Samstag, 18. August 2012

Siem Reap, die Tempel und der Bamboo Train


Der Bus erreichte irgendwann gegen späten Mittag den Busbahnhof der Gesellschaft in Siem Reap, dort wimmelte es wieder von Tuk Tuk Fahrern, die sich fast um die Kunden schlugen, sie drängelten am Busausgang rum, unglaublich. Wir schnappten uns einen uns es ging ans Hotel, dieses lag etwas außerhalb des Zentrums in einer Seitenstraße. Der Fahrer fragte uns gleich ob wir morgen zu den Tempeln fahren wollten und bot uns an, dass er uns fährt, für 15 US Dollar den ganzen Tag. Im Reiseführer stand etwas von einem ähnlichen Preis, so sagten wir zu. 

Als wir im Hotel eincheckten, bot uns die Frau von der Rezeption einen hauseigenen Tuk Tuk Fahrer an, für nur 12 US Dollar, da unser Fahrer noch einmal herein kam, um nach der Zimmer Nummer zu fragen, sagten wir ihm gleich, dass wir vom Hotel einen billigeren Fahrer bekommen würden. Er ging sofort auf denselben Preis runter wie der vom Hotel, so buchten wir ihn dann wirklich fest. Wir fuhren im Anschluss in die Stadt rein in einen Computerladen, dort sollten sie checken ob der ganze Laptop kaputt ist oder wirklich nur der Bildschirm. Der PC wurde an einen dort vorhandenen Bildschirm angeschlossen und wir hatten auch kurz ein Bild dann passierte weiter nichts. Der Verkäufer wollte gleich einen neuen Bildschirm bestellen, doch wir meinten, müssen ja erst mal wissen ob der PC noch geht, denn was bringt uns ein neuer Bildschirm, wenn das ganze Gerät im Arsch ist! Er gab uns also ein HDMI Kabel mit und wir wollten den PC selbst im Hotelzimmer am Fernseher testen, dann den Verkäufer anrufen, wenn wir einen Bildschirm haben wollen würden, damit er diesen in Phnom Penh bestellen könne. Der PC funktionierte glücklicherweise mit dem Kabel und wir konnten im Laden anrufen und einen neuen Bildschirm für morgen bestellen, dann chillten noch etwas auf dem Zimmer und schauten etwas TV wollten fit für morgen sein.

Wir bestellten den Tuk Tuk Fahrer für 11 Uhr morgens, fuhren dann zuerst in den PC Laden gaben den Laptop ab, danach fuhren wir raus Richtung Tempelanlagen. Wir machten mit dem Fahrer aus, heute die „ kleine“ Tempelrunde zu besuchen.

An einer ersten Eintrittsstation kauften wir uns einen 3 Tagespass, da er günstiger war, als jeden Tag einen neuen zu kaufen, wir wurden dafür fotografiert, dann konnte es weiter gehen. Wir erreichten als erstes den wohlbekanntesten der ganzen Tempel Angkor Wat.

 Am Eingang zu dem Tempel mussten wir gleich wieder unseren Eintrittspass zeigen, dann konnten wir über den langen Steg zu dem Tempel laufen, der ansonsten komplett von einem riesen Wassergraben umgeben ist. Es war schon sehr beeindruckend durch diese riesen alte Anlage zu laufen. Wir kamen an eine Art Innenhof in diesem erhob sich ein weiterer großer Palast zu dem man hinauf steigen konnte, wenn man denn richtig gekleidet war. Lukas durfte ohne Probleme hinauf, bei mir meinten sie wieder nur: Sorry you are not well dressed, das war’s unten bleiben und warten wie viele andere Touristinnen auch. Lukas schoss ein paar Fotos und kam nach 5 Minuten wieder runter, es gab nichts weltbewegendes was ich durch meine unpassende Kleidung verpasst hätte. 

