Wir stiegen in ein Taxi und sagten dem Fahrer, dass wir an
den nationalen Flughafen müssten, nicht an den internationalen Flughafen, er
nickte nur und meinte jaja. Nach 45 Minuten Fahrzeit erreichten wir den
Flughafen, wir gingen ins Terminal hinein und wo waren wir? Natürlich am
internationalen Flughafen, es ist echt in keinem Land mit dem nicht richtig verstehen
so schlimm gewesen wie in Vietnam. Wir fragten uns durch, wo denn jetzt die
Inlandsflüge abgehen würden, wir mussten dann nochmal 10 Minuten quer über das
Flughafengelände laufen, dann erreichten
wir den richtigen Teil des Flughafens.
1 ½ Stunden später saßen wir im Flieger und verließen bei
sehr bewölktem Himmel und leichtem Regen Saigon. Während des 2 Stunden Fluges,
ließen wir die richtig grauen Wolken hinter uns, wurden aber zwischenzeitlich
schon etwas durchgeschüttelt. Als wir in Hanoi landeten war es wieder nur
bewölkt.
Wir liefen hinaus aus dem Flughafengebäude und suchten uns
einen Bus, der uns in die Innenstadt bringen sollte. Es war schnell einer
gefunden, dummerweise waren wir die ersten Fahrgäste, hatten wohl irgendwie
einen doofe Uhrzeit erwischt. So saßen wir in diesem Bus und sollten erst mal
wieder Geduld beweisen, denn für 2 Gäste fährt der Bus natürlich nicht in die
Stadt. Wir warteten und warteten, der Bus füllte sich sehr langsam, nachdem wir
dann ungefähr schon 45 Minuten wartend im Bus verbrachten, ging Lukas mal
nachfragen. Der Fahrer meinte noch 10 Minuten dann geht’s los, aus den 10 Minuten
wurden dann natürlich wieder 30 Minuten, doch dann war endlich der Bus gut
gefüllt und wir konnten endlich den Flughafen verlassen.
Auf den Straßen sah man, dass der Himmel in der Ferne sich
immer mehr schwarz färbte. Wir wurden in der Stadt an einer Haltestelle
rausgeworfen, hätte uns der Fahrer bis ans Hotel gefahren, wäre der doppelte
Fahrpreis fällig gewesen, das fanden wir dann doch etwas viel. An der
Haltestelle fanden wir schnell ein Taxi, dieses sollte uns bis ans Hotel
bringen, die Adresse hatten wir sicherheitshalber vorher schon fotografiert, so
dass der Fahrer sie ja nur ablesen musste. Es fing an zu regnen und das Taxi
drückte sich durch die verstopften Gassen, der Fahrer sprach wieder kaum ein
Wort Englisch und hielt an verschiedenen Stellen in der Altstadt an, wo er uns
irgendetwas erzählte und wollte, dass wir aussteigen, da wir ja angeblich das
Hotel erreicht hätten. Doch nirgends war der Hotelname zu erkennen und wir
zeigten wieder das Foto und er fuhr weiter, doch leider ziemlich planlos. Wir
schalteten das Navi vom Handy ein, um uns wenigstens etwas orientieren zu
können, so versuchten wir den Fahrer durch die engen, kleinen Gassen zu lotsen.
Er hielt dann an und deutete uns eine kleine Seitengasse, da sollte das Hotel
sein, wir stiegen aus, setzten die Rucksäcke auf und es begann genau in diesem
Moment wie aus Kübeln zu schütten.
Wir suchten uns einen Unterschlupf, unter einer Markise
eines Ladens der geschlossen war. So einen Regen haben wir echt schon ewig
nicht mehr gesehen, der Wind peitschte durchs Wasser, Blitze zuckten am Himmel
und in der Ferne hörte man es donnern. Wir wollten das Schlimmste unter der
Markise erst mal aussitzen, so beobachteten wir, wie sich die Kanalabläufe, sehr schnell mit
angeschwemmten Müll füllten und dadurch überliefen, das Wasser suchte sich oft
seinen Weg in kleine Läden auf der anderen Straßenseite, wir standen glücklicherweise
auf der höheren Seite.
Auf einmal gab es einen riesen Schlag und in dem Restaurant
gegenüber war die Markise unter der Last des Wassers komplett
zusammengebrochen, wir standen mit 2 Vietnamesen unter unserem Dach, diese
fragten wir dann nochmal nach unserem Hotel, denn bei diesem Wetter hat man ja
keine Lust planlos durch die Stadt zu irren, nur auf der Suche nach dem Hotel.
Sie deuteten uns die Richtung an und als der Regen etwas nachließ machten wir
uns auf die Suche, wir mussten noch ein weiteres Mal nachfragen doch dann
fanden wir es.
