Freitag, 31. August 2012

Hanoi – die pulsierende Hauptstadt


Wir stiegen in ein Taxi und sagten dem Fahrer, dass wir an den nationalen Flughafen müssten, nicht an den internationalen Flughafen, er nickte nur und meinte jaja. Nach 45 Minuten Fahrzeit erreichten wir den Flughafen, wir gingen ins Terminal hinein und wo waren wir? Natürlich am internationalen Flughafen, es ist echt in keinem Land mit dem nicht richtig verstehen so schlimm gewesen wie in Vietnam. Wir fragten uns durch, wo denn jetzt die Inlandsflüge abgehen würden, wir mussten dann nochmal 10 Minuten quer über das Flughafengelände  laufen, dann erreichten wir den richtigen Teil des Flughafens. 

1 ½ Stunden später saßen wir im Flieger und verließen bei sehr bewölktem Himmel und leichtem Regen Saigon. Während des 2 Stunden Fluges, ließen wir die richtig grauen Wolken hinter uns, wurden aber zwischenzeitlich schon etwas durchgeschüttelt. Als wir in Hanoi landeten war es wieder nur bewölkt.
Wir liefen hinaus aus dem Flughafengebäude und suchten uns einen Bus, der uns in die Innenstadt bringen sollte. Es war schnell einer gefunden, dummerweise waren wir die ersten Fahrgäste, hatten wohl irgendwie einen doofe Uhrzeit erwischt. So saßen wir in diesem Bus und sollten erst mal wieder Geduld beweisen, denn für 2 Gäste fährt der Bus natürlich nicht in die Stadt. Wir warteten und warteten, der Bus füllte sich sehr langsam, nachdem wir dann ungefähr schon 45 Minuten wartend im Bus verbrachten, ging Lukas mal nachfragen. Der Fahrer meinte noch 10 Minuten dann geht’s los, aus den 10 Minuten wurden dann natürlich wieder 30 Minuten, doch dann war endlich der Bus gut gefüllt und wir konnten endlich den Flughafen verlassen. 

Auf den Straßen sah man, dass der Himmel in der Ferne sich immer mehr schwarz färbte. Wir wurden in der Stadt an einer Haltestelle rausgeworfen, hätte uns der Fahrer bis ans Hotel gefahren, wäre der doppelte Fahrpreis fällig gewesen, das fanden wir dann doch etwas viel. An der Haltestelle fanden wir schnell ein Taxi, dieses sollte uns bis ans Hotel bringen, die Adresse hatten wir sicherheitshalber vorher schon fotografiert, so dass der Fahrer sie ja nur ablesen musste. Es fing an zu regnen und das Taxi drückte sich durch die verstopften Gassen, der Fahrer sprach wieder kaum ein Wort Englisch und hielt an verschiedenen Stellen in der Altstadt an, wo er uns irgendetwas erzählte und wollte, dass wir aussteigen, da wir ja angeblich das Hotel erreicht hätten. Doch nirgends war der Hotelname zu erkennen und wir zeigten wieder das Foto und er fuhr weiter, doch leider ziemlich planlos. Wir schalteten das Navi vom Handy ein, um uns wenigstens etwas orientieren zu können, so versuchten wir den Fahrer durch die engen, kleinen Gassen zu lotsen. Er hielt dann an und deutete uns eine kleine Seitengasse, da sollte das Hotel sein, wir stiegen aus, setzten die Rucksäcke auf und es begann genau in diesem Moment wie aus Kübeln zu schütten.

Wir suchten uns einen Unterschlupf, unter einer Markise eines Ladens der geschlossen war. So einen Regen haben wir echt schon ewig nicht mehr gesehen, der Wind peitschte durchs Wasser, Blitze zuckten am Himmel und in der Ferne hörte man es donnern. Wir wollten das Schlimmste unter der Markise erst mal aussitzen, so beobachteten wir,  wie sich die Kanalabläufe, sehr schnell mit angeschwemmten Müll füllten und dadurch überliefen, das Wasser suchte sich oft seinen Weg in kleine Läden auf der anderen Straßenseite, wir standen glücklicherweise auf der höheren Seite. 

Auf einmal gab es  einen riesen Schlag und in dem Restaurant gegenüber war die Markise unter der Last des Wassers komplett zusammengebrochen, wir standen mit 2 Vietnamesen unter unserem Dach, diese fragten wir dann nochmal nach unserem Hotel, denn bei diesem Wetter hat man ja keine Lust planlos durch die Stadt zu irren, nur auf der Suche nach dem Hotel. Sie deuteten uns die Richtung an und als der Regen etwas nachließ machten wir uns auf die Suche, wir mussten noch ein weiteres Mal nachfragen doch dann fanden wir es. 

Total durchnässt betraten wir das Hotel, bekamen aber ziemlich schnell unsere Zimmerschlüssel, das Zimmer im 6. Stock und kein Aufzug. So schlängelten wir uns die endlosen Stufen hinauf, das Treppenhaus erinnerte an Paris, da es auch hier wieder nur 2 Zimmer pro Etage gab. 

Im Zimmer entdeckten wir kurz nach dem einchecken Schimmel an der Wand, neben dem Schrank war alles voll, das ging natürlich gar nicht, also wieder an die Rezeption und schön beschwert. Der Mann dort erzählte dann irgendwas davon, dass er es besprühen lassen würde, ja kann er ja machen, aber wir würden unter gar keinen Umständen in so einem Zimmer schlafen. Nach einigem hin und her bekamen wir dann ein anderes Zimmer, auch im 6 Stock aber ohne Schimmel, na geht doch, so was hatten wir auch noch nicht erlebt.  Ansonsten hatten wir ein kleines Fenster zu einem Innenschacht wo es ständig nach Essen roch, außerdem wohnte wohl der Eigentümer mit seiner Familie auf dem Dach, man hörte jeden Schritt und an ausschlafen war mal wieder nicht zu denken.

Wir nutzten eine kurze Regenpause um etwas Futtern zu gehen, das Ganze gestaltete sich etwas schwierig, da viele Straßen komplett überschwemmt waren und wir keine Lust hatten durch das Waden hohe braune Wasser zu laufen. Die Schuhe waren zwar eh klitschnass und man schwamm in ihnen, aber dadurch wollten wir dann doch nicht, so besuchten wir ein Restaurant nicht weit vom Hotel. Hier testeten wir dann das Hanoi Bier, war ganz lecker und nach dem Essen ging es wieder ins Hotel, kaum im Eingang fing es wieder heftig an zu schütten. 

Das Wetter war am nächsten Tag war nicht wirklich besser, natürlich nutzten wir die Regenpausen um etwas durch die Stadt zu laufen, doch man hatte nie wirklich lange Zeit und durch den Regen war es auch noch schwüler als eh schon, wir schwitzten wie sonst was. Wir besuchten einen Markt, auf diesem ging es sehr gesittet zu, kein Vergleich zu dem in Saigon. Außerdem waren wir in einer kleinen Tempelanlage, die sich direkt auf dem Hoan Kiem See befindet. In diesem war eine riesen Schildkröte ausgestellt, Tiere in dieser Größe sollen sich immer noch im See befinden, aber werden nur ganz selten gesichtet. 

Auf Grund des schlechten Wetters, es wurden sogar komplette Bäume in der Stadt entwurzelt und diese blockierten dann die Straßen, wurde uns klar, dass wir das Hotel wechseln sollten, da man doch einige Zeit dort verbrachte. Dieses hier war sehr einfach, dafür aber günstig, doch durch den Zimmerwechsel hatten wir kein Doppelbett mehr und sowieso nur 2 Nächte gebucht, so stand für den nächsten Morgen der Umzug in ein besseres Hotel an. 

Das neue Hotel lag etwas zentraler zum See, doch leider in einer Straße die aus einer kompletten Baustelle bestand, wirklich überall wurde gebohrt, gehämmert, geschweißt oder gesägt, nicht sehr erholsam, aber das Zimmer an sich war komfortabler. 

Wir waren wirklich noch in keiner Stadt, wo man so Angst um seine Füße hatte, die Straßen sehr eng und überfüllt, auf den Bürgersteigen parkt man die Roller und die Fußgänger laufen dann auf den Straßen. Hier schiebt sich ein Auto nach dem anderen an den tausend Rollern vorbei, zwischendrin Händler mit Fahrrädern oder Stangen auf dem Rücken und dann wir, die Fußgänger. Es wird in einer Tour gehupt, gedrängelt und geschoben, einfach lästig und so ein Lärm.

Wir mieteten uns einen Cyclo Fahrer für eine Stunde und ließen uns gemütlich durch das Gewusel fahren. Man sah die Einteilung der Straßen hier deutlich, in einigen gibt es nur  Baumwolle zu kaufen, die ganze Straße lang, dazwischen gibt es dann nur einige Restaurants oder Hotels, dann kommt eine da gibt es nur Kleidung oder nur Schuhe, religiöse Gegenstände oder Blechwaren wie Aluminium.

Eigentlich wollten wir nur 2 oder 3 Tage in Hanoi verbringen und dann eine Tour in die bekannte Ha Long Bucht machen, sogar mit ein oder zwei Übernachtungen auf dem Boot waren geplant, doch selbst im Reisebüro riet uns die Verkäuferin auf Grund der Wetterlage ab. Da der ganze Spaß ja auch ein bisschen was gekostet hätte und das Risiko auf dem Meer einfach zu hoch war, blieben wir dann ein paar Nächte länger in Hanoi.

Es wurde der Literaturtempel besucht und im Anschluss daran ein kleiner Park direkt gegenüber, dort war ein Mann gerade am Angeln, wir schauten ihm etwas zu, danach liefen wir noch durch die tausend kleinen Gassen. Wir machten auch einen Abstecher an das Lenin Denkmal, den Cot Co Flaggenturm sowie das Ho Chi Minh Mausoleum, dieses ist leider für Touristen geschlossen und bewacht wie ein Goldschatz. Vorbei am Präsidentenpalst, spazierten wir  etwas am Westsee entlang und beobachteten auch dort die unzähligen Angler. Wir durchquerten einen kleinen Park in diesem hockte ein Mann an einem Baum und kackte da einfach, man kann das hier einfach alles nicht glauben.

Mit dem Taxi ging es dann noch  ins Französische Viertel an den Bay Mau See, dieser liegt in einer Parkanlage, wo wir tatsächlich Eintritt für zahlen mussten. Auch hier versuchten wieder Angler ohne Ende ihr Glück und wir fragen uns wirklich, wer in Vietnam überhaupt arbeitet, wahrscheinlich die ganzen Frauen, denn diese sah man kaum am Wasser. Der nahegelegene Bahnhof wurde auch noch kurz angeschaut, es ging halb so chaotisch zu wie wir es uns vorgestellt hatten. Die Züge hatten nur offene Fenster und davor nochmals Gitter und eine Art Gardine als Sonnenschutz, von Klimaanlage kann man darin nur träumen.

