Sonntag, 10. Juni 2012

Bali - die Insel der Götter und Dämonen


Auf dem Flug von Sydney nach Bali gab es nichts zu essen, da wir eine günstige aber gute Airline gebucht hatten. Man hatte natürlich die Möglichkeit sich aus dem Board Magazin einen Snack zu bestellen, da waren aber wieder diese widerlichen Meat-Pies die wie … schmecken und dann auch noch mit 10 AUD übertrieben teuer waren. So landeten wir hungrig nach den 6 Stunden Flug in Denpasar. Als wir raus aufs Rollfeld traten bekam man eine ziemliche Hitzewelle ins Gesicht, da die Temperaturunterschiede doch sehr gewaltig waren. Sydney Pulli, lange Hose, leicht frisch im Flieger und dann dort strahlender Sonnenschein und 33 Grad und ab in den völlig überladenen Transportbus ans Terminal. Dort schnell die 50 US Dollar bezahlt die fürs Visum fällig waren und in die Warteschlange. Es ging relativ zügig, hatten wohl die Einreisevisa richtig ausgefüllt denn Fragen von Seiten des Beamten gab es keine. Wir wechselten noch schnell das erste Geld, denn in dem Ort wo wir hinwollten gibt es keine Geldautomaten, und wurden dadurch Millionäre. Furchtbare Scheine sind ganz ganz dünn und flatterig und so viele nullen, kleines Beispiel, 10 Euro sind 110 000 indonesische Rupiah. Dann öffnete sich die Ausgangstür und wir sahen in lauter asiatische Gesichter, die alle irgendwelche Tafeln mit Namen hochhielten und durcheinander schrien. Schnell hatten wir unseren Fahrer gefunden, er brachte uns noch an einen Stand wo wir wenigstens jeder ein Brötchen kaufen konnten, dann gings ins klimatisierte Auto und wir fuhren nochmal 3 Stunden durch ziemliches Getümmel und wirr warr nach Amed. 

Kaum jemand hat ein Auto, aber dafür jeder einen Roller, die sind mit allem beladen was man sich vorstellen kann, ganze Familien, Paletten von Eiern, Hühner, kleine Kioske, Bretter oder Wasserspenderflaschen. Leider war es schon dunkel als wir unser Apartment erreichten, der Besitzer begrüßte uns freundlich und zeigte uns das Zimmer. Es war zu unserem Erstaunen sehr groß und sauber, klar kein großer Luxus aber brauchen wir ja auch nicht, sind ja Reisende. 

Wir liefen die Straße entlang zum nächstbesten Restaurant und speisten dort sehr günstig und lecker zu Abend. Danach nahmen wir noch eine kalte Dusche und fielen erschöpft ins Bett.

Am nächsten Morgen bekamen wir Frühstück auf unserer Terrasse serviert, danach gings zum Strand. Leider ist der Strand hier nicht so zum Baden geeignet, der schwarze Sand ist sehr heiß und um ins Wasser zu kommen, muss man über etliche Steine und tote Korallen steigen, was sehr unangenehm war. In der Hoffnung einen etwas besseren Abschnitt zu finden liefen wir ewig am Meer entlang, doch es wurde nicht besser. Wir verschafften uns trotzdem die erste Abkühlung im erfrischenden Nass und uns war klar ab morgen werden wir einen Roller mieten, damit man an schönere Strände rankommt. An diesem Abend fragte uns Budo ein ca. 20 jähriger Angestellter unserer Unterkunft, wo wir heute Abend essen würden? Wir sagten keine Ahnung, darauf meinte er, habt ihr nicht Lust im XY was zu essen, ich spiele da heute Abend mit en paar Kumpels. Wir sagten klar können wir machen wo ist denn dieses Restaurant? Budo darauf nur 2 km von hier entfernt. 2 km zu laufen hatten wir natürlich keinen Bock und Taxis oder Busse gibt’s hier nicht, da bot er uns an, uns einfach abzuholen. Mega Pünktlich stand Budo am Appartement und wartete auf uns natürlich mit einem Roller. Paar Minuten später kam sein Freund mit einem zweiten Roller und los gings ins Restaurant. Es hatte was von totaler Freiheit so am frühen Abend, auf einem Roller durch die Straßen zu düsen. Das Restaurant war sehr klein, aber gemütlich und nach 15 Minuten Aufwärmen begann die Band. Sie spielten viele Klassiker wie No Woman No Cry, La Bamba oder Sweet Home Alabama, war ganz nett, zum unterhalten leider etwas zu laut, so lauschten wir der Musik. Nach ungefähr 90 Minuten kam ein jüngeres Mädchen in traditioneller Kleidung und tanzte zu balinesischen Klängen. Danach fuhren uns die beiden wieder ans Apartment zurück.

