Der Regen
hatte nachgelassen und bei grauem Himmel erreichten wir in dem vollbesetzten
Mini Van den Pier. Dort zeigten wir unser Ticket, bekamen mal wieder einen
Aufkleber aufs Shirt und besorgten uns noch einen Happs zu sehen. Die
Verkäuferin in dem Laden, bot uns kostenlos Reisetabletten für das Schiff an,
wir fragten, ob es denn so heftig sei, darauf meinte sie lächelnd, also heute
nicht ganz so wild aber gestern war es übel, nehmt doch einfach mal eine mit.
Mit der Tablette in der Tasche suchten wir in dem Menschengetümmel unsere
Fähre, wir mussten über zwei andere Boote drüber steigen, dann waren wir auf
der richtigen Fähre angekommen. Oben waren die besten Plätze bereits belegt, da
es eh schon wieder tröpfelte und grau in grau war, suchten wir uns unten zwei
Plätze, wo wir auch die Backpacks in Sichtweite stehen hatten. Dann nahm die
zweistündige Fahrt ihren Lauf, das Meer war alles andere als ruhig und wir
waren echt froh, als die Lautsprecherdurchsage kam, dass wir in 5 Minuten Phi
Phi erreichen würden und das Ganze hier, ohne kotzen überstanden hatten.
Wir
verließen die Fähre im Regen, am Pier wurden gleich mal pro Person, 50 Cent für
das Sauberhalten der Insel kassiert, danach warteten schon die Schlepper der
Hotels und Baracken auf die Kunden. Wir hatten keine Unterkunft gebucht, so
schauten wir uns zuerst an einem Informationsstand die ganzen Unterkünfte an.
Manche sahen echt übel aus, einfach eine Matratze auf dem Boden in einer Bambus
Geflecht Hütte, dann gab es auch wieder große Hotels mit recht luxuriösen
Zimmern. Wir wollten ein zwischen Ding, die zahlreichen Angebote irgendwelcher
Leute, lehnten wir ab und liefen einfach mal ins Zentrum, auf dem Weg dorthin
schauten wir uns immer wieder einige Zimmer an, überzeugt hat uns aber keins.
Was zu dem
Regen erschwerend hinzu kam war, dass es auf der Insel keine Autos gibt, somit
keine richtigen Straßen, es sind mehr nur so Gassen, die mit Pflastersteinen
ausgelegt sind, dass auch nicht überall, an manchen Stellen nur Erde. Da es auch
hier, seit über 3 Stunden nicht wenig geregnet hatte, verwandelten sich diese
Wege in riesen Pfützen, die man versuchte zu umgehen, was nicht immer gelang,
da blieb einem nichts, als einfach durchzulaufen - mmmhhh lecker. Nach dem
keine Ahnung wievielten Zimmer, sahen wir uns eins an, was uns als akzeptabel
erschien, der Preis war auch ok, so buchten wir es für eine Nacht,
glücklicherweise wie sich später noch raustellen sollte, aber wir hatten
wirklich keine Lust mehr, noch weiter vollbepackt durch den Regen zu laufen.
Wir warteten
bis es weniger regnete, dann erkundeten wir etwas die Schlammgassen, auf der
Suche nach einem Restaurant. Wir fanden ein kleines, was ganz nett aussah, allerdings
mal wieder ein Fehler. Die Besitzer betrieben nicht nur dieses Restaurant,
gleichzeitig ist es auch noch ein kleiner Shop gewesen und sie wohnten da auch
noch. Egal wir bestellten 2 Cola, was bekamen wir, nur eine, nach drauf
aufmerksam machen, gab es dann die zweite Cola. Wir bestellten einen Salat,
sagten diesen möchten wir als Vorspeise haben, jaja war die Antwort, dann
bestellten wir die Hauptgerichte. Ihr könnt euch vorstellen was zuletzt auf den
Tisch kam, natürlich der Salat, naja was will man machen, aber so manchmal
vermisst man dann doch, die gewohnte Zuverlässigkeit.
Es hatte
wieder ordentlich zu regnen angefangen, so dass wir uns tatsächlich, wie viele
andere Leute, die keinen Bock auf einen sperrigen Schirm hatten, einfach zwei
Regencapes kauften. Gut gegen den Regen gewappnet, spazierten wir ans Meer,
trotz des Regens schimmerte es türkis, man sah ein paar Boote in der Bucht
liegen und so viel grün Drumherum. Der Strand war nicht super sauber, aber
lange nicht vergleichbar mit dem auf Phuket, die Leute hier waren freundlich
und es gefiel uns wesentlich besser hier, als der Massentourismus der letzten
Station, klar waren auch hier einige Leute unterwegs, aber es verlief sich mehr.