Im Großen und Ganzen waren wir einfach nur froh, dass der Abreisetag in Vietnam immer näher rückte und wir die Tage in diesem Land überstanden haben. Es hat uns gar nicht gefallen zu laut, zu hektisch, zu unfreundliche Menschen, kaum jemand spricht Englisch, man hatte immer schnell den Eindruck wenn man jemand ansprach, in einem Geschäft oder in der Apotheke, dass es den Leuten sehr lästig war und sie eigentlich gar keinen Bock darauf hatten. Wir wurden im Supermarkt beschissen, an einem Essensstand wurde behauptet wir hätten noch nicht bezahlt, was wir definitiv getan hatten, wir wurden auch im Taxi beschissen, denn dort schnellte das Taximeter nur so in die Höhe und man hörte ein verdächtiges knacken.
Als wir dann endlich auf dem Weg zum Flughafen waren, ließen wir uns von einem Taxi, an ein Büro einer bekannten Busgesellschaft fahren. Bei dieser waren wir bereits zweimal zuvor gewesen, um uns zu erkundigen, wie das mit den Tickets und den Bussen läuft, beide Male wurden wir mit leeren Händen weggeschickt und sollten am Abreiseabend wieder kommen. Dies taten wir und als wir dann 25 Minuten vor der Zeit dort eintrafen war der Laden ausgestorben, niemand mehr da und die Putzkolonne war auch schon durch. Ein Sicherheitsbeamter sprach etwas englisch und meinte,  dass heute kein Bus mehr fahren würde. Das konnte jetzt echt nicht wahr sein, so ein Saftladen, sie hatten uns mehrmals versichert, dass es um 19.30 noch einen Bus geben würde. 

Uns blieb also nichts anderes übrig, als einen Fahrer an den Flughafen zu nehmen, der war wenigstens noch etwas billiger als ein Taxi, aber der Bus hätte nicht mal ein Viertel davon gekostet. Wir waren echt auf 180, stiegen dann zum dem Typ ins Auto und er fuhr uns an den Flughafen, man hatte hier wirklich jeden Tag das Gefühl, verarscht, ausgelacht oder abgezockt zu werden. 

Am Flughafen hatten wir dann noch etwas Zeit totzuschlagen, da unser Flug erst um 23.30 Uhr dieses „tolle und einzigartige“ Land verlassen würde. Ich ging also auf die Toilette und von den 10 Kabinen war eine besetzt, ich lief alle anderen ab, auf der Suche nach etwas Toilettenpapier, doch nirgends konnte ich auch nur einen Fetzen erwischen und das abends um 21 Uhr auf dem Internationalen Flughafen in der Hauptstadt.
Irgendwie saßen wir die Zeit ab und stiegen dann ins längste Flugzeug der Welt (Boeing 777) von Qatar. Gegen 23.30 hob die fast leere  Maschine endlich ab Richtung Bangkok.

                                           GOODBYE VIETNAM.

Samstag, 25. August 2012

Vietnam - der Süden


Wir fuhren bei strahlendem Sonnenschein auf dem Mekong Richtung Vietnam. Nach ungefähr 3 Stunden Fahrt erreichten wir die Kambodschanische Grenze. Wir mussten alle vom Schiff runter über einen wackeligen Holzsteg an Land, dann an eine kleine Hütte laufen, dies war die Grenzstation, jeder musste seinen Paß abgeben, die Ausreisekarte wurde entfernt und man bekam den Ausreisestempel. Jetzt stiegen wir alle um, auf ein anderes Boot und fuhren 10 Minuten weiter, dann erreichten wir die Vietnamesische Grenzstation. Hier sammelte unser Guide alle Pässe ein und kümmerte sich um den Einreisestempel, wir hatten 20 Minuten Zeit etwas zu Essen.
Die Grenzstation sah schon wesentlich besser aus als die Kambodschanische, das Essen war nicht so gut, wenigstens konnte man in US Dollar zahlen, denn in die vietnamesische Währung hatten wir noch nicht umgewechselt. Wieder aufs Boot es lagen nochmal an die 2 Stunden Fahrt vor uns.
Jetzt waren wir also in dem Land eingereist, von dem man nicht so viel Positives hört, wir haben uns aber dennoch entschlossen uns unser eigenes Bild zu machen. Sind die Menschen wirklich so unfreundlich? Wird man so sehr abgezockt, wie oft beschrieben? Wir wollten es herausfinden. Grober Plan war eine Nacht in Chau Doc, dann weiter nach Ho- Chi- Minh Stadt, evtl. in die Mitte Vietnams ans Meer und dann hoch in den Norden nach Hanoi.

Wir konnten auf der Bootsfahrt jetzt nicht viel Unterschied zwischen anderen, bereits gesehenen Ländern feststellen, dann erreichten wir auch schon Chau Doc. Wir gingen von Bord, hoch an die Hauptstraße, dort wollten wir uns von einem Tuk Tuk ans Hotel fahren lassen, doch es gab keine Tuk Tuks.

Wir hatten die Wahl entweder auf einem Roller oder auf einer Ritscha mitfahren. Wir entschieden uns für die Ritscha, es war eine wackelige und unbequeme Angelegenheit, ausserdem bewegten wir uns kaum vom Fleck, aber wir müssten ja keine Stunden in dem Gefährt verbringen. Wir konnten nach 15 Minuten wieder absteigen und hatten das Hotel erreicht, es lag direkt gegenüber von einem kleinen Markt. Wir checkten ein und wunderten uns, als die Dame an der Rezeption unsere Pässe in eine Schublade legte. Wir fragten nach, ob wir diese denn nicht wie normal üblich zurück bekommen würden, darauf meinte sie nur, jaja die bekommt ihr schon wieder, allerdings erst morgen beim Auschecken. Na gut wir fanden es sehr seltsam und hatten sowas noch nie erlebt, aber hier ist das wohl so üblich, sie erzählte dann auch noch etwas von der Polizei und das sie dafür einfach die Pässe bräuchte. 

Wie auch immer wir quälten uns die Stufen im heissen Treppenhaus bis in den 4 Stock hinauf und waren positiv von unserem Zimmer überrascht. Es war ziemlich gross und wir hatten nur noch ein Zweibettzimmer buchen können, kein Doppelzimmer mehr, da ausgebucht, war aber überhaupt kein Problem, denn ein einzelnes Bett war 1,40 m breit. Wir hatten sogar einen kleinen Balkon von wo man einen guten Blick über die Stadt hatte.

Wir liefen einfach etwas durch die Straßen, viele jüngere Kinder grüßten und winkten uns freundlich zu. Wir sahen sehr viele Hühner, die frei auf den Strassen oder vor irgendwelchen Läden herumsassen, dann liefen wir über einen Markt, auf diesen Strassen sah es wieder aus, wie auf einem Schlachtfeld. Überall lagen Papier, Gemüsereste und Putzeimer herum, wir sahen sogar einen Stand an dem hätte man noch schnell, ein paar frische Schweineohren kaufen können- mmhhh lecker.

Wir liefen Richtung Fluss, dabei kamen wir an der Feuerwehr vorbei, die Besatzung wartet wohl gerade auf einen neuen Einsatz und vertrieb sich die Wartezeit einfach mit etwas Volleyball spielen. Weiter ging es an der Promenade am Fluss entlang, wo alle möglichen Händler versuchten ihren Kram an den Mann zu bringen, es gab viele Stände an denen Rollerhelme verkauft wurden, diese sahen aber eher aus, wie normale Kappen nicht wie die klassischen Helme, natürlich waren auch wieder Nike und andere grosse Marken vertreten. 

Wir versuchten an mehreren Essensständen einfach nur eine kalte Cola zu kaufen, das war eine riesen Herausforderung, denn kaum jemand sprach Englisch. Wenn man dann mit Händen und Füßen klar gemacht hatte, was man wollte und sie einem dann sogar eine Flasche oder Dose Cola zeigten, war diese immer Pisswarm, an dem achten Stand fanden wir dann endlich eine die gekühlt war. Wir verstehen das nicht, wer möchte denn bei 34 Grad im Schatten und strahlender Sonne eine warme Cola trinken, das schmeckt doch dann wie .....

Für den Abend waren wir mit Manu und Max zum Essen verabredet, die zwei hatten wir schon am Morgen auf dem Boot hierher kennengelernt und sie waren ganz nett. Kommen aus Bayern, sind unser Alter und auch am rumreisen, allerdings auf 5 Wochen beschränkt, dann muss sie wieder an die Schule und unterrichten, er hat sein Studium gerade abgeschlossen. Wir trafen uns um 19 Uhr am Pier, da Manu unbedingt auf einem schwimmenden Restaurant essen wollte, uns war es bis zu diesem Zeitpunkt egal, dies änderte sich allerdings, als wir dann auf diesem Boot saßen. Es war ein ganz merkwürdiges geschaukel und machte einen schon etwas kirre, das Essen war in Ordnung, später ging es wieder aufs Zimmer zurück. 

Am nächsten Morgen bekamen wir, wie versprochen unsere Pässe zurück und wurden mit einem Mini Van abgeholt, wer saß in diesem? Manu und Max sie wollten auch weiter nach Saigon (Ho- Chi- Minh), gemeinsam fuhren wir an den Busbahnhof etwas ausserhalb. Dort wollte Max eine Flasche Wasser kaufen und die Verkäuferin wollte 50000 Dong von ihm was fast 2 Euro entspricht, unglaublich, natürlich kaufte er sie nicht und zwei Minuten später kam die Frau dann an und bot ihm die Flasche für 10000 was akzeptabel war an.

Ein paar Minuten später konnten wir auch schon in den Bus steigen, es gab Sitzplatznummern, welche uns nicht weiter interessierten, wir konnten eh nichts lesen, so nahmen wir irgendwo Platz. Ein Angestellter der Busfirma kontrollierte dann die Tickets, während der Fahrer noch schnell vor Abfahrt draussen den Bus segnete und anbetete, ob das ein gutes Zeichen war? Wir mussten in die hinterste Reihe auf unsere eingetragenen Plätze, in der Mitte saß ein Vietnamese und daneben Max und Manu, vor ihnen saß noch ein Pärchen aus Frankreich, der Rest war voll von Einheimischen. Die Fahrt begann und war eine der schlimmsten die wir je erlebt hatten, klar war der Verkehr nicht gerade gering und so einen Bus durch die Gassen steuern möchte man auch nicht, aber muss man ja auch nicht. 

