Mittwoch, 12. September 2012

Ab in den Norden - Goldenes Dreieck



Unsere Maschine landete um 1.30 Uhr auf dem internationalen Flughafen in Bangkok, zum Aussteigen mussten wir unsere Boardingpässe vorzeigen, da nicht alle die Maschine verlassen sollten, einige flogen von hier weiter nach Doha, hätten wir auch gerne gemacht in so einen komfortable Flugzeug.

Es war zwar nicht so viel los wie tagsüber, aber von einem verschlafenen Flughafen konnte man hier auch nicht sprechen. Da sogar viele Läden besetzt waren, kauften wir uns dann erst mal direkt wieder eine thailändische Handykarte. Dann ging es raus an den Taxistand, wo bestimmt an die 20 Fahrer auf Gäste warteten. Wir stiegen bei einem ein und wollten an das Hotel in dem wir vor ein paar Wochen schon ein paar Tage verbracht hatten, nach einem kurzen Anruf bei diesem, wusste der Fahrer wo es lang ging. Es war 2.30 Uhr als wir ins Hotel eincheckten, ohne Vorreservierung, deswegen mussten wir auch ein etwas größeres Zimmer nehmen, da die einfacheren, kleineren alle ausgebucht waren. Es war uns egal wir wollten nur noch was Essen und ins Bett. Wir bekamen das Zimmer im 8. Stock mit einer schönen Aussicht auf die Stadt, es war von der Ausstattung her, genau wie das kleinere, es war einfach nur etwas größer und man bekam mehr Pflegeprodukte, einen Föhn und einen Wasserkocher. Wir bestellten über den Typ an der Rezeption was vom Maccas, es ist schon ziemlich nett, so einen Lieferservice rund um die Uhr in Anspruch nehmen zu können. 15 Minuten später war unser Essen da, sogar noch heiß und mit massenhaft Chilisoße und Ketchup, danach noch schnell unter die Dusche, dann fielen wir ins Bett. 

Wir genossen unsere paar Tage in Bangkok, schliefen aus, liefen über den riesen Weekend Market und waren erstaunt, was sich doch seit den letzten 3 Jahren hier getan hatte. Es wurden Lagepläne des Marktes verteilt, es gab an jeder Ecke Polizei und Security und es war wirklich ziemlich entspannt da drüber zu laufen. Wir probierten Kartoffelscheiben gegrillt am Spieß, sowie eine Eisbanane mit Schokoüberzug und Mandelsplittern drauf, sehr lecker. Wir kamen auch zu dem Teil, in dem Welpen und kleine Katzen zu Spottpreisen angeboten wurden, außerdem scheinen Hörnchen hier im Moment sehr beliebt zu sein, an dem einen Stand war ein kleiner Baumstamm aufgebaut, der komplett mit den kleinen Nagern voll saß.

Wir besuchten eine riesen Einkaufspassage, dort gibt es sogar eine Familientoilette, in einer der Kabinen ist eine große Toilette und direkt nebendran eine kleine eingebaut. Außerdem gibt es eine riesen Eislaufbahn, die aber kaum genutzt wurde und ganz viele Karaoke Kabinen. Wir waren auch in einem Krankenhaus, auf der Suche nach einer Toilette, das wirkte niemals wie ein Krankenhaus es glich eher einem Hotel. Riesen Gebäude mit extra Suiten wo man dann vor den Schönheitsoperationen nächtigen kann, viel Glas und riesen Polsterbänke, die als Wartebereich dienen. Wir waren auch mal wieder im Kino und kauften 2 Tickets für die letzte Reihe auf einem Kuschelsofa, war sehr bequem da drauf den Film zu schauen, zumal die Lehnen etwas zurückzustellen waren. Bevor der Film losging wurde ganz normal Werbung und Vorschau gezeigt, dann kam plötzlich die Aufforderung zum Aufstehen zur Nationalhymne, zu Ehren des Königs und jeder im Saal stand.
Unser Abflug rückte näher, wieder ging es mit dem Taxi raus an den Don Mueang Flughafen, man könnte ihn auch Geisterflughafen nennen, da ist wirklich nichts los gewesen. Es gibt aber einen Burger King, dort gab es dann noch einen kleinen Snack, danach liefen wir durch die leeren Gänge um die Zeit totzuschlagen, endlich konnten wir in den Flieger.

Nach einer guten Stunde hatten wir unser Ziel erreicht Chiang Rai, die nördlichste Provinzstadt. Hier oben liegt auch nicht weit entfernt, Chiang Mai, welches wesentlich bekannter ist, doch diese Stadt sollte später noch folgen. Nach Chiang Rai wollten wir wegen eines Tempels, der ganz in weiß von einem Künstler erbaut wurde. So buchten wir für den nächsten Tag eine Tour, die uns auch zu dem Tempel führen sollte. Am Abend ging es noch über einen kleinen Nachtmarkt, wo ich endlich eine Strickjacke gefunden habe, die gefällt, passt und gerade mal 2 Euro gekostet hat, mal sehen wie lange sie hält, aber im Flieger kann man so was immer gebrauchen.

Wir wurden vom Hotel abgeholt, rein ging es in einen Geländewagen, wir holten noch 4 Spanier ab und unsere Gruppe war komplett. Zuerst ging es an den Wat Rong Khun, den weißen Tempel, wir hatten Glück und waren vor den Massen dort. Es war schon beeindruckend diese riesen Tempelanlage zu sehen und alles in Weiß und mit kleinen Spiegelstücken besetzt, dass es funkelte und glitzerte, war mal ein netter Gegensatz zu den ganzen bunten, goldenen Tempeln. Im Anschluss ging es an ein „schwarzes Haus“, auf diesem Gelände hat ein andere Künstler, viele schräge Hütten und Knochenteile im Garten aufgestellt. Dann besuchten wir ein kleines Dorf, in ihm leben Familien aus dem benachbarten Myanmar, die von dort vertrieben wurden und hier Zuflucht gefunden haben, besser bekannt sind die Frauen aus dem Dorf als Langhalsfrauen, ja die mit den Ringen. Es leben dort aber Frauen, die riesen Ohrlöcher haben, es war echt krass zu sehen in was für einfachen Strohhütten die Leute wohnen und wie schwer diese Ringe sind, bis zu 8 kg bringen sie auf die Waage, selbst kleine Mädchen tragen schon diesen „Schmuck“ und man darf ihn niemals abnehmen.

