Die Busfahrt
war echt anstrengend, wir versuchten etwas zu schlafen, da die Ausblicke nicht
wirklich sehenswert waren, dies gestaltete sich allerdings etwas schwierig, da
der Fernseher immer noch lief, irgendjemand im Bus lautstark summte und direkt
hinter uns, saß eine Familie aus Bayern, die sich über die zwei trennenden
Sitzreihen lautstark auf urbayrisch unterhielten, also anplärten. Außerdem
hielt der Bus ziemlich oft an, einfach an der Straße wo dann Leute noch zu-
oder ausstiegen, es wurde zwischen drin auch immer mal etwas von dem Busstewart
erzählt, leider nur auf Thai.
Nach einer
gefühlten Ewigkeit, hielt der Bus an und alle sollten raus, wir waren mal
wieder an einer Wartestation gelandet, wo schon einige andere Touris ihre Zeit
absaßen. Es hieß, hier müsst ihr jetzt 40 Minuten warten, dann geht’s an den
Pier. Natürlich wurde auch hier wieder versucht den Leuten Essen, Getränke und
Hotels aufs Auge zu drücken. Wir hatten uns ein Zimmer für die erste Nacht rausgesucht,
wollten uns aber direkt vor Ort dann noch nach anderen Bleiben umschauen. Was
die Zeit etwas schneller vertrieb, es gab ein kleines, freirumrennendes Schwein
in dieser Wartehalle, was doch die Leute sehr amüsierte.
Es konnte
dann in einen anderen Bus gehen, dieser war wesentlich bequemer und neuer, als
unserer, aber so was kann man sich ja bekanntlich nicht aussuchen. Die Fahrt
führte nochmal 30 Minuten durch irgendwelche Käffer, dann stoppten wir, alle
wollten raus, dann sollten wir doch wieder auf unsere Plätze, da der Bus bis
fast an die Fähre ranfahren sollte. Dann durften wir aber aussteigen, unsere
Rucksäcke wurden schon mit viel Liebe und Achtsamkeit an den Straßenrand
befördert und warteten da auf uns.
Auf der
Fähre musste man eine Treppe nach oben zu den Sitzplätzen hinauf steigen, unten
war nur Platz für Autos und Roller, in diesem Moment waren wir wieder froh,
unsere Rucksäcke zu haben, während wir den anderen Leuten zusahen, wie sie
mühsam ihre vollbepackten 20 Kg Koffer die Stufen hochzerrten. Die Sitzplätze
füllten sich sehr schnell, trotzdem legte die Fähre erst nach weiteren 20
Minuten Warterei ab.
Als die
Insel langsam näher kam, sah man wie grün und dicht bewachsen sie ist, die
ersten stiegen schon die Stufen hinab um ja die Ersten zu sein, die die Insel
betreten würden, echt furchtbar.
Wir saßen
weiterhin oben auf dem Deck und schauten uns das Treiben an, als wir dann
anlegten stiegen wir auch hinab und gingen von Bord. Es standen zwei Taxen da,
also nicht solche wie wir sie kennen, es waren Pick Ups, die auf der Ladefläche
zwei Sitzbänke haben und drüber ein Dach, auf dem dann das Gepäck verstaut
wird. Beide Gefährte waren bereits ziemlich voll, da wir mit bei den letzten
waren die ankamen. Das erste Taxi fuhr bereits davon, wir trafen einen
Franzosen und ein anderes Deutsches Pärchen die es auch nicht so wahnsinnig
eilig hatten, wie die anderen Urlauber, so beschlossen wir einfach auf das
nächste Taxi zu warten. Der Fahrer des noch verbliebenen Taxis fragte uns, wo
wir hin wollen, White Sand Beach, war unsere Antwort, die anderen Drei wollten
an den Lonley Beach. So meinte der Fahrer ihr zwei da, wir, steigt ein, das
liegt auf dem Weg und vorne sind noch zwei Plätze, da könnte ja das andere
Pärchen sitzen, dieses meinte jedoch das sie ja zu dritt seien, der Franzose
war ja auch noch da. Das nächste Taxi würde allerdings erst in 30 Minuten
kommen, so wurde zusammengerutscht, das Gepäck der drei auch noch auf das
überfüllte Dach gestopft und los gings. Wir waren 14 Leute in diesem einen Auto
und es gelangte wirklich an seine Grenzen als es die Berge hier hoch gequält
wurde, man dachte echt jeden Moment würden wir rückwärts wieder bergab rollen.
Wir erreichten das erste Resort und die verbleibenden hatten etwas mehr Platz
im Auto.