Wir suchten auf dem vollen Parkplatz unseren Tuk Tuk Fahrer, gar nicht so einfach bei diesen vielen gleich aussehenden, doch wir hatten eine Elefantendecke über dem Polster liegen und so fanden wir ihn dann doch. Er hatte es sich während wir die Anlage erkundeten in einer Hängematte im Tuk Tuk bequem gemacht.
Wir kamen an einem kleinen Tempel (Angkor Thom) vorbei, an dessen Eingang blickten 4 Gesichter in die 4 verschiedenen Himmelsrichtungen, den wollten wir auch sehen. Innendrin war leider ziemlich viel kaputt, er hatte dennoch mit einigen riesigen Bäumen seinen Charme. Jetzt fuhren wir zu einem anderen sehr bekannten Tempel, dem Dschungeltempel (Ta Prohm), besser bekannt als Tomb Raider Tempel. Der war auch unheimlich schön, viele Mauern wurden von dicken, ewig langen Wurzeln umschlungen. Danach kamen wir zu einem, da mussten wir erst mal wieder 100 steile Stufen hinauf klettern, um einen Blick über die komplette Anlage zu gewinnen, doch es lohnte sich. Danach folgten noch 2 kleine Tempel (Preah Khan & Banteay Pre), dann kam wieder ein sehr schöner der Bayon Tempel. Hier blicken über 200 Gesichter von 54 Türmen in alle Himmelsrichtungen, von hier sollten wir noch ein Stück durch einen anderen Tempel laufen, in diesem gab es einen riesen Tümpel der früher als Swimmingpool benutzt wurde und von einer Mauer mit Elefantenmotiv umrandet wurde. Als wir dann wieder auf unseren Fahrer trafen, fragten wir wie viele Tempel noch folgen würden, da wir ja nur die „kleine“ Runde machen würden, er lachte und meinte nur noch ein kleiner. Danach hatten wir auch für heute wirklich genug von Tempeln und waren ziemlich kaputt vom vielen laufen und Treppen steigen in der Hitze. 

Der Fahrer fragte was wir heute Abend machen würden? Wir sagten irgendwo noch was Essen dann ins Zimmer, er erklärte, dass es in Siem Reap ein Restaurant gibt, wo man vom Büfett essen könne und später würde eine einstündige traditionelle Kambodschanische Tanz-, Geschichtsshow aufgeführt werden. Wir gingen auf sein Angebot ein und fuhren an das besagte Restaurant, reservierten einen Tisch für heute Abend, dann ging es noch zum PC Laden.

Der Laptop war nicht repariert worden, da der bestellte Bildschirm in Glanz und nicht wie von Lukas gewünscht matt geliefert wurde. Wir fragten nach, warum denn jetzt so ein glatter da wäre, darauf meinte der Verkäufer, dass es in dem Lager keine matten für unsere Größe gibt, so mussten wir entscheiden. Nehmen wir den glänzenden, können den fertigen Laptop aber dann in 15 Minuten mitnehmen oder  nehmen wir den kaputten wieder mit und probieren unser Glück in ein paar Tagen nochmal direkt in Phnom Penh. Wir ließen ihn dann doch in Glanz einsetzen, hatten aber wenigstens unseren Laptop wieder, war schon ganz schön ungewohnt und scheiße so ohne PC. 

Gegen 18.30 fuhren wir mit dem Tuk Tuk an das Restaurant. Auf dem Parkplatz quetschte sich ein Touri Bus neben den nächsten, doch kaum Europäer, die meisten waren irgendwelche Asiaten. Wir setzten uns und dann ging es ans Büfett, dieses war riesig, hatte eine massenhafte Auswahl und es war wirklich für Jeden etwas dabei. Man konnte sich sogar kleine Hähnchenspieße frisch grillen lassen, es gab Suppen, Salate, Nudeln, Pommes, Eier, Obst und 2 Tische nur voll mit Nachspeisen. Wir probierten einige aus, doch keine war wirklich lecker. Dann ging auch schon die Show los, teilweise tanzten nur Frauen zu den kambodschanischen Klängen, dann nur Männer, aber auch alle zusammen. Wir saßen so da und schauten die Show an, als plötzlich einen Tisch vor uns eine dicke, kleine, Asiatin mittleren Alters einfach ihre rechte Pobacke an hieb und ziemlich geräuschvoll einen abdrückte, wir dachten echt das kann doch nicht wahr sein, wir lachten doch die Familie am Tisch machte weiter wie wenn nichts passiert wäre.