 Nächste Station war eine Affenhöhle, wobei die Affen nicht oben in der Höhle, sondern schon unten auf dem Parkplatz auf Besucher warteten, sobald man irgendwas in der Hand hatte, was auch nur annähernd nach Essen aussah, sprangen 3 bis 4 Affen direkt auf einen zu, also nichts wie rauf auf den Berg, zu der Höhle und weg von den gierigen Affen.

Der Aufstieg war wieder sehr beschwerlich, doch der Ausblick war nett und in der Höhle gab es wieder einen kleinen Altar. Nach so vielen Eindrücken waren wir natürlich hungrig, es ging zurück in die Stadt (Mae Sai) in ein Restaurant, wo ein Büffet auf uns wartete. Gut gestärkt ging es dann dort hoch auf einen Berg, an einen Skorpion Tempel, von wo aus man direkt auf Myanmar schauen konnte. Dann ging es einen anderen Berg hinauf, wir waren echt froh im Auto zu sitzen und nicht das ganze per Fuß zurücklegen zu müssen, und wir sahen direkt auf das goldene Dreieck. Vor uns lagen zur linken Myanmar, zur rechten Laos und wir standen in Thailand, die Grenze ist einfach der riesige Mekong Fluss. 

Es ging noch in ein Opium Museum, dort konnte man alle möglichen Gewichte und Pfeifen sehen, als letzter Punkt stand dann noch ein kleiner Tempel auf dem Programm. Wir wurden gegen 16 Uhr wieder in der Stadt abgesetzt, dort liefen wir noch etwas herum und sahen auch dort wieder viele Tempelanlagen. 

Am nächsten Morgen ging es an den Bahnhof und wir saßen in einem ziemlich luxuriösen Bus und los ging unsere 3 Stündige Fahrt durch die Berge und endloses grün nach Chiang Mai. Wir fuhren ans Gästehaus und schauten uns danach etwas in der Stadt um. Auch hier wieder zahllose Tempelanlagen, wir sahen das Denkmal der 3 Könige und die alte Stadtmauer mit Wassergraben, welche mal um die Altstadt herum führte.
Eigentlich wollten wir hier ein Elefantencamp besuchen, in dem die alten, ausgedienten Elefanten eine Art Ruhestand genießen dürfen, ohne Shows oder irgendwelche Touristenattraktionen darzustellen, doch was wir dann im Internet über das Camp nachlesen konnten, sowie der saftige Eintrittspreis von 65 Euro ließ uns doch schnell von abkommen. Ein Kochkurs war auch sehr teuer und der Besuch eines Tiger Palastes kam auch nicht in Frage auf Grund der schlechten Haltung, so sahen wir uns einige Tempel mehr als geplant an und besuchten an einem Abend einen Thai Box Kampf. Dort ging es ordentlich zur Sache, zumindest nach den ersten beiden Runden, diese dienten eher noch zum Austesten, aber ab Runde 3 ging es los, die Kämpfer fielen sogar aus dem Ring und die Einheimischen feuerten ordentlich an.

Dann war es Zeit für unsere nächste Station, wir schlängelten uns mit einem Mini Van, 3 Stunden weiter durch die Berge nach Pai. Nachdem wir unser Gästehaus gefunden hatten und das Gepäck abgeladen hatten, aßen wir etwas, dann warfen wir einen Blick auf eine Stadtkarte und es war schnell klar ein Roller wäre hier schon sehr angenehm. Also besorgten wir uns einen und fuhren durch die saftig grünen Reisfelder, hinaus an einen Wasserfall (Mor Paeng). Wir bereuten sofort, dass wir keine Badesachen angezogen hatten, denn dieser lud einfach zum Abkühlen ein, so ging es schwitzend weiter an einen Tempel. Danach fuhren wir einfach noch etwas durch die Gegend und konnten uns gar nicht satt sehen an diesem Grün, gegen Abend ging es noch auf den kleinen Nachtmarkt.

Für den nächsten Morgen hatten wir eine Rundfahrt mit unserem Roller geplant, erster Stopp war der Pai Canyon, wir hatten es uns etwas spektakulärer vorgestellt, aber es war ganz nett anzusehen, zumindest ging es ordentlich nach unten und der Ausblick aufs Umland war auch schön. Dann fuhren wir an einen Wasserfall (Pam Bok), diesmal mit Badesachen, aber keine Chance da zu baden, viel zu wild und kaum ein rankommen ans Wasser, aber schön. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Grundstück vorbei, von einem Bauern, der uns gleich anbot Platz zu nehmen und uns alle möglichen Snacks auftischte, sowie frischen Rosellen Saft anbot. Wir entschieden uns dann dort eine kleine Pause einzulegen und probierten die verschiedenen Sachen aus. Weiter ging es an eine Brücke aus dem 2. Weltkrieg und dann, als Abschluss besuchten wir noch die bekannten heißen Quellen (Tha Pai). Es war Wahnsinn, wie sich der Dampf, des bis zu 80 Grad heißen Wassers über den Wald ausbreitete, in einigen Becken durfte man Eier kochen und in den Becken weiter unten hatte das Wasser nur noch 40 Grad und man konnte darin baden gehen – wem es nicht zu heiß war, bei sowieso schon 35 Grad Außentemperatur. Wir fuhren noch an ein sehr einladendes Café, in diesem saß, oder besser gesagt schwang man in Käfigen direkt mit Blick auf die Berge. Wir relaxten dort etwas und beschlossen noch, in ein naheliegendes chinesisches Dorf zu fahren, von dort konnte man ganz auf einen Berg hinauf, zu einem Aussichtspunkt. Wir waren ganz alleine hier oben und auf der einen Seite sah man das Dorf liegen, auf der anderen Seite war der Wald fast wie in Deutschland bewachsen. Da es langsam dunkel wurde ging es bergab zurück ins Dorf, Roller zurückgeben, was Essen und schon wieder war ein Tag vorbei.
Am nächsten Morgen ging es wieder mit dem Mini Van über die Berge zurück nach Chiang Mai. Auf der Fahrt, war ich gerade kurz eingenickt, was eigentlich bei diesem geschaukel  fast unmöglich war, als ich auf einmal ein komisches Geräusch hörte und hoffte, dass es nicht zu meinen Bildern im Kopf passen würde, doch als ich die Augen aufschlug, bestätigte sich die Vermutung. Der einzige einheimische Fahrgast, kotzte, glücklicherweise in eine Tüte nicht direkt auf den Boden, schnell wurden die Fenster geöffnet, aber angehalten wurde deswegen nicht. Ungefähr 15 Minuten später, machten wir eine kleine Pause und konnten die Kotz Tüte entsorgen. 

