Donnerstag, 12. Juli 2012

Phuket & Kata Beach


Wir waren ziemlich gespannt was uns in Phuket erwarten würde, schließlich ist es ja eine der bekanntesten Inseln von Thailand. Wir landeten also am Flughafen, liefen problemlos durch die Passkontrolle und erhielten unser Visum für 30 Tage. Nach einem Weiterflug fragte hier niemand, so gings weiter in die Ankunftshalle. Dort standen wieder hunderte von Einheimischen mit Zetteln in der Hand, diesmal leider nicht für uns, was nichts machte, denn man wurde eh alle 10 Sekunden angesprochen, ob man denn ein Taxi oder einen Mini Van bräuchte oder ob man vielleicht ein Auto mieten wolle. Wir wollten nichts von alledem, sondern einfach nur mit dem öffentlichen Bus rein nach Phuket Town. Die Haltestelle hatten wir schnell gefunden, setzten uns dort hin und hatten gerade mal 15 Minuten zu warten bis zum nächsten Bus. Es kam ein Taxifahrer nach dem nächsten der uns natürlich ein super Angebot machen wollte, das war schon etwas nervig. Mit der Zeit setzte sich ein weiterer Tourist aus Japan neben uns, der auch den Bus bevorzugte, neben ihm saß bereits ein Thai Mädchen, die irgendwann mit dem Taxifahrer versuchte uns drei zu überreden, doch zu viert ein Taxi in die Stadt zu nehmen. Dies lehnten wir alle drei großzügig ab, wir sind uns ziemlich sicher, dass die Fahrt für uns zu viel und für sie wahrscheinlich gar nichts gekostet hätte. Der Bus kam auch nach 15 Minuten Verspätung immer noch nicht am Flughafen an. Es war eine weitere junge Frau an die Bushaltestelle gekommen auch sie wollte günstig in die Stadt. Als nach weiteren 25 Minuten immer noch keine Spur von dem Bus zu sehen war, rief Lukas einfach mal bei der Hotline der Gesellschaft an. Es stellte sich raus, dass es einen Unfall gab und heute überhaupt kein Bus mehr vom Flughafen abfahren würde, schön dass wir das jetzt wussten. Gleich kam wieder der Taxifahrer, der meinte, seht ihr, ich hätte euch schon längst gefahren, ja aber zu was für einem Preis und wir haben ja eh Zeit. Wir liefen also zurück in die Ankunftshalle, wo wir ein günstiges Angebot für einen Minivan in die Stadt gesehen hatten. Die freundliche Dame am Schalter meinte gleich, der Van fährt aber nur wenn ihr mindestens 7 Personen seid und der nächste Flieger würde erst in einer Stunde landen. Sie bot uns ein Taxi an, was aber gleich fahren würde, dieses würde für jeden etwas mehr kosten. Wir sprachen mit dem Japaner und der Frau sie waren einverstanden und so wollten wir uns das Taxi in die Stadt teilen. Als wir alle vier mit unserem Ticket an den Taxistand kamen, fragte der Fahrer wie viele Personen wir denn wären, als wir ihm 4 sagten, ging er ans Auto zurück. Kurz darauf öffnete sich die Beifahrertür und wer stieg aus dem Taxi? Na dieses Thaimädchen von der Bushaltestelle, Pech gehabt, denn das Auto war voll. 