Für den nächsten Tag stand dann die große Tempelrunde auf dem Programm, wir waren froh als der Fahrer meinte heute gibt es nicht viele Treppen, vieles sind nur gerade Strecken zu laufen, denn der Muskelkater von gestern ließ ordentlich grüßen. Es folgten bestimmt wieder an die 6 Tempel (Krol Ko, Neak Pean, Ta Som, Ta Keo, Pre Rup und Prasat Kravan) doch irgendwie sahen sie alle für uns gleich aus und wir hatten keine große Lust mehr noch weitere anzuschauen, da es dann auch noch heftig zu regnen anfing entschieden wir es hiermit mit den Tempeln zu belassen und ließen uns in die Stadt fahren. Auf dem Weg dorthin fuhren wir an endlosen Reisfeldern entlang, grünen Palmeninseln und vielen kleinen Hütten in denen die etwas Ärmeren wohnen. 

In der Stadt fielen uns viele Geschäfte auf, die ausgestopfte Krokodile zur Schau stellten und mit echtem Krokodilleder für ihre Taschen, Schuhe und Portmonees warben. Wir liefen einfach etwas durch die Gassen und erreichten später erschöpft das Hotel. 

Am nächsten Morgen ging es mit dem Tuk Tuk zu einem Reisebüro wo wir unsere Tickets für den heutigen Tag gebucht hatten von hier sollte dann der Pick UP an den Reisebus erfolgen. Wir warteten bestimmt über 20 Minuten doch kein Van kam, wir fragten öfter nach, was denn jetzt das Problem wäre, es wurde immer gesagt, jaja, alles ok, kommt gleich jemand. Nach über 45 Minuten kam dann endlich der Pick UP Van, in diesem fuhren wir ganze 5 Minuten dann erreichten wir die Busstation. Wir stiegen ein und saßen mit nur Kambodschanern im Bus. Direkt vor uns, saß einen Frau mit einem kleinen Baby, dieses schaute immer wieder etwas irritiert zu uns zwei rüber. Irgendwann hielt der Bus irgendwo an und wir hatten eine Art Mittagspause, leider hatten wir davon nicht viel verstanden da die Ansage nur in Landessprache erfolgte und auch kaum jemand im Bus Englisch sprach. Der Fahrer klärte uns dann auf und meinte 20 Minuten Pause, wir fuhren mit ihm an eine Busstation wo er dann Pause machte, danach wurden die anderen Gäste wieder eingesammelt und es konnte weiter gehen.

Nach ungefähr 5 Stunden im Bus erreichten wir unser Ziel Battambang, hier wollten wir wegen eines Zuges her, dieser ist ganz einfach aus Bambusstangen auf Rollen, soll ein Erlebnis sein und im Lauf der Jahre abgeschafft werden. Wir wurden schon von einem Tuk Tuk Fahrer von unserem Hotel erwartet, er brachte uns ins Hotel wir checkten nur kurz ein, dann ging es direkt weiter zu dem Bamboo Zug.
Dort kam ein englischsprechender Herr auf uns zu und erklärte uns kurz die Abläufe der Bahn, den Preis usw. Wir zahlten unsere 5 US Dollar Eintritt, kauften noch ein Wasser für die Fahrt, es wurde ein Foto geschossen und schon gings los. Echt ein Erlebnis, wir düsten mit bestimmt an die 30 Km/h über die Schienen, angetrieben wurde der offene Wagon von einem einfachen Motor mit Riemen. Wir saßen auf dünnen Bambusschienen die aneinander genagelt waren auf einer Art Matte und unter uns die 4 Rollen. Nach ungefähr 20 Minuten Fahrt wurde es dann interessant, da uns jemand entgegen gefahren kam und das auf der Einzigen Gleise, die für beide Richtungen benutz wird. Wir mussten kurz absteigen, dann zerlegte unser Fahrer mit ein paar schnellen Handgriffen die Bahn in Einzelteile, die an den Schienenrand gelegt wurden, die entgegenkommende Bahn konnte vorbei fahren, der Fahrer baute unseren Wagon wieder auf den Schienen auf und weiter ging es. Wirklich interessant zu sehen und ein Spaß für uns, nur wenn man bedenkt, dass es wirklich Menschen gibt die mit so was jeden Morgen auf die Arbeit fahren bei Wind und Wetter, dieser Lautstärke und den Schlägen die man immer mal wieder abbekam, da die Schienen nicht 100% genau verlegt waren. 