Am nächsten Morgen stand unser Roller bereit, sogar mit 2 Helmen. Es ist eigentlich Gesetz hier so einen zu tragen, aber die wenigsten halten sich dran. Wir waren kaum losgefahren, da sahen wir, dass der Tank leer war, was auch sonst, also erst mal irgendwo auffüllen. Tankstellen gibt’s hier in dem Ort nicht, aber fast jeder kleine Laden verkauft Benzin, welches in einem Holzregal in Absolut Vodka Flaschen draußen auf der Straße steht. Endlich konnten wir richtig losfahren und die Insel erkunden. Vorbei gings an sehr luxuriösen Hotelanlagen, an sehr armen Hütten, aber auch an wunderschönen Sandstränden oder riesen Reisterrassen. Hier ist es üblich, dass fast jeder Hühner und Hähne im Garten laufen hat, die einen übrigens mal wieder am Ausschlafen hindern, Schweine oder Kühe. 

Es ist schon eine ganz andere Welt hier, leider auch viel Armut und Müll der einfach aufs nächste unbebaute Grundstück geworfen wird. Aber fast jeder der Einheimischen schenkte uns ein Lächeln oder winkte uns zu, wenn wir mit dem Roller durch die Straßen fuhren.

Wir fanden durch Zufall ein Restaurant, wenn man dort was gegessen hatte durfte man den Pool benutzen, dieser befand sich auf einem Berg. Also wenn man im Pool schwamm konnte man runter aufs Meer blicken- einfach traumhaft. 

Außerdem entdeckten wir einen Sandstrand, der ein super schönes riesen Korallenriff zu bieten hatte. Wir mussten wirklich nicht weit rausschnorcheln und man sah all die Fische und Artenvielfalt im Meer, welche wir vor ein paar Tagen noch im Sydney Aquarium gesehen hatten. Unglaublich schön. Große Fische, kleine leuchtende Fische, Seeigel, Muscheln die im Inneren blau waren, ganz gelbe Fische mit schwarzweißem Schachbrett Muster, lilane, türkise, dann welche die ganz bunt waren, nur Nemo haben wir nicht entdeckt.
An einem anderen Tag fuhren wir in die nächst größere Stadt Amlapura, dauert trotz Roller fast 40 Minuten. Unterwegs kamen wir an einem Wassertempel (Garten in Karangasem) vorbei, so schauten wir uns  diesen natürlich auch an. In der Stadt selber, gab es nicht viele Touristen, dafür lauter kleine Kinder, die meinten, bei uns betteln zu müssen. Ansonsten gab es in der Stadt nichts Schönes anzusehen, es wurde einem nur wieder klar wie gut man es in Europa hat und wie heftig doch die Unterschiede der Lebensumstände sind.

Die 7 Tage in Amed vergingen ziemlich schnell und unsere Abreise rückte näher. Unsere nächste Station waren die Gili Islands bei Lombok - Bilder und Bericht folgen.