Während der Fahrt kamen wir etwas mit der Frau ins Gespräch, sie war Australierin, aber mit italienischem Pass und so kam es, dass sie im Moment in Berlin lebt und arbeitet und hier gerade Urlaub gemacht hat. Sie hatte in 6 Stunden einen Weiterflug nach Singapur und wollte die Zeit nutzen um sich die Stadt anzusehen, sie empfahl uns auch einen der Strände in Phuket, der ja so schön sein sollte. Auf einmal hielt das Taxi an einer Art Büro an, der Fahrer stieg einfach aus und eine Frau öffnete die Tür hinter dem Beifahrer und fragte mal bei uns rein, in welches Hotel an den Stränden wir denn transportiert werden sollten. Wir grinsten sie alle an und meinten gar kein Hotel, einfach nur in die Stadt. Das konnte die Frau absolut nicht nachvollziehen und fragte noch einige Male nach. Sie sagte dann noch etwas von, in der Stadt ist doch gar nichts, da gibt es keine Hotels und nichts nur einen Tempel. Lukas meinte dann, na im schlimmsten Fall schlafen wir dann einfach im Tempel, da gibts kostenlos Essen und Übernachtungsmöglichkeiten. Wir lachten alle, die Frau schlug die Tür zu. Wir warteten und warteten auf den Fahrer, als wir kurz davor waren auszusteigen und ihn fragen wollten, wann er denn jetzt weiter fährt, kam er. Als wir ein paar größere Häuser erreichten, meinte er Phuket Town und hielt einfach an, wir fragten ihn, wo wir genau seien, nach einem Straßennamen oder ähnlichem, seine Antwort immer wieder Phuket Town. Da keiner von uns Anstalten machte auszusteigen, fuhr er langsam immer weiter. Wir sagten, wir wollen ins Zentrum der Stadt, erblickten auch dann einen Straßennamen und wir hatten uns tatsächlich dem Zentrum genähert. Alle stiegen aus, wir verabschiedeten uns von der kleinen Zweckweggemeinschaft und jeder ging seinen Weg. 

Wir fragten einen älteren Mann nach dem Weg zu Hotels, dieser antwortet uns sofort in Englisch, wo es lang geht. Damit hatten wir nicht gerechnet, aber man muss echt mal sagen, dass bis jetzt, in all den Ländern, die wir die letzten Wochen besucht haben, viele ältere Leute über 60 locker englisch gesprochen haben, da sollte sich Deutschland mal eine Scheibe von abschneiden. Weiter gings also in der Stadt, es gab ziemlich viele Restaurants, Geschäfte und Hotels, wie gut, dass die Frau meinte, hier gibt es nichts. Wir sahen auf einer Art Hauptstraße, ein Schild in eine Nebengasse mit der Aufschrift Hotel und liefen einfach mal rein und erkundigten uns nach dem Preis.

Zu unserem Erstaunen viel billiger als das Hotel an sich wirkte, auf Grund der Nebensaison, wir ließen uns das Zimmer zeigen und wir waren echt baff, was man hier für Zimmer für nicht mal 18 Euro die Nacht bekommt, wenn wir da an Malaysia zurück denken, da konnte man von solchen Zimmern zu diesen Preisen echt nur träumen. Wir buchten gleich 3 Nächte, da uns das Zimmer so gut gefiel. Wir schliefen aus, relaxten etwas, ließen uns durch die Gassen treiben und konnten hier tatsächlich für einen Euro pro Person lecker essen. Es gibt in der Stadt, viele so fahrbare Roller mit einer Art Beiwagen, in dem dann eine ganze Küche Platz findet und man sich verschiedene Sachen wie Wurst oder Fisch entweder grillen oder in Fett frittieren lassen kann. Wir probierten ein paar Sachen aus, die wirklich lecker schmeckten, das Ganze gab es dann in einem kleinen Plastikbeutel mit Gurkenstückchen unten drin und zwei Holzspießen- mal was anderes.
Die Stadt an sich ist nicht so schön, erinnerte uns etwas an Penang, gibt hier halt auch viele alte Häuser, die wenigsten, sind renoviert, die Geschäfte etwas ramschig und man konnte fast überall alles kaufen. Es gab wenig Touris und die Preise sprachen für sich. Wir liefen abends über einen Markt, wo man viel Obst und Gemüse kaufen konnte, an jedem Stand lief ein Fernseher, da die Thailändische Volleyballmannschaft spielte. Die Stromversorgung grenzt auch wieder an ein Wunder, bei diesem Kabelchaos, aber es scheint zu funktionieren. Wir sahen hier unsere ersten Tsunami Evakuationsschilder, schon komisch, aber gut zu wissen, dass es jetzt welche gibt. Das Zimmer war ohne Frühstück, was kein Problem war, da man an jeder Ecke welches bekommen konnte, sogar als take away. Der Kaffee und die Soßen wurden dann immer in kleine Plastikbeutel verpackt und man konnte alles auf dem Zimmer genießen.