Wir hielten
schon wieder und erreichten unser Hotel, das Deutsche Pärchen schaute neidisch
aus der Fahrerkabine und meinte das ist euer Hotel? Es sah echt sehr einladend
und gepflegt aus, doch leider war es nicht unser Hotel, wir mussten die
Seitenstraße noch 5 Minuten rein laufen, dann erreichten wir unsere Island
Lodge, die Rezeption war nicht besetzt, doch nach etwas rufen, kam ein Ladyboy
und nahm unsere Daten auf, zeigte uns das Zimmer und verschwand. Das Zimmer war
klein und alt und im Bad konnte man duschen, auf der Toilette sitzen und Zähne
putzen, alles zur selben Zeit. Naja dachten wir, gut das es nur für eine Nacht
sein sollte.
Gleich
machten wir uns los auf der Suche nach einem anderen Zimmer, denn ein paar Tage
wollten wir hier schon verbringen, jedoch nicht in dieser Absteige. Wir
schauten wieder einige Zimmer an, von billiger als das Jetzige, trotzdem aber
ansprechender, bis ziemlich teuer. Durch Zufall fanden wir auf der Hauptstraße
ein Resort, welches von Deutschen geführt wird, auch hier hatten wir einen
Blick gewagt, die Zimmer sprachen für sich, man sah halt, dass ein Europäer,
das Sagen hat, kein Einheimischer. Er hatte sogar für morgen ein Zimmer frei,
allerdings mit 25 Euro die Nacht auch nicht ganz billig, wir wollten es uns
überlegen. Neben dem Hotel, gab es einen Deutschen Laden wo man über
Flensburger Bier, Mettwurst und Brötchen sowie allesmögliche aus Deutschland
einkaufen konnte. Wir sahen in der Theke Mohnbrötchen liegen, außerdem
richtigen Emmentaler Schnittkäse, da konnten wir nicht anders als zuschlagen.
Es gab für jeden eine Hälfte Brötchen und dann den Käse dazu, das war so lecker
und darauf haben wir so lange verzichtet. Wir liefen noch etwas weiter durch
die Stadt, da es aber langsam dunkel wurde, hatten wir keine Lust uns weiter
irgendwelche Löcher anzusehen, so gingen wir zurück zu dem Deutschen Resort und
buchten 3 Nächte, ab morgen.
Auf dem
Rückweg in unser Zimmer, kamen wir an einem Laden vorbei, wo man Roller mieten
konnte, die durchgeknallte Verkäuferin sprach uns an, machte ein gutes Angebot
und wir wollten den Roller für 3 Tage nehmen, natürlich hatten wir aber nicht
genug Geld dabei, also fuhr Lukas ans Zimmer holte die benötigten Scheine und
seinen Pass, von dem sie eine Kopie machen wollte und ich musste solange als
Pfand bei ihr bleiben. Nach ein paar Minuten kam Lukas zurück und der Roller
war uns, wir brausten noch etwas durch den Ort dann ging es aufs Zimmer.
Es stellte
sich raus, das die Decke die wir hatten, von unten nicht sonderlich sauber war,
das Bett ausgelegen und die Kissen rochen auch wieder nicht wirklich frisch,
aber diese eine Nacht mussten wir jetzt hier irgendwie überstehen.
Am nächsten
Morgen packten wir gleich unsere Sachen und fuhren vollbepackt, an das Resort
ran, was sehr angenehm war, denn zu Fuß hätten wir bestimmt 20 Minuten
gebraucht. Es wurde eingecheckt, ein Frühstück im Supermarkt besorgt und dann
legten wir uns erst mal aufs Bett und genossen das schöne Zimmer. Es hatte auch
mal wieder ordentlich zu regnen angefangen, und man hätte meinen können ein
Teil der Straße wäre ein Bach. So schauten wir etwas Fernsehen, gegen 16.30 Uhr
ließ der Regen nach und wir machten uns auf den Weg zu der internationalen
Klinik, für meine 4. Impfung.
Von außen,
sah es mehr wie ein Resort oder super Hotel aus, nicht wie eine Klinik, es gab
einen Pförtner und auf dem Parkplatz stand ein dicker weißer Mercedes SLK.
Eine Dame
kam uns entgegen und fragte, was sie für uns tun könne, wir sagten dass ich
eine Impfung bräuchte und wir gingen hinein. Alles ziemlich neu und auf jeden
Fall sauber und gepflegt, doch etwas anders als in den Krankenhäusern hier:-), es wurden die Daten aufgenommen,
dann kam eine Frau in einem Kostümchen und Highheels an gestöckelt und ging in
einen Raum, das war die Ärztin, sie wechselte 2 Sätze mit mir, dann konnte ich
in den Nebenraum. Dort wartete bereits die Schwester mit dem Impfstoff, als wir
raus kamen hatte der Himmel etwas aufgeklärt und wir beschlossen noch eine
Runde mit dem Roller zu fahren.
Es ging
bergauf und bergab an der Küste entlang, wir sahen ein Elefanten Camp, da sie
aber bereits für heute Feierabend hatten, standen sie alle verteilt auf einer
Wiese und fraßen. Wir fuhren an verschiedenen Stellen ans Meer ran, als es
wieder zu regnen anfing fuhren wir ins Resort zurück. Abends waren wir im Ort
lecker gegrillten Fisch mit Kartoffel, Reis, Mais und Gemüse essen.