Der Fahrer fuhr wie ein absoluter Heinz, bremste ständig heftig ab, so dass der Vietnamese der in der Mitte hinten bei uns  saß, sich immer ordentlich an den Vordersitzen abstützen musste, damit er nicht quer durch den kompletten Bus flog. Wir fuhren über sehr viele Brücken, ungebremst, das gab hinten natürlich ordentliche Schläge und wir wurden durchgeschüttelt, also wenn man ungewollt schwanger gewesen wäre nach dieser Fahrt hätte sich das Problem definitiv erledigt gehabt.
Nach 4 Stunden über sehr dicht besiedeltes Gebiet, machte der Bus eine Mittagspause, wir wurden an einer riesen Halle abgesetzt in der es zuging wie auf einem grossen Fest. Überall standen Tische, an denen saßen vorwiegend Asiaten die speisten, man konnte aber auch noch Obst, Bücher oder Schmuck kaufen. In kurzen Abständen gab es Lautsprecheransagen, natürlich nur auf Vietnamesisch, über die Reisebusse die draussen im Minutentakt wieder abfahren wollten, zu allen möglichen Städten in Vietnam. Wir standen gegen Ende der Pause wieder draussen vor der Halle, Manu machte sich Gedanken, ob wir in diesem Chaos hier, überhaupt unseren Bus wieder finden würden, da kam auch schon ein Fahrgast aus unserem Bus und lotste uns in den entsprechenden, noch 2 Stunden Fahrt lagen vor uns. 

An der Endstation suchten wir uns zu viert ein Taxi in die Stadt, der Fahrer verstand auch fast wieder nichts, nur durch Bilder konnten wir ihm klar machen wo wir hin wollten. Bevor wir dann einstiegen, kontrollierten wir ob er überhaupt einen Taximeter hatte, den gab es, trotzdem hieß es diesen im Auge zu behalten, wegen Geschwindigkeit, es war aber alles ok. Nach 15 Minuten Fahrt erreichten wir langsam die Stadt, Hochhäuser und mehr Geschäfte tauchten vor unseren Augen auf, sowie der Fluss. Wir trauten kaum unseren Ohren, als Max meinte, schaut mal da am Fluss, die Frau macht ja gerade ihre Morgentoilette. Natürlich schauten wir alle zum Fluss und sahen wie die Frau sich gerade mittags um 15 Uhr an einem Fluss, direkt an einer grossen Strasse, den blankgezogenen Hintern wusch, ein paar Meter weiter stand jemand mit einer Angel, was der wohl am Haken hatte?

Wir kamen dem Zentrum immer näher und man sah auch wieder ein paar mehr Europäer auf den Strassen, schon hielt der Fahrer an und Max und Manu stiegen aus, wollten von hier versuchen ihr Hotel zu finden, dazu hatten wir keine Lust, der sollte uns schön bis ans Hotel fahren. 

Dieses lag in einer kleineren Seitenstrasse, die Frau von der Rezeption begrüßte uns sehr freundlich mit gutem Englisch. Per Aufzug ging es hoch in den 6 Stock, auf jedem Stockwerk gab es nur zwei Zimmer, da sehr viele Häuser sehr schmal gebaut wurden. Unseres ging zur Straße hin, war aber ok, wir hatten ein riesen Doppelbett und ein Singlebett, was wir als Ablagefläche nutzten und sogar einen kleinen Balkon. Auch hier wurden die Pässe wieder bis zur Abreise einbehalten.

Wir liefen etwas durch die nähere Umgebung und waren echt von dem Verkehr hier überwältigt, wahnsinn, diese Bilder kannten wir nur aus dem Fernseher, tausende von Rollern die sich an Autos, Bussen und Fahrrädern vorbei drückten und das in alle Himmelsrichtungen. 

Am nächsten Tag ging es an die Standard Touri Plätze: die Kirche Notre Dame, an den Wiedervereinigungspalast, ans Postgebäude, etwas über die Dong Khoi Strasse an den Ben Thanh Markt. In diesen gingen wir hinein, was ein grosser Fehler war, kaum drinnen wurde man ständig angetatscht, man solle doch hier oder da mal schauen und kaufen, furchtbar sowas hatten wir noch nie erlebt, total aufdringlich und ätzend.

Als mich die fünfte anpackte, drehte ich mich zu ihr um und meinte sie solle mich nicht anfassen, natürlich verstand sie wieder kein Wort Englisch, sah wohl aber an meinem Gesichtsausdruck das es nicht so nett war, eine andere klingte sich ein und wollte wissen was ich gesagt habe, ich wiederholte, darauf fing sie an zu schimpfen, wir gingen einfach weiter, dort wurde es etwas besser. Wir entdeckten am hellichten Tag im Trubel des Geschehens an einer Treppe neben den Essensständen eine ganze Horde Ratten die ohne Angst und Scheu nach Futter suchten, es schien hier niemanden weiter zu stören, dann mal guten Appetit.

Weiter ging es einfach planlos durch die Stadt und wir landeten am Fluss, während ich ein paar Fotos schoss, kam Lukas mit einem ins Gespräch der uns eine Flussfahrt anbot. Gelaufen waren wir für heute wieder genug, so gingen wir auf das Angebot ein und fuhren eine Stunde auf dem Fluss, vorbei an noblen Wohnanlagen, Hochhäusern und den Slums. Man sah in der Ferne den riesen Frachthafen und die Skyline.
Für den Abend waren wir mit Manu und Max verabredet, gingen zusammen was futtern und danach noch in der absoluten Backpacker Straße was trinken. Das war ganz nett, man sitzt auf so kleinen Plastikstühlen, sehr eng beieinander, direkt auf und an der Straße, das Bier kostete 40 Euro Cent die Flasche, ständig kam ein anderer Verkäufer vorbei der Bücher, Essen, Armbänder oder Uhren verkaufen wollte. Die Getränke musste man sofort bezahlen aber es herrschte eine gute Atmosphäre, leider fehlte die Klima und man schwitzte echt viel und nach so 2 Stunden fingen einem echt an, die Beine und der Arsch einzuschlafen. So ging es ins Bett.

Für den nächsten Tag, war der Besuch der berühmten Cu Chi Tunnel geplant, so hieß es wieder früh aufstehen. Pünktlich um 7.45 Uhr sassen wir abholbereit in der Lobby, nach 10 Minuten meinte die Dame von der Rezeption, wollt ihr nicht noch was Frühstücken? Darauf meinten wir, nein, werden ja jeden Moment abgeholt, darauf sie, nein nein ihr habt noch Zeit. Wir sagten, dass sie doch gestern meinte es wäre um 7.45 Uhr Abholzeit und mittlerweile war es ja fast schon 8 Uhr, also würde der Fahrer ja jeden Moment kommen, darauf meinte sie nur, es gab einen Anruf, es dauert noch, viel Verkehr, geht erst mal frühstücken. Dies fand in einer Art Kammer statt, ohne Fenster im letzten Eck vom Haus, da standen dann 3 Tische mit Stühlen hineingezwängt und hintendran gab es eine kleine Küche, wir speisten also in einem  einzigartigen Ambiente, dann saßen wir wieder in der Lobby, wartend. 

Wir fragten nach was jetzt wieder das Problem wäre, da es bereits 8.20 Uhr war und niemand kam, sie nur, es kommt gleich jemand. Um 8.35 Uhr stand dann tatsächlich ein Typ in der Tür, der uns mitnahm, wir liefen in eine Seitenstrasse und wurden an einer Art Reisebüro abgesetzt, sollten da warten. Nach weitern 10 Minuten der Warterei machten wir bei diesem Typ dann mal unserem Unmut Luft und fragten was denn jetzt das Problem sei und wann denn endlich das Auto zum Abholen käme. Seine Antwort war nur, seht das alles nicht so eng, willkommen in Vietnam, da hätten wir beide dem Typen mal am liebsten ein paar auf die Fresse geschlagen, aber was sollten wir machten. Wir folgten ihm weiter durch einige Straßen, zu Fuss versteht sich, wir klapperten weitere Hotels ab, bis wir eine Gruppe von ca. 10 Leuten waren, dann brachte er uns an ein anderes Reisebüro wo wir auf den Bus warten sollten. Hier wurden die Tickets abgenommen und wir bereuten diese Tour jetzt schon, doch es sollte noch besser werden. 

Ein andere Mann kam und fragte ob wir zu den Tunneln fahren würden, als wir dies bejahen sagte er, gut kommt mit und wir folgten weiteren 20 Leuten quer durch die Stadt, wo wir dann endlich nach 10 Minuten den versprochenen Bus erreichten. Wir fuhren damit noch weitere Hotels an und verliessen gegen 9.45 Uhr dann auch endlich die Stadt, also 2 Stunden nach dem wir unseren Abholzeitpunkt hatten. Der Guide war ein ganz lustiger, der in einer Tour laberte, was eigentlich keinen interessierte, ihn aber keineswegs davon abhielt, zwischendrin gab er dann immer mal noch ein Ständchen von ihm zum Besten. Nach einer Höllenstunde im Bus auf viel zu engen, kleinen Sitzen machten wir Halt in einer Fabrik, hier durften wir uns eine halbe Stunde Vasen, Gemälde, Schüsseln und Figuren anschauen und natürlich auch kaufen. Was viel interessanter war, ein paar Meter weiter gab es eine weitere Fabrik, in dieser wurden Zigaretten verpackt und verkaufsbereit gemacht, viele unserer Gruppe schauten sich dann diese Vorgänge da an, eine Aufseherin fand das nicht so toll und verbot uns weiter zuzuschauen und Fotos zu schiessen. 

Wieder im Bus ging die Dauerbeschallung des Reiseleiters weiter bis wir endlich die Tunnel erreichten, unsere Gruppe wurde mit einem weiteren Bus zusammengeworfen, so dass wir eine kleine, beschauliche Gruppe von nur ca. 100 Leuten waren. Erste Station war dann ein kurzer Film über den Vietnam Krieg, dann ging es an verschiedene Stationen wo man Fallen sah oder die schmalen kleinen Ein- und Ausstiegst Löcher der Tunnel, erstaunlich war, dass auch grosse Europäer in diese Löcher reingepasst haben, natürlich nicht in die schmalen Gänge.

Was auch ein bleibendes Erlebnis war, an einer dieser Stationen, sollten die Leute so ein Einstiegsloch suchen, einer fand eines und sollte dann den Deckel öffnen, da wir ganz hinten standen, die Lust und das Interesse war schon lange irgendwo auf der Strecke geblieben, gab es einen lauten Knall, 40 cm von uns entfernt, ein Knaller wurde losgelassen um die Gruppe zu erschrecken, unser Trommelfell fiepte wie verrückt, die Verursacher lachten. 