Danach ging es ins Zimmer zurück, etwas relaxen, trocknen und frisch machen,
denn trotz des Regens waren es bestimmt 29 Grad. Wir stellten fest, dass direkt
von unserem Fenster gegenüber ein Pub war, welches sehr offen gebaut war und
gegen 17.30 Uhr fing man dort an Bob Marley hoch und runter zu spielen, nicht
gerade in Zimmerlautstärke, denn man kämpft ja um jeden Kunden und hier scheint
es zu heißen, je lauter desto mehr Leute.
Wir gingen erst
mal zu Abend essen, sehr lecker bei einem Inder. Die indische Küche scheint
wirklich unser Ding zu sein, man muss etwas drauf achten, dass das Ganze nicht
zu scharf serviert wird, aber ansonsten war das Essen in diesen Lokalen immer
sehr bekömmlich. Gegen 22.30 Uhr kehrten wir in unser Zimmer zurück, leider mussten
wir dort feststellen, dass der Pub wohl bei dem jüngeren Publikum sehr beliebt war
und er fast aus allen Nähten platzte, während die Musik und die Bassboxen bis
zum Anschlag aufgedreht waren.
Wir saßen
auf dem Bett, spürten den Boden unter unseren Füßen vibrieren und überlegten
was wir jetzt machen sollten, da an Schlaf ja absolut nicht zu denken war.
Lukas lief noch an ein anderes Hotel, welches etwas ruhiger gelegen war, dort
war zwar die Rezeption besetzt, aber die Dame wollte ihn nicht mehr einchecken
lassen, so legten wir uns ins Bett und hofften einfach irgendwann
einzuschlafen. Gegen 1.30 Uhr wurde die Musik wenigstens etwas leiser und um 2
Uhr war dann endlich alles vorbei und es kehrte Ruhe ein.
Am nächsten
Morgen wachten wir gegen 9 Uhr schon auf, wir machten uns gleich fertig und
wollten nur noch aus diesem Zimmer raus. Wir liefen die „ Hauptstraße“ bis ans
andere Ende des Ortes, dort sahen wir eine kleine nette Anlage im grünen,
fragten nach freien Zimmern, zwei waren noch zu haben, so schlugen wir gleich zu
und mieteten uns in eines der kleinen Bungalowhäuser ein. Das Zimmer war echt
klein, dafür war das Bad etwas größer und in diesem waren überall Pflanzen
eingetopft und alles war uns lieber als das letzte Zimmer.
Da es mal
etwas länger nicht geregnet hatte, beschlossen wir den steilen Aufstieg zu
einem Aussichtspunkt anzutreten. Es mussten etliche Stufen zurückgelegt werden,
dann zahlte man seinen Eintrittspreis von 50 Cent und man hatte den ersten
Aussichtspunkt erreicht. Fertig und geschwitzt ließen wir uns zum Verschnaufen
auf einer Bank nieder, gleich kam eine Katze an und strich uns um die Beine.
Natürlich konnte ich nicht anders und streichelte sie, sie sprang auf die Bank
und saß zwischen uns, schnurrte und genoss es total gestreichelt zu werden, bis
sie auf einmal austickte und mich leicht in die Hand biss. Ich dachte mir
nichts weiter dabei, sie kam auch gleich wieder und schmuste weiter, Lukas
machte sich allerdings ein paar Gedanken über den Biss und googlete etwas.
Natürlich tausend Treffer mit üblen Geschichten über Tollwut und Amputationen,
da nichts behandelt wurde. Er meinte dann, evtl. sollten wir das dann doch mal
einem Arzt zeigen, ich war einverstanden, zuerst stiegen wir aber den Berg ganz
hinauf, denn nochmal wollten wir nicht hier hoch steigen.
Der Ausblick
war echt schön, auch wenn es mit Sicherheit bei etwas Sonne viel, viel schöner
ausgesehen hätte, aber kann man ja nicht ändern. Der Ausblick hier lohnt sich
sowohl bei Sonnenaufgang wie bei Sonnenuntergang, beides war für uns
uninteressant, da eh keine Spur von ihr da war. Nach dem Abstieg im Regen,
gings kurz zurück ins Zimmer den Impfpass holen und dann zum Arzt, der erste
zudem wir wollten war geschlossen, doch ein paar Meter weiter gab es eine
internationale Klinik- zum Glück. Sie konnte mit westlichen Standards absolut
mithalten und das Personal war sehr freundlich, kompetent und sprach super
englisch, ich musste kurz einen Aufnahmebogen ausfüllen, während dessen wurde
mir schon Fieber und Blutdruck gemessen, dann gings rein zum Arzt.