Das Zimmer
war ohne Frühstück, man konnte aber auf der Terrasse der Anlage ein deutsches
Frühstück, sogar bis 12 Uhr bestellen. Diesen Luxus gönnten wir uns, es gab
Brötchen, dunkles Brot, Käse- und Wurstaufschnitt, Eier wie man sie wollte,
Marmelade und Kaffee, sehr lecker, zumal man das Ganze ja auch mit direktem
Blick aufs Meer einnehmen konnte.
Den nächsten
Tag hatten wir mehr Glück mit dem Wetter, so machten wir uns mit dem Roller auf,
hoch die Nordküste entlang, dann die Ostküste wieder runter, denn im Süden
davon sollte ein sehr schöner Strand mit dem Namen Long Beach sein. Es war
total schön so über die Insel zu fahren, man konnte anhalten wo man wollte, wir
sahen so viele Bananen- und Palmengewächse, fuhren an Affen vorbei die gerade
die Mülltonnen plünderten und man sah sehr viele Hund die auf der Insel am
herumstreunen waren.
Es wurde ein
kleiner Wasserfall besucht, bei diesem musste man nur ein paar Cent fürs Parken
bezahlen, es gibt allerdings auch viele Wasserfälle hier, wo man als Touri mit
bis zu 10 Euro Eintritt schon ganz schön zur Kasse gebeten wurde und die
Einheimischen umsonst rein dürfen, auf diese verzichteten wir.
Wir kamen an
einen Aussichtspunkt, von dort konnte man die ganzen kleinen vorgelagerten
Inseln sehen, auf dem Weg weiter zu dem Long Beach, kamen wir an einem Schild,
Achtung Straße beschädigt vorbei, als wir es sahen, dachten wir, naja beschädigt
ist evtl. nicht ganz der richtige Ausdruck. Die komplette Straße war
weggebrochen und links davon, war provisorisch ein neuer Übergang gebaut
worden, aus Holzplanken, wir waren so mutig und fuhren drüber, dann hörte die
Straße auf und man musste eine Schotterpiste entlang fahren. Drei Kilometer
schlugen wir uns durch, doch die Straße nahm kein Ende, wir trafen ein uns
entgegenkommendes Pärchen, auch auf dem Roller und fragten wie denn der Long
Beach wäre? Sie meinten sie waren nicht da, wären ewig die Straße
entlanggefahren, aber fandens dann auch echt anstrengend auf dieser Piste und
kehrten um, dies taten wir auch.
Als wir
wieder auf der richtigen Straße fuhren, kamen wir an ein kleines Fischerdorf,
dort machten wir einen kurzen Halt, solche Stopps mussten wir öfter einlegen,
denn uns schliefen regelmäßig die Hinterteile beim Fahren ein. Wir machten
einen weiteren Halt auf einem Berg, von dort hatte man einen schönen Blick auf
die Küste und den Ort, es wurden ein paar Fotos geschossen, danach gings zurück
ins Hotel und wir gönnten uns ein Abend essen im Lokal vom Hotel. Für Lukas gab
es seit Monaten mal wieder ein richtiges Jägerschnitzel mit Pommes, ich hatte
Leberkäse leider nur mit Kartoffelsalat, nicht mit Bratkartoffeln, war aber
trotzdem gut, Lukas seines exzellent.
Da man die
Insel nicht komplett in einem umrunden kann, es fehlt ca. 1 km Straße, dieses
Gelände gehört einem Thai und der willigt zu einem öffentlichen Ausbau nicht
ein, so fuhren wir am nächsten Tag die komplette Westküste hinunter. Wir
besuchten ein kleines Dorf (Bang Bao), dieses ist komplett auf Stelzen errichtet,
am Ende davon gibt es einen kleinen Leuchtturm, diesen stiegen wir hinauf,
hatten einen schönen Blick aufs Meer und kleine Insel. Einen anderen Wasserfall
im Urwald, erkämpften wir uns, man musste über Trampelpfade Berg auf Berg ab,
dann über Baumstämme balancieren, eine Holzbrücke überqueren, durch einen Fluss
waten, dann war man am Ziel. Es war nett anzusehen, leider sehr schwül und
nicht wirklich ein Platz zum hinsetzten, so ging es zurück zum Roller. Wir
sprangen im Hotel zur Abkühlung wenigstens nochmal in den Pool.
Die Tage
hier vergingen wieder viel zu schnell und so kam der Abreisemorgen.
Mit einem
Pick Up Taxi gings also zurück an den Pier, nach kurzem Warten erreichte auch
schon die Fähre unsere Insel. Die Fahrt zurück aufs Festland dauerte wieder 45
Minuten, wir wären gerne noch länger geblieben, denn hier hat es uns wirklich
gut gefallen, doch unser Visum näherte sich dem Ablaufdatum.
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