Total durchnässt betraten wir das Hotel, bekamen aber
ziemlich schnell unsere Zimmerschlüssel, das Zimmer im 6. Stock und kein
Aufzug. So schlängelten wir uns die endlosen Stufen hinauf, das Treppenhaus
erinnerte an Paris, da es auch hier wieder nur 2 Zimmer pro Etage gab.
Im Zimmer entdeckten wir kurz nach dem einchecken Schimmel
an der Wand, neben dem Schrank war alles voll, das ging natürlich gar nicht,
also wieder an die Rezeption und schön beschwert. Der Mann dort erzählte dann
irgendwas davon, dass er es besprühen lassen würde, ja kann er ja machen, aber
wir würden unter gar keinen Umständen in so einem Zimmer schlafen. Nach einigem
hin und her bekamen wir dann ein anderes Zimmer, auch im 6 Stock aber ohne
Schimmel, na geht doch, so was hatten wir auch noch nicht erlebt. Ansonsten hatten wir ein kleines Fenster zu
einem Innenschacht wo es ständig nach Essen roch, außerdem wohnte wohl der
Eigentümer mit seiner Familie auf dem Dach, man hörte jeden Schritt und an
ausschlafen war mal wieder nicht zu denken.
Wir nutzten eine kurze Regenpause um etwas Futtern zu gehen,
das Ganze gestaltete sich etwas schwierig, da viele Straßen komplett
überschwemmt waren und wir keine Lust hatten durch das Waden hohe braune Wasser
zu laufen. Die Schuhe waren zwar eh klitschnass und man schwamm in ihnen, aber
dadurch wollten wir dann doch nicht, so besuchten wir ein Restaurant nicht weit
vom Hotel. Hier testeten wir dann das Hanoi Bier, war ganz lecker und nach dem
Essen ging es wieder ins Hotel, kaum im Eingang fing es wieder heftig an zu
schütten.
Das Wetter war am nächsten Tag war nicht wirklich besser,
natürlich nutzten wir die Regenpausen um etwas durch die Stadt zu laufen, doch
man hatte nie wirklich lange Zeit und durch den Regen war es auch noch schwüler
als eh schon, wir schwitzten wie sonst was. Wir besuchten einen Markt, auf
diesem ging es sehr gesittet zu, kein Vergleich zu dem in Saigon. Außerdem
waren wir in einer kleinen Tempelanlage, die sich direkt auf dem Hoan Kiem See
befindet. In diesem war eine riesen Schildkröte ausgestellt, Tiere in dieser
Größe sollen sich immer noch im See befinden, aber werden nur ganz selten
gesichtet.
Auf Grund des schlechten Wetters, es wurden sogar komplette
Bäume in der Stadt entwurzelt und diese blockierten dann die Straßen, wurde uns
klar, dass wir das Hotel wechseln sollten, da man doch einige Zeit dort
verbrachte. Dieses hier war sehr einfach, dafür aber günstig, doch durch den
Zimmerwechsel hatten wir kein Doppelbett mehr und sowieso nur 2 Nächte gebucht,
so stand für den nächsten Morgen der Umzug in ein besseres Hotel an.
Das neue Hotel lag etwas zentraler zum See, doch leider in
einer Straße die aus einer kompletten Baustelle bestand, wirklich überall wurde
gebohrt, gehämmert, geschweißt oder gesägt, nicht sehr erholsam, aber das
Zimmer an sich war komfortabler.
Wir waren wirklich noch in keiner Stadt, wo man so Angst um
seine Füße hatte, die Straßen sehr eng und überfüllt, auf den Bürgersteigen
parkt man die Roller und die Fußgänger laufen dann auf den Straßen. Hier
schiebt sich ein Auto nach dem anderen an den tausend Rollern vorbei,
zwischendrin Händler mit Fahrrädern oder Stangen auf dem Rücken und dann wir, die
Fußgänger. Es wird in einer Tour gehupt, gedrängelt und geschoben, einfach
lästig und so ein Lärm.
Wir mieteten uns einen Cyclo Fahrer für eine Stunde und
ließen uns gemütlich durch das Gewusel fahren. Man sah die Einteilung der Straßen
hier deutlich, in einigen gibt es nur Baumwolle zu kaufen, die ganze Straße lang,
dazwischen gibt es dann nur einige Restaurants oder Hotels, dann kommt eine da
gibt es nur Kleidung oder nur Schuhe, religiöse Gegenstände oder Blechwaren wie
Aluminium.
Eigentlich wollten wir nur 2 oder 3 Tage in Hanoi verbringen
und dann eine Tour in die bekannte Ha Long Bucht machen, sogar mit ein oder
zwei Übernachtungen auf dem Boot waren geplant, doch selbst im Reisebüro riet
uns die Verkäuferin auf Grund der Wetterlage ab. Da der ganze Spaß ja auch ein bisschen
was gekostet hätte und das Risiko auf dem Meer einfach zu hoch war, blieben wir
dann ein paar Nächte länger in Hanoi.
