Der Flug war
mal wieder ziemlich ätzend und irgendwann denkt man, die Zeit geht ja überhaupt
nicht vorbei. Da wir diesen günstigen Flug erwischt hatten, allerdings ohne
jegliches Entertainment Programm buchten wir im Voraus für jeden von uns, ein
solches Paket dazu. Im Flieger verteilte die Stewardess dann diese Systeme an
die Leute, allerdings musste man einen Coupon dafür abgeben, so einen hatten
wir nicht, da wir das Ganze über das Telefon gebucht hatten und man da ja
schlecht einen bekommen kann. Als wir das dann der Dame mitteilten, sagte diese,
sie könne uns ein Tablett geben, das zweite erst, wenn die anderen verteilt
sind und eines übrig bleibt. Lukas wurde dann mal kurz etwas lauter und meinte
das könne ja jetzt nicht sein, denn wir hatten ja für beide bezahlt, kurz
danach hatten wir beide ein Tablett in der Hand und konnten ein paar Filme
anschauen.
Etwas eher
als ursprünglich geplant und berechnet, landete die Maschine trotz der ganzen
Verzögerungen sicher und ohne Zwischenfälle in Brüssel. Da es 20 Uhr abends war
und wir einen langen Tag hinter uns hatten, beschlossen wir uns die Arbeit zu
sparen nach einem Bus ans Hotel zu suchen und liefen gleich zum Taxistand. Als
die Tür vom Flughafen sich öffnete, atmeten wir seit Monaten, zum ersten Mal wieder
diese kalte, aber dennoch frische Luft ein. Es war wirklich ganz schön kühl,
zumindest empfanden wir das so, es waren aber immerhin noch 18 Grad und regnete
nicht.
Wir stiegen
in ein Taxi und der Marokkanische Fahrer sprach perfekt Englisch und erzählte
uns während der Fahrt einiges über Brüssel und die Gebäude an denen wir vorbei
fuhren. Es war total ungewohnt in einem Mercedes Taxi zu sitzen, nicht in einem
total runtergehurten, kleinen Toyota oder ähnlichem, was etwas erschreckend
war, die Taximeter Uhr, sie schnellte nur so in die Höhe, wenn man einmal kurz
blinzelte waren schon wieder 10 Cent mehr auf der Uhr. Nach 30 Minuten
erreichten wir das Hotel, die Lage war premium, sehr zentral zur Innenstadt und
nicht weit zur Metrostation.
Im Hotel
wurden wir von einem Mann empfangen, auch er sprach gutes Englisch und gab uns
den Schlüssel für unser Zimmer. Da dieses im 6. Stock lag, waren wir dankbar
für den kleinen, aber zuverlässigen Aufzug, wir quetschten uns hinein, konnten
uns kaum drehen aber erreichten den 6 Stock. Es wurde schnell klar, dass dieses
Hotel die besten Zeiten schon lange hinter sich hatte, aber es wäre ja nur für
2 Nächte.
Das Zimmer
sehr spartanisch und alt eingerichtet aber sauber, leider wohnte hier vor uns
wohl jemand, der gerne im Zimmer mal eine gepafft hatte und so roch alles nach
kaltem Rauch, nicht so angenehm. Wir wollten das Zimmer tauschen, doch der
Vermieter meinte, sind alles Nichtraucherzimmer und das es ihm leid tut, aber
wir in diesem Zimmer bleiben müssen, wir kippten die Fenster und liefen noch
etwas durch die Straßen.
In der Nacht
war uns so kalt, dass wir beide öfter wach wurden und richtig froren, wir zogen
dann noch einen Pulli und Socken an und konnten so wieder einschlafen. Wir
wachten ziemlich früh, gegen 8 Uhr auf und dachten uns, wenn wir schon so früh
wach sind, dann können wir auch zum Frühstück hier gehen. Dieses fand in einem
kleinen Raum hinter der Rezeption statt, es gab ein kleines Büfett und viele
afrikanische Gäste, die dieses Hotel wohl gerne buchen.
Gut gestärkt
ging es dann bei strahlendem Sonnenschein raus um etwas die Stadt zu erkunden.
Wir sahen viele alte, aber sehr schöne renovierte Gebäude. Wir liefen an der
Oper, verschiedenen Kathedralen, dem Palast der Nation und dem Königlichen
Palast vorbei in viele Parkanlagen wie den Park de Bruxelles oder den
Jubelpark. Wir sahen das Europäische Parlamentsgebäude, das Museum für
Kriegsgeschichte, den Hallepoort Turm und den Grote Mart (Markplatz).
Irgendwann mussten wir mal auf Toilette, das gestaltete sich dann etwas
schwerer als gedacht, da es in Brüssel kaum öffentliche Toiletten gibt, die
Restaurants diese nur ihren Gästen zur Verfügung stellen und die Dixi Klos in
der Seitenstraße waren dann auch nicht so einladend. Wir fanden eine Toilette
in einem Parkhaus, doch Zugang da rein nur mit irgendeiner Karte, wir fragten
das Wachpersonal nach einer Toilette und der eine meinte dann, geht hier raus
auf die Straße, auf der anderen Seite ist der Justizpalast da gibt es welche.
Wir liefen also in dieses Gebäude rein und es war gigantisch, wir immer noch auf der Suche nach
den Toiletten. Da weder in Französisch, Holländisch oder Englisch davon was zu
lesen war, fragten wir dann einfach einen Polizisten der mit geladener
Maschinenpistole hinter einer Absperrung vor einem Gerichtssaal stand. Er und
seine Kollegen erklärten uns dann den Weg und wir fanden endlich eine Toilette.
Danach ging
es raus direkt auf den Place Poelart von diesem hatten wir einen guten Blick über
die Stadt und sahen sogar das bekannte Atom Modell in der Ferne. Wir liefen
noch etwas durch die Fußgängerzone und shoppten, im Anschluss daran aßen wir
bei einem Türkenimbiss einen Döner, das war seit fast einem Jahr auch mal
wieder sehr lecker.
Am nächsten
Morgen ging es wieder in die Metroschächte hinunter und wir fuhren an den
Südbahnhof. Dort stiegen wir in den Thalys ein und dieser sollte uns in nur
einer Stunde und 20 Minuten direkt nach Paris an den Nordbahnhof fahren.
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