Mittwoch, 12. September 2012

Ab in den Norden - Goldenes Dreieck



Unsere Maschine landete um 1.30 Uhr auf dem internationalen Flughafen in Bangkok, zum Aussteigen mussten wir unsere Boardingpässe vorzeigen, da nicht alle die Maschine verlassen sollten, einige flogen von hier weiter nach Doha, hätten wir auch gerne gemacht in so einen komfortable Flugzeug.

Es war zwar nicht so viel los wie tagsüber, aber von einem verschlafenen Flughafen konnte man hier auch nicht sprechen. Da sogar viele Läden besetzt waren, kauften wir uns dann erst mal direkt wieder eine thailändische Handykarte. Dann ging es raus an den Taxistand, wo bestimmt an die 20 Fahrer auf Gäste warteten. Wir stiegen bei einem ein und wollten an das Hotel in dem wir vor ein paar Wochen schon ein paar Tage verbracht hatten, nach einem kurzen Anruf bei diesem, wusste der Fahrer wo es lang ging. Es war 2.30 Uhr als wir ins Hotel eincheckten, ohne Vorreservierung, deswegen mussten wir auch ein etwas größeres Zimmer nehmen, da die einfacheren, kleineren alle ausgebucht waren. Es war uns egal wir wollten nur noch was Essen und ins Bett. Wir bekamen das Zimmer im 8. Stock mit einer schönen Aussicht auf die Stadt, es war von der Ausstattung her, genau wie das kleinere, es war einfach nur etwas größer und man bekam mehr Pflegeprodukte, einen Föhn und einen Wasserkocher. Wir bestellten über den Typ an der Rezeption was vom Maccas, es ist schon ziemlich nett, so einen Lieferservice rund um die Uhr in Anspruch nehmen zu können. 15 Minuten später war unser Essen da, sogar noch heiß und mit massenhaft Chilisoße und Ketchup, danach noch schnell unter die Dusche, dann fielen wir ins Bett. 

Wir genossen unsere paar Tage in Bangkok, schliefen aus, liefen über den riesen Weekend Market und waren erstaunt, was sich doch seit den letzten 3 Jahren hier getan hatte. Es wurden Lagepläne des Marktes verteilt, es gab an jeder Ecke Polizei und Security und es war wirklich ziemlich entspannt da drüber zu laufen. Wir probierten Kartoffelscheiben gegrillt am Spieß, sowie eine Eisbanane mit Schokoüberzug und Mandelsplittern drauf, sehr lecker. Wir kamen auch zu dem Teil, in dem Welpen und kleine Katzen zu Spottpreisen angeboten wurden, außerdem scheinen Hörnchen hier im Moment sehr beliebt zu sein, an dem einen Stand war ein kleiner Baumstamm aufgebaut, der komplett mit den kleinen Nagern voll saß.

Wir besuchten eine riesen Einkaufspassage, dort gibt es sogar eine Familientoilette, in einer der Kabinen ist eine große Toilette und direkt nebendran eine kleine eingebaut. Außerdem gibt es eine riesen Eislaufbahn, die aber kaum genutzt wurde und ganz viele Karaoke Kabinen. Wir waren auch in einem Krankenhaus, auf der Suche nach einer Toilette, das wirkte niemals wie ein Krankenhaus es glich eher einem Hotel. Riesen Gebäude mit extra Suiten wo man dann vor den Schönheitsoperationen nächtigen kann, viel Glas und riesen Polsterbänke, die als Wartebereich dienen. Wir waren auch mal wieder im Kino und kauften 2 Tickets für die letzte Reihe auf einem Kuschelsofa, war sehr bequem da drauf den Film zu schauen, zumal die Lehnen etwas zurückzustellen waren. Bevor der Film losging wurde ganz normal Werbung und Vorschau gezeigt, dann kam plötzlich die Aufforderung zum Aufstehen zur Nationalhymne, zu Ehren des Königs und jeder im Saal stand.
Unser Abflug rückte näher, wieder ging es mit dem Taxi raus an den Don Mueang Flughafen, man könnte ihn auch Geisterflughafen nennen, da ist wirklich nichts los gewesen. Es gibt aber einen Burger King, dort gab es dann noch einen kleinen Snack, danach liefen wir durch die leeren Gänge um die Zeit totzuschlagen, endlich konnten wir in den Flieger.