In Chiang Mai hatten wir für eine Nacht das gleiche Gästehaus wie vor ein paar Tagen schon gebucht, verbrachten dort die Nacht und am nächsten Morgen ging es zum Flughafen. Wir saßen zum ersten Mal in einer kleinen Propellermaschine von Saab, der Flug war aber ok und nach einer guten Stunde landeten wir in Udon Thani. Das war unsere letzte, kleine Zwischenstation in Thailand, von hier nahmen wir einen weiteren Mini Van direkt zur Grenzstadt Nong Khai.  Hier überquerten wir die Grenze nach Laos.

Freitag, 31. August 2012

Hanoi – die pulsierende Hauptstadt


Wir stiegen in ein Taxi und sagten dem Fahrer, dass wir an den nationalen Flughafen müssten, nicht an den internationalen Flughafen, er nickte nur und meinte jaja. Nach 45 Minuten Fahrzeit erreichten wir den Flughafen, wir gingen ins Terminal hinein und wo waren wir? Natürlich am internationalen Flughafen, es ist echt in keinem Land mit dem nicht richtig verstehen so schlimm gewesen wie in Vietnam. Wir fragten uns durch, wo denn jetzt die Inlandsflüge abgehen würden, wir mussten dann nochmal 10 Minuten quer über das Flughafengelände  laufen, dann erreichten wir den richtigen Teil des Flughafens. 

1 ½ Stunden später saßen wir im Flieger und verließen bei sehr bewölktem Himmel und leichtem Regen Saigon. Während des 2 Stunden Fluges, ließen wir die richtig grauen Wolken hinter uns, wurden aber zwischenzeitlich schon etwas durchgeschüttelt. Als wir in Hanoi landeten war es wieder nur bewölkt.
Wir liefen hinaus aus dem Flughafengebäude und suchten uns einen Bus, der uns in die Innenstadt bringen sollte. Es war schnell einer gefunden, dummerweise waren wir die ersten Fahrgäste, hatten wohl irgendwie einen doofe Uhrzeit erwischt. So saßen wir in diesem Bus und sollten erst mal wieder Geduld beweisen, denn für 2 Gäste fährt der Bus natürlich nicht in die Stadt. Wir warteten und warteten, der Bus füllte sich sehr langsam, nachdem wir dann ungefähr schon 45 Minuten wartend im Bus verbrachten, ging Lukas mal nachfragen. Der Fahrer meinte noch 10 Minuten dann geht’s los, aus den 10 Minuten wurden dann natürlich wieder 30 Minuten, doch dann war endlich der Bus gut gefüllt und wir konnten endlich den Flughafen verlassen. 

Auf den Straßen sah man, dass der Himmel in der Ferne sich immer mehr schwarz färbte. Wir wurden in der Stadt an einer Haltestelle rausgeworfen, hätte uns der Fahrer bis ans Hotel gefahren, wäre der doppelte Fahrpreis fällig gewesen, das fanden wir dann doch etwas viel. An der Haltestelle fanden wir schnell ein Taxi, dieses sollte uns bis ans Hotel bringen, die Adresse hatten wir sicherheitshalber vorher schon fotografiert, so dass der Fahrer sie ja nur ablesen musste. Es fing an zu regnen und das Taxi drückte sich durch die verstopften Gassen, der Fahrer sprach wieder kaum ein Wort Englisch und hielt an verschiedenen Stellen in der Altstadt an, wo er uns irgendetwas erzählte und wollte, dass wir aussteigen, da wir ja angeblich das Hotel erreicht hätten. Doch nirgends war der Hotelname zu erkennen und wir zeigten wieder das Foto und er fuhr weiter, doch leider ziemlich planlos. Wir schalteten das Navi vom Handy ein, um uns wenigstens etwas orientieren zu können, so versuchten wir den Fahrer durch die engen, kleinen Gassen zu lotsen. Er hielt dann an und deutete uns eine kleine Seitengasse, da sollte das Hotel sein, wir stiegen aus, setzten die Rucksäcke auf und es begann genau in diesem Moment wie aus Kübeln zu schütten.

Wir suchten uns einen Unterschlupf, unter einer Markise eines Ladens der geschlossen war. So einen Regen haben wir echt schon ewig nicht mehr gesehen, der Wind peitschte durchs Wasser, Blitze zuckten am Himmel und in der Ferne hörte man es donnern. Wir wollten das Schlimmste unter der Markise erst mal aussitzen, so beobachteten wir,  wie sich die Kanalabläufe, sehr schnell mit angeschwemmten Müll füllten und dadurch überliefen, das Wasser suchte sich oft seinen Weg in kleine Läden auf der anderen Straßenseite, wir standen glücklicherweise auf der höheren Seite. 

Auf einmal gab es  einen riesen Schlag und in dem Restaurant gegenüber war die Markise unter der Last des Wassers komplett zusammengebrochen, wir standen mit 2 Vietnamesen unter unserem Dach, diese fragten wir dann nochmal nach unserem Hotel, denn bei diesem Wetter hat man ja keine Lust planlos durch die Stadt zu irren, nur auf der Suche nach dem Hotel. Sie deuteten uns die Richtung an und als der Regen etwas nachließ machten wir uns auf die Suche, wir mussten noch ein weiteres Mal nachfragen doch dann fanden wir es. 

Total durchnässt betraten wir das Hotel, bekamen aber ziemlich schnell unsere Zimmerschlüssel, das Zimmer im 6. Stock und kein Aufzug. So schlängelten wir uns die endlosen Stufen hinauf, das Treppenhaus erinnerte an Paris, da es auch hier wieder nur 2 Zimmer pro Etage gab. 