Nach einer Ewigkeit kam die letzte Station der Tour, die richtigen Tunnel, ein kleiner Abschnitt, ist vergrößert worden und man kann hin durch kriechen, wenn einem denn Hitze, Dunkelheit, Enge und 5 Meter unter der Erde nichts ausmachen. Es war echt kein Spaß, sich dadurchzu zwängen, ich krabbelte wieder heraus, war doch alles etwas beklemmend, Lukas zog es durch. Danach gings wieder in den Bus und zurück in die Stadt, es gab drei Punkte an denen man sich absetzen lassen konnte, wie man dann wieder ins Hotel zurück kam interessierte keinen mehr weiter. Mit 2 Stunden Verspätung erreichten wir dann unser Hotel, die Frau von der Rezeption fragte gleich und wie wars? Als wir ihr erzählten, dass es die schlimmste und übelste Tour je in unserem Leben war, sagte sie gar nichts mehr. Kurz hoch aufs Zimmer frisch machen, dann wieder in die Lobby, nächster Pick Up stand an, es sollte zum weltbekannten Wasserpuppentheater gehen.

Wir warteten draußen vor dem Hotel, die Dame von der Rezeption kam heraus, ein Taxi hielt direkt vor dem Hotel an und sie meinte, hier euer Abholdienst. Wir fragten natürlich erst mal nach, wer denn die Fahrt bezahlen würde, sie meinte dann, das Hotel und stieg mit uns ins Taxi, besorgte uns noch die Karten fürs Theater und weg war sie. Wir gingen hinein und wurden zu unseren Plätzen geführt, natürlich vorletzte Reihe, wo alle Europäer saßen. Die vorderen Reihen werden ja prinzipiell an asiatische Reisegruppen vergeben. 

Das Theater begann, die Musik war sehr laut, doch die Aufführung an sich hatte uns ganz gut gefallen und war auch nach 45 Minuten schon wieder vorbei. Draußen auf dem Parkplatz überlegten wir noch ob wir ans Hotel zurück laufen,  oder ein Taxi nehmen, als Lukas auf einmal meinte, guck mal, der Typ da, hält ja ein Schild mit meinem Namen hoch. Der Typ war unser Fahrer und brachte uns zurück ins Hotel.
An unserem letzten Tag in Saigon ging es zu dem Kriegsrelikte Museum. Dort sah man wieder echt üble, aber auch bekannte Bilder und Szenen aus dem Vietnam Krieg. Was besonders krass war, es gibt viele Fotos von Babys und Kleinkindern, die durch die Chemikalie, Agent Orange, stark verkrüppelt und entstellt zur Welt kamen, es gibt sogar Bilder von Leuten die erst 1985 geboren wurden und jetzt versuchen ein Leben zu führen.

Danach ging es noch etwas durch die Stadt, wir setzten uns in einen vietnamesischen Mc Donalds, Lotteria heißt er dann hier, von dort hatten wir einen super Blick auf eine größere Kreuzung und beobachteten etwas den Verkehr (seht es euch einfach mal an).
Wir kamen an einer Gruppe Vietnamesen vorbei, die „ Lotto“ spielten, von einer Tafel. Da der Einsatz nicht besonders hoch war, versuchten wir auch unser Glück und zogen kleine Zettel von der Tafel, wenn die gezogene Zahl, dann auf einem der Gewinne drauf stand, war es deines. Die Gewinnsumme von uns war sehr gering, doch es hatte Spaß gemacht.

Eigentlich wollten wir viel kürzer in Saigon bleiben und noch etwas nach Mui Ne fahren, welches am Meer liegt, Sanddünen bietet und einen roten Canyon. Wir hätten dafür aber wieder, über 5 Stunden für gerade mal 200 km im Bus gesessen, es wäre sehr stressig geworden, der Canyon ist wohl auch nicht so spektakulär wird nur schön verpackt und das Meer ist zu dieser Jahreszeit eh sehr wild. Deswegen fiel auch die Mitte Vietnams Hoi An aus unsere Planung heraus, vor allem wegen des mühsamen voran Kommens und den unzähligen Stunden die wir im Bus verbringen müssten, nur um dann ein Meer zu sehen in das wir eh nicht gehen. 

So hatten wir für den nächsten Morgen einen Flug nach Hanoi hoch in den Norden in die Hauptstadt gebucht. 

Samstag, 18. August 2012

Siem Reap, die Tempel und der Bamboo Train


Der Bus erreichte irgendwann gegen späten Mittag den Busbahnhof der Gesellschaft in Siem Reap, dort wimmelte es wieder von Tuk Tuk Fahrern, die sich fast um die Kunden schlugen, sie drängelten am Busausgang rum, unglaublich. Wir schnappten uns einen uns es ging ans Hotel, dieses lag etwas außerhalb des Zentrums in einer Seitenstraße. Der Fahrer fragte uns gleich ob wir morgen zu den Tempeln fahren wollten und bot uns an, dass er uns fährt, für 15 US Dollar den ganzen Tag. Im Reiseführer stand etwas von einem ähnlichen Preis, so sagten wir zu. 

Als wir im Hotel eincheckten, bot uns die Frau von der Rezeption einen hauseigenen Tuk Tuk Fahrer an, für nur 12 US Dollar, da unser Fahrer noch einmal herein kam, um nach der Zimmer Nummer zu fragen, sagten wir ihm gleich, dass wir vom Hotel einen billigeren Fahrer bekommen würden. Er ging sofort auf denselben Preis runter wie der vom Hotel, so buchten wir ihn dann wirklich fest. Wir fuhren im Anschluss in die Stadt rein in einen Computerladen, dort sollten sie checken ob der ganze Laptop kaputt ist oder wirklich nur der Bildschirm. Der PC wurde an einen dort vorhandenen Bildschirm angeschlossen und wir hatten auch kurz ein Bild dann passierte weiter nichts. Der Verkäufer wollte gleich einen neuen Bildschirm bestellen, doch wir meinten, müssen ja erst mal wissen ob der PC noch geht, denn was bringt uns ein neuer Bildschirm, wenn das ganze Gerät im Arsch ist! Er gab uns also ein HDMI Kabel mit und wir wollten den PC selbst im Hotelzimmer am Fernseher testen, dann den Verkäufer anrufen, wenn wir einen Bildschirm haben wollen würden, damit er diesen in Phnom Penh bestellen könne. Der PC funktionierte glücklicherweise mit dem Kabel und wir konnten im Laden anrufen und einen neuen Bildschirm für morgen bestellen, dann chillten noch etwas auf dem Zimmer und schauten etwas TV wollten fit für morgen sein.

Wir bestellten den Tuk Tuk Fahrer für 11 Uhr morgens, fuhren dann zuerst in den PC Laden gaben den Laptop ab, danach fuhren wir raus Richtung Tempelanlagen. Wir machten mit dem Fahrer aus, heute die „ kleine“ Tempelrunde zu besuchen.

An einer ersten Eintrittsstation kauften wir uns einen 3 Tagespass, da er günstiger war, als jeden Tag einen neuen zu kaufen, wir wurden dafür fotografiert, dann konnte es weiter gehen. Wir erreichten als erstes den wohlbekanntesten der ganzen Tempel Angkor Wat.

 Am Eingang zu dem Tempel mussten wir gleich wieder unseren Eintrittspass zeigen, dann konnten wir über den langen Steg zu dem Tempel laufen, der ansonsten komplett von einem riesen Wassergraben umgeben ist. Es war schon sehr beeindruckend durch diese riesen alte Anlage zu laufen. Wir kamen an eine Art Innenhof in diesem erhob sich ein weiterer großer Palast zu dem man hinauf steigen konnte, wenn man denn richtig gekleidet war. Lukas durfte ohne Probleme hinauf, bei mir meinten sie wieder nur: Sorry you are not well dressed, das war’s unten bleiben und warten wie viele andere Touristinnen auch. Lukas schoss ein paar Fotos und kam nach 5 Minuten wieder runter, es gab nichts weltbewegendes was ich durch meine unpassende Kleidung verpasst hätte. 

Wir suchten auf dem vollen Parkplatz unseren Tuk Tuk Fahrer, gar nicht so einfach bei diesen vielen gleich aussehenden, doch wir hatten eine Elefantendecke über dem Polster liegen und so fanden wir ihn dann doch. Er hatte es sich während wir die Anlage erkundeten in einer Hängematte im Tuk Tuk bequem gemacht.
Wir kamen an einem kleinen Tempel (Angkor Thom) vorbei, an dessen Eingang blickten 4 Gesichter in die 4 verschiedenen Himmelsrichtungen, den wollten wir auch sehen. Innendrin war leider ziemlich viel kaputt, er hatte dennoch mit einigen riesigen Bäumen seinen Charme. Jetzt fuhren wir zu einem anderen sehr bekannten Tempel, dem Dschungeltempel (Ta Prohm), besser bekannt als Tomb Raider Tempel. Der war auch unheimlich schön, viele Mauern wurden von dicken, ewig langen Wurzeln umschlungen. Danach kamen wir zu einem, da mussten wir erst mal wieder 100 steile Stufen hinauf klettern, um einen Blick über die komplette Anlage zu gewinnen, doch es lohnte sich. Danach folgten noch 2 kleine Tempel (Preah Khan & Banteay Pre), dann kam wieder ein sehr schöner der Bayon Tempel. Hier blicken über 200 Gesichter von 54 Türmen in alle Himmelsrichtungen, von hier sollten wir noch ein Stück durch einen anderen Tempel laufen, in diesem gab es einen riesen Tümpel der früher als Swimmingpool benutzt wurde und von einer Mauer mit Elefantenmotiv umrandet wurde. Als wir dann wieder auf unseren Fahrer trafen, fragten wir wie viele Tempel noch folgen würden, da wir ja nur die „kleine“ Runde machen würden, er lachte und meinte nur noch ein kleiner. Danach hatten wir auch für heute wirklich genug von Tempeln und waren ziemlich kaputt vom vielen laufen und Treppen steigen in der Hitze. 

Der Fahrer fragte was wir heute Abend machen würden? Wir sagten irgendwo noch was Essen dann ins Zimmer, er erklärte, dass es in Siem Reap ein Restaurant gibt, wo man vom Büfett essen könne und später würde eine einstündige traditionelle Kambodschanische Tanz-, Geschichtsshow aufgeführt werden. Wir gingen auf sein Angebot ein und fuhren an das besagte Restaurant, reservierten einen Tisch für heute Abend, dann ging es noch zum PC Laden.