Nach einer guten Stunde hatten wir unser Ziel erreicht Chiang Rai, die nördlichste Provinzstadt. Hier oben liegt auch nicht weit entfernt, Chiang Mai, welches wesentlich bekannter ist, doch diese Stadt sollte später noch folgen. Nach Chiang Rai wollten wir wegen eines Tempels, der ganz in weiß von einem Künstler erbaut wurde. So buchten wir für den nächsten Tag eine Tour, die uns auch zu dem Tempel führen sollte. Am Abend ging es noch über einen kleinen Nachtmarkt, wo ich endlich eine Strickjacke gefunden habe, die gefällt, passt und gerade mal 2 Euro gekostet hat, mal sehen wie lange sie hält, aber im Flieger kann man so was immer gebrauchen.

Wir wurden vom Hotel abgeholt, rein ging es in einen Geländewagen, wir holten noch 4 Spanier ab und unsere Gruppe war komplett. Zuerst ging es an den Wat Rong Khun, den weißen Tempel, wir hatten Glück und waren vor den Massen dort. Es war schon beeindruckend diese riesen Tempelanlage zu sehen und alles in Weiß und mit kleinen Spiegelstücken besetzt, dass es funkelte und glitzerte, war mal ein netter Gegensatz zu den ganzen bunten, goldenen Tempeln. Im Anschluss ging es an ein „schwarzes Haus“, auf diesem Gelände hat ein andere Künstler, viele schräge Hütten und Knochenteile im Garten aufgestellt. Dann besuchten wir ein kleines Dorf, in ihm leben Familien aus dem benachbarten Myanmar, die von dort vertrieben wurden und hier Zuflucht gefunden haben, besser bekannt sind die Frauen aus dem Dorf als Langhalsfrauen, ja die mit den Ringen. Es leben dort aber Frauen, die riesen Ohrlöcher haben, es war echt krass zu sehen in was für einfachen Strohhütten die Leute wohnen und wie schwer diese Ringe sind, bis zu 8 kg bringen sie auf die Waage, selbst kleine Mädchen tragen schon diesen „Schmuck“ und man darf ihn niemals abnehmen.

 Nächste Station war eine Affenhöhle, wobei die Affen nicht oben in der Höhle, sondern schon unten auf dem Parkplatz auf Besucher warteten, sobald man irgendwas in der Hand hatte, was auch nur annähernd nach Essen aussah, sprangen 3 bis 4 Affen direkt auf einen zu, also nichts wie rauf auf den Berg, zu der Höhle und weg von den gierigen Affen.

Der Aufstieg war wieder sehr beschwerlich, doch der Ausblick war nett und in der Höhle gab es wieder einen kleinen Altar. Nach so vielen Eindrücken waren wir natürlich hungrig, es ging zurück in die Stadt (Mae Sai) in ein Restaurant, wo ein Büffet auf uns wartete. Gut gestärkt ging es dann dort hoch auf einen Berg, an einen Skorpion Tempel, von wo aus man direkt auf Myanmar schauen konnte. Dann ging es einen anderen Berg hinauf, wir waren echt froh im Auto zu sitzen und nicht das ganze per Fuß zurücklegen zu müssen, und wir sahen direkt auf das goldene Dreieck. Vor uns lagen zur linken Myanmar, zur rechten Laos und wir standen in Thailand, die Grenze ist einfach der riesige Mekong Fluss. 

Es ging noch in ein Opium Museum, dort konnte man alle möglichen Gewichte und Pfeifen sehen, als letzter Punkt stand dann noch ein kleiner Tempel auf dem Programm. Wir wurden gegen 16 Uhr wieder in der Stadt abgesetzt, dort liefen wir noch etwas herum und sahen auch dort wieder viele Tempelanlagen. 

Am nächsten Morgen ging es an den Bahnhof und wir saßen in einem ziemlich luxuriösen Bus und los ging unsere 3 Stündige Fahrt durch die Berge und endloses grün nach Chiang Mai. Wir fuhren ans Gästehaus und schauten uns danach etwas in der Stadt um. Auch hier wieder zahllose Tempelanlagen, wir sahen das Denkmal der 3 Könige und die alte Stadtmauer mit Wassergraben, welche mal um die Altstadt herum führte.
Eigentlich wollten wir hier ein Elefantencamp besuchen, in dem die alten, ausgedienten Elefanten eine Art Ruhestand genießen dürfen, ohne Shows oder irgendwelche Touristenattraktionen darzustellen, doch was wir dann im Internet über das Camp nachlesen konnten, sowie der saftige Eintrittspreis von 65 Euro ließ uns doch schnell von abkommen. Ein Kochkurs war auch sehr teuer und der Besuch eines Tiger Palastes kam auch nicht in Frage auf Grund der schlechten Haltung, so sahen wir uns einige Tempel mehr als geplant an und besuchten an einem Abend einen Thai Box Kampf. Dort ging es ordentlich zur Sache, zumindest nach den ersten beiden Runden, diese dienten eher noch zum Austesten, aber ab Runde 3 ging es los, die Kämpfer fielen sogar aus dem Ring und die Einheimischen feuerten ordentlich an.