Im Zimmer entdeckten wir kurz nach dem einchecken Schimmel an der Wand, neben dem Schrank war alles voll, das ging natürlich gar nicht, also wieder an die Rezeption und schön beschwert. Der Mann dort erzählte dann irgendwas davon, dass er es besprühen lassen würde, ja kann er ja machen, aber wir würden unter gar keinen Umständen in so einem Zimmer schlafen. Nach einigem hin und her bekamen wir dann ein anderes Zimmer, auch im 6 Stock aber ohne Schimmel, na geht doch, so was hatten wir auch noch nicht erlebt.  Ansonsten hatten wir ein kleines Fenster zu einem Innenschacht wo es ständig nach Essen roch, außerdem wohnte wohl der Eigentümer mit seiner Familie auf dem Dach, man hörte jeden Schritt und an ausschlafen war mal wieder nicht zu denken.

Wir nutzten eine kurze Regenpause um etwas Futtern zu gehen, das Ganze gestaltete sich etwas schwierig, da viele Straßen komplett überschwemmt waren und wir keine Lust hatten durch das Waden hohe braune Wasser zu laufen. Die Schuhe waren zwar eh klitschnass und man schwamm in ihnen, aber dadurch wollten wir dann doch nicht, so besuchten wir ein Restaurant nicht weit vom Hotel. Hier testeten wir dann das Hanoi Bier, war ganz lecker und nach dem Essen ging es wieder ins Hotel, kaum im Eingang fing es wieder heftig an zu schütten. 

Das Wetter war am nächsten Tag war nicht wirklich besser, natürlich nutzten wir die Regenpausen um etwas durch die Stadt zu laufen, doch man hatte nie wirklich lange Zeit und durch den Regen war es auch noch schwüler als eh schon, wir schwitzten wie sonst was. Wir besuchten einen Markt, auf diesem ging es sehr gesittet zu, kein Vergleich zu dem in Saigon. Außerdem waren wir in einer kleinen Tempelanlage, die sich direkt auf dem Hoan Kiem See befindet. In diesem war eine riesen Schildkröte ausgestellt, Tiere in dieser Größe sollen sich immer noch im See befinden, aber werden nur ganz selten gesichtet. 

Auf Grund des schlechten Wetters, es wurden sogar komplette Bäume in der Stadt entwurzelt und diese blockierten dann die Straßen, wurde uns klar, dass wir das Hotel wechseln sollten, da man doch einige Zeit dort verbrachte. Dieses hier war sehr einfach, dafür aber günstig, doch durch den Zimmerwechsel hatten wir kein Doppelbett mehr und sowieso nur 2 Nächte gebucht, so stand für den nächsten Morgen der Umzug in ein besseres Hotel an. 

Das neue Hotel lag etwas zentraler zum See, doch leider in einer Straße die aus einer kompletten Baustelle bestand, wirklich überall wurde gebohrt, gehämmert, geschweißt oder gesägt, nicht sehr erholsam, aber das Zimmer an sich war komfortabler. 

Wir waren wirklich noch in keiner Stadt, wo man so Angst um seine Füße hatte, die Straßen sehr eng und überfüllt, auf den Bürgersteigen parkt man die Roller und die Fußgänger laufen dann auf den Straßen. Hier schiebt sich ein Auto nach dem anderen an den tausend Rollern vorbei, zwischendrin Händler mit Fahrrädern oder Stangen auf dem Rücken und dann wir, die Fußgänger. Es wird in einer Tour gehupt, gedrängelt und geschoben, einfach lästig und so ein Lärm.

Wir mieteten uns einen Cyclo Fahrer für eine Stunde und ließen uns gemütlich durch das Gewusel fahren. Man sah die Einteilung der Straßen hier deutlich, in einigen gibt es nur  Baumwolle zu kaufen, die ganze Straße lang, dazwischen gibt es dann nur einige Restaurants oder Hotels, dann kommt eine da gibt es nur Kleidung oder nur Schuhe, religiöse Gegenstände oder Blechwaren wie Aluminium.

Eigentlich wollten wir nur 2 oder 3 Tage in Hanoi verbringen und dann eine Tour in die bekannte Ha Long Bucht machen, sogar mit ein oder zwei Übernachtungen auf dem Boot waren geplant, doch selbst im Reisebüro riet uns die Verkäuferin auf Grund der Wetterlage ab. Da der ganze Spaß ja auch ein bisschen was gekostet hätte und das Risiko auf dem Meer einfach zu hoch war, blieben wir dann ein paar Nächte länger in Hanoi.

Es wurde der Literaturtempel besucht und im Anschluss daran ein kleiner Park direkt gegenüber, dort war ein Mann gerade am Angeln, wir schauten ihm etwas zu, danach liefen wir noch durch die tausend kleinen Gassen. Wir machten auch einen Abstecher an das Lenin Denkmal, den Cot Co Flaggenturm sowie das Ho Chi Minh Mausoleum, dieses ist leider für Touristen geschlossen und bewacht wie ein Goldschatz. Vorbei am Präsidentenpalst, spazierten wir  etwas am Westsee entlang und beobachteten auch dort die unzähligen Angler. Wir durchquerten einen kleinen Park in diesem hockte ein Mann an einem Baum und kackte da einfach, man kann das hier einfach alles nicht glauben.

Mit dem Taxi ging es dann noch  ins Französische Viertel an den Bay Mau See, dieser liegt in einer Parkanlage, wo wir tatsächlich Eintritt für zahlen mussten. Auch hier versuchten wieder Angler ohne Ende ihr Glück und wir fragen uns wirklich, wer in Vietnam überhaupt arbeitet, wahrscheinlich die ganzen Frauen, denn diese sah man kaum am Wasser. Der nahegelegene Bahnhof wurde auch noch kurz angeschaut, es ging halb so chaotisch zu wie wir es uns vorgestellt hatten. Die Züge hatten nur offene Fenster und davor nochmals Gitter und eine Art Gardine als Sonnenschutz, von Klimaanlage kann man darin nur träumen.