Wir überlegten, wo es als nächstes hingehen sollte und nahmen uns den Rat der Australierin zu Herzen und fuhren mit dem öffentlichen Bus nach Kata Beach.  

Wieder mal ein Erlebnis, wir kletterten in den Bus, rustikal aber wenigstens etwas offen, dass Luft reinkam. Abkassiert wurde erst, nachdem wir ungefähr 25 Minuten gefahren waren. Da es am Straßenrand keine Haltestellen gibt und wir ja wieder keinen Ahnung hatten wo unser Hotel in Kata Beach wäre, fragte wir während einer kleinen Tankpause, den Fahrer des Busses, ob er uns freundlicherweise Bescheid sagen könnte, wenn wir denn dann da wären. Er nickte, das war für uns in Ordnung. Wir hielten immer wieder einfach auf der Straße an und die Passagiere stiegen aus, wir waren dann die letzten, wurden an einem Luxushotel nah am Strand rausgeworfen. Mit unserem Handynavi machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein und dem Gepäck auf dem Rücken auf die Suche. Wir liefen und liefen aber irgendwie kam nicht das Hotel. Dann bemerkten wir, dass das Handy, dummerweise, das Hotel in den Google Maps falsch anzeigte, wir liefen ein Stück zurück, dann fanden wir ein Taxi das uns an unser Hotel fuhr.
Wir checkten ein und bekamen das Zimmer zu sehen, ein Glücksgriff, groß, hell, sauber, sogar einen Kühlschrank und einen kleinen Tisch mit 2 Stühlen gab es für 12,50 Euro mit Klima und Frühstück.  Wir luden die Sachen ab, zogen uns um und wollten erst mal an den Strand. 

Nach unzähligen Thais die uns angesprochen haben, ob wir nicht eine Massage, Pediküre, Essen oder Klamotten kaufen wollten, erreichten wir den Strand. Man glaubte mal wieder nicht das es Nebensaison sein sollte, so viele Leute auf den bezahlten Liegen, echt unglaublich, wollen gar nicht wissen, was hier abgeht zur Hochsaison. Suchten uns ein Plätzchen und wollten uns im Meer abkühlen. Schon auf dem Weg dorthin sah man am Strand, leere Flaschen, Tüten, Kleiderbügel, Papierfetzen und kaputte Badelatschen angespült. Trotzdem rein ins Wasser, für ein paar Minuten, in denen spülte es einem so viele Tüten und Plastik um die Beine, das war echt widerlich, also nix wie raus. Haben ein bisschen die Sonne auf der Haut kitzeln lassen und die Leute bewundert die am Strand ihre Kinder spielen ließen, wie wenn es sauber wäre. Den Sonnenuntergang konnte man auch nicht so genießen, da auf einmal ein Jeep angefahren kam, der 2 Meter neben uns parkte. 4 Einheimische sprangen heraus und fingen an, ein kleines Restaurant aufzubauen- sehr idyllisch. 

Die nächsten Tage hatten wir absolut kein Glück mehr mit dem Wetter und es regnete echt viel, so nutzten wir immer die kurzen Regenpausen um etwas durch den Ort zu laufen. Es gab wieder viel zu viel Kram, in viel zu vielen Geschäften zu kaufen und eigentlich gab es fast nur Russische Touristen.
Wir beschlossen uns etwas zu gönnen und buchten eine einstündige Massage und danach gab es noch eine Fußbehandlung. Die Massage war sehr entspannend und angenehm, die Stunde verging viel zu schnell. Außerdem buchten wir eine organisierte Tour, die uns zu einer James Bond Insel bringen sollte. Am nächsten Morgen gings los, wir wurden von einem Minivan abgeholt in dem fast wieder nur Russen saßen,  luden weitere Urlauber ein und nach 2 Stunden Fahrt erreichten wir einen kleinen Pier (Phang Nga Bay). Hier warteten schon andere Leute, dann war die nette kleine Reisegruppe von 32 Personen komplett und alle stiegen aufs Speedboot. 

