Am thailändischen Grenzposten mussten wir wieder kurz für
unser Ausreisefoto posieren, dann stiegen wir in einen Bus ein, dieser war
ziemlich voll, doch wir hatten Glück und erwischten noch zwei Sitzplätze,
zwischen all den Leuten und Waren. Natürlich hatte dieser keine AC, aber
dadurch, dass so viele Personen im Bus waren, konnte man die Türen eh nicht
mehr schließen und wir fuhren über die Freundschaftsbrücke nach Laos. Dort alle
raus aus dem Bus, es war Wahnsinn, wie viele Plastikboxen, Chips und Kekse von
Thailand hier über die Grenze gehen. Wir bekamen unser Visaformular und hatten erst
mal wieder ne Menge Felder auszufüllen, dann wechselten wir noch schnell unsere
Baht in US Dollar, da der Kurs um in Baht zu bezahlen, mehr als mies war. Wir
gaben unseren Papierkram, Pässe, Geld und Passbilder dem Grenzbeamten, er
machte uns dann darauf aufmerksam, dass wir 62 US Dollar zahlen müssen, nicht
wie üblich die 60 US Dollar, da es ab 16 Uhr eine Spätzulage gäbe. Wir hatten
noch Glück, in unserer Gruppe waren zwei Mädels mit kanadischen Pässen, die mussten
gleich mal zusammen 82 US Dollar abdrücken. Dann war warten angesagt, denn die
Pässe blieben beim Zollbeamten, während dessen sprach uns ein asiatisch
aussehender Mann auf Deutsch an, wir waren zuerst ziemlich perplex, denn mit so
was rechnet man ja weniger, oder wenn, dann mit anderem Gesicht. Er sprach
perfekt und erzählte uns, dass er seit über 20 Jahren in Berlin wohnt und jetzt
seinen Bruder in Vientiane besuchen möchte. Er bot uns gleich an, in dem
Gästehaus von seinem Bruder zu wohnen, hätten da saubere und günstige Zimmer,
doch irgendwie war die ganze Situation etwas strange, so lehnten wir ab und
bekamen auch so gleich unsere Pässe mit dem Visum wieder. Nachdem unsere Gruppe
abgefertigt war, ging es noch an zwei weiteren Passkontrollen vorbei, doch
wirklich kontrolliert hatte uns dann keiner mehr. Wir stiegen in das Auto
unseres Fahrers und los ging es Richtung Vientiane.
Eine halbe Stunde später hatten wir die Stadt erreicht und
wurden alle nach und nach abgesetzt, wir hatten uns ein Hotel ausgesucht,
jedoch noch nicht fest gebucht. Von außen wirkte es dann schon wieder nicht so
super und die eine Frau im Van meinte, schaut es euch erst mal von innen an, evtl.
ist es ja ganz schön. So gingen wir hinein, wir hätten auch ein Doppelzimmer
bekommen können, jedoch ohne eigenes Badezimmer, ne Danke, so was hatten wir in
Australien genug, darauf hatten wir echt keine Lust. So ging es weiter, wir
sahen noch ein paar Absteigen, doch auch einige sehr nette und einladende Hotels,
doch die waren preislich etwas zu teuer. In einer anderen Straße sprach uns ein
Typ an, der auf einem Roller, vor einem einladenden Hotel rumlungerte. Sucht
ihr ein Zimmer? Nee, wir laufen immer durch die Stadt mit unseren vollen
Backpacks, klar suchten wir ein Zimmer. Er zeigte uns ein Zimmer, es war in
Ordnung, der Preis auch, so nahmen wir es.
Wir liefen durch die Straßen, fanden ein kleines Restaurant
und genossen ein kühles Lao Bier, dann gab es was zu Essen und im Anschluss
liefen wir noch eine kleine Runde an der Promenade, über einen Nachtmarkt. Er
war gut besucht und am Ufer des Flusses saßen die Leute, schauten auf den
Mekong, aßen, tranken, Kids übten Skateboard und BMX Sprünge.
Für den nächsten Tag hatten wir einen Ausflug zu einem
Buddha Park, etwas außerhalb der Stadt geplant. Wir liefen über den Morgenmarkt
(Talat Sao) zum Bahnhof, wo auch ein buntes Treiben herrschte, nach einigem
durchfragen hatten wir den richtigen Bus gefunden, der Fahrer sagte, steigt
einfach ein, bezahlt wird später. Es war ein relativ neuer Bus, sogar mit AC
und ratz fatz hatten sich die Plätze gefüllt, wer keinen mehr erwischte, bekam
einfach einen kleinen Plastikhocker im Gang aufgestellt und los gings. Nach
einer halben Stunde, sogar mit musikalischer Unterhaltung vom Band, erreichten
wir die Grenzstation, alle raus aus dem Bus. Wir hätten nicht gedacht, dass
dort wieder so viel los sein würde, man kann wirklich von einem regen treiben
sprechen, wo bestimmt auch so einiges unentdeckt über die Grenzen wandert.