Donnerstag, 31. Mai 2012

Goodbye Australia


In den letzten Wochen, hatten wir einige Zeit um uns ein paar Gedanken über unsere weiteren Reisepläne  zu machen. Letztendlich sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Australien landschaftlich schon sehr schön ist und viel zu bieten hat, aber leider viel zu teuer ist was Lebensmittel und Übernachtungsmöglichkeiten angeht, mal abgesehen von den schrägen Leuten hier. So hatten wir die Wahl, nach Sydney weiterreisen Richtung Brisbane und  die Ostküste hoch, zwar in wärmere Regionen, aber immer wieder auf der Suche nach einem neuen Job oder Sydney als die letzte Station hier nehmen, Auto verkaufen und ab nach Asien und sich dort noch gemütliche Monate machen nur mit Reisen und genießen. Außerdem wollten wir nicht wirklich unsere Geburtstage in diesem Land verbringen, war alles interessant und man konnte Erfahrungen sammeln, aber unserer Meinung nach ist Australien ein Imageinland. Es ist wirklich nicht alles so einfach oder so toll wie viele oft behaupten, klar kann man Glück haben, genauso gut kann es aber auch hart sein. Vieles ist sehr oberflächlich und es ist wahrscheinlich einfach was anderes, ob man in dem Land 3 Wochen Urlaub macht oder dort lebt und versucht zu überleben.

Ihr könnt euch denken für was wir uns entschieden haben, Thailand vor 3 Jahren hat uns ja auch ziemlich gut gefallen und war bis jetzt der schönste Urlaub den wir hatten. Also wurde der Van verkauft und wir buchten 2 Flugtickets never come back Richtung Bali. Dort wollten wir eigentlich letztes Jahr 3 Wochen Urlaub machen, doch dann kam Australien zur Sprache, deswegen wird es jetzt unsere erste Station sein.

Letzter Tag im Land der roten Erde

Phil bestand natürlich darauf, uns an den Flughafen zu fahren, was dann letztendlich doch nicht klappte, da wir morgens um 9 Uhr zum Einchecken da sein mussten. Da es in diesem Haus nur 1 Auto gibt und er auch um eine ähnliche Uhrzeit Shannon zur Schule fahren musste, außerdem eine riesen Rushhour Richtung Sydney rein ist, fuhren wir mit dem Zug. 

Am letzten Abend wurden wir dann gedrückt und kommt doch mal wieder ihr wart ja so nett und habt so gute Jobs gemacht. Der letzte Morgen in Australien begann sehr früh, gegen 5.45 Uhr klingelte der Wecker, da wir ins Bad wollten, allerdings bis 7 darin fertig sein sollten, da Shannon rein musste und wir an den Bahnhof. Wir verabschiedeten uns von den Hunden, Shannon saß wieder mal im Halbschlaf auf ihrer Couch, allerdings nicht wirklich ansprechbar, Phil war so nett uns wenigstens an die Zugstation von Eastwood zu fahren. Rein in die ziemlich volle Bahn, erwischten aber 2 Sitzplätze. So fuhren wir ein letztes Mal an die Station „ Central“ von dort ging es direkt in die Airport Line. Gegen 8 Uhr standen wir am Check In, die nette Dame dort wollte natürlich gleich wissen, ob wir zurückkommen oder wohin es geht. Wir sagten Denpasar auf Bali ist gebucht, sie wollte uns einchecken, da fragte sie und danach wo geht es hin? Wir sagten Kuala Lumpur (Malaysia). Schon gebucht? War ihre nächste Frage, wir ja schon gebucht, gut für euch denn das Ticket muss ich sehen, ansonsten lassen sie einen aus diesem Australien nicht ausreisen. Mal wieder Glück gehabt, waren unschlüssig ob wir den nächsten Flug buchen sollten oder erst von Bali aus, man will ja flexibel sein, aber gut wars, dass wir ihn hatten. 

Hinter dem Security Check wurde ich raus gewunken, ein netter Sicherheitsbeamter hielt mir eine Tafel hin und meinte wir machen mit dir mal eine kleine Sprengstoffkontrolle. So wurde unser Handgepäck samt mir, mit einer kleinen Rolle abgefahren und danach getestet, alles ok, weiter gings die letzten Australischen Münzen loswerden. Um 11 Uhr hob der Flieger zu seinem 6 Stündigen Flug nach Bali ab. Wir sind total happy endlich Australien den Rücken zu kehren und sehr gespannt was uns auf unserer ersten Station so erwartet.

Übrigens sind euch jetzt zeitlich wieder etwas näher, uns trennen im Moment nur 6 Stunden.