Bis jetzt hatte es noch nicht geregnet, der Himmel zog sich aber zu und war sehr grau. Kurz bevor wir unseren ersten Stop (Panag Island) erreichten, fing es stark zu regnen an. Wir hielten also an der Insel, wo schon drei weitere Boote ankerten und rauf gings auf die Insel. Auf Grund des Regens suchten wir uns einfach nur ein Plätzchen im Trockenen und saßen die Zeit ab, alle wieder an Bord und weiter gings an versteckte Inseln. Auf diese durften wir nicht drauf, da alle Inseln in einem Nationalpark liegen und zumindest einige, komplett für Touren tabu sind. Wir genossen den Ausblick und schon hatten wir auch, die benannte James Bond Insel erreicht. Es wurde dort wohl, der 1974 aufgenommene James Bond Film gedreht, daher der Name. Wir kletterten den Weg über Wurzeln entlang, bis wir an eine Art Strand kamen, dort vergaß man wieder, dass man eigentlich auf einer Insel war. Touristen über Touristen und lauter aufgebaute Verkaufsstände mit Krims Krams, echt schön hier, wir schossen ein paar Fotos und gingen wieder aufs Boot. Spätestens hier bereuten wir den gebuchten Ausflug, allerdings kommt man gar nicht anders auf die Inseln. Weiter ging die fröhliche Fahrt zumindest für einige der Russen, die ordentlich am Bier zischen waren, zum nächsten Highlight Panyee Island. Das ist ein kleines Dorf, welches komplett im Meer auf Stelzen gebaut wurde, es gibt dort mittlerweile, sogar eine Schule und ein Krankenhaus. Hier hatten wir alle zusammen Lunch, auch die anderen 3 Boote. Man saß mit fremden Leuten am Tisch, manche stürzten sich wieder auf das Beste vom Essen, ohne Rücksicht ob andere auch davon was wollten oder nicht. Bei uns am Tisch saß außerdem ein Pärchen wohl aus China, sie schmatzten und schlürften genussvoll das Essen hinunter.
Später liefen wir etwas durch das Dorf, es regnete mal wieder, war aber nicht ganz so schlimm, da das Meiste überdacht war, wir kamen an die Schule, wo man einfach reinlaufen konnte. Wir sahen lauter kleine Kinder, die wohl gerade Pause hatten, alle trugen bunte Plastikkörbe mit sich, in denen wurde der Pausensnack transportiert. Dann war die Pause um und die Kleinen waren wohl nicht brav gewesen, wir sahen wie die Lehrerin, sie alle in einer Reihe aufstellen ließ, dann mussten sie alle ihre Hände gestreckt hinhalten und jeder bekam eine mit einem Lineal drauf, wir konnten unseren Augen nicht trauen, dass es so was noch gibt.

Zurück aufs Boot, dort bekamen wir an Felsklippen Malereien gezeigt, dann folgte der nächste Programmpunkt Kajak fahren. Wir hielten, an zwei auf dem Meer treibenden riesen Schiffen an, gingen dort an Bord, da es zu diesem Zeitpunkt mal wieder ordentlich schiffte, verzichteten wir beide auf die Kanufahrt und warteten auf der schwimmenden Boje. Es war unglaublich wie viele Boote an den 3 riesen, hintereinanderliegenden Schiffen ankerten und wie viele Personen da immer wieder in die Kanus, natürlich mit einem Fahrer verfrachtet wurden. Da das Wetter nicht mehr viel besser wurde, fuhren wir nur noch eine Höhle an, in der gab es Tropfsteinformationen zu sehen, ein Teil sah aus, wie eine Eis Kugel auf der Waffel, daher der Name Ice Corn Cave. Normal hätten wir noch einen weiteren Strand besucht mit Aufenthalt dort, aber darauf verzichtete jeder liebend. So ging die Fahrt zurück Richtung Pier, jedoch nur in die Richtung, da es ja bereits Nachmittag war, setzte in dieser Region ziemlich stark die Ebbe ein, sodass viel Wasser fehlte und wir erst mal in einem Schlammhügel aufsetzten. Nachdem eine riesen Schlammfontäne durch die Motoren, einige Sekunden in die Luft spritze und es stark nach Öl stank, machte das Boot einen Ruck und wir konnten wieder drehen. Fahren wollte der Kapitän allerdings nicht mehr, so mussten alle von Bord und die restlichen 10 Minuten über einen schlammigen Weg zurück an den Pier laufen. Von da ging es wieder in die Minivans und die 2 Stündige Heimfahrt konnte im strömenden Regen beginnen. 