Im Großen und Ganzen waren wir einfach nur froh, dass der Abreisetag in Vietnam immer näher rückte und wir die Tage in diesem Land überstanden haben. Es hat uns gar nicht gefallen zu laut, zu hektisch, zu unfreundliche Menschen, kaum jemand spricht Englisch, man hatte immer schnell den Eindruck wenn man jemand ansprach, in einem Geschäft oder in der Apotheke, dass es den Leuten sehr lästig war und sie eigentlich gar keinen Bock darauf hatten. Wir wurden im Supermarkt beschissen, an einem Essensstand wurde behauptet wir hätten noch nicht bezahlt, was wir definitiv getan hatten, wir wurden auch im Taxi beschissen, denn dort schnellte das Taximeter nur so in die Höhe und man hörte ein verdächtiges knacken.
Als wir dann endlich auf dem Weg zum Flughafen waren, ließen wir uns von einem Taxi, an ein Büro einer bekannten Busgesellschaft fahren. Bei dieser waren wir bereits zweimal zuvor gewesen, um uns zu erkundigen, wie das mit den Tickets und den Bussen läuft, beide Male wurden wir mit leeren Händen weggeschickt und sollten am Abreiseabend wieder kommen. Dies taten wir und als wir dann 25 Minuten vor der Zeit dort eintrafen war der Laden ausgestorben, niemand mehr da und die Putzkolonne war auch schon durch. Ein Sicherheitsbeamter sprach etwas englisch und meinte,  dass heute kein Bus mehr fahren würde. Das konnte jetzt echt nicht wahr sein, so ein Saftladen, sie hatten uns mehrmals versichert, dass es um 19.30 noch einen Bus geben würde. 

Uns blieb also nichts anderes übrig, als einen Fahrer an den Flughafen zu nehmen, der war wenigstens noch etwas billiger als ein Taxi, aber der Bus hätte nicht mal ein Viertel davon gekostet. Wir waren echt auf 180, stiegen dann zum dem Typ ins Auto und er fuhr uns an den Flughafen, man hatte hier wirklich jeden Tag das Gefühl, verarscht, ausgelacht oder abgezockt zu werden. 

Am Flughafen hatten wir dann noch etwas Zeit totzuschlagen, da unser Flug erst um 23.30 Uhr dieses „tolle und einzigartige“ Land verlassen würde. Ich ging also auf die Toilette und von den 10 Kabinen war eine besetzt, ich lief alle anderen ab, auf der Suche nach etwas Toilettenpapier, doch nirgends konnte ich auch nur einen Fetzen erwischen und das abends um 21 Uhr auf dem Internationalen Flughafen in der Hauptstadt.
Irgendwie saßen wir die Zeit ab und stiegen dann ins längste Flugzeug der Welt (Boeing 777) von Qatar. Gegen 23.30 hob die fast leere  Maschine endlich ab Richtung Bangkok.

                                           GOODBYE VIETNAM.

Samstag, 25. August 2012

Vietnam - der Süden


Wir fuhren bei strahlendem Sonnenschein auf dem Mekong Richtung Vietnam. Nach ungefähr 3 Stunden Fahrt erreichten wir die Kambodschanische Grenze. Wir mussten alle vom Schiff runter über einen wackeligen Holzsteg an Land, dann an eine kleine Hütte laufen, dies war die Grenzstation, jeder musste seinen Paß abgeben, die Ausreisekarte wurde entfernt und man bekam den Ausreisestempel. Jetzt stiegen wir alle um, auf ein anderes Boot und fuhren 10 Minuten weiter, dann erreichten wir die Vietnamesische Grenzstation. Hier sammelte unser Guide alle Pässe ein und kümmerte sich um den Einreisestempel, wir hatten 20 Minuten Zeit etwas zu Essen.
Die Grenzstation sah schon wesentlich besser aus als die Kambodschanische, das Essen war nicht so gut, wenigstens konnte man in US Dollar zahlen, denn in die vietnamesische Währung hatten wir noch nicht umgewechselt. Wieder aufs Boot es lagen nochmal an die 2 Stunden Fahrt vor uns.
Jetzt waren wir also in dem Land eingereist, von dem man nicht so viel Positives hört, wir haben uns aber dennoch entschlossen uns unser eigenes Bild zu machen. Sind die Menschen wirklich so unfreundlich? Wird man so sehr abgezockt, wie oft beschrieben? Wir wollten es herausfinden. Grober Plan war eine Nacht in Chau Doc, dann weiter nach Ho- Chi- Minh Stadt, evtl. in die Mitte Vietnams ans Meer und dann hoch in den Norden nach Hanoi.

Wir konnten auf der Bootsfahrt jetzt nicht viel Unterschied zwischen anderen, bereits gesehenen Ländern feststellen, dann erreichten wir auch schon Chau Doc. Wir gingen von Bord, hoch an die Hauptstraße, dort wollten wir uns von einem Tuk Tuk ans Hotel fahren lassen, doch es gab keine Tuk Tuks.

Wir hatten die Wahl entweder auf einem Roller oder auf einer Ritscha mitfahren. Wir entschieden uns für die Ritscha, es war eine wackelige und unbequeme Angelegenheit, ausserdem bewegten wir uns kaum vom Fleck, aber wir müssten ja keine Stunden in dem Gefährt verbringen. Wir konnten nach 15 Minuten wieder absteigen und hatten das Hotel erreicht, es lag direkt gegenüber von einem kleinen Markt. Wir checkten ein und wunderten uns, als die Dame an der Rezeption unsere Pässe in eine Schublade legte. Wir fragten nach, ob wir diese denn nicht wie normal üblich zurück bekommen würden, darauf meinte sie nur, jaja die bekommt ihr schon wieder, allerdings erst morgen beim Auschecken. Na gut wir fanden es sehr seltsam und hatten sowas noch nie erlebt, aber hier ist das wohl so üblich, sie erzählte dann auch noch etwas von der Polizei und das sie dafür einfach die Pässe bräuchte. 

Wie auch immer wir quälten uns die Stufen im heissen Treppenhaus bis in den 4 Stock hinauf und waren positiv von unserem Zimmer überrascht. Es war ziemlich gross und wir hatten nur noch ein Zweibettzimmer buchen können, kein Doppelzimmer mehr, da ausgebucht, war aber überhaupt kein Problem, denn ein einzelnes Bett war 1,40 m breit. Wir hatten sogar einen kleinen Balkon von wo man einen guten Blick über die Stadt hatte.

Wir liefen einfach etwas durch die Straßen, viele jüngere Kinder grüßten und winkten uns freundlich zu. Wir sahen sehr viele Hühner, die frei auf den Strassen oder vor irgendwelchen Läden herumsassen, dann liefen wir über einen Markt, auf diesen Strassen sah es wieder aus, wie auf einem Schlachtfeld. Überall lagen Papier, Gemüsereste und Putzeimer herum, wir sahen sogar einen Stand an dem hätte man noch schnell, ein paar frische Schweineohren kaufen können- mmhhh lecker.