Wir sind bis
heute nicht ganz sicher, ob es ein Mann oder eine Frau war, auf jeden Fall sehr
jung und meinte gleich Rabi Impfung ist wichtig. Wir hatten bis zu diesem
Zeitpunkt keinen Schimmer was Rabi ist, in meinem Impfpass war davon auch nicht
viel zu entdecken, der Übersetzer im Handy sagte dann Tollwut. Ja klar
Tollwutimpfung, Arzt meinte die Impfung musst du haben, ihr seid doch aus
Deutschland. Nochmal alles durchgeschaut, ich hatte keine Impfung, wird bei uns
wohl auch nur bei gefährdeten Person durchgeführt wie Jägern oder Tierpfleger.
Sie säuberten mir die Wunde und meinten sie können mich impfen, müssten aber erst
testen ob ich auf den Impfstoff nicht allergisch reagiere, wenn das passiert
wäre, hätten wir im nächsten Boot nach Phuket zurück sitzen müssen, da es nur
dort den Ersatzimpfstoff gibt. Ich wurde dreimal in den Oberarm gestochen, dann
15 Minuten warten auf Reaktionen, zwischenzeitlich klärte Lukas kurz mit der
Versicherung ob sie die Kosten von schlappen 500 Euro für die Erstversorgung
tragen würden, sie würden sagte die nette Frau am anderen Ende der Leitung.
Glücklicherweise traten auch keine Reaktionen auf und die Impfung konnte beginnen,
ein Teil des Impfstoffes musste direkt in die Bisswunde gespritzt werden, alter
Schwede, das war echt übel und brannte wie Feuer, in diesem Moment wünschte ich
mir, nie diese Katze auch nur angefasst zu haben. Die Nadel wurde rausgezogen,
es fühlte sich aber immer noch so an, als würde sie in der Wunde stecken, die
Haut spannte und es pochte, das war leider noch nicht alles es gab noch zwei
weitere Spritzen in den Po, danach war ich für heute erst mal bedient.
Wir
spazierten noch etwas am Strand, wo sich Ebbe wieder stark bemerkbar machte und
man echt Kilometer weit raus laufen konnte. Dann kamen wir an ein Gebäude was
wohl zur Sicherheit gegen Tsunamis direkt am Strand errichtet wurde, da Phi Phi
2004 sehr schwer davon zerstört wurde. Echt komisch wenn man hier so durch die
Gassen läuft und sich überlegt, dass das alles vor 8 Jahren total verwüstet war
und wie viele Menschen gestorben sind, hier im Paradies.
Am nächsten
Tag regnete es morgens überhaupt nicht, so machten wir uns gegen Mittag auf zum
Longbeach. Dorthin hätte man auch für viel Geld mit einem Boot fahren können,
doch wir wollten laufen, so führte uns der Weg von unserem Strand durch den
Dschungel am Meer entlang und nach 30 Minuten an den Longbeach. Dort gibt es
ein paar nett aussehende Hotelanlagen, jedoch nicht ganz in unserem Budget. Der
weiße lange Sandstrand, war sehr sauber und wenig Touristen, so wie wir es
mögen. Später machten wir uns bei grauen Wolken auf den Rückweg, nachdem wir
gerademal 5 Minuten gelaufen waren, fing es so was von zu schütten an, da halfen
unsere Capes auch nicht mehr viel, pitsch nass erreichten wir unser Zimmer.
Abends
gingen wir in ein Restaurant, in diesem hingen Botschaften von alten Kunden,
wie lecker und gut doch das Essen hier wäre, auf allen möglichen Sprachen an
einer Betonsäule. Wir bestellten Tomate, Mozzarella, dann gab es mal eine Pizza
und Fisch mit Gorgonzola. Es schmeckte alles ganz gut, muss man sagen, doch als
wir wieder im Zimmer waren, mussten wir beide erst mal dringend auf die
Toilette. Irgendwas hatten wir wohl nicht so gut von dem leckeren Essen
vertragen. Danach ging es bei mir, Lukas hatte die halbe Nacht über der Schüssel
verbracht, als ich am nächsten Morgen aufwachte ging es auch gleich bei mir
wieder los, abwechselnd nahmen wir die Dienste der Toilette in Anspruch.
Eigentlich ging es uns nicht ganz so gut, doch aus dem Zimmer mussten wir auf
jeden Fall raus, außerdem hatten wir am Abend zuvor bereits ein Bootticket nach
Koh Lanta gebucht, natürlich auch diesmal dort ein Hotel.