Wir überlegten was man hier noch so anschauen könnte, uns waren oft Plakate mit der Aufschrift Phuket Fanta Sea ins Auge gefallen. Wir gingen in eine Art Touri Reisebüro und informierten uns etwas, später lassen wir noch im Internet und da die „ Show“ wirklich in höchsten Tönen gelobt wurde und wir die Karten zum Kindereintrittspreis, da Nebensaison, bekommen konnten, buchten wir sie. 

So wurden wir an unserem letzten Abend in Phuket um 17 Uhr wieder von einem Minivan abgeholt. Nachdem der Bus wieder fast nur mit Russkis vollbesetzt war, führte die Fahrt eine Stunde über die Insel, dann erreichten wir das Phanta Sea Gelände. Wir wurden rausgeschmissen, bekamen den Abholort und Zeit genannt und rein gings ins Getümmel. 

Zuerst wollten wir unsere Eintrittskarten abholen, dort wurde man gleich gefragt ob man denn nicht ein Foto mit Babytigern machen wolle, gegen einen kleinen Aufpreis versteht sich, wir verzichteten nahmen die Karten, bekamen einen Aufkleber mit Nummern und rein ging es in eine Art Vergnügungspark, Jahrmarkt, Souvenirtempel. Ein riesen Gelände, überall verkleidete Figuren die freundlich winkten und grüßten und so viele Gäste. Wir waren in einem Dschungelwalk, man lief durch ein Geschäft und im Anschluss daran konnte man tatsächlich, für umsonst den Walk starten. Alles war dunkel, dschungelähnlich gestaltet und man sah ein paar Kröten, kleine Gnus und Fledermäuse, man wurde an Babyelefanten vorbeigeführt, wo natürlich die Option auf weitere Fotos bestand, dann kam man in einen helleren Bereich. Dort alles weiß, mit bunten Leuchtfarben Schmetterlinge überall hingemalt, eine Frau in weißem Kostüm und weiße Kakadus, danach folgte das Highlight des Rundgangs, das Gehege mehrerer weißer Tiger. Die meisten lagen faul in der Ecke, aber einer tigerte auf und ab. Echt superschöne, aber auch riesige und massive Tiere, war schon beeindruckend.

Wir liefen durch sehr viele Shops, überall konnte man Schmuck, Taschen, T-Shirts oder Kissen kaufen, bunt bedruckt mit Tieren dieses Adventurelands. Wir bekamen langsam Hunger, so liefen wir Richtung Restaurant, in diesem hatten wir für 3 Euro im Eintrittspreis mehr, das Büffet gleich mitgebucht. Es war echt riesig, dieser Saal/ Halle keine Ahnung, so was haben wir noch nicht gesehen. Es sollen 4000 Leute da rein passen, es waren lang nicht alle Plätze besetzt, doch ein Leben und Treiben. Zwischen den Hundert Tischen, fanden wir dann auch den unseren, nahmen Platz. Eine Bedienung kam und schenkte uns kostenlos Wasser ein, wir bestellten noch zwei Softdrinks, dann weiter zum Büffet. Wir schafften erst mal nur Salat ran, aßen, dann ging es für den Hauptgang ein zweites Mal ans Büffet. Da eine längere Schlange vorhanden war, dauerte es etwas bis wir wieder an unserem Platz waren und was war da? Die eine Cola war noch fast voll, da ich kaum was getrunken hatte und alles war weggeräumt, das Besteck, die Servierten, alles. Wir setzten uns, holten die Bedienung wieder ran und sagten dass hier eine volle Cola stand. Nach 3 Minuten hatten wir eine neue volle Cola und eine Gratis Sprite, war ok soJ. Essen war jetzt nicht spektakulär, aber hatte was in diesem riesen Saal vor der Show zu essen. 