Der Laptop war nicht repariert worden, da der bestellte Bildschirm in Glanz und nicht wie von Lukas gewünscht matt geliefert wurde. Wir fragten nach, warum denn jetzt so ein glatter da wäre, darauf meinte der Verkäufer, dass es in dem Lager keine matten für unsere Größe gibt, so mussten wir entscheiden. Nehmen wir den glänzenden, können den fertigen Laptop aber dann in 15 Minuten mitnehmen oder  nehmen wir den kaputten wieder mit und probieren unser Glück in ein paar Tagen nochmal direkt in Phnom Penh. Wir ließen ihn dann doch in Glanz einsetzen, hatten aber wenigstens unseren Laptop wieder, war schon ganz schön ungewohnt und scheiße so ohne PC. 

Gegen 18.30 fuhren wir mit dem Tuk Tuk an das Restaurant. Auf dem Parkplatz quetschte sich ein Touri Bus neben den nächsten, doch kaum Europäer, die meisten waren irgendwelche Asiaten. Wir setzten uns und dann ging es ans Büfett, dieses war riesig, hatte eine massenhafte Auswahl und es war wirklich für Jeden etwas dabei. Man konnte sich sogar kleine Hähnchenspieße frisch grillen lassen, es gab Suppen, Salate, Nudeln, Pommes, Eier, Obst und 2 Tische nur voll mit Nachspeisen. Wir probierten einige aus, doch keine war wirklich lecker. Dann ging auch schon die Show los, teilweise tanzten nur Frauen zu den kambodschanischen Klängen, dann nur Männer, aber auch alle zusammen. Wir saßen so da und schauten die Show an, als plötzlich einen Tisch vor uns eine dicke, kleine, Asiatin mittleren Alters einfach ihre rechte Pobacke an hieb und ziemlich geräuschvoll einen abdrückte, wir dachten echt das kann doch nicht wahr sein, wir lachten doch die Familie am Tisch machte weiter wie wenn nichts passiert wäre.

Für den nächsten Tag stand dann die große Tempelrunde auf dem Programm, wir waren froh als der Fahrer meinte heute gibt es nicht viele Treppen, vieles sind nur gerade Strecken zu laufen, denn der Muskelkater von gestern ließ ordentlich grüßen. Es folgten bestimmt wieder an die 6 Tempel (Krol Ko, Neak Pean, Ta Som, Ta Keo, Pre Rup und Prasat Kravan) doch irgendwie sahen sie alle für uns gleich aus und wir hatten keine große Lust mehr noch weitere anzuschauen, da es dann auch noch heftig zu regnen anfing entschieden wir es hiermit mit den Tempeln zu belassen und ließen uns in die Stadt fahren. Auf dem Weg dorthin fuhren wir an endlosen Reisfeldern entlang, grünen Palmeninseln und vielen kleinen Hütten in denen die etwas Ärmeren wohnen. 

In der Stadt fielen uns viele Geschäfte auf, die ausgestopfte Krokodile zur Schau stellten und mit echtem Krokodilleder für ihre Taschen, Schuhe und Portmonees warben. Wir liefen einfach etwas durch die Gassen und erreichten später erschöpft das Hotel. 

Am nächsten Morgen ging es mit dem Tuk Tuk zu einem Reisebüro wo wir unsere Tickets für den heutigen Tag gebucht hatten von hier sollte dann der Pick UP an den Reisebus erfolgen. Wir warteten bestimmt über 20 Minuten doch kein Van kam, wir fragten öfter nach, was denn jetzt das Problem wäre, es wurde immer gesagt, jaja, alles ok, kommt gleich jemand. Nach über 45 Minuten kam dann endlich der Pick UP Van, in diesem fuhren wir ganze 5 Minuten dann erreichten wir die Busstation. Wir stiegen ein und saßen mit nur Kambodschanern im Bus. Direkt vor uns, saß einen Frau mit einem kleinen Baby, dieses schaute immer wieder etwas irritiert zu uns zwei rüber. Irgendwann hielt der Bus irgendwo an und wir hatten eine Art Mittagspause, leider hatten wir davon nicht viel verstanden da die Ansage nur in Landessprache erfolgte und auch kaum jemand im Bus Englisch sprach. Der Fahrer klärte uns dann auf und meinte 20 Minuten Pause, wir fuhren mit ihm an eine Busstation wo er dann Pause machte, danach wurden die anderen Gäste wieder eingesammelt und es konnte weiter gehen.

Nach ungefähr 5 Stunden im Bus erreichten wir unser Ziel Battambang, hier wollten wir wegen eines Zuges her, dieser ist ganz einfach aus Bambusstangen auf Rollen, soll ein Erlebnis sein und im Lauf der Jahre abgeschafft werden. Wir wurden schon von einem Tuk Tuk Fahrer von unserem Hotel erwartet, er brachte uns ins Hotel wir checkten nur kurz ein, dann ging es direkt weiter zu dem Bamboo Zug.
Dort kam ein englischsprechender Herr auf uns zu und erklärte uns kurz die Abläufe der Bahn, den Preis usw. Wir zahlten unsere 5 US Dollar Eintritt, kauften noch ein Wasser für die Fahrt, es wurde ein Foto geschossen und schon gings los. Echt ein Erlebnis, wir düsten mit bestimmt an die 30 Km/h über die Schienen, angetrieben wurde der offene Wagon von einem einfachen Motor mit Riemen. Wir saßen auf dünnen Bambusschienen die aneinander genagelt waren auf einer Art Matte und unter uns die 4 Rollen. Nach ungefähr 20 Minuten Fahrt wurde es dann interessant, da uns jemand entgegen gefahren kam und das auf der Einzigen Gleise, die für beide Richtungen benutz wird. Wir mussten kurz absteigen, dann zerlegte unser Fahrer mit ein paar schnellen Handgriffen die Bahn in Einzelteile, die an den Schienenrand gelegt wurden, die entgegenkommende Bahn konnte vorbei fahren, der Fahrer baute unseren Wagon wieder auf den Schienen auf und weiter ging es. Wirklich interessant zu sehen und ein Spaß für uns, nur wenn man bedenkt, dass es wirklich Menschen gibt die mit so was jeden Morgen auf die Arbeit fahren bei Wind und Wetter, dieser Lautstärke und den Schlägen die man immer mal wieder abbekam, da die Schienen nicht 100% genau verlegt waren. 

Nach 30 Minuten Fahrzeit hatten wir eine Art Endstation erreicht, da hatten wir 15 Minuten Pause, es wurde natürlich dafür gesorgt, dass an dieser Haltestelle ausreichend Getränke, Snacks und Souvenirs gekauft werden können. Wir liefen einen kleinen Pfad entlang und kamen an eine Ziegelsteinfabrik, die wir uns gleich näher angeschaut haben. Da standen Männer, schnitten mit einem Draht kleine Brocken aus einem riesen Lehmhaufen, diese kamen dann in eine Maschine und aus dieser schossen immer 5 weiche Ziegel heraus, es war heiß unter dem Dach, stickig, verraucht und total laut. Die Ziegel wurden gestapelt und anschließend kamen sie noch in große Brennöfen, fertig ist der Ziegelstein. Danach ging es wieder zurück zur Bahn und wir fuhren an die Anfangsstation, wir haben ein kleines Video von der Fahrt gemacht und zusammen geschnitten, schaut es euch einfach an.

Wir stiegen ins Tuk Tuk, da es noch relativ früh war, fuhren wir ca. 15 km raus aus der Stadt an einen Hügel (Phnom Sampeu). Dort hätte man 45 Minuten bergauf laufen müssen um den Gipfel zu erreichen, dazu waren wir allerdings zu faul, so zahlten wir den Eintritt und nahmen uns zwei Rollerfahrer, die uns für 2 Euro hinauf und auch wieder hinunter fahren wollten. Mein Fahrer musste noch kurz auftanken, dann konnte es den Berg hinauf gehen, vorbei an den vielen Touristen die sich alle fleißig hinaufquälten. 

Als erstes erreichten wir eine kleine Tempelanlage und eine Killing Cave, zuerst standen wir am Boden dieser Höhle und blickten hinauf und dachten, dass es gar nicht so hoch ist, wo früher die Roten Khmer die Unschuldigen hinab gestoßen haben und das evtl. schon der ein oder andere den Todessturz überlebt haben könnte und dann einfach da in dieser Höhle auf tausenden von Leichen lag. Dann sah man die Höhle von oben und sie wirkte gleich viel tiefer, man sah noch ein Pagodengebäude was auch als Gefängnis benutz wurde, bevor man sie in die Höhle stieß. 

Wir stiegen wieder auf die Roller und wurden ganz auf den Gipfel gefahren, von dort hatte man einen unglaublichen Blick über das weite Land, die endlosen Reisfelder und die Stadt. Die Fahrt hatte sich wirklich gelohnt dann wieder zurück in die Stadt, da zeigte uns der Fahrer noch 2 Statuen der Stadt, eine (Dan Bang Kro Niou) zeigt einen Mann der nach der Legende schwarz wurde, weil sein Reis mit einem schwarzen Stab gerührt wurde, die andere zeigt einen Prinz auf seinem magischen, fliegenden Pferd. 

Dann wurden wir an unserem Hotel wieder abgesetzt, dort stiegen wir bis in den 7 Stock hinauf auf die Dachterrasse die man leider nicht nutzen konnte, da sie im Umbau war, doch den Ausblick durften wir nutzen. Wir liefen noch etwas durch die Stadt, aßen zu Abend und schon war der Tag vorbei.
Was wir hier in der Stadt entdeckten waren frische Baguettes die man kaufen konnte, das Highlight daran war, dass man sie mit Nutella bestreichen lassen konnte, total lecker, so besorgten wir sie uns am nächsten Morgen zum Frühstück .Dann saßen wir auch schon wieder in einem Bus, diesmal mit ein paar mehr Europäern, es ging wieder zurück nach Phnom Penh. Da verbrachten wir 2 Tage, ruhten uns aus, gönnten uns eine ausgiebige Fußmassage und eine Aromaölmassage. 

Am letzten Morgen in Kambodscha hieß es wieder früh aufstehen, dann brachte uns ein Tuk Tuk an den Pier von hier hatten wir eine Bootsfahrt auf dem Mekong gebucht, die Endstation sollte Chau Doc in Vietnam sein.