Sonntag, 27. Mai 2012

Sydney die heimliche Hauptstadt

Unsere Fahrt führte uns von Richmond Richtung Eastwood, welches einer der vielen Vororte von Sydney ist. Da wir allerdings erst gegen 17 Uhr zu unserer Gastfamilie konnten, besuchten wir in der Nähe einen Wildlife Park. Der Eintritt war mal wieder stolz, aber es hat sich gelohnt. Der Park ist nicht riesig, aber im ganzen Park hüpfen Kängurus umher, die Zäune sind sehr niedrig, sodass wir sogar die Gelegenheit bekamen einen Wombat zu streicheln und was der Oberhammer war, man konnte Fotos mit einem kleinen Koala machen der direkt vor einem auf seinem Eukalyptusast saß. Es gab wieder viele Tiere zu sehen, haben sogar die kleinsten Pinguine der Welt dort angesiedelt. 

Nach diesem Erlebnis ging es weiter nach Eastwood. Wir hatten immer noch etwas Zeit, so entschlossen wir uns, etwas den Stadtteil zu erkunden. Zu Beginn fiel uns gleich auf, dass ziemlich viele Asiaten unterwegs waren, wir dachten uns nichts dabei, später allerdings sah man eigentlich nur asiatische Geschäfte, asiatische Gesichter und es roch auch so. Es gibt dort sogar Restaurants da hängt keine Speisekarte in Englisch nur in Kauderwelsch. Man könnte meinen, man wäre in Asien, Englisch wird auch kaum gesprochen, aber die Häuser sehen halt wieder australisch aus. 

Gegen 17 Uhr erreichten wir dann das Haus der Familie. Von außen ganz nett, sehr alt, aber das wussten wir, sie suchen nämlich immer Helper die Ihnen beim Renovieren hier helfen. Der Garten, leicht chaotisch und nicht schön angelegt, aber auch nicht zu Atzen mäßig, man könnte echt was draus machen. Wir klingelten und man hörte nur noch bellen und kläffen, klar die 4 Hunde. Eine Frau öffnete und 3 total neugierige Hunde stürmten auf uns zu, Shannon bat uns ins Haus dort wartete noch ihr Ehemann Phil. Beide sind in Ihren 60 Jahren und begrüßten uns sehr freundlich und zeigten uns das Haus. Wohnzimmer ist lieblos eingerichtet, ziemlich verramscht, überall liegen Decken auf dem Boden für die Hunde. Da fiel uns auf, einer fehlte noch, sie schrieben was von 4 Hunden, Bella. Sie ist total verstört, da sie von einer Zuchtfarm gerettet wurde, sitzt die meiste Zeit in einer Ecke auf der Coach und knurrt und bellt, macht aber nichts wenn man an sie ran tritt und genießt es dann doch gestreichelt zu werden. Das Bad, die Küche und unser Zimmer ist ok. Alles alt aber neu renoviert, der Rest des Hauses versackt etwas im Chaos und ist völlig zu geramscht mit tausend Büchern, Bildern, altes Kinderspielzeug, Decken und und und, trotz allem ist es für uns beide ziemlicher Luxus mal wieder ein richtiges Dach über dem Kopf zu haben. Es ist auch sehr angenehm in einem richtigen Bad zu duschen und anschließend nicht 3 Minuten durch Wind und Wetter stiefeln zu müssen um ans Auto zu gelangen, der Luxusoberhammer ist das Bett, es ist zwar nur 1,40 breit aber sehr bequem. Ja man weiß auf einmal die Dinge zu Hause viel mehr zu schätzen.

Wir plauderten etwas mit beiden und sie erzählten uns, dass alle Hunde gerettet Tiere sind aus Laboren oder Zuchtstationen, ihre eine Tochter ist in dieser Richtung sehr engagiert, deswegen hätten sie jetzt 4 Hunde:-). Die andere Tochter ist IT-Manager, lesbisch und schizophren.