Was jetzt
wieder, das Ticket verfallen lassen und einfach ein anderes Hotel suchen? Da an
diesem Morgen sogar die Sonne schien, dadurch wäre das Meer bestimmt ziemlich
ruhig, entschieden wir uns zumindest schon mal an den Pier zu laufen, wenn es
gar nicht ginge könnte man ja zurück. Die Luft tat ganz gut, die schweren
Rucksäcke ließen wir von einem Einheimischen gegen Bezahlung an den Pier karren,
so mussten wir es nur selber dorthin schaffen, war ok soweit, also bei Regen
rauf aufs Boot. Wir nahmen einen Platz am Fenster für die frische Luft und
unter einem Ventilator ein, das Boot war auch nicht wirklich voll, jedoch zu
dieser Jahreszeit das Einzige was fährt, ich weiß nicht wie, aber wir haben die
einstündige Fahrt irgendwie geschafft und erreichten Koh Lanta.
Hier hätte
man auch wieder diese Sauberhalten der Insel Pauschale bezahlen müssen, der
Schalter war aber leer, so gings in ein Auto was schon mit Touris gefüllt war
und los. Der Typ der uns den Transport organisiert hatte, stand hinten auf dem
Auto und brachte uns die Stadt näher, hier Polizei, hier Zentrum, hier
Krankenhaus. Krankenhaus sehr gut in 2 Tagen würde ich mir die nächste Impfung
gegen die Tollwut abholen müssen, dann kam irgendwann unsere Anlage.
Yoko, die
Inhaberin begrüßte uns freundlich, zeigte das 40 m² große Zimmer, erklärte TV, Receiver,
Klima und DVD Player, dann fielen wir aufs Bett und erholten uns erst mal von
dem Umzug.
Leider stand
das Wetter nicht so auf unserer Seite und wir hatten in den 4 Tagen auf Koh
Lanta mehr oder weniger nur Regen. Wollten eigentlich auch hier, wieder einen
Roller mieten und die Insel erkunden, doch es lohnte sich nicht, so sahen wir nur
den Strand an dem fast alles dicht hatte oder neu renoviert wurde für die
kommende Hochsaison.
Das
Krankenhaus hier bei uns im Nordwesten war leider, genau wie die 2
Privatkliniken geschlossen, so blieb uns nichts anderes übrig als ein Taxi in
den Südosten der Insel zu nehmen, um ins dortige Krankenhaus zu fahren. Die 25
minütige Fahrt führte am Meer entlang, durch den Wald und durch kleine Dörfer.
Verkehr herrschte fast keiner und die Straßen waren aus so Betonplatten, aber
in Ordnung, dann erreichten wir das Krankenhaus.
Ich hatte
die übelsten Bilder im Kopf, doch es war halb so wild, wir waren froh, dass sie
etwas Englisch gesprochen haben, denn dieser Würmchen Schrift konnten wir wenig
entnehmen. Wieder anmelden, dann musste man zu einer Art Apotheke auf dem
Gelände, von dort wurden wir zuerst an die Kasse geschickt zum Bezahlen, dann
wieder zurück zur Apotheke, dort gab es dann den Impfstoff, von dort ging es in
den Notfallraum. Dort lag in der Ecke, auf einer Liege bereits ein anderer
Europäer, der das stark geschwollene Ohr aufgeschnitten bekam, der Trennvorhang
wurde etwas vorgezogen, doch wir konnten trotzdem alles sehen. Ich sollte auf
einem Hocker Platz nehmen, dann gab es die Spritze in den Oberarm und wir
konnten wieder gehen. Wir liefen noch etwas über das Gelände, man ist echt froh,
in der Regel in Deutschland medizinisch versorgt zu werden. Da gab es
offenstehende Mehrbettzimmer, aber nicht 3 oder 5 Betten, eigentlich waren es
mehr Säle, in denen schon so 12 Betten standen, Abtrennungen wozu? Klima wozu?
Wir stiegen ins Taxi und es ging zurück zum Appartement.
Der Wetterbericht
zeigte für fast komplett Asien nur Regen und Gewitter, so würde es auch nichts
bringen nach Laos oder Kambodscha zu fliehen. Uns ging es gesundheitlich wieder
besser, so entschieden wir Koh Lanta zu verlassen, auch wenn wir nicht ganz so
viel gesehen hatten wie gewünscht, es sollte weiter nach Krabi Town gehen.
An unserem
Abreisetag, Sonnenschein und kaum Wolken, aber der Van war gebucht, so ging es
gegen 12 Uhr los Richtung Krabi Town.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen