Die Dame am
Empfang war total freundlich und zu unserer Verwunderung verlangte Sie keinen
Eintritt. Wir sollten am Ende eine kleine Spende in eine Box werfen. Damit
hatten wir wirklich nicht gerechnet, denn hier kostet selbst ein Besuch auf dem
Jahrmarkt Eintritt und das teilweise echt nicht wenig. Wir bekamen einen
kleinen Film zu sehen, wo etwas über die Arbeit der Ärzte berichtet wurde.
Danach ging es raus in den Hangar und wir hatten Glück und konnten ein Flugzeug
sehen und auch von innen betrachten. Der Pilot war super nett und beantwortete
alle unsere Fragen, nach ein paar Fotos ging‘s dann wieder zum Van und ab
Richtung Adelaide.
Dadurch das
wir einige kleine Zwischenstopps einlegten z.B. in Port Pirie wo wir einen der
längsten Holzstege entlangschlenderten, er war bestimmt 2 km lang, dann waren
wir in Port Pirie wo es ein Haimuseum gab, echt krass war so ein Nachbau von
einem echten Hai der dort gefangen wurde.
Da wir erst
gegen Abend in Adelaide ankamen fuhren wir erst einmal planlos durch die Stadt
um einen ersten Eindruck zu bekommen. Echt schön, viele alte Gebäude, neu
renoviert, gemischt mit alten Häuschen und sehr viel Grün. An Parkanlagen
mangelt es hier nicht. Wir fuhren kurz an den Strand und betrachteten den
Sonnenuntergang, echt traumhaft und ein Leben hier, viele Bars und Restaurants.
Wir machten uns auf die Suche nach einem Campingplatz, wir hatten flott einen
ausgesucht nur leider war es schon wieder 21.00 Uhr und das Büro hatte natürlich
bei unserem Glück schon um 19.00 Uhr geschlossen:-(. Also was jetzt? Die anderen
Campingplätze hatten wahrscheinlich auch schon zu, es war dunkel und wir in
einer Stadt wo wir überhaupt keinen Plan hatten. Wir fuhren etwas raus in
Richtung Adelaide Hills, da gab es leider auch keine so tollen Plätze. Etwas
später fanden wir eine der letzten Straßen in den Hills wo eine Sackgasse war
mit relativ breitem Wendehammer und wenig Häusern. Das war unser Schlafplatz,
mit einem super Blick auf die Stadt mit den ganzen Lichtern. Die Fotos davon
sind leider nix geworden, aber war echt ein Anblick, hat uns etwas an Paris
erinnert.
Am nächsten
Morgen fuhren wir auf den Campingplatz, duschten und machten einen 5 km
Spaziergang direkt am Torrens River entlang in die Stadt. Das Parken ist dort
echt teuer, außerdem ist auch dort einiges an Verkehr und wir bekamen den Rat
das Auto stehen zu lassen. Wir schlenderten durch die Innenstadt und besuchten
den Botanischen Garten. Der war auch superschön, eine richtige Oase direkt in
der Stadt.
Am nächsten
Tag fuhren wir mit dem Bus in die Stadt, der Spaziergang am Tag zuvor war schon
anstrengend, außerdem war es heute einiges sonniger und somit auch wärmer.
Unser Ziel war der Zoo, wir hatten etwas überlegt ob wir ihn uns anschauen
sollten, da er pro Person 31 AUD Eintritt kostete was ja schon ne Hausnummer
ist. Wir entschlossen uns aber dann doch für ihn, was auf jeden Fall die
richtige Entscheidung war. Einer der schönsten Zoos in denen wir jemals waren.
Die Gehege sind groß, viele von Ihnen total offen, überall Palmen und exotische
Pflanzen, viel Wasser und natürlich die Tiere. Sie haben hier ein Pandapärchen,
echt süß. Dort waren natürlich auch wieder einige Deutsche vertreten, war ja
klar. Ein Pärchen wird uns besonders in Erinnerung bleiben, sie waren so unser
Alter. Die Frau meinte dann zu Ihrem Freund: Schatz die Sonne ist heut ziemlich
heftig ich muss mich nochmal nachcremen, gibst du mir bitte die 70-er Sonnencreme!!!!