Sie erzählten, dass sie Lehrer sind, Phil allerdings arbeitet nicht mehr, hat Probleme mit dem Herz, einige Operationen daran hinter sich und ist somit Pensionär. Sie unterrichtet Chemie, geht mit ihrer Tochter auf Demos gegen Tierversuche, lädt Filme aus dem Internet, hat einen Facebook Account, trägt beim TV schauen eine Mütze gegen das Licht, schläft nachts im Sitzen auf der Couch, isst prinzipiell nichts mit uns, blockiert Stunden das Badezimmer und schaut gerne die Simpsons, Family Guy sowie Futurama. Er schläft alleine im Ehebett mit den 4 Hunden, alles sehr strenge, aber jedem das seine.
Wir haben jedoch viel Freiraum, easy Jobs und einen eigenen Hausschlüssel bekommen, da beide oft unterwegs sind und wir ja auch flexibel sein sollen. Wir hatten als Aufgabe an unserem ersten Arbeitstag: Verena: Sonnendeck neu mit Öl anstreichen. Lukas: Holz vom Nachbarn rüber karren im Wohnzimmer stapeln danach Verena helfen. Jedoch musste dieses Deck erst mal freigeräumt werden. Es befanden sich natürlich etliche, kitschige Figürchen, Gläser, Sitzmöbel und riesige Tonblumentöpfe darauf. Nachdem wir den ganzen Kram entfernt hatten, musste man es fegen. Ein Baum hatte den Großteil seiner Blätter dort abgeworfen und das ein oder andere Hundegeschäft befand sich auch vor Ort. Alter Schwede das mockerte, wenn man die Häufchen wegkehrte, echt assi, seine Hunde in den Garten scheißen zu lassen. Dann konnte ich endlich mit dem streichen beginnen, Lukas mit dem Holz. Nach einiger Zeit kam Phil zu mir und meinte ah mach dir nicht so viel Gedanken um die Kleckse am Boden oder an der Wand, er nahm den Pinsel tunkte ihn in den Eimer und klatschte ihn ohne abzustreifen oder sonst was, an die Fassade und meinte so kannst du das auch machen, wen jucken die Kleckse auf dem Boden? Mich nicht. 

Lukas sah beim Holz verladen einen Blauzungen Lizard, ist ein Vieh wie eine Echse nur mit blauer Zunge, später kam er zu mir und half beim Ölen. Im Anschluss pinselte er dann noch die Gartenmöbel, ich sollte die Fenster, die an der Garage sitzen putzen. Ich fragte Phil nach Putzutensilien, ein großes Fragezeichen machte sich in seinem Gesicht breit. Er meinte er hätte nichts, ich solle sie doch mit Spüli putzen und mit diesem Handtuch hier trocknen. Das Handtuch roch nicht sehr frisch, so fragte ich mal nach was das denn für eins sei? Er lachte nur und meinte ein Hundehandtuch aber für die Fenster ja völlig ausreichend. Für was soll ich denn dann die Fenster putzen, wenn ich sie danach mit einem völlig vollgehaarten Handtuch trocknen soll? Wir werden die australische Logik nie verstehen, aber er ist der Chef also hab ich damit geputzt. Als er später die Fenster begutachtete war er total begeistert und meinte, das sind aber nicht meine Fenster. Ich hab noch nie in meinem Leben so Fenster geputzt aber das ist wohl der Australian Way of Life.

Das Wochenende haben wir hier immer frei, so nutzten wir die Gelegenheit und fuhren am Samstag in die City. Wir starteten unsere Tour am Central Market, was eine riesen Markthalle ist, wo es wieder alles Mögliche, größtenteils von Asiatischen Anbietern zu kaufen gibt. Man bekommt echt Klamotten, Schmuck, Handys sogar Samurai Schwerter, von dort gings nach Darling Harbour, dies ist das alte Hafenviertel, weiter Richtung Harbour Bridge, von dort hatten man auch einen guten Blick auf die berühmte Oper. Wir hatten sie uns doch etwas größer vorgestellt, was man so aus dem TV kennt, schön anzusehen war sie trotzdem. Von dort aus ging es in die Rocks (altes Lagerviertel), welches neu renoviert wurde. In der Innenstadt stärkten wir uns um danach durch die bekannte Strand Arquade, welches eine Einkaufspassage ist, zu laufen. Nach so vielen Sehenswürdigkeiten machten uns unsere Füße ganz schön zu schaffen und wir entschieden einen weiteren Eindruck auf die Stadt von oben zu bekommen, nämlich mit der Monorail (Schwebebahn) welche uns durch die Innenstadt fuhr. Wir genossen die Fahrt, sodass wir sogar 2 Runden drehten. Im Anschluss wollten wir in den chinesischen Garten, der war leider aber schon geschlossen war ja auch schon wieder 18 Uhr:-). Wir waren wirklich kaputt so beschlossen wir die 30 minütige Rückfahrt nach Eastwood anzutreten, doch es steht fest es gibt hier noch viel zu sehen, so werden wir nochmal wieder kommen.