Mittwoch, 15. August 2012

Phnom Penh – die moderne Hauptstadt


Der Bus erreichte gegen 14 Uhr die Busstation des Busunternehmens, dort warteten schon wieder zahlreiche Tuk Tuk Fahrer auf ihre Opfer. Wir konnten bereits vorher im Bus schon Tickets für ein Tuk Tuk kaufen und mussten uns so gar nicht groß mit den teils lästigen Fahrern auseinander setzen. Wir gaben einem Typ das Ticket und bekamen unseren Tuk Tuk Fahrer gleich zugeteilt. Nach kurzem rumfragen unter seinen Kollegen, wusste er dann auch den Weg zu unserem Hotel. Natürlich versuchte er uns unterwegs in andere Häuser zu locken, wo er dann eine Prämie hätte absahnen können, doch unseres war ja gebucht also keine Chance. Das Hotel war relativ neu und das Zimmer ok, ein ziemlich großes Badezimmer hatten wir, jedoch sehr kleine Fenster. 

Wir gingen gleich wieder los etwas die Stadt anschauen und wir müssen sagen, dass wir wirklich sehr positiv überrascht waren. Es gibt nicht viel Müll der rumliegt, die Häuser sind teilweise schön renoviert, viele Restaurants und Bars auf Dachterrassen und vernünftige Straßen. Eine über 4 km lange Promenade lädt zum Spazieren direkt am Fluss ein. Es gibt viele Restaurants, jedoch keine richtigen Supermärkte, das sind dann mehr so kleine Shops bei Leuten in der Garage wo man was zu knabbern, Deo, oder was Kaltes zum Trinken kaufen kann. 

Was einem sehr schnell ins Auge fällt ist der pompöse Königspalast, zumindest die Dächer davon kann man sehen, der Rest liegt verborgen hinter dicken Mauern, eigentlich wollten wir diesen auch besuchen, standen schon in der Schlange für die Tickets, dann fragte die Frau an der Kasse ob ich ein T-Shirt dabei hätte, da ich ein Trägershirt trug. Nein war meine Antwort, hatte aber einen Sarong dabei, den ich mir umbinden wollte, aber nicht durfte, ist dort untersagt, so war das Thema Palast für uns und viele andere Europäische Touristen recht schnell erledigt. 

Wir liefen an dem Unabhängigkeitsdenkmal der Stadt vorbei, welches leider wie irgendwie fast alle Gebäude oder Denkmäler die wir ansehen wollten, im Umbau war. Dann liefen wir durch eine riesen Parkanlage die sehr nett gestaltet war mit viel Rasen und Bänken an das Kambodschanisch- vietnamesische Freundschaftsdenkmal, ein Stück dahinter war ein kleiner goldener Drache zu sehen und direkt daneben befindet sich ein Denkmal. Dies wurde für Opfer die 1997 direkt hier bei einem Anschlag ums Leben kamen aufgestellt.

Als wir uns weiter durch die Gassen treiben ließen, kamen wir an vielen kleinen, fahrbaren Ständen vorbei, wo die Verkäufer Zuckerrohr pressten und dann den Saft verkauften. Wir kauften uns auch so ein Getränk zum Probieren, sagen wir mal so, es schmeckte besser als erwartet, nicht so süß und auch leicht erfrischend, aber lecker ist was anderes, so schenkten wir den fast vollen Becher einem kleinen Jungen der sich total darüber freute. Wir liefen über einen Markt wo es Kleidung, Fisch und viel Obst und Gemüse gab, das Gemüse sah sehr gut und frisch aus, beim Obst gibt es hier sehr viele Sachen wo wir nicht mal den Namen von kennen, geschweige denn wie man so etwas isst. Der Verkehr in der Stadt war wieder Wahnsinn, unendlich viele Roller, aber auch sehr viele luxuriöse Autos wie dicke Geländewägen oder Lexus und Toyota Schlitten. Es gibt kaum Ampeln, so muss man immer etwas mutig sein und sich irgendwie über die Straße trauen. Den Abend ließen wir mit einem Cocktail auf einer der vielen Dachterrassen mit einem schönen Blick über die Stadt und den Fluss ausklingen.

Am nächsten Morgen war das Standard Touri Programm angesagt, welches uns auf die sogenannten Killing Fields führte, hierauf waren wir sehr gespannt, was uns erwarten würde.

Das Tuk Tuk fuhr uns also erst mal eine gute halbe Stunde aus der Stadt raus zu den Feldern. Dort bekam jeder von uns einen Audio Guide, sogar auf Deutsch vorhanden, auf die Ohren, außerdem noch einen kleinen Wege Plan und schon konnte es losgehen. Wir setzten uns auf eine Bank und bekamen eine kleine Einführung in die Höllengeschichten die hier stattgefunden hatten. Danach liefen wir die verschiedenen Stationen ab, es war schon echt ein komisches, etwas bedrückendes Gefühl so an den Massengräbern zu stehen, die Kopfhörer auf den Ohren und dann bekommt man die Dinge erzählt die hier unter deinen eigenen Füßen stattgefunden haben. Wahnsinn das der ganze Irrsinn gerade mal an die 30 Jahre her ist. Man sah einfach eine Palme da stehen, von dieser wurden die Zweige, die ziemlich scharfkantig und spitz sind, einfach benutzt um den Leuten die Kehle durchzuschneiden. Es gab einen sogenannten Killing Tree zu sehen, an diesem wurden Babys und Kleinkinder solange dagegen geschlagen bis sie keinen Laut mehr von sich gaben, dann in die einen halben Meter weiter entfernte Grube geworfen. Erschossen wurde kaum jemand, da die Kugeln und Munition zu dieser Zeit wohl ziemlich teuer, zu teuer war, so wurden sie alle zu Tode gequält oder geprügelt.

 Man sah einige Schaukästen in denen die von den Gefangenen abgenommenen Kleider gesammelt wurden, dann welche in denen lagen Überreste der gefundenen Knochen sowie Schädel und Kieferknochen konnte man erkennen. Wir liefen an einem kleinen See entlang und dachten noch ach wie nett ein bisschen hinsetzten und auf den See schauen, da kam auch schon die Station auf dem Audio Guide und es wurde erzählt, dass unendlich viele Personen in diesem See „entsorgt“ wurden. 

Wir liefen über einen schmalen Weg weiter auf diesem sah man sogar am Boden noch Knochenreste und Kleidungsfetzen aus der Erde heraus ragen. Zum Schluss gelangt man an einen riese Gedenkstätte in der viele gefundene Totenschädel aufbewahrt werden um den unschuldig getöteten wenigstens ein letztes bisschen Respekt zu erweisen. In dieser Stätte saß ein kleiner Gecko in der Ecke, er war sehr hübsch ganz blau mit roten Punkten und grünen Augen, keiner hatte ihn entdeckt bis wir kamen. Lukas packte ihn und setzte ihn draußen in die Freiheit. 

Nach so viel Grausamkeiten wollten wir nicht auch noch in das bekannte S-21 Gefängnis gehen, zumindest nicht heute, so fuhren wir noch an einen kleinen Tempel (Wat Phnom). Dort mussten wir gleich wieder Eintritt zahlen, die Einheimischen dürfen dort umsonst rein, aber so ist das hier, hellere Haut heißt gleich immer dicke Kohle, also zahlen. Später liefen wir noch über den Zentral Markt, dort war wieder die Hölle los, doch wir kauften nichts. 

Am nächsten Tag stand dann das S-21 Völkermordmuseum (Toul Sleng) auf dem Programm. Hier befand man sich in einer alten Schule, die damals von den roten Khmer genutzt wurde um ihre Gefangenen zu foltern und zu exekutieren. Hier gab es keinen Audio Guide, dafür sah man die winzigen Zellen, Fotos der über 20.000 Gefangenen und Folterwerkzeuge. 

Später entschieden wir noch eine einstündige Bootsfahrt auf dem Fluss zu machen. Wir hatten sogar das ganze Boot für uns alleine. Danach besorgten wir uns einen Tuk Tuk Fahrer der uns noch eine Stunde einfach etwas durch die Stadt fahren sollte, wir sahen den stillgelegten Bahnhof, eine riesen Markthalle, ein gigantisches Hotel mit angeschlossenem Kasino und einen Vergnügungspark, wo jede Menge Leute anstanden um hinein zu kommen. Das war unser letzter Abend in Phnom Penh, an diesem geschah noch ein kleines Unglück. Irgendwie schaffte es Lukas den Laptop vom Bett voll auf den Fließen Fußboden fallen zu lassen, im ersten Moment dachte er alles ok, doch dann sah man dass der Bildschirm wohl den Fall abgefangen hatte und jetzt darauf gar nichts mehr zu sehen war, alles grau, nicht so gut. Wir überlegten was wir jetzt machen sollten, denn eigentlich ist Phnom Penh für so eine Reparatur, wenn überhaupt möglich, schon die Erste Adresse, doch die Bustickets für den nächsten Morgen weiter Richtung Siem Reap und zu den weltbekannten Tempelanlagen waren gebucht. Wir hofften einfach, dass sie den Laptop auch dort irgendwie wieder hinbekommen würden und stiegen am nächsten Morgen in den Bus. Die Fahrt sollte wieder an die 6 Stunden dauern.


Freitag, 10. August 2012

Erst mal wieder ans Meer - Sihanoukville


Wir standen also kurz hinter der Grenze und überlegten, was wir jetzt machen wollten. Wir hatten die Wahl, entweder mit einem dieser Schlepper hier in die Stadt nach Koh Kong fahren und hoffen, dass wir es noch rechtzeitig zum letzten Bus heute schaffen würde, der dann nach Sihanoukville ans Meer fahren würde, oder es einfach entspannt angehen. Wir nahmen die zweite, angenehmere Variante, direkt ein paar Meter nach der Grenzstation, gibt es ein großes Kasino mit einer riesen Hotelanlage, dies wird wohl sehr gerne von Thais benutzt, denn in Thailand ist Glückspiel verboten, so machen sie dann immer einen kleinen, kurzen Abstecher. Da wir durch eine Art Hintereingang in das Gebäude von einem Security Mann geführt wurden, ist uns gar nicht so aufgefallen, wie groß und pompös das Hotel wirkte. Wir liefen an Geschäften und Nagelstudios vorbei, dann ging es durch die Spielhölle, die natürlich auch um 12 Uhr mittags gut gefüllt war, dann erreichten wir die Rezeption des Hotels.