Heftig, wir wussten nicht dass es so einen hohen Faktor gibt, wir fahren mit 15
ganz gut und hatten bisher keinen Sonnenbrand:-)
Gegen 16.00
Uhr verließen wir den Zoo und wollten von einem nahe gelegen Park ein Bootchen
(Popeye) zurück in die Stadt nehmen. Wir hatten Glück und erwischten das letzte
für heute. Fuhren dann 15 Minuten über den Torrens River wieder zurück in die
Stadt. Von dort wollten wir nach Glenelg wo die einzige Straßenbahn von ganz
Adelaide hinfährt. Das Städtchen liegt direkt am Meer und ist bekannt für
schöne Strände. Dort angekommen wollten wir eigentlich zu einem Starbucks Cafe
und endlich mal wieder einen richtigen Kaffee am Strand trinken. Die Australier
trinken hier nämlich nur braune Brühe, schmeckt nach nichts, wirklich elend.
Also freuten wir uns auf unseren Kaffee, sollte die einzige Filiale in Adelaide
sein. Die Betonung liegt auf sollte, haben den Laden wohl vor einiger Zeit
dicht gemacht, weil die Australier ihn nicht so angenommen haben und die Kette
wohl übel im Minus war, jetzt müssen wir wieder warten bis wir nach Melbourne
kommen, dort sollen die nächsten sein. Ziemlich enttäuscht schlenderten wir
über den Jetty und etwas am Strand, war schon sehr schön, aber mit einem
Käffchen wäre es ein Traum gewesen. Abends ging‘s dann zurück in die Stadt, wo
auch ziemlich viel los war, Freitag halt. Wir sahen einen Aboriginie Chor in
der Innenstadt Weihnachtslieder singen, jetzt darf geraten werden wie der
Chorleiter aussah? Na natürlich dem Klischee hier entsprechend eine Weiße.
Am nächsten
Morgen war das Wetter ziemlich bescheiden und wir mussten vom Campingplatz
runter, hatten nicht länger gebucht, da jetzt eine neue Saison anfing und die
Preise dadurch gleich ziemlich nach oben gingen.
Wir besuchten
den Mount Lofty von diesem hat man normalerweise einen schönen Blick auf die
Stadt, war an diesem Tag leider nicht der Fall, ziemlich neblig und verregnet. Danach
fuhren wir nach Hahndorf, die älteste von deutschen Siedlern gegründete Stadt
in Australien. Die Japaner fahren natürlich wieder voll drauf ab. Es gibt
Hofbräubier, urige Kneipen, Maßkrüge, Milkaschokolade usw. Es erinnerte uns
sehr an einen Souvenirshop in Heidelberg:-) Danach ging‘s nach Mount Barker wo
wir wieder einen günstigen Campingplatz fanden. Eigentlich wollten wir dort nur
eine Nacht verbringen, da das Wetter aber weiterhin sehr zu wünschen übrig
ließ, entschlossen wir uns eine weitere Nacht zu buchen. An diesem Tag machten
wir nichts, außer mal ganz faul im Van zu liegen, zu schlafen, zu lesen und ein
paar Filme zu gucken. Erinnerte uns etwas an einen kalten verregneten Sonntag
in Deutschland, nur lagen wir leider nicht in unserer alten Wohnung, gemütlich
auf dem Sofa sondern im Van, war aber auch ganz ok. Gegen Abend fuhren wir dann
noch in die Stadt, machten einen kleinen Spaziergang und gingen was futtern.
Wir entschlossen
uns, dass wir so langsam mal wieder nach einem Job schauen sollten. Schlechte
Entscheidung, so kurz vor Weihnachten. Einige Leute nahmen unsere Daten auf,
meinten aber gleich dann erst für Januar. Wir entdeckten durch Zufall eine
Anzeige von einem Farmer der Leute suchte, die ihm bei Steinfrüchten picken
helfen sollten. Ok dachten wir, rufen wir mal an. Der Job war noch zu haben,
der Farmer wollte dass wir gleich noch am selben Abend kommen, um morgen dann
mit der Arbeit zu beginnen. Wir mussten nach Cadell fahren, was im Riverland
liegt, am Murray River. Was wir nicht wussten, das man dorthin wieder kein Obst
und Gemüse bringen durfte, auf Grund der Fruchtfliegen Panik. Wir waren
natürlich noch schön vorher im Supermarkt Tomaten, Gurke, Äpfel und Bananen
kaufen, weil wir uns dachten, da draußen auf dem Kaff ist es bestimmt wieder
sau teuer. Ja scheiße war‘s mal wieder, konnten alles entsorgen- sau ärgerlich.