Für Sonntag war geplant mit Phil, Shannon und den 4 Hunden 100 km nördlich von Sydney rauszufahren in einen kleinen Ort, in dem Shannons Mutter (Edna) wohnt. Diese Frau ist 90 Jahre alt, sieht bei weitem aber nicht so aus, wohnt alleine mit einem kleinen geretteten Hund in einem „ Hexenhaus“. Die Leute in dem Ort nennen es so, da es das Dach bis zum Boden runter hat, nicht wie ein gewöhnliches Haus. Edna ist wirklich total fit, trägt nicht einmal eine Brille, ist bei Facebook, schreibt E-Mails mit ihren Freundin und scherzte mit uns. Wir hatten alle zusammen Mittagessen, danach fuhren Phil und Shannon mit uns auf ein naheliegendes Gelände auf dem eine Irrenanstalt beheimatet ist. Die Hunde blieben bei der Oma, da wir auf diesem Gelände frei lebende Kängurus füttern sollten. Es war ein komisches Gefühl so über dieses Gelände zu fahren, es liegt wirklich schön im Grünen an der einen Seite ist ein riesiger See und man hat jetzt keine Patienten gesehen, aber die ganzen verlassenen Häuser und der Stacheldraht an manchen Häusern, gab einem doch zu denken. In Deutschland wäre so was ja überhaupt nicht möglich, aber alles war vergessen als die riesen Horde Kängurus zu sehen war. Bestimmt an die 100 Tiere, alte, kleine, riesen Männchen und Weibchen mit ihren Babys in den Beuteln. So etwas kann man nur sehen, wenn man mit Sydneysidern unterwegs ist, diesen Platz wird man in keinem Reiseführer finden und es war ein tolles Erlebnis für uns.

Seit Montagabend ist ein weiterer HelpX Gast im Haus, Ben aus Frankreich. Er ist 24 Jahre und will ab Juli in Brisbane studieren. Gleich an diesem Abend fuhr uns Phil abends nach Sydney rein und brachte uns an Plätze, die wohl sonst kaum ein Tourist zu sehen bekommt, mit super Blick auf Oper und Harbour Bridge. Später setzte er uns im Norden von der Brücke ab, sodass wir unsere erste Überquerung bei Nacht machten. Im Dunkeln wirkte die Oper schon imposanter als bei Tag, diese umrundeten wir auch noch danach sammelte uns Phil wieder ein und es ging zurück nach Eastwood.
An unserem ersten Arbeitstag zusammen mit Ben, hatten wir Glück und einen guten Job abbekommen im Gegensatz zu ihm. Wir sollten die alten Holzfenster von ihrem Schlafzimmer abschleifen, dass sie wieder zuschließen sind und lackieren, das dauerte einige Stunden. Ben bekam den Job ein Erdloch zu hacken, zu schaufeln wie auch immer, direkt unter Bäumen wo ziemlich viele Wurzeln das Erdreich durchzogen. Es war keine leichte und echt schweißtreibende Arbeit im Vergleich zu unserer. Als Ben eine kleine Pause machte, setzte er sich auf die Stufen hinter uns und nahm ganz selbstverständlich unsere Trinkflasche, setzte sie an und trank. Ich wusste überhaupt nicht was ich sagen soll, Lukas drehte sich um, war auch total perplex und meinte: Das ist unsere Trinkflasche!! Was sagte der Franzake darauf: OHHH stört es dich, wenn ich aus eurer Flasche trinke? Hallo, natürlich stört es uns, du hast noch nicht mal gefragt! Man fragt sich echt oft, was hier eigentlich für Leute unterwegs sind, dann ist er so schlecht zu verstehen mit diesem furchtbaren Akzent, selbst Phil und Shannon fragen ständig nach was er sagen wollte. 

