichen Vorsprung zu euch und sehen das Meer. Es sind schroffe Steinküsten mit türkisblauem Wasser, nur leider unerreichbar. An einige dieser Buchten kann man ran fahren, allerdings nur mit einem 4 WDL.  Die Straßenränder sind hier nicht mit toten Tieren gepflastert und wir haben unseren ersten wilden Dingo gesehen. Die Nacht verbrachten wir in Ceduna auf einem Campingplatz der 28 AUD kostete, die alternative dazu war wild campen, was am Meer immer etwas schwierig ist und teuer bestraft wird. Wir sahen ein Schild mit 750 AUD Strafe für´s campen, daher entschlossen wir uns für den Campingplatz. Am nächsten Morgen fuhren wir ganz in den Süden nach Port Lincoln, spazierten über den Jetty und durch die Stadt. Danach fuhren wir in den Coffin Bay National Park. Wir sahen schöne Strände, leider keine Seeadler die dort eigentlich vorkommen sollten. Ansonsten waren wieder viele Pisten für uns nicht befahrbar, also ging‘s vorbei an den berühmten Auster Farmen von Coffin Bay hoch Richtung Port Augusta. 

Das Wetter in Südaustralien war in den letzten Tagen nicht besonders schön und das obwohl wir im regenärmsten Staat sind.

Wir schliefen die Nacht in der Nähe von Lucky Bay wo aber gar keine richtige Bucht war. Außerdem sollte man es in Smelly Bay umbenennen. Es roch so nach totem Fisch, da dort ca. 20 Fischer wohnen und sonst nix ist. 

Am nächsten Morgen trafen wir in Whyalla ein, welches die zweitgrößte Stadt S.A. ist. Das ist der australische Ruhrpott hier und so riecht‘s auch. Überall Schornsteine, eine riesen Fabrik in der Kohle per Zug angeliefert wurde und die Häuser alles original Pott. Da die Stadt ansonsten nicht viel zu bieten hatte, außer Industrie und einem stark abgeebbten Meer fuhren wir weiter nach Port Augusta. Das ist ein kleines Hafenstädtchen, welches auch Crossroad of Australia genannt wird. Man kann in den Westen fahren nach W.A., in den Norden nach Darwin, in den Osten nach Sydney oder in den Süden nach Adelaide. In den Süden wollten wir ja eigentlich, da wir aber bis Silvester noch etwas Zeit haben, entschlossen wir uns nach Coober Pedy, die Opalstadt zu fahren. Dort wohnen angeblich schräge Typen, Glücksritter und Lebenskünstler. Der Grund warum wir hinfahren ist, dass die Leute dort in unterirdischen Wohnhöhlen aus Sandstein leben, da es oben mit bis zu 45 Grad viel zu heiß ist und diese Höhlen durch den Opalabbau übrig bleiben. Es gibt ernsthaft auch drei unterirdische Kirchen! Das Städtchen ist ziemlich runtergekommen, aber es sieht lustig aus weil echt überall diese kleinen Sandhaufen aufgetürmt sind, die beim Opalsuchen entstehen. Wir hatten eine Opalminenführung, allerdings haben wir nicht viel verstanden, da übelster Slang angesagt war. Wir haben auch Requisiten zu den dort gedrehten Filmen Mad Max 3 und Pitch Black gesehen.
Es ist schon sehr auffällig, dass im Outback viele Asiaten (Chinesen?!) und Inder arbeiten. Im Moment sind wir wieder in Port Augusta und von hier geht’s weiter nach Adelaide.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Kurze Info - Goodbye W.A.

Wir haben heute West Australien verlassen und befinden uns jetzt am Meer im schönen Südaustralien – in Ceduna. Dadurch ergibt sich aktuell eine Zeitverschiebung um +9,5 Stunden, bedeutet es sind nun 2,5 Stunden hinzugekommen. 

Des Weiteren findet Ihr oben eine neue Rubrik: „Route“! Hier könnt ihr unseren Reiseweg einsehen.

Samstag, 3. Dezember 2011

Zurück ans Meer

Da wir „selbstständig“ sind haben wir beschlossen, dass 8 Tage Arbeit zu einem Monat Urlaub berechtigen!