Angekommen bei unserem Farmer David stellte sich raus, das es mal wieder ein
ziemlicher Chaot in einem Messi Siff Haus war.
Ok wir dachten uns, was soll‘s jetzt sind wir hier, schauen wir uns
wenigstens mal morgen die Arbeit an. Wir tranken ein Bierchen mit David, sein
Schwager war auch noch dabei und im Lauf des Abends stellte sich raus, dass
David hier ganz alleine wohnt mit 6 Hühnern. Als wir das Haus betreten hatten
sahen wir in der Ecke eine Knarre stehen und dachten uns echt, scheiße wir sind
hier bei einem absoluten Freak gelandet.
Aber es stellte sich heraus, dass er eine EX Frau hat, zwei Kinder und
einige Enkel, die auch zu Besuch kommen sollten. Wir wussten, dass wir in
unserem Auto schlafen müssen, da es keine Unterkunft gab. Er bot uns aber eine
Toilette an, die draußen war mit einem kleinen Dach, was nicht dicht war. Ich
war gar nicht erst drauf, Lukas meinte nur lass es. Es wurde bestimmt seit 20
Jahren nicht geputzt und nur von Assis benutzt, da willst du nicht drauf! Wo
waren wir hier nur gelandet?
Am nächsten
Morgen hieß es um 7.00 Uhr antreten, es ging auf einen Traktoranhänger und raus
aufs Feld. Aprikosen pflücken. Jeder bekam eine Tasche und seine Reihe zugewiesen
und los ging‘s. Nachdem jeder seine Reihe erledigt hatte, mussten wir wieder
auf den Anhänger klettern, David fuhr und wir ernteten die oberen Teile der
Bäume ab. Als das soweit erledigt war, fuhr er uns raus in seine Weinberge, wo
wir die Reben beschneiden mussten. Endlich war Mittagspause, eine ganze halbe
Stunde:-). Später mussten wir Aprikosen,
nachdem sie durch eine Entsteinungsmaschine gelaufen waren (die mehr oder eher
weniger funktionierte), auf Brettern sortieren, die restlichen Entkernen und
stapeln, damit sie getrocknet werden können. Es ist schon Wahnsinn, dieser Mann
hatte so viele Birnen-, Pfirsich-, Aprikosenbäume und Weinstöcke und alles was
er mit der Ernte macht sind getrocknete Früchte. Diese durften wir dann auch
gleich mal kosten, gar nicht unser Fall, aber hier in der Region wohl echt
gängig und beliebt. Es war wirklich anstrengend und harte Arbeit, wir sind echt
froh dass es hier nur 4 Tage gehen solle, die Bezahlung ist ok und diese
Erfahrung muss man ja auch mal gemacht
haben. Die 4 Tage vergingen ziemlich zügig, wir haben Blasen an den Händen und
merken jeden einzelnen Knochen.
Wir
entschieden uns von daher erst mal nach Ramco am Murray River zu fahren, was
ungefähr eine Stunde von unserem Zuchthaus entfernt liegt. Es war dort schnell
ein passendes Plätzchen gefunden, direkt am Fluss wo wir chillten und den Abend
ausklingen ließen. Wir schliefen unter einem klaren Sternenhimmel ein. Jetzt
erst mal von der harten Arbeit erholen und „Wunden lecken“:-)
Frohe Weihnachten Euch beiden nochmals.
AntwortenLöschenDie Bilder und er Umgang mir der DSLR wird ja immer besser :D
Danke für die schöne Fotos und Reiseberichte, wir wünschen Euch noch mal Frohe Weihnachten
AntwortenLöschen