Wir schlenderten danach noch etwas über das Gelände, dann wurde der Showtempel geöffnet. Massen strömten hinein, echt unvorstellbar das die Show jeden Abend wenn sie läuft und das ist wohl 6 Mal die Woche mit 4000 Plätzen ausverkauft ist. Nachdem man nochmals an den Babytigern für Fotos vorbeigeführt wurde, kam man an seinen Platz. Die Show begann mit Elefanten und vielen Artisten in Kostümen begleitet von thailändischen Klängen. Es folgten verschiedene Stücke und nach 70 Minuten war alles vorbei. Wir wissen nicht, was wir erwartet haben, aber so spektakulär war sie jetzt auch nicht. Ein letztes Mal durchs Adventureland laufen, raus auf den Parkplatz und rein in den schon wartenden Minivan. Als wir über den Parkplatz fuhren, hätte man meinen können, es wäre gerade ein Feuerwerk auf einem großen Fest vorbei gewesen, so viele Menschen.

Am nächsten Morgen warteten wir um 7 Uhr morgens, bei Regen, in der Lobby schon auf unseren nächsten Minivan Transport der uns zu einem Pier bringen sollte, von dort hatten wir ein Boot nach Koh Phi Phi gebucht. 

Dienstag, 3. Juli 2012

Von den Bergen in den Dschungel


Während der Fahrt in die Highlands stellte sich raus, dass ich neben zwei italienischen Lesben saß, die ziemlich schräg waren. Beide so um die 40 Jahre, Backpacker, sie batiken ihre Hosen selber und stehen wohl total auf Comics. Beide trugen T-Shirts von Southpark und Angry Birds. Naja die Fahrt würde ja nicht ewig dauern. Nach 2 Stunden Fahrzeit, hielt unser Van auf einem Rastplatz, der Fahrer nuschelte etwas von kurzem Aufenthalt hier und verschwand. Wir stiegen aus und ich besuchte mal wieder die super sauberen Toiletten. Da lobt man sich echt die Rastanlagen in Deutschland, da bezahlt man auch liebend gern die 50 Cent, dafür muss man aber nicht durch versiffte, nasse Kabinen laufen und irgendwie versuchen dieses Loch zu treffen, was vor einem schon kaum einer geschafft hat. Wir kauften uns kleingeschnitten Ananas als Snack, die wirklich lecker schmeckte. Wir setzten uns in den Schatten und beobachteten das bunte Treiben auf der Raststätte. Es gab hier sogar eine Moschee, die ziemlich guten Zulauf hatte, wenn bei uns, die Leute so in die Kirche rennen würdenJ, und das an einer Raststätte. Die Leute zogen die Schuhe aus, wuschen sich Hände, Gesicht und Füße dann rein in die Moschee, natürlich Männer und Frauen streng getrennt.

Unser Fahrer tauchte wieder auf und weiter ging die Fahrt. Nach weiteren guten 2 Stunden hatten wir das Ziel (Tanah Rata) erreicht, was ein Wunder war, denn der Fahrer war nicht der Beste. Abstand kannte er nicht, wir hingen prinzipiell so nah am Vordermann, dass man die Kratzer im Lack zählen konnte. Überholen in Kurven, kein Problem wird schon niemand entgegen kommen und wenn doch dann drängelt man sich halt irgendwo rein. 