Der Busfahrer sagte uns noch in welchen Bus wir jetzt müssten,
dieser war leider sehr alt und man hatte nur die Fensteröffnungen, durch die
Luft hineinkam. Wir setzten uns, dann war warten angesagt, bis auch fast der
letzte Platz gefüllt war. Als letztes betrat ein Mönch den Bus, der fast
ausschließlich nur mit Frauen gefüllt war, eine stand dann von ihrem Einzelsitz
auf, zwängte sich auch noch auf die Rückbank und der Mönch nahm gemütlich Platz.
Es scheint wirklich in jedem asiatischen Land, diesen in ihren orangenen Kutten,
ein riesen Respekt entgegengebracht zu werden, wer steht in Deutschland auf,
wenn ein Opa oder eine Oma in den Bus steigen!
Wir fuhren über eine Straße, die nicht wirklich eine war,
sie bestand aus Schotter, aber noch mehr aus Löchern und riesen Pfützen, es war
ein ganz schönes Geschaukel, doch nach nochmal 25 Minuten hatten wir den Buddha
Park (Xieng Khouan) erreicht. Es gibt dort viele, buddhistische Figuren und
Skulpturen in einem Garten , am bekanntesten ist ein mächtiger, liegender
Buddha und ein riesen Kürbis aus Stein, von dem man einen guten Ausblick über
den Park hatte. Dann ging es wieder mit den Bussen zurück in die Stadt.
Wir liefen zum Patuxai, dem Siegestor, auch da ging es
hinauf und wenn man dann so nach unten auf die Straße blickte, erinnerte es
einen doch schon sehr an Paris. Wir sahen den Präsidentenpalast, der natürlich
wieder im Bau oder Umbau steckte, dann das That Luang, das Nationalsymbol und
bedeutendste religiöse Monument. Es ist ein goldenes spitzes Teil, mit einem
Denkmal davor, von einem König, der dem Ganzen seine heutige Form gab. Einmal
drum rum gelaufen, noch ein paar Fotos von einem Tempel geschossen, dann fing
es an, stark zu regnen, so ließen wir uns von einem Tuk Tuk zurück ans Hotel
fahren.
Am nächsten Morgen saßen wir schon wieder in einem Mini Van
auf dem Weg etwas hoch in den Norden nach Vang Vieng sollte es gehen. Wir
erreichten den Ort gegen 13 Uhr, fanden schnell ein nettes Hotel und machten
uns auf die Suche nach einem Rollervermieter. Nach einigem war einer gefunden
und wir fuhren direkt durch grüne Reisfelder an einen Wasserfall (Kaeng Nyui),
wir mussten unten parken und noch einige steile Stufen hinauf steigen, doch er
war es wert, sehr schön, dummerweise hatten wir wieder keine Badeklamotten an,
wobei es wirklich eine angenehme Abkühlung gewesen wäre. Danach ging es zurück
in die Stadt und wir aßen in einem der zahlreichen Restaurants direkt am Fluss.
Der nächste Tag kam und wir wollten mit dem Roller rüber auf
die andere Seite des Flusses, wo es einige Höhlen und einen schönen Rundweg zum
Abfahren geben sollte. Nachdem wir den Brückenzoll für die Überquerung gezahlt
hatten, begann unsere Rundfahrt durch grüne Felder, kleine Dörfer, vorbei an
den Karstbergen und über wackelige Holzbrücken. Wir sahen Wasserbüffel in
Schlammlöchern, Leute die im Fluss, gerade ihre Wäsche machten oder sich selber
da „badeten“. Zum Schluss kamen wir an die blaue Lagune und an die Tham Pou
Kham Höhle, auch bekannt unter dem Namen „Goldkrabbe“. Als wir zu der Höhle
hinauf stiegen, fing es an zu regnen, also nichts wie rein, es war alles sehr
matschig, schlammig und rutschig, wir kletterten trotzdem weiter, teilweise war
es sehr dunkel und man benötigte schon eine Taschenlampe, um nicht an den
kantigen Felsen abzurutschen. Im Inneren befand sich ein kleiner, goldener
Altar mit Buddha Statue. Lukas kletterte noch etwas weiter in die Höhle, doch
es wurde dann stockdunkel und gab sonst nichts zu entdecken also wieder
hinunter.
Wir warfen noch einen Blick auf die blaue Lagune, dann ging
es zurück in die Stadt. Wir stärkten uns, dann stand tuben auf dem Programm.