Dann war es Zeit für unsere nächste Station, wir schlängelten uns mit einem Mini Van, 3 Stunden weiter durch die Berge nach Pai. Nachdem wir unser Gästehaus gefunden hatten und das Gepäck abgeladen hatten, aßen wir etwas, dann warfen wir einen Blick auf eine Stadtkarte und es war schnell klar ein Roller wäre hier schon sehr angenehm. Also besorgten wir uns einen und fuhren durch die saftig grünen Reisfelder, hinaus an einen Wasserfall (Mor Paeng). Wir bereuten sofort, dass wir keine Badesachen angezogen hatten, denn dieser lud einfach zum Abkühlen ein, so ging es schwitzend weiter an einen Tempel. Danach fuhren wir einfach noch etwas durch die Gegend und konnten uns gar nicht satt sehen an diesem Grün, gegen Abend ging es noch auf den kleinen Nachtmarkt.

Für den nächsten Morgen hatten wir eine Rundfahrt mit unserem Roller geplant, erster Stopp war der Pai Canyon, wir hatten es uns etwas spektakulärer vorgestellt, aber es war ganz nett anzusehen, zumindest ging es ordentlich nach unten und der Ausblick aufs Umland war auch schön. Dann fuhren wir an einen Wasserfall (Pam Bok), diesmal mit Badesachen, aber keine Chance da zu baden, viel zu wild und kaum ein rankommen ans Wasser, aber schön. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Grundstück vorbei, von einem Bauern, der uns gleich anbot Platz zu nehmen und uns alle möglichen Snacks auftischte, sowie frischen Rosellen Saft anbot. Wir entschieden uns dann dort eine kleine Pause einzulegen und probierten die verschiedenen Sachen aus. Weiter ging es an eine Brücke aus dem 2. Weltkrieg und dann, als Abschluss besuchten wir noch die bekannten heißen Quellen (Tha Pai). Es war Wahnsinn, wie sich der Dampf, des bis zu 80 Grad heißen Wassers über den Wald ausbreitete, in einigen Becken durfte man Eier kochen und in den Becken weiter unten hatte das Wasser nur noch 40 Grad und man konnte darin baden gehen – wem es nicht zu heiß war, bei sowieso schon 35 Grad Außentemperatur. Wir fuhren noch an ein sehr einladendes Café, in diesem saß, oder besser gesagt schwang man in Käfigen direkt mit Blick auf die Berge. Wir relaxten dort etwas und beschlossen noch, in ein naheliegendes chinesisches Dorf zu fahren, von dort konnte man ganz auf einen Berg hinauf, zu einem Aussichtspunkt. Wir waren ganz alleine hier oben und auf der einen Seite sah man das Dorf liegen, auf der anderen Seite war der Wald fast wie in Deutschland bewachsen. Da es langsam dunkel wurde ging es bergab zurück ins Dorf, Roller zurückgeben, was Essen und schon wieder war ein Tag vorbei.
Am nächsten Morgen ging es wieder mit dem Mini Van über die Berge zurück nach Chiang Mai. Auf der Fahrt, war ich gerade kurz eingenickt, was eigentlich bei diesem geschaukel  fast unmöglich war, als ich auf einmal ein komisches Geräusch hörte und hoffte, dass es nicht zu meinen Bildern im Kopf passen würde, doch als ich die Augen aufschlug, bestätigte sich die Vermutung. Der einzige einheimische Fahrgast, kotzte, glücklicherweise in eine Tüte nicht direkt auf den Boden, schnell wurden die Fenster geöffnet, aber angehalten wurde deswegen nicht. Ungefähr 15 Minuten später, machten wir eine kleine Pause und konnten die Kotz Tüte entsorgen. 

In Chiang Mai hatten wir für eine Nacht das gleiche Gästehaus wie vor ein paar Tagen schon gebucht, verbrachten dort die Nacht und am nächsten Morgen ging es zum Flughafen. Wir saßen zum ersten Mal in einer kleinen Propellermaschine von Saab, der Flug war aber ok und nach einer guten Stunde landeten wir in Udon Thani. Das war unsere letzte, kleine Zwischenstation in Thailand, von hier nahmen wir einen weiteren Mini Van direkt zur Grenzstadt Nong Khai.  Hier überquerten wir die Grenze nach Laos.

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