Wir checkten ein und verschafften uns einen kleinen Überblick des Hotels. Es wirkte wirklich sehr elegant mit seinen weißen, riesig geschwungenen Säulen und Anbauten, dem riesen Pool mit direktem Blick aufs Meer.
Am nächsten Morgen organisierte uns Lukas einen Fahrer mit Auto, zuerst sollte er uns nur rein in die Stadt (Koh Kong) fahren und wir wollten einen Bus weiter nach Sihanoukville nehmen. Da der Preis pro Person aber nur 6 Euro mehr war, direkt mit einem klimatisierten Auto los nach Sihanoukville zu fahren, konnten wir nicht nein sagen. Wir wechselten noch das Auto, bekamen ein „besseres“ und einen anderen Fahrer der etwas mehr englisch sprach, als der erste und schon gings los. Eine ca. 4,5 Stündige Autofahrt lag nun vor uns, wir fuhren durch kleine Dörfer, die Straßenverhältnisse waren nicht die besten, was den Fahrer aber nicht davon abhielt durchgängig mit 110 km/h über die Straßen zu gleiten. Was uns auffiel waren die vielen roten Schilder am Straßenrand, die wirklich ständig wenn es etwas ins Feld neben ging einem ins Auge fielen, da wurde einem wieder bewusst, dass man im meist verminten Land der Welt angekommen ist. Kühe und Rinder liefen einfach auf den Straßen, außerdem wieder jede Menge Roller die mit mindestens 2 bis zu 6 Personen beladen waren. 

Nach gefühlten 10 Stunden erreichten wir Sikanoukville, die Unterkunft hatten wir noch schnell von unterwegs ausgesucht, doch der Fahrer hatte keinen blassen Schimmer wo dieses Schweizer geführte Gästehaus sein sollte. Wir gaben die Adresse ins Handy ein und konnten so den Fahrer etwas lotsen und kamen dann auch an. Ein älterer Mann kam gleich ans Auto und sprach uns erst mal auf Französisch an, darauf meinte Lukas verstehen wir nicht, Englisch bitte, ich sagte zu Lukas etwas auf Deutsch, daraufhin kam der Mann zu mir, streckte seine Hand entgegen und meinte Grüezi ich bin der Peter, willkommen bei uns. Er zeigte uns zwei Zimmer ein großes und ein kleineres, wir nahmen das Kleinere, was trotzdem nicht wirklich klein war, aber natürlich etwas günstiger. Da die Sonne vom Himmel strahlte nutzen wir die Gelegenheit und liefen gleich mal ans Meer, schauten uns etwas um, der Strand wirkte schon sehr chillig und entspannt, überall waren kleine Korbstühle und Tisch aufgestellt, trotzdem war der Strand nicht überfüllt. Wir aßen zu Abend und als wir ins Gästehaus zurückkehrten saß Peter an einem der Tische, wir kamen etwas mit ihm ins Gespräch und erhielten einige nützliche Tipps aus erster Hand. 

Wir bekamen auch hier ein sehr leckeres Frühstück mit Eiern, Croissants, Marmelade und richtigem Kaffee, dazu sogar eine kleine Tafel echte Schweizer Schoki, da konnten die Tage nur gut starten. Leider hatten wir aber wieder etwas Pech mit dem Wetter, es regnete wirklich jeden Tag, mal mehr mal weniger, trotzdem hatte man die 32 Grad von der enormen Luftfeuchtigkeit einmal abgesehen. 

Da es in Sihanoukville an die 7 verschiedene Strände gibt und die Stadt auch sehr in die Länge gezogen ist, war schnell klar wir brauchen einen Roller um etwas unabhängig die Umgebung erkunden zu können. Lukas machte sich auf zu einer von Peter empfohlenen Adresse um einen Roller auszuleihen, doch der Verleiher hatte keine mehr da, so meinte er zu Lukas er solle in 30 Minuten nochmal kommen bis dahin hätte er einen organisiert. Wir liefen später dann nochmal vorbei und es stand tatsächlich einer für uns bereit, so gings sofort an der Küste entlang. 

Was sehr angenehm war, hier in dem Gästehaus konnten wir mal wieder etwas ausschlafen, es war verhältnismäßig ruhig und das Beste man bekam auch um 12 Uhr noch ein leckeres Frühstück serviert. Danach fuhren wir immer etwas durch die Umgebung und verschafften uns erste Eindrücke, was schnell auffiel war der viele Müll, der einfach überall in der Gegend rumlag und die vielen Kinder die diesen auf der Suche nach wertvollem Plastik oder Aluminium durchsuchten, die sogenannten Müllkinder. Die meisten Leute sind sehr sehr freundlich am Winken, hilfsbereit und interessiert an uns anders aussehenden. Die Kühe liefen auch hier wieder frei und wild über die Straßen, Toiletten gibt es kaum, man sieht ständig irgendwo, vor allem Männer an einer Mauer oder etwas in einer Wiese stehen und sie pinkeln da, alles total normal. Die Straßen waren mit die schlechtesten die wir je gesehen haben, wir sind an einen Wasserfall gefahren, da bestand die Straße aus roter Sandpiste. In der Nähe vom großen Frachthafen fuhren wir über eine kleine Schlammpiste, durch riesen Pfützen, aber seht selber wir haben ein kleines Video dazu gedreht. 

Interessant war, der eine Nachbar des Gästehauses ist der Polizeichef der Stadt, auf der anderen Seite ist ein großes, wildes, unbebautes Grundstück auf diesem hausen in einer Hängematte und in einem kleinen Unterschlupf ein älteres Paar, was sich da wohl sehr wohl fühlt und auch nirgends woanders wohnen möchte. Verkehrte Welt, oder?

Die 3 Katzen der Besitzer des Hauses besuchten uns in unserem Zimmer sobald man nicht gleich die Tür hinter sich schloss, waren sehr verschmust und lagen die meiste Zeit irgendwo faul rum und pennten.
Wir besuchten einen Markt direkt im Ort, wo es sehr viele nicht ganz appetitliche Sachen zu kaufen gab. Die ganze Markthalle war sehr dunkel und schlecht belüftet, so war es schon Wahnsinn diese ganzen toten Fische, Hühner und Innereien da so liegen zu sehen (ungekühlt versteht sich) und zu riechen. Besonders lecker war es, wenn dem Fisch gerade der Kopf abgehackt wurde oder ein Frosch in alle Einzelteile zerlegt wurde. Daneben gab es viele Kleider, Rucksäcke und Taschen, Uhren, Elektrokram, natürlich alles Original :-) und viel Gold. Also nicht wirklich was für uns dabei aber trotzdem ein Erlebnis.
Kommen wir mal zur Kleidung der Einheimischen, die kleinen Kinder haben meistens, wenn überhaupt nur ein Hemdchen an und unten rum ist alles blank, erleichtert wahrscheinlich das Pinkeln an Mauern usw., die Damen der Bevölkerung bevorzugen da schon eher sportlich, bequeme Nachtwäsche, also richtige Pyjamas, die tragen hier wirklich viele. 

Dann der Verkehr fast alle waren wieder auf ihren Rollern unterwegs, teilweise sitz man aber auch auf dem Dach und der Ladefläche von LKW`S. Verkehrsregeln, eigentlich gibt es nicht viele, man fährt hier wieder im Rechtsverkehr, mittlerweile etwas ungewohnt für uns, aber hat man ja schnell wieder drin. Dann wird gehupt und reingedrückt was geht, bei großen Pfützen fährt man auch mal auf der Gegenseite und rote Ampeln werden prinzipiell ignoriert, Wahnsinn oder? Aber es klappt alles irgendwie, wir haben noch keinen Unfall gesehen. 

Wir hatten auch gleich wieder das Vergnügen mit der lieben Polizei, ratet mal warum? Wir waren nicht ohne Helm oder zu schnell, nein wir fuhren tagsüber mit Licht, streng verboten, nachts nach Belieben einzuschalten. Lukas musste seinen internationalen Führerschein zeigen, in diesen wurde noch nicht einmal ein Blick geworfen, wir mussten das Licht ausschalten und 1 US Dollar Strafe bezahlen, das war’s keine Quittung nichts, wird alles schön in die „ Gemeinschaftskasse“ gesteckt, Peter nannte es Teil der Entwicklungshilfe.
Einmal ging uns wirklich das Benzin aus, da die Tankanzeige nicht mehr ganz so zuverlässig war, so mussten wir schieben, glücklicherweise war es nicht so weit bis ans Gästehaus. Dort baten wir Peter, ob er kurz für uns eine Flasche Benzin irgendwo holen könnte, damit wir dann weiter an eine Tankstelle fahren können, natürlich sagte er nicht nein.

Wir waren auch in einer Apotheke, rein aus Interesse, und man muss schon sagen, dass diese besser ausgestattet war, als so manche in Thailand. Es gab auch gängige Marken wie in Deutschland, die Verpackungen waren sauber und alles wurde ordentlich in Schränken aufbewahrt. Die Angestellte sprach ziemlich gut Englisch, also wenn man etwas gebraucht hätte, wäre es auch hier kein Problem gewesen, was zu bekommen. Viagra kann man übrigens direkt im Supermarkt kaufen, dafür brauch man nicht in die Apotheke und kein Rezept.

Ja die Währung hier ist etwas umständlich, eigentlich ist die Landeswährung Riel, es gibt nur Scheine keine Münzen und wieder viele Nullen, also 5000 Riel sind ca. 1 Euro. Es wird aber meistens alles in Dollar angeschrieben, oder es ist zumindest kein Problem mit dem US Dollar zu bezahlen, natürlich auch wieder nur mit Scheinen. Wenn man einen größeren Betrag zu bezahlen hat, wird dieser in Dollar und der kleinere Betrag in Riel bezahlt, so ist man ständig am um- und nachrechnen. 

Es ergab sich auch hier schon das Visum für unser nächstes Land was in einigen Tagen dann folgen wird zu beantragen. Es ging ratz fatz, war kaum was los auf der Botschaft, so musste man nur sein Passbild, den ausgefüllten Visaantrag und 45 US Dollar auf den Tisch legen und 3 Minuten später hatte man das Visum für Vietnam im Pass kleben. Das Visum hätten wir so oder so vorher besorgen müssen, bei denen bekommt man das nicht einfach mal so an der Grenze und bevor wir es in der Hauptstadt beantragt hätten, wo es fast alle machen, erledigten wir es schon hier. Ab dem 12 August dürfen wir dort einreisen, mal sehen wann wir über die Grenze gehen werden.

Zigaretten sind hier unschlagbar günstig, könnte man fast wieder schwach werden :-), nein nie wieder!
Die Tage waren sehr entspannt und vergingen auch wieder viel zu schnell und es sollte weiter gehen. Wir buchten mal wieder eine 5 Stündige Busfahrt in die Hauptstadt, etwas Kultur sollte es sein.