Wir hatten zuvor schon von einigen gehört, dass die Regierung vor kurzem die
meisten Bars geschlossen hat, da es einige zu viele Todesfälle gab, doch wir
wollten trotzdem, mit einem LKW Schlauch auf dem Fluss treiben. Wir mieteten
uns unsere Reifen, bekamen Nummern auf die Hand geschrieben, dann ging es mit
zwei Engländerinnen im Tuk Tuk, 3 km nördlich aus der Stadt raus, an die
Organic Farm. Dort bekamen wir die Reifen in die Hand gedrückt, die
Einstiegsstelle in den Fluss gezeigt und los gings. Kaum auf dem Wasser, war
die erste offene Bar erreicht, die Engländerinnen stiegen sofort ans Ufer, doch
wir hatten keine Lust, schon wieder aus unseren Reifen zu klettern. Es war auch
nicht wirklich was los, ein paar Leute spielten Volleyball, aber es lief noch
nicht mal Musik, so trieben wir weiter vorbei an den ganzen geschlossenen Bars,
Sprungtürmen und Rutschen. Einige von ihnen wirkten wirklich nicht
vertrauenswürdig und unberechenbar, dann kam auch schon das Schild, das die
letzte Bar erreicht wäre, auch diese geschlossen, so trieben wir einfach weiter.
Es fuhren einige Boote mit Touristen vorbei, diese schossen dann gleich mal ein
paar Fotos von uns, in den Reifen, nach einer Stunde war die Endstation
erreicht, wir kletterten ans Ufer, liefen 5 Minuten durch die Stadt und gaben
unsere Reifen zurück. Es war wirklich cool und hat Spaß gemacht, auch ohne die
Ballermann/ Springbreak Party Stimmung. Um trocken zu werden fuhren wir noch
etwas mit dem Roller in der Gegend umher, dann war auch schon wieder Abend, es
gab noch einen Pancake, sogar mit Nutella aus Deutschland. Es wurde Zeit den Roller zurück zugeben und so gingen wir
lecker Essen.
Am nächsten Morgen hieß es bei strömenden Regen, ab in den
Mini Van und zurück nach Vientiane. Dort angekommen strahlender Sonnenschein,
wir wollten eigentlich in einem anderen Hotel absteigen, als beim letzten Mal,
doch nachdem wir 3 Löcher für teures Geld gesehen haben, Hauptstadt halt, ging
es zielstrebig in unser Hotel vom letzten Mal. Wir bekamen sogar einen kleinen
Preisnachlass, schlenderten noch etwas durch die Straßen, sahen den Nam Phou
Springbrunnen, der endlich mal lief, die That Dam Stupa, die sehr von Gräsern
und Moos bewachsen ist. Dann ging es vorbei an der amerikanischen Botschaft,
die bewacht wurde wie ein Goldschatz, in die Klosteranlage, (Vat Sisaket), es
ist das älteste, erhaltene Kloster von Vientiane und beherbergt mehr als 10 000
Buddha Statuen und Figuren. Dann noch kurz in das Ho Phra Keo Tempelgebäude
rein, welches als eine Art kleines Museum dient, an den ganzen Buddha Statuen,
hingen zahlreiche Geldscheine als Opfergabe. Dann liefen wir noch direkt an der
Promenade des Mekongs, vorbei an der Chao Anousong Statue, ein Mann der direkt
auf den Fluss zeigt, durch einen kleinen Park, da uns aber die Hitze sehr zu
schaffen machte, ging es danach zurück aufs Zimmer. Am Abend besuchten wir noch
einmal den Nachtmarkt, gingen was Essen und dann früh ins Bett.
Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, um 6.30 Uhr ging
es mit einem Fahrer an den Inlands Flughafen, der eher einer kleinen Wartehalle
am Bahnhof glich, als einem Flughafen. Das einchecken klappte ohne Probleme, da
wir noch eine Menge Zeit hatten, liefen wir rüber zum internationalen
Flughafen, frühstückten dort, dann besuchten wir noch die Aussichtsplattform
und begutachteten schon einmal unsere Maschine. Zurück im Inlandsgebäude,
herrschte sogar strenge Passkontrolle, doch die Flasche Wasser und eine Cola
durften wir mitnehmen. Dann saßen wir auch schon im Flieger, der Lao Airline,
übrigens die einzige Fluggesellschaft in diesem Land und gegen 8.30 Uhr hoben
wir ab in den Süden des Landes.
Klar hätten wir auch mit einem Nachtbus hinunter in den
Süden fahren können, doch bis zu 14 Stunden auf einer 80 cm breiten Pritsche,
zu zweit, an Schlaf nicht zu denken, wollten wir uns dann doch ersparen und auf
diese Erfahrung verzichten, so stiegen wir mal wieder in den Flieger runter
nach Pakse.
TOP VIDEO!!! Eindrucksvolles Erlebnis auch für uns.
AntwortenLöschenGrüße