Es wurde rumgefragt wer in welches Hotel wollte, wir hatten noch keine Unterkunft gebucht. Wir hielten am ersten Hostel an, da wollte das andere europäische Pärchen raus, die zwei Lesben gleich hinterher. Ein Kopftuch Mutti kam rausgelaufen und erzählte kurz etwas über die Preise und Begebenheiten dieses Hostels. Die 4 blieben dort. Wir wollten uns erst mal einen Überblick verschaffen, nicht gleich das Erstbeste nehmen, was wirklich nicht gerade einladend aussah. Unsere Chinesischen Freunde hatten ein Luxus Golf Hotel oben auf einem Berg gebucht. Lukas war mutig und erkundigte sich dort nach dem Preis, 50 Euro für eine Nacht war uns allerdings doch etwas viel. Wir fragten den Fahrer ob er nicht etwas Günstigeres im Ort kenne, sofort fuhren wir an eine andere Siedlung. Dort schauten die Zimmer ok aus, allerdings ausgebucht. Er meinte noch, dass es noch eine andere Möglichkeit gibt, ob wir da nicht mal schauen wollten. Natürlich wollten wir, irgendwo mussten wir ja schlafen. So gings an ein Hostel etwas zentraler zur Stadtmitte. Der Inhaber zeigte uns ein Zimmer was ok war, aber direkt vorne dran, befand sich eine Art Aufenthaltsraum und die Terrasse, da wollten wir gar nicht erst versuchen zu schlafen. Es gab noch weitere Zimmer in einem anderen Gebäude, dort nahmen wir eines, für 2 Nächte. Es wurden wieder nur die Sachen abgestellt, eingecheckt, dann noch eine Halbtagestour für morgen gebucht und raus ging es die Stadt. 

Man konnte es kaum glauben aber hier war es sogar etwas frisch. Kein Schwitzen, keine klebenden Klamotten. Wir waren recht schnell im Zentrum und suchten nach einem Restaurant. Die Auswahl ist nicht riesig, wir setzten uns bei einem Inder hin. Hier gab es dann verschiedene Gemüsesorten mit Reis, sogar eine Currysuppe, angerichtet wurde auf einem Bananenblatt. Die Einheimischen aßen so etwas mit den Händen, ich bekam aber Besteck. Es schmeckte ziemlich lecker und war mal was anderes. 

Am Ende der Stadt gab es einen kleinen Markt, da kauften wir Erdbeeren am Spieß, die man durch Schokosoße ziehen konnte, die waren auch verdammt gut. Es ging zurück ins Zimmer, wollten ja fit sein für die Tour morgen. 

Um 8.15 Uhr warteten wir vor unserem Hostel auf den Tour Guide. Beide ziemlich müde und kaputt, da wir fast kein Auge zugemacht hatten, was zum einen an dem  heftigen Regen lag, der die ganze Nacht aufs Dach prasselte, zum anderen am Zimmer. Das Bett war nicht sonderlich bequem, die Kissen klumpig, es müffelte auch der Abfluss vom Bad in den Raum rein und das Fenster was wir hatten ging nur in einen Flur, wo man nette andere Gäste laufen und lachen hören durfte. 

Ein weißer Geländewagen hielt an und ein sympathisch, aussehender Mann stieg aus. Er nahm unsere Tickets entgegen, mit uns wartete noch eine Familie aus den USA, die dieselbe Tour gebucht hatten. Wir kletterten ins Auto und los gings. Die Familie war sehr nett, sie erzählten, dass die eine Tochter hier, 6 Monate in Malaysia gearbeitet hatte und sie sie jetzt besuchten und etwas Urlaub hier machen und dann alle zusammen wieder nach Hause fliegen. 

Nach 25 Minuten Fahrt hielten wir in Mitten der grünen, riesigen Teeplantagen. Wir sollten die Straße bis zum Ende laufen, dort würde das Auto auf uns warten. Man hatte echt einen schönen Blick auf die Felder, leider war es etwas neblig, was die Sicht verschlechterte. Wir trafen den Guide wieder und er erklärte einiges über Tee und die Plantagen hier. Weiter ging die Tour auf den höchsten Berg der Cameron Highlands (2000 Meter). Dort befinden sich einige Funkmaste und eine Aussichtsplattform, auf die wir auch kletterten. Dies hätten wir uns auch sparen können auf Grund des Nebels. 

Die Fahrt führte uns durch den Dschungel/ Regenwald/ was auch immer. Wir hielten an, bekamen wieder einiges erklärt und gezeigt, an Pflanzen und über die Tiere hier, dann ging es über schmale Pfade in den Wald. Die Gegend hier ist wohl bekannt, für ihre moosigen Wälder, die schon sehr schön und verwunschen aussehen. Die Wege schlängelten sich den Berg hinauf und von oben wieder ein Blick über die Plantagen und das Umland. Der Temperaturunterschied war gewaltig, auf dem Gipfel knallte die Sonne und man schwitzte schon wieder, im Wald konnte man den Schatten und das etwas kühlere Klima genießen. Wir kauten auf Blättern die nach Zimt und Pfefferminz schmeckten, rochen an welchen die nach Zitrone dufteten und lernten dass Bambus ziemlich vielseitig und stabil ist. 