Wir liefen Richtung Fluss, dabei kamen wir an der Feuerwehr vorbei, die Besatzung wartet wohl gerade auf einen neuen Einsatz und vertrieb sich die Wartezeit einfach mit etwas Volleyball spielen. Weiter ging es an der Promenade am Fluss entlang, wo alle möglichen Händler versuchten ihren Kram an den Mann zu bringen, es gab viele Stände an denen Rollerhelme verkauft wurden, diese sahen aber eher aus, wie normale Kappen nicht wie die klassischen Helme, natürlich waren auch wieder Nike und andere grosse Marken vertreten. 

Wir versuchten an mehreren Essensständen einfach nur eine kalte Cola zu kaufen, das war eine riesen Herausforderung, denn kaum jemand sprach Englisch. Wenn man dann mit Händen und Füßen klar gemacht hatte, was man wollte und sie einem dann sogar eine Flasche oder Dose Cola zeigten, war diese immer Pisswarm, an dem achten Stand fanden wir dann endlich eine die gekühlt war. Wir verstehen das nicht, wer möchte denn bei 34 Grad im Schatten und strahlender Sonne eine warme Cola trinken, das schmeckt doch dann wie .....

Für den Abend waren wir mit Manu und Max zum Essen verabredet, die zwei hatten wir schon am Morgen auf dem Boot hierher kennengelernt und sie waren ganz nett. Kommen aus Bayern, sind unser Alter und auch am rumreisen, allerdings auf 5 Wochen beschränkt, dann muss sie wieder an die Schule und unterrichten, er hat sein Studium gerade abgeschlossen. Wir trafen uns um 19 Uhr am Pier, da Manu unbedingt auf einem schwimmenden Restaurant essen wollte, uns war es bis zu diesem Zeitpunkt egal, dies änderte sich allerdings, als wir dann auf diesem Boot saßen. Es war ein ganz merkwürdiges geschaukel und machte einen schon etwas kirre, das Essen war in Ordnung, später ging es wieder aufs Zimmer zurück. 

Am nächsten Morgen bekamen wir, wie versprochen unsere Pässe zurück und wurden mit einem Mini Van abgeholt, wer saß in diesem? Manu und Max sie wollten auch weiter nach Saigon (Ho- Chi- Minh), gemeinsam fuhren wir an den Busbahnhof etwas ausserhalb. Dort wollte Max eine Flasche Wasser kaufen und die Verkäuferin wollte 50000 Dong von ihm was fast 2 Euro entspricht, unglaublich, natürlich kaufte er sie nicht und zwei Minuten später kam die Frau dann an und bot ihm die Flasche für 10000 was akzeptabel war an.

Ein paar Minuten später konnten wir auch schon in den Bus steigen, es gab Sitzplatznummern, welche uns nicht weiter interessierten, wir konnten eh nichts lesen, so nahmen wir irgendwo Platz. Ein Angestellter der Busfirma kontrollierte dann die Tickets, während der Fahrer noch schnell vor Abfahrt draussen den Bus segnete und anbetete, ob das ein gutes Zeichen war? Wir mussten in die hinterste Reihe auf unsere eingetragenen Plätze, in der Mitte saß ein Vietnamese und daneben Max und Manu, vor ihnen saß noch ein Pärchen aus Frankreich, der Rest war voll von Einheimischen. Die Fahrt begann und war eine der schlimmsten die wir je erlebt hatten, klar war der Verkehr nicht gerade gering und so einen Bus durch die Gassen steuern möchte man auch nicht, aber muss man ja auch nicht. 

Der Fahrer fuhr wie ein absoluter Heinz, bremste ständig heftig ab, so dass der Vietnamese der in der Mitte hinten bei uns  saß, sich immer ordentlich an den Vordersitzen abstützen musste, damit er nicht quer durch den kompletten Bus flog. Wir fuhren über sehr viele Brücken, ungebremst, das gab hinten natürlich ordentliche Schläge und wir wurden durchgeschüttelt, also wenn man ungewollt schwanger gewesen wäre nach dieser Fahrt hätte sich das Problem definitiv erledigt gehabt.
Nach 4 Stunden über sehr dicht besiedeltes Gebiet, machte der Bus eine Mittagspause, wir wurden an einer riesen Halle abgesetzt in der es zuging wie auf einem grossen Fest. Überall standen Tische, an denen saßen vorwiegend Asiaten die speisten, man konnte aber auch noch Obst, Bücher oder Schmuck kaufen. In kurzen Abständen gab es Lautsprecheransagen, natürlich nur auf Vietnamesisch, über die Reisebusse die draussen im Minutentakt wieder abfahren wollten, zu allen möglichen Städten in Vietnam. Wir standen gegen Ende der Pause wieder draussen vor der Halle, Manu machte sich Gedanken, ob wir in diesem Chaos hier, überhaupt unseren Bus wieder finden würden, da kam auch schon ein Fahrgast aus unserem Bus und lotste uns in den entsprechenden, noch 2 Stunden Fahrt lagen vor uns. 

An der Endstation suchten wir uns zu viert ein Taxi in die Stadt, der Fahrer verstand auch fast wieder nichts, nur durch Bilder konnten wir ihm klar machen wo wir hin wollten. Bevor wir dann einstiegen, kontrollierten wir ob er überhaupt einen Taximeter hatte, den gab es, trotzdem hieß es diesen im Auge zu behalten, wegen Geschwindigkeit, es war aber alles ok. Nach 15 Minuten Fahrt erreichten wir langsam die Stadt, Hochhäuser und mehr Geschäfte tauchten vor unseren Augen auf, sowie der Fluss. Wir trauten kaum unseren Ohren, als Max meinte, schaut mal da am Fluss, die Frau macht ja gerade ihre Morgentoilette. Natürlich schauten wir alle zum Fluss und sahen wie die Frau sich gerade mittags um 15 Uhr an einem Fluss, direkt an einer grossen Strasse, den blankgezogenen Hintern wusch, ein paar Meter weiter stand jemand mit einer Angel, was der wohl am Haken hatte?