Nach 30 Minuten Fahrzeit hatten wir eine Art Endstation erreicht, da hatten wir 15 Minuten Pause, es wurde natürlich dafür gesorgt, dass an dieser Haltestelle ausreichend Getränke, Snacks und Souvenirs gekauft werden können. Wir liefen einen kleinen Pfad entlang und kamen an eine Ziegelsteinfabrik, die wir uns gleich näher angeschaut haben. Da standen Männer, schnitten mit einem Draht kleine Brocken aus einem riesen Lehmhaufen, diese kamen dann in eine Maschine und aus dieser schossen immer 5 weiche Ziegel heraus, es war heiß unter dem Dach, stickig, verraucht und total laut. Die Ziegel wurden gestapelt und anschließend kamen sie noch in große Brennöfen, fertig ist der Ziegelstein. Danach ging es wieder zurück zur Bahn und wir fuhren an die Anfangsstation, wir haben ein kleines Video von der Fahrt gemacht und zusammen geschnitten, schaut es euch einfach an.

Wir stiegen ins Tuk Tuk, da es noch relativ früh war, fuhren wir ca. 15 km raus aus der Stadt an einen Hügel (Phnom Sampeu). Dort hätte man 45 Minuten bergauf laufen müssen um den Gipfel zu erreichen, dazu waren wir allerdings zu faul, so zahlten wir den Eintritt und nahmen uns zwei Rollerfahrer, die uns für 2 Euro hinauf und auch wieder hinunter fahren wollten. Mein Fahrer musste noch kurz auftanken, dann konnte es den Berg hinauf gehen, vorbei an den vielen Touristen die sich alle fleißig hinaufquälten. 

Als erstes erreichten wir eine kleine Tempelanlage und eine Killing Cave, zuerst standen wir am Boden dieser Höhle und blickten hinauf und dachten, dass es gar nicht so hoch ist, wo früher die Roten Khmer die Unschuldigen hinab gestoßen haben und das evtl. schon der ein oder andere den Todessturz überlebt haben könnte und dann einfach da in dieser Höhle auf tausenden von Leichen lag. Dann sah man die Höhle von oben und sie wirkte gleich viel tiefer, man sah noch ein Pagodengebäude was auch als Gefängnis benutz wurde, bevor man sie in die Höhle stieß. 

Wir stiegen wieder auf die Roller und wurden ganz auf den Gipfel gefahren, von dort hatte man einen unglaublichen Blick über das weite Land, die endlosen Reisfelder und die Stadt. Die Fahrt hatte sich wirklich gelohnt dann wieder zurück in die Stadt, da zeigte uns der Fahrer noch 2 Statuen der Stadt, eine (Dan Bang Kro Niou) zeigt einen Mann der nach der Legende schwarz wurde, weil sein Reis mit einem schwarzen Stab gerührt wurde, die andere zeigt einen Prinz auf seinem magischen, fliegenden Pferd. 

Dann wurden wir an unserem Hotel wieder abgesetzt, dort stiegen wir bis in den 7 Stock hinauf auf die Dachterrasse die man leider nicht nutzen konnte, da sie im Umbau war, doch den Ausblick durften wir nutzen. Wir liefen noch etwas durch die Stadt, aßen zu Abend und schon war der Tag vorbei.
Was wir hier in der Stadt entdeckten waren frische Baguettes die man kaufen konnte, das Highlight daran war, dass man sie mit Nutella bestreichen lassen konnte, total lecker, so besorgten wir sie uns am nächsten Morgen zum Frühstück .Dann saßen wir auch schon wieder in einem Bus, diesmal mit ein paar mehr Europäern, es ging wieder zurück nach Phnom Penh. Da verbrachten wir 2 Tage, ruhten uns aus, gönnten uns eine ausgiebige Fußmassage und eine Aromaölmassage. 

Am letzten Morgen in Kambodscha hieß es wieder früh aufstehen, dann brachte uns ein Tuk Tuk an den Pier von hier hatten wir eine Bootsfahrt auf dem Mekong gebucht, die Endstation sollte Chau Doc in Vietnam sein.

2 Kommentare:

  1. Angkor Wat hätte ich auch total gerne besucht.
    Die Bilder sind echt klasse geworden.

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  2. Die alten Tempel umschlungen mit ewig langen Wurzeln machen auch für uns eindrucksvolle Blicke auf die Vergangenheit und die Natur.

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