Mittwoch, 10. Oktober 2012

Brüssel – die Hauptstadt Europas



Der Flug war mal wieder ziemlich ätzend und irgendwann denkt man, die Zeit geht ja überhaupt nicht vorbei. Da wir diesen günstigen Flug erwischt hatten, allerdings ohne jegliches Entertainment Programm buchten wir im Voraus für jeden von uns, ein solches Paket dazu. Im Flieger verteilte die Stewardess dann diese Systeme an die Leute, allerdings musste man einen Coupon dafür abgeben, so einen hatten wir nicht, da wir das Ganze über das Telefon gebucht hatten und man da ja schlecht einen bekommen kann. Als wir das dann der Dame mitteilten, sagte diese, sie könne uns ein Tablett geben, das zweite erst, wenn die anderen verteilt sind und eines übrig bleibt. Lukas wurde dann mal kurz etwas lauter und meinte das könne ja jetzt nicht sein, denn wir hatten ja für beide bezahlt, kurz danach hatten wir beide ein Tablett in der Hand und konnten ein paar Filme anschauen.

Etwas eher als ursprünglich geplant und berechnet, landete die Maschine trotz der ganzen Verzögerungen sicher und ohne Zwischenfälle in Brüssel. Da es 20 Uhr abends war und wir einen langen Tag hinter uns hatten, beschlossen wir uns die Arbeit zu sparen nach einem Bus ans Hotel zu suchen und liefen gleich zum Taxistand. Als die Tür vom Flughafen sich öffnete, atmeten wir seit Monaten, zum ersten Mal wieder diese kalte, aber dennoch frische Luft ein. Es war wirklich ganz schön kühl, zumindest empfanden wir das so, es waren aber immerhin noch 18 Grad und regnete nicht. 

Wir stiegen in ein Taxi und der Marokkanische Fahrer sprach perfekt Englisch und erzählte uns während der Fahrt einiges über Brüssel und die Gebäude an denen wir vorbei fuhren. Es war total ungewohnt in einem Mercedes Taxi zu sitzen, nicht in einem total runtergehurten, kleinen Toyota oder ähnlichem, was etwas erschreckend war, die Taximeter Uhr, sie schnellte nur so in die Höhe, wenn man einmal kurz blinzelte waren schon wieder 10 Cent mehr auf der Uhr. Nach 30 Minuten erreichten wir das Hotel, die Lage war premium, sehr zentral zur Innenstadt und nicht weit zur Metrostation. 

Im Hotel wurden wir von einem Mann empfangen, auch er sprach gutes Englisch und gab uns den Schlüssel für unser Zimmer. Da dieses im 6. Stock lag, waren wir dankbar für den kleinen, aber zuverlässigen Aufzug, wir quetschten uns hinein, konnten uns kaum drehen aber erreichten den 6 Stock. Es wurde schnell klar, dass dieses Hotel die besten Zeiten schon lange hinter sich hatte, aber es wäre ja nur für 2 Nächte. 

Das Zimmer sehr spartanisch und alt eingerichtet aber sauber, leider wohnte hier vor uns wohl jemand, der gerne im Zimmer mal eine gepafft hatte und so roch alles nach kaltem Rauch, nicht so angenehm. Wir wollten das Zimmer tauschen, doch der Vermieter meinte, sind alles Nichtraucherzimmer und das es ihm leid tut, aber wir in diesem Zimmer bleiben müssen, wir kippten die Fenster und liefen noch etwas durch die Straßen.
In der Nacht war uns so kalt, dass wir beide öfter wach wurden und richtig froren, wir zogen dann noch einen Pulli und Socken an und konnten so wieder einschlafen. Wir wachten ziemlich früh, gegen 8 Uhr auf und dachten uns, wenn wir schon so früh wach sind, dann können wir auch zum Frühstück hier gehen. Dieses fand in einem kleinen Raum hinter der Rezeption statt, es gab ein kleines Büfett und viele afrikanische Gäste, die dieses Hotel wohl gerne buchen.

Gut gestärkt ging es dann bei strahlendem Sonnenschein raus um etwas die Stadt zu erkunden. Wir sahen viele alte, aber sehr schöne renovierte Gebäude. Wir liefen an der Oper, verschiedenen Kathedralen, dem Palast der Nation und dem Königlichen Palast vorbei in viele Parkanlagen wie den Park de Bruxelles oder den Jubelpark. Wir sahen das Europäische Parlamentsgebäude, das Museum für Kriegsgeschichte, den Hallepoort Turm und den Grote Mart (Markplatz). Irgendwann mussten wir mal auf Toilette, das gestaltete sich dann etwas schwerer als gedacht, da es in Brüssel kaum öffentliche Toiletten gibt, die Restaurants diese nur ihren Gästen zur Verfügung stellen und die Dixi Klos in der Seitenstraße waren dann auch nicht so einladend. Wir fanden eine Toilette in einem Parkhaus, doch Zugang da rein nur mit irgendeiner Karte, wir fragten das Wachpersonal nach einer Toilette und der eine meinte dann, geht hier raus auf die Straße, auf der anderen Seite ist der Justizpalast da gibt es welche. Wir liefen also in dieses Gebäude rein und es war  gigantisch, wir immer noch auf der Suche nach den Toiletten. Da weder in Französisch, Holländisch oder Englisch davon was zu lesen war, fragten wir dann einfach einen Polizisten der mit geladener Maschinenpistole hinter einer Absperrung vor einem Gerichtssaal stand. Er und seine Kollegen erklärten uns dann den Weg und wir fanden endlich eine Toilette. 

Danach ging es raus direkt auf den Place Poelart von diesem hatten wir einen guten Blick über die Stadt und sahen sogar das bekannte Atom Modell in der Ferne. Wir liefen noch etwas durch die Fußgängerzone und shoppten, im Anschluss daran aßen wir bei einem Türkenimbiss einen Döner, das war seit fast einem Jahr auch mal wieder sehr lecker. 

Am nächsten Morgen ging es wieder in die Metroschächte hinunter und wir fuhren an den Südbahnhof. Dort stiegen wir in den Thalys ein und dieser sollte uns in nur einer Stunde und 20 Minuten direkt nach Paris an den Nordbahnhof fahren.

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