Wir kamen dem Zentrum immer näher und man sah auch wieder ein paar mehr Europäer auf den Strassen, schon hielt der Fahrer an und Max und Manu stiegen aus, wollten von hier versuchen ihr Hotel zu finden, dazu hatten wir keine Lust, der sollte uns schön bis ans Hotel fahren. 

Dieses lag in einer kleineren Seitenstrasse, die Frau von der Rezeption begrüßte uns sehr freundlich mit gutem Englisch. Per Aufzug ging es hoch in den 6 Stock, auf jedem Stockwerk gab es nur zwei Zimmer, da sehr viele Häuser sehr schmal gebaut wurden. Unseres ging zur Straße hin, war aber ok, wir hatten ein riesen Doppelbett und ein Singlebett, was wir als Ablagefläche nutzten und sogar einen kleinen Balkon. Auch hier wurden die Pässe wieder bis zur Abreise einbehalten.

Wir liefen etwas durch die nähere Umgebung und waren echt von dem Verkehr hier überwältigt, wahnsinn, diese Bilder kannten wir nur aus dem Fernseher, tausende von Rollern die sich an Autos, Bussen und Fahrrädern vorbei drückten und das in alle Himmelsrichtungen. 

Am nächsten Tag ging es an die Standard Touri Plätze: die Kirche Notre Dame, an den Wiedervereinigungspalast, ans Postgebäude, etwas über die Dong Khoi Strasse an den Ben Thanh Markt. In diesen gingen wir hinein, was ein grosser Fehler war, kaum drinnen wurde man ständig angetatscht, man solle doch hier oder da mal schauen und kaufen, furchtbar sowas hatten wir noch nie erlebt, total aufdringlich und ätzend.

Als mich die fünfte anpackte, drehte ich mich zu ihr um und meinte sie solle mich nicht anfassen, natürlich verstand sie wieder kein Wort Englisch, sah wohl aber an meinem Gesichtsausdruck das es nicht so nett war, eine andere klingte sich ein und wollte wissen was ich gesagt habe, ich wiederholte, darauf fing sie an zu schimpfen, wir gingen einfach weiter, dort wurde es etwas besser. Wir entdeckten am hellichten Tag im Trubel des Geschehens an einer Treppe neben den Essensständen eine ganze Horde Ratten die ohne Angst und Scheu nach Futter suchten, es schien hier niemanden weiter zu stören, dann mal guten Appetit.

Weiter ging es einfach planlos durch die Stadt und wir landeten am Fluss, während ich ein paar Fotos schoss, kam Lukas mit einem ins Gespräch der uns eine Flussfahrt anbot. Gelaufen waren wir für heute wieder genug, so gingen wir auf das Angebot ein und fuhren eine Stunde auf dem Fluss, vorbei an noblen Wohnanlagen, Hochhäusern und den Slums. Man sah in der Ferne den riesen Frachthafen und die Skyline.
Für den Abend waren wir mit Manu und Max verabredet, gingen zusammen was futtern und danach noch in der absoluten Backpacker Straße was trinken. Das war ganz nett, man sitzt auf so kleinen Plastikstühlen, sehr eng beieinander, direkt auf und an der Straße, das Bier kostete 40 Euro Cent die Flasche, ständig kam ein anderer Verkäufer vorbei der Bücher, Essen, Armbänder oder Uhren verkaufen wollte. Die Getränke musste man sofort bezahlen aber es herrschte eine gute Atmosphäre, leider fehlte die Klima und man schwitzte echt viel und nach so 2 Stunden fingen einem echt an, die Beine und der Arsch einzuschlafen. So ging es ins Bett.

Für den nächsten Tag, war der Besuch der berühmten Cu Chi Tunnel geplant, so hieß es wieder früh aufstehen. Pünktlich um 7.45 Uhr sassen wir abholbereit in der Lobby, nach 10 Minuten meinte die Dame von der Rezeption, wollt ihr nicht noch was Frühstücken? Darauf meinten wir, nein, werden ja jeden Moment abgeholt, darauf sie, nein nein ihr habt noch Zeit. Wir sagten, dass sie doch gestern meinte es wäre um 7.45 Uhr Abholzeit und mittlerweile war es ja fast schon 8 Uhr, also würde der Fahrer ja jeden Moment kommen, darauf meinte sie nur, es gab einen Anruf, es dauert noch, viel Verkehr, geht erst mal frühstücken. Dies fand in einer Art Kammer statt, ohne Fenster im letzten Eck vom Haus, da standen dann 3 Tische mit Stühlen hineingezwängt und hintendran gab es eine kleine Küche, wir speisten also in einem  einzigartigen Ambiente, dann saßen wir wieder in der Lobby, wartend. 

Wir fragten nach was jetzt wieder das Problem wäre, da es bereits 8.20 Uhr war und niemand kam, sie nur, es kommt gleich jemand. Um 8.35 Uhr stand dann tatsächlich ein Typ in der Tür, der uns mitnahm, wir liefen in eine Seitenstrasse und wurden an einer Art Reisebüro abgesetzt, sollten da warten. Nach weitern 10 Minuten der Warterei machten wir bei diesem Typ dann mal unserem Unmut Luft und fragten was denn jetzt das Problem sei und wann denn endlich das Auto zum Abholen käme. Seine Antwort war nur, seht das alles nicht so eng, willkommen in Vietnam, da hätten wir beide dem Typen mal am liebsten ein paar auf die Fresse geschlagen, aber was sollten wir machten. Wir folgten ihm weiter durch einige Straßen, zu Fuss versteht sich, wir klapperten weitere Hotels ab, bis wir eine Gruppe von ca. 10 Leuten waren, dann brachte er uns an ein anderes Reisebüro wo wir auf den Bus warten sollten. Hier wurden die Tickets abgenommen und wir bereuten diese Tour jetzt schon, doch es sollte noch besser werden. 