An einem anderen Nachmittag fuhren wir alleine mit Phil nach Sydney und er zeigte uns dort einen Stein wo Aborigines vor 10 000 Jahren Zeichen in Stein ritzten. Im Anschluss waren wir noch auf einem Aussichtspunkt, von wo man ein super Panorama auf die Stadt hatte (siehe Panorama Sydney). 

Wir können uns hier echt nicht beschweren, fangen mit dem arbeiten meistens gegen 10 Uhr an und nach 3 oder 4 Stunden wars das auch schon wieder für den Tag, wir haben dann Mittagessen, danach wird geduscht und im Anschluss wird jeden Nachmittag etwas anderes unternommen. 

Wir hatten echt Glück mit dem Wetter, zwar nur noch um die 20 Grad aber Sonnenschein, bis auf einen Tag, an dem fragte uns Phil ob wir trotz des Regens etwas unternehmen wollen? Wir waren uns nicht sicher, denn es war wirklich ungemütlich, doch er meinte hey man kann nicht alles in strahlendem Sonnenschein sehen, so fuhren wir zu dritt nach Bondi Beach. Das ist einer der berühmten Strände von Sydney, allerdings nichts außergewöhnliches, ziemlich touristisch, dadurch ja sowieso nicht unser Ding. Wir hatten dort keinen Regen mehr so liefen wir etwas am Strand. Danach zeigte uns Phil noch ziemliche Snob Viertel von Sydney in denen standen riesen Villen mit super Blick auf den Hafen. Wir fuhren durch Kings Cross das ist das Rotlichtviertel von Sydney, doch es sah aus wie ein ganz normaler Stadtteil.

Wir zwei hatten am Freitag nicht viel zu tun hier, außer eine riesen Mahagonipflanze umzusetzen, so dass Phil gegen halb elf keine weiteren Aufgaben für uns hatte und meinte fahrt doch in die Stadt. Gesagt, getan. Wir waren an der Börse, nicht besonders spektakulär, am chinesischen Garten, dieser hätte wieder Eintritt gekostet so entschieden wir etwas am Darling Harbour zu spazieren, danach ging es ins Aquarium. Das war echt super schön und interessant gemacht. Man sah dort einen Platypus ein echt schräges Tier, ist eine Mischung aus Otter, Bieber und Ente, gibt es nur hier in Australien, in freier Wildbahn leider selten. Dann sah man Quallen die bunt beleuchtet wurden, riesen Krabben, Nemos und andere bunte Exoten, eine riesen Schildkröte und Haie unter denen konnte man in einem Tunnel durchlaufen. Wirklich viel zu sehen und wir waren da 2 Stunden, kam einem aber nicht so vor. 

Am nächsten Tag sahen wir Sydney von einer anderen Seite, nämlich mit ziemlich steilen und schroffen Sandklippen, dahinter erblickte man die Skyline. Später ging es nach Manly Beach, auch ein berühmter Strand von Sydney, allerdings mit etwas mehr Charme und Flair als Bondi. Von hier nahmen wir die Fähre zurück zum Circular Quay direkt in Sydney. Wir verbrachten die Überfahrt auf dem offenen Deck und es war ziemlich windig und kühl aber der Ausblick auf die Stadt im Dunkeln war schon sehr nett, man sieht auch erst bei Nacht wie riesig und weitläufig eigentlich diese Stadt ist. 

Sonntag, 20. Mai 2012

Orange in New South Wales

Hier ein kurzer Beitrag der ARD über die Stadt Orange in der wir die letzten zwei Monate verbracht haben.