Aufgrund unglaublicher Abgeschiedenheit von jeglicher Zivilisation und totaler Langeweile auf und nach der Arbeit haben wir diese gekündigt. Das ist der Vorteil wenn man ein Casualworker ist, man kann einfach die Zelte abbrechen- gesagt, getan. Da wir nach dem ganzen Staub und der Trockenheit richtig Sehnsucht nach dem Meer hatten sind wir zurück in den Süden gefahren und haben ein paar schöne Tage in Esperance verbracht. Auf dem Weg dorthin haben wir eine Nacht in Lake Grace übernachtet, da die Zündkontakte sich verabschiedet haben. Bei dieser Reparatur haben wir gleich einen geheimen Knopf einbauen lassen, ohne den sich das Auto nicht mehr starten lässt. 
Esperance besitzt angeblich die schönsten Strände Australiens, eine eigene Meinung darüber könnt ihr euch mit Hilfe der Bilder machen. Wir haben hier und da wild gecampt und auch eine Nacht im Le Grand Nationalpark verbracht. Ein recht schöner Flecken Erde der landschaftlich viel zu bieten hat. Auf dem Campingplatz ließen wir bei ein paar Bierchen und einem schönen Sonnenuntergang den Tag ausklingen. Da wir nachts keine Mülltonnen auf dem Platz sehen konnten, haben wir diesen vor unserem Van in Tüten gelagert! Als wir dann beim Einschlafen waren, hörten wir ein rascheln und das klirren der Flaschen vor unserem Van. Schau an, eine ganze Kängurufamilie hat sich über unseren Müll auf der Suche nach etwas essbarem hergemacht. 

In Esperance am Jetty (Steg) liegt jeden Tag ein Seelöwe namens Sammy und wartet darauf von Anglern, die ihren Fisch vor Ort ausnehmen, gefüttert zu werden. Auf den Fotos kann man gut erkennen, dass der Seelöwe wohl genähert ist. Leider war es sehr windig und die Temperaturen lassen am Meer noch etwas zu wünschen übrig. Da ist auch mal frieren am Abend angesagt. Tagsüber wird es jedoch sehr sommerlich. Die Stadt ist voller Weihnachtsschmuck und in den Geschäften gibt es allerlei für das Frohe Fest zu kaufen. Wir kommen jedoch aufgrund des sommerlichen Wetters nicht in Weihnachtsstimmung. Kaum zu glauben, dass bei euch schon Weihnachtsmärkte losgehen und es bitter kalt ist, besonders nicht wenn man in kurzer Hose diesen Text schreibt und sich gerade mit Sonnencreme eingeschmiert hat.

Auch haben wir in Esperance das Auto neu versichern lassen bei unserer Bank Westpac, es ist eine Art Teilkasko-Versicherung die Brand und Diebstahl einschließt. Vollkasko ist aufgrund des Alters (Auto, nicht wir) und des geringen Wertes nicht möglich gewesen, leider! Die Versicherung kostet gerade mal 22 AUD im Monat, da hätte die Vollkasko nicht viel teurer sein können. 2 neue Hinterreifen hat das Auto auch noch. Außerdem haben wir es jetzt endlich mal geschafft unser neues fahrbares zu Hause einzurichten. Die vergangenen Wochen war das ganze hier im Van ziemlich chaotisch, es war eigentlich alles nur reingeschmissen und man war häufig damit beschäftigt alles von links wieder nach rechts zu räumen. Die Backpacks, schmutzige Wäsche die sich sehr schnell ansammelt, Essensvorräte, der ganze Elektrokram und was man halt so hat:-). Endlich sind die Backpacks ausgeräumt, alles in den Schränken verstaut und man fühlt sich etwas heimisch. Es ist auch erstaunlich wie viel Platz man dann auf einmal hat.

Wir sind aktuell in der Goldgräberstadt Kalgoorlie, Bericht und Bilder hierzu werden folgen. Unsere Reiseroute sieht als nächstes die Überquerung der Nullarbor-Wüste vor.
Liebe Grüße aus dem Outback und eine schöne Vorweihnachtszeit.