Es wurde der Literaturtempel besucht und im Anschluss daran
ein kleiner Park direkt gegenüber, dort war ein Mann gerade am Angeln, wir
schauten ihm etwas zu, danach liefen wir noch durch die tausend kleinen Gassen.
Wir machten auch einen Abstecher an das Lenin Denkmal, den Cot Co Flaggenturm
sowie das Ho Chi Minh Mausoleum, dieses ist leider für Touristen geschlossen
und bewacht wie ein Goldschatz. Vorbei am Präsidentenpalst, spazierten wir etwas am Westsee entlang und beobachteten auch
dort die unzähligen Angler. Wir durchquerten einen kleinen Park in diesem
hockte ein Mann an einem Baum und kackte da einfach, man kann das hier einfach
alles nicht glauben.
Mit dem Taxi ging es dann noch ins Französische Viertel an den Bay Mau See,
dieser liegt in einer Parkanlage, wo wir tatsächlich Eintritt für zahlen mussten.
Auch hier versuchten wieder Angler ohne Ende ihr Glück und wir fragen uns
wirklich, wer in Vietnam überhaupt arbeitet, wahrscheinlich die ganzen Frauen,
denn diese sah man kaum am Wasser. Der nahegelegene Bahnhof wurde auch noch
kurz angeschaut, es ging halb so chaotisch zu wie wir es uns vorgestellt
hatten. Die Züge hatten nur offene Fenster und davor nochmals Gitter und eine
Art Gardine als Sonnenschutz, von Klimaanlage kann man darin nur träumen.
Im Großen und Ganzen waren wir einfach nur froh, dass der
Abreisetag in Vietnam immer näher rückte und wir die Tage in diesem Land
überstanden haben. Es hat uns gar nicht gefallen zu laut, zu hektisch, zu
unfreundliche Menschen, kaum jemand spricht Englisch, man hatte immer schnell
den Eindruck wenn man jemand ansprach, in einem Geschäft oder in der Apotheke,
dass es den Leuten sehr lästig war und sie eigentlich gar keinen Bock darauf
hatten. Wir wurden im Supermarkt beschissen, an einem Essensstand wurde behauptet
wir hätten noch nicht bezahlt, was wir definitiv getan hatten, wir wurden auch
im Taxi beschissen, denn dort schnellte das Taximeter nur so in die Höhe und
man hörte ein verdächtiges knacken.
Als wir dann endlich auf dem Weg zum Flughafen waren, ließen
wir uns von einem Taxi, an ein Büro einer bekannten Busgesellschaft fahren. Bei
dieser waren wir bereits zweimal zuvor gewesen, um uns zu erkundigen, wie das
mit den Tickets und den Bussen läuft, beide Male wurden wir mit leeren Händen
weggeschickt und sollten am Abreiseabend wieder kommen. Dies taten wir und als
wir dann 25 Minuten vor der Zeit dort eintrafen war der Laden ausgestorben,
niemand mehr da und die Putzkolonne war auch schon durch. Ein
Sicherheitsbeamter sprach etwas englisch und meinte, dass heute kein Bus mehr fahren würde. Das
konnte jetzt echt nicht wahr sein, so ein Saftladen, sie hatten uns mehrmals
versichert, dass es um 19.30 noch einen Bus geben würde.
Uns blieb also nichts anderes übrig, als einen Fahrer an den
Flughafen zu nehmen, der war wenigstens noch etwas billiger als ein Taxi, aber
der Bus hätte nicht mal ein Viertel davon gekostet. Wir waren echt auf 180,
stiegen dann zum dem Typ ins Auto und er fuhr uns an den Flughafen, man hatte
hier wirklich jeden Tag das Gefühl, verarscht, ausgelacht oder abgezockt zu werden.
Am Flughafen hatten wir dann noch etwas Zeit totzuschlagen,
da unser Flug erst um 23.30 Uhr dieses „tolle und einzigartige“ Land verlassen
würde. Ich ging also auf die Toilette und von den 10 Kabinen war eine besetzt, ich
lief alle anderen ab, auf der Suche nach etwas Toilettenpapier, doch nirgends
konnte ich auch nur einen Fetzen erwischen und das abends um 21 Uhr auf dem
Internationalen Flughafen in der Hauptstadt.
Irgendwie saßen wir die Zeit ab und stiegen dann ins längste
Flugzeug der Welt (Boeing 777) von Qatar. Gegen 23.30 hob die fast leere Maschine endlich ab Richtung Bangkok.
GOODBYE VIETNAM.
ihr seid wohl in einem anderen vietnam gewesen als wir :)
AntwortenLöschen