Ein andere Mann kam und fragte ob wir zu den Tunneln fahren würden, als wir dies bejahen sagte er, gut kommt mit und wir folgten weiteren 20 Leuten quer durch die Stadt, wo wir dann endlich nach 10 Minuten den versprochenen Bus erreichten. Wir fuhren damit noch weitere Hotels an und verliessen gegen 9.45 Uhr dann auch endlich die Stadt, also 2 Stunden nach dem wir unseren Abholzeitpunkt hatten. Der Guide war ein ganz lustiger, der in einer Tour laberte, was eigentlich keinen interessierte, ihn aber keineswegs davon abhielt, zwischendrin gab er dann immer mal noch ein Ständchen von ihm zum Besten. Nach einer Höllenstunde im Bus auf viel zu engen, kleinen Sitzen machten wir Halt in einer Fabrik, hier durften wir uns eine halbe Stunde Vasen, Gemälde, Schüsseln und Figuren anschauen und natürlich auch kaufen. Was viel interessanter war, ein paar Meter weiter gab es eine weitere Fabrik, in dieser wurden Zigaretten verpackt und verkaufsbereit gemacht, viele unserer Gruppe schauten sich dann diese Vorgänge da an, eine Aufseherin fand das nicht so toll und verbot uns weiter zuzuschauen und Fotos zu schiessen. 

Wieder im Bus ging die Dauerbeschallung des Reiseleiters weiter bis wir endlich die Tunnel erreichten, unsere Gruppe wurde mit einem weiteren Bus zusammengeworfen, so dass wir eine kleine, beschauliche Gruppe von nur ca. 100 Leuten waren. Erste Station war dann ein kurzer Film über den Vietnam Krieg, dann ging es an verschiedene Stationen wo man Fallen sah oder die schmalen kleinen Ein- und Ausstiegst Löcher der Tunnel, erstaunlich war, dass auch grosse Europäer in diese Löcher reingepasst haben, natürlich nicht in die schmalen Gänge.

Was auch ein bleibendes Erlebnis war, an einer dieser Stationen, sollten die Leute so ein Einstiegsloch suchen, einer fand eines und sollte dann den Deckel öffnen, da wir ganz hinten standen, die Lust und das Interesse war schon lange irgendwo auf der Strecke geblieben, gab es einen lauten Knall, 40 cm von uns entfernt, ein Knaller wurde losgelassen um die Gruppe zu erschrecken, unser Trommelfell fiepte wie verrückt, die Verursacher lachten. 

Nach einer Ewigkeit kam die letzte Station der Tour, die richtigen Tunnel, ein kleiner Abschnitt, ist vergrößert worden und man kann hin durch kriechen, wenn einem denn Hitze, Dunkelheit, Enge und 5 Meter unter der Erde nichts ausmachen. Es war echt kein Spaß, sich dadurchzu zwängen, ich krabbelte wieder heraus, war doch alles etwas beklemmend, Lukas zog es durch. Danach gings wieder in den Bus und zurück in die Stadt, es gab drei Punkte an denen man sich absetzen lassen konnte, wie man dann wieder ins Hotel zurück kam interessierte keinen mehr weiter. Mit 2 Stunden Verspätung erreichten wir dann unser Hotel, die Frau von der Rezeption fragte gleich und wie wars? Als wir ihr erzählten, dass es die schlimmste und übelste Tour je in unserem Leben war, sagte sie gar nichts mehr. Kurz hoch aufs Zimmer frisch machen, dann wieder in die Lobby, nächster Pick Up stand an, es sollte zum weltbekannten Wasserpuppentheater gehen.

Wir warteten draußen vor dem Hotel, die Dame von der Rezeption kam heraus, ein Taxi hielt direkt vor dem Hotel an und sie meinte, hier euer Abholdienst. Wir fragten natürlich erst mal nach, wer denn die Fahrt bezahlen würde, sie meinte dann, das Hotel und stieg mit uns ins Taxi, besorgte uns noch die Karten fürs Theater und weg war sie. Wir gingen hinein und wurden zu unseren Plätzen geführt, natürlich vorletzte Reihe, wo alle Europäer saßen. Die vorderen Reihen werden ja prinzipiell an asiatische Reisegruppen vergeben. 

Das Theater begann, die Musik war sehr laut, doch die Aufführung an sich hatte uns ganz gut gefallen und war auch nach 45 Minuten schon wieder vorbei. Draußen auf dem Parkplatz überlegten wir noch ob wir ans Hotel zurück laufen,  oder ein Taxi nehmen, als Lukas auf einmal meinte, guck mal, der Typ da, hält ja ein Schild mit meinem Namen hoch. Der Typ war unser Fahrer und brachte uns zurück ins Hotel.
An unserem letzten Tag in Saigon ging es zu dem Kriegsrelikte Museum. Dort sah man wieder echt üble, aber auch bekannte Bilder und Szenen aus dem Vietnam Krieg. Was besonders krass war, es gibt viele Fotos von Babys und Kleinkindern, die durch die Chemikalie, Agent Orange, stark verkrüppelt und entstellt zur Welt kamen, es gibt sogar Bilder von Leuten die erst 1985 geboren wurden und jetzt versuchen ein Leben zu führen.

Danach ging es noch etwas durch die Stadt, wir setzten uns in einen vietnamesischen Mc Donalds, Lotteria heißt er dann hier, von dort hatten wir einen super Blick auf eine größere Kreuzung und beobachteten etwas den Verkehr (seht es euch einfach mal an).
Wir kamen an einer Gruppe Vietnamesen vorbei, die „ Lotto“ spielten, von einer Tafel. Da der Einsatz nicht besonders hoch war, versuchten wir auch unser Glück und zogen kleine Zettel von der Tafel, wenn die gezogene Zahl, dann auf einem der Gewinne drauf stand, war es deines. Die Gewinnsumme von uns war sehr gering, doch es hatte Spaß gemacht.

Eigentlich wollten wir viel kürzer in Saigon bleiben und noch etwas nach Mui Ne fahren, welches am Meer liegt, Sanddünen bietet und einen roten Canyon. Wir hätten dafür aber wieder, über 5 Stunden für gerade mal 200 km im Bus gesessen, es wäre sehr stressig geworden, der Canyon ist wohl auch nicht so spektakulär wird nur schön verpackt und das Meer ist zu dieser Jahreszeit eh sehr wild. Deswegen fiel auch die Mitte Vietnams Hoi An aus unsere Planung heraus, vor allem wegen des mühsamen voran Kommens und den unzähligen Stunden die wir im Bus verbringen müssten, nur um dann ein Meer zu sehen in das wir eh nicht gehen. 

So hatten wir für den nächsten Morgen einen Flug nach Hanoi hoch in den Norden in die Hauptstadt gebucht.