Montag, 14. Mai 2012

Saison beendet


Man mag es kaum glauben, aber wir haben jetzt wirklich mal 8 Wochen durchgehalten und fleißig die Äpfel gepickt. Wir haben mal nachgerechnet, wir zwei haben 150 Tonnen geerntet. Es gab echt Phasen da hätte man am liebsten alles wieder hingeschmissen und wäre einfach weiter gefahren, aber nein wir waren sehr ausdauernd. Die letzten Tage waren hart, den einen Morgen hatten wir sogar richtig Frost auf den Äpfeln, Wahnsinn wer hätte gedacht das wir so was erleben. Wir hatten echt das Gefühl, dass unsere Finger abfallen, jedenfalls so die erste Stunde, danach bekam die Sonne etwas mehr Kraft und es wurde sogar ein richtig schöner Herbsttag. 

An einem anderen Tag waren wir die Einzigen die noch nach 15 Uhr arbeiteten, somit war es ziemlich still auf dem Gelände. Wir standen auf den Leitern und pflückten unsere Äpfel als auf einmal eine Reihe weiter zwei Kängurus sprangen. Es stellte sich heraus dass wohl eine ganze Familie hier in der Nähe des Geländes wohnt, denn ein paar Tage später waren wir gegen Nachmittag noch etwas spazieren und sahen in bestimmt 5 Apfelreihen mindestens ein oder zwei von ihnen stehen, die uns neugierig beobachteten. Versuchten auch Sie zu fotografieren, aber waren leider zu weit weg und allzu nah dran trauten wir uns auch nicht, denn man sollte diese Tierchen nicht unterschätzen, können wohl ganz ordentliche Verletzungen beim Menschen verursachen so mit Boxen und ihren scharfen Krallen. 

Lukas lief abends noch etwas über das Gelände und entdeckte in einem der Tannenbäume eine Art Possum, der war jeden Abend auf einem anderen Ast zu sehen , putziges Kerlchen (siehe Foto). An unserem letzten Morgen auf dem Gelände drehten wir noch eine Runde und packten uns noch eine Tasche mit den saftigen Pink Ladys voll, sehen können wir sie zwar nicht mehr, sind auch wirklich froh dass es jetzt vorbei ist, aber ab und zu so ein Äpfelchen ist ja ganz lecker.

Unsere australischen Konten haben sich wieder etwas gefüllt, so dass wir Orange jetzt verlassen haben. Unsere Fahrt ging wieder ein Stück durch die Blue Mountains, leider -  ist einfach nichts für dieses alte Auto,sich da mit 50 km/h die Berge hoch zu quälen. War aber ein Muss da unser Ziel, Richmond war, hier hatten wir im Februar schon ein paar Tage verbracht. Ist ein kleiner Campingplatz der zu dem Casino hier gehört, nix dolles aber ziemlich günstig wenn man bedenkt, dass man nur eine Stunde Autofahrt von Sydney entfernt ist. Hier werden wir 3 Tage verbringen, ein bisschen entspannen vom Arbeitsstress, planen was wir in Sydney besuchen möchten und einfach etwas das doch fühlbar wärmere Herbstwetter hier genießen. In Orange war einfach die Höhe ein Grund warum es immer viel kühler war als zum Beispiel hier in Richmond. Seltsam für uns beide war auch die Schaufensterdekoration hier in der Stadt. Alles sehr sehr winterlich, lange Ärmel, Schals und dicke Daunenjacken und das jetzt Mitte Mai wo es doch auf unsere Geburtstage zu geht, echt schräg.

 Ab Donnerstag werden wir dann etwas näher gen Sydney fahren, dort sind wir mit Philipp verabredet. Das ist ein Host von der HelpX Seite, zu dem wir eigentlich schon im Februar wollten, aber absagten, da wir erst mal etwas Kohle ranschaffen mussten. Da dies jetzt fürs erste nicht notwendig ist, haben wir uns entschieden ihn anzuschreiben und zu fragen ob er uns immer noch aufnehmen würde. Glücklicherweise hat er Platz für uns beide also geht da dann die nächste Fahrt hin. Mal sehen was dort wieder außer ihm, seiner Frau und 4 Hunden auf uns wartet.