Donnerstag, 2. August 2012

Abschied von Thailand

Es bot sich wieder dasselbe Bild, als sich die Fähre dem Festland näherte, wie auf der Hinfahrt, es war schon wieder eine Unruhe auf dem Boot und die Leute liefen hinunter, um ja wieder bei den Ersten zu sein. Wir waren auch hier wieder bei den Letzten, was wieder nicht von Vorteil war, wieder nur zwei Taxen. Ein Typ fragte uns wo wir hin wollten, wir sagten nur hier in die Stadt nach Trat, er meinte ja geht noch auf das andere Taxi da drauf, dieser Fahrer sah das allerdings anders und wollte uns nicht, das andere Taxi war schon über alle Berge. Mit uns verblieb noch ein junges Pärchen aus der Schweiz, sie wollten auch nach Trat an die Busstation, doch der Pier war mittlerweile ziemlich leer gefegt, wir setzten uns in den Schatten, dort lungerten zwei Einheimische rum. Sie meinten es kommt gleich ein Taxi, so war es, also zu viert rauf auf den Pick Up wir fuhren 300 Meter, dann hielten wir an, es hieß bitte steigt da drüben in das Taxi, dieses fährt euch weiter. Ja tat es, nur weiter waren so 500 Meter, dann ein erneuter Wechsel, diesmal durften wir sitzen bleiben, bezahlten und fuhren tatsächlich in die Stadt. 

Wir haben uns dann einfach an einem Hotel direkt in der Stadt rauswerfen lassen. Inspizierten wieder einige Zimmer, das dritte sagte uns, dann zumindest für eine Nacht zu. Wir liefen etwas durch die Stadt und mussten feststellen, dass es hier keine Restaurants gibt, zumindest keine für Europäer erkennbaren, zudem waren eh sehr sehr wenige von diesen in der Stadt zu sehen. Wir fanden einen KFC, die Asiaten stehen ja so auf Hühnchen, dort hatte Lukas wenigstens sein Abendessen, ich suchte mir ein paar Kleinigkeiten in einem Supermarkt zusammen. Wir deckten uns noch in einer Apotheke mit Vorräten an gängigen Tabletten gegen verschieden Wehwehchen ein, da die Apotheke

Man muss wirklich mal sagen, dass einem in dieser Stadt, die von den meisten Touristen wirklich nur als Umsteigestation genutzt wird, bewusst wurde, dass so ein bisschen Tourismus gar nicht schlecht ist. Es muss sich natürlich in Maßen halten.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Taxi, an die etwas außerhalb gelegene Busstation. Unser Pick Up Bus stand da, war noch leer, der Fahrer meinte, dauert aber noch 30 Minuten bis wir los fahren. In dieser Zeit sammelten sich noch eine ältere Oma und ein junger Typ an. Es ging wieder auf die Ladefläche und wir fuhren los, wieder zurück in die Stadt, an eine Haltestelle, die um die Ecke unseres Hotels lag, dies wussten wir natürlich vorher nicht. Dort hatten wir auch wieder 15 Minuten Aufenthalt und die Ladefläche füllte sich. 9 Personen und unsere zwei riesen Rucksäcke befanden sich also hintendrauf, eine ältere Frau saß auf dem Beifahrersitz, hinten hatte das Auto noch eine kleine Pritsche aus Metall, auf dieser standen auch noch zwei Männer, nachdem noch ein riesen Sack Reis verstaut war konnte es losgehen. Fast 70 km jetzt so über die Landstraße schaukeln, das konnte ja was werden.

Wir hielten einige Male an, Leute stiegen aus, aber es kamen auch immer wieder neue Fahrgäste ins Auto gestiegen. Nach über einer Stunde hatten wir unsere Endstation Khlong Yai erreicht, dies war die vorletzte Stadt in Thailand im dünnen Grenzstreifen Richtung Kambodscha. Wir hatten in einem Info Heft gelesen, dass es hier mehrere Resorts gibt, die an sehr schönen Stränden liegen sollen, allerdings noch nicht ganz so bei den Europäischen Touristen bekannt, bei den Einheimischen jedoch schon. 

Wir hatten noch 4 Tage Visum so entschieden wir noch in eines dieser Resorts zu fahren, bevor man nach Kambodscha weiterreisen würde. Schnell suchten wir uns aus dem Heft ein Resort nicht allzu weit von der Stadt, welches aber direkt am Meer liegt raus, zeigten dies dem Pick Up Fahrer und schon konnten wir auf die Ladefläche klettern. Das Auto war schon wieder ganz gut besetzt, trotz allem fuhren wir noch nicht los, mal wieder warten. Nach weiteren 20 Minuten sollte es tatsächlich losgehen, es drückte sich noch eine Mutter mit ihren 2 Kindern ins Auto, dann fuhren wir los. Glücklicherweise erreichten wir nach 15 Minuten schon unser Hotel, also die Abzweigung dahin. Es stand ein Schild an der Straße mit dem Namen des Resorts, wir liefen den Weg entlang und nach 5 Minuten erreichten wir die Anlage, diese wirkte ziemlich tot. Wir gingen zur Rezeption, kein Mensch, dann liefen wir etwas durch die Anlage und riefen, da sah man ein jüngeres Mädchen ein Zimmer reinigen. Wir fragten sie, ob sie Zimmer hätten und wie viel es kosten würde? Sie sah uns mit großen Augen an, Antworten bekam man keine, nur ein Lächeln, aber eine ältere Frau kam gelaufen, ihre Englischkenntnisse gleich null, so versuchten wir mit Händen und Füßen mit ihr zu reden. Irgendwie schafften wir es ihr zu zeigen, dass wir uns gerne mal ein Zimmer anschauen würden, sie schickte die Kleine mit uns an ein Zimmer. 

Es war auch wieder nicht groß und anstatt einer Bettdecke oder einem Laken, was hier ansonsten so üblich ist, gab es hier zwei große Baumwolle Handtücher zum zu decken. Wir nahmen es, dann wollten wir erst mal irgendwo was Essen gehen, nur wo? Wir fragten die Frau vom Resort sie zeigte auf einen kleinen Laden, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, ok, also gingen wir dort hin, es standen auch 3 Plastikstühle und ein Tisch dort. Die Inhaberin verstand uns auch wieder nicht, so beschlossen wir weiter zu laufen, nach ca. 15 Minuten, wir hatten die Hoffnung ja fast schon aufgegeben, kam ein kleines „ Restaurant“. Wir setzten uns einfach mal hin, dann wurde uns eine Speisekarte mit 5 Gerichten hingelegt, es gab sogar Bildchen, ansonsten hätten wir echt verloren gehabt, doch so konnten wir was zum Essen bestellen. Wir aßen und danach liefen wir die Straße noch ein Stück weiter, es gab nichts außer kleinen Hütten von Einheimischen und neugierige Blicke, Touristen gibt’s hier wohl wirklich kaum, wir haben in der ganzen Zeit dort keinen Einzigen gesehen.
Es ging zurück ans Resort, von da liefen wir etwas am Strand spazieren, es gab merkwürdig viele tote Seegurken sowie tote Fische zu sehen, sogar einige Tintenfische sahen wir liegen. Gegen Nachmittag setzten wir uns in eine Holz Hollywoodschaukel von dieser konnten wir direkt aufs Meer schauen, dann wurde es dunkel und wir gingen wegen den vielen Stechmücken ins Zimmer. Dort brühten wir uns zwei bereits nachmittags gekaufte Fertig Suppen auf, damit wir zumindest irgendwas als Abendessen hatten, dann gings schlafen. Eigentlich wären wir gerne länger in diesem Resort geblieben, doch die Abgeschiedenheit und das doch stark eingeschränkte Angebot an Essen oder Restaurants, ließ uns davon abkommen, man hatte es sich schon etwas lebhafter vorgestellt, denn die Asiatischen Touris müssen ja auch irgendwo Essen gehen.
Wir liefen also am nächsten Morgen einfach auf die Hauptstraße, suchten uns ein schattiges Plätzchen und warteten auf ein vorbeikommendes Pick Up Taxi. Wir hatten Glück und nach 15 Minuten hielt auch schon eines an, die etwa 60 Jährige Fahrerin stieg aus und meinte Hat Lek? Ja genau da wollten wir hin, das ist die Grenzstadt, das Auto war voll, so stopfte Lukas die Rucksäcke aufs Dach, es wurde zusammengerutscht, aber der Platz langte nicht ganz, so quetschte ich mich auf die Sitzbank, Lukas suchte sich einen Stehplatz auf der Pritsche am Auto, weiter gings. Nach 15 Minuten waren wir wieder nach Khlong Yai gedüst, dort stiegen die meisten aus, so dass Lukas dann auch wieder auf der Bank Platz nehmen konnte. Es war schon merkwürdig mit diesen ganzen Asiaten in dem Taxi zu sitzen, man merkt schon die neugierigen Blicke und ab und an konnte man auch das Wort Farang, was Ausländer heißt, raus hören. 

Wir fuhren nach 3 Minuten Wartezeit weiter Richtung Grenze. Es stiegen unterwegs 3 Personen ein, die hatten fast ihre komplette Küche dabei, Töpfe, Eimer mit Gemüse und riesen Plastikschüsseln in denen noch irgendwelche Hähnchenfetzen drin hingen und schon wurde es wieder kuschlig. Nach weiteren 40 Minuten hatten wir die Endstation und somit die Grenze erreicht. Wir gingen an die Grenzhütte der Thailändischen Seite, dort wurde unser Ausreiseformular aus dem Pass entfernt, der Ausreisestempel reingedrückt, dann wurde noch ein kurzes Foto geschossen und man war ausgereist.

Wir liefen ein paar Minuten durchs Niemandsland, dann betraten wir Kambodschanischen Boden. An einem Gebäude erhielt man sein Einreiseformular, dies füllten wir aus. Da wir gelesen hatten, dass das Grenzgebiet gerne für Drogenschmuggel benutzt wird, kümmerte sich Lukas um die Visas, ich wartete mit dem Gepäck davor. Ich saß kaum, kam schon der Erste an und laberte mich zu, er hat ein Auto und könnte uns ja günstig in die Stadt fahren. Dann kam Lukas zurück und ich musste noch zu dem einen Beamten, Foto machen, Fingerabdrücke abgeben, dann wurde das Einreisevisa in die Reisepässe geklebt und wir dürfen jetzt für 30 Tage in Kambodscha reisen.

Wir hatten ein paar Bedenken, wegen dem Kambodschanischen Visum, man konnte da einige komische Geschichten im Internet nachlesen, zumindest für diesen Grenzübergang. Hier wird wohl gerne mal bis zu den doppelten 25 US Dollars abkassiert, da die netten Beamten meinen, sie nehmen nur Baht an und du als Tourist sitzt da natürlich erst mal am kürzeren Hebel und willst ja in das Land rein, doch bei uns hat wirklich alles gut geklappt. Ein Passbild muss man zu seinem Visaantrag, genau wie die 25 US Dollar immer dazu abgeben, für was fragen sich allerdings viele, da man ja eh nochmals direkt von den Beamten fotografiert wird, egal wir waren also offiziell in Kambodscha eingereist.