Unsere Tour ging noch zu einem Schmetterlingspark, wo es viele bunte Exemplare zu sehen gab. Riesen Hibiskus Blumen wuchsen dort und auch Käfer, Schlangen, Skorpione und Frösche konnte man ansehen. Das war die letzte Station unserer Tour, wir ließen uns vom Guide an einem Restaurant rauswerfen und stärkten uns erst mal. 

Gegen Nachmittag suchten wir uns einen der vielen Dschungel Trails aus, die direkt in der Stadt losgingen. Wir fanden auf Anhieb den Pfad in den Wald. Es ging an einem kleinen Fluss, immer weiter in den Dschungel. Wir kamen an eine Brücke, von wo man einen kleinen Wasserfall sehen konnte. Was das Bild hier etwas schädigte, ist leider der ganze Müll, der einfach achtlos überall in der ganzen Gegend hingeworfen wird. Da hilft der schönste Dschungel, mit einem tollen Wasserfall nichts, wenn man immer gucken muss, wie man jetzt das Foto schießt, ohne die Plastikberge drauf zu bekommen. 

Der Himmel wurde immer grauer und es fing an zu blitzen, trotzdem wollten wir noch einen zweiten Trail anfangen. Es ging etwas raus aus der Stadt, von hier sah man einen kleinen Berg, der total im Nebel versackte. Wir folgten den Schildern zu einem weiteren Wasserfall. Dieser war etwas unspektakulärer, da der Fluss einfach nur, über Steine lief und nicht wirklich fiel. Kaum war das letzte Bild geknipst, fielen die ersten Tropfen auf uns. Anfangs tröpfelte es nur, doch der Regen wurde immer mehr und heftiger. Ziemlich nass kamen wir an eine Art Marktstand, wo niemand mehr war, aber die großen, bunten Schirme standen noch, so konnten wir uns etwas unterstellen. Wir versuchten von der Straße ein Taxi zu bekommen, da es bis in die Stadt doch noch etwas zu laufen war, keiner hielt an. Der Regen ließ nach, so ging unser Weg weiter am Fluss, Richtung Stadt. Es war unglaublich, was in dem Fluss so alles schwamm, da waren Ölkanister, leere Flaschen, Tüten, Essensreste und und und einfach nur widerlich. 

Als wir in der Stadt ankamen, gönnten wir uns erst mal einen leckeren Kaffee vom Starbucks. Danach wollten wir nochmal auf den Markt und ein paar Erdbeeren kaufen, doch der Markt ist nur sonntags aufgebaut, so gab es keine Erdbeeren. Da die Stadt nicht wirklich groß ist, trafen wir das eine Pärchen von der Hinfahrt wieder, wir erkundigten uns nach ihrem Zimmer, war wohl auch nicht der Knaller und sie hatten schon nach der ersten Nacht gewechselt. Das zweite war allerdings auch nicht wirklich besser.

Wir gingen zurück in unser Zimmer, welches wirklich nicht toll war, es war das schlimmste was wir bis jetzt erwischt hatten. Die eine Nacht darin würden wir aber auch noch überleben und morgen sollte es ja schon weiter in den Dschungel gehen, da es uns hier nicht so gefallen hatte und man eigentlich nichts anderes als wandern machen kann. 

Pünktlich um 8.30 Uhr klopfte es bereits an der Zimmertür, unser Fahrer für die Tour in den Dschungel. Wir luden die Rucksäcke in den Mini Van, dort saßen schon 2 Mädels und ein weiteres Pärchen, doch diesmal hatten wir Glück und konnten nebeneinander sitzen. Wir hielten an einem anderen Hotel und luden noch ein weiteres Pärchen ein, unsere Gruppe war komplett und die Fahrt ging los. Nach 1 ½ Stunden durch kleine Dörfer, Palmen und Dreck machten wir eine kurze Pause, dann hieß es nochmal fast 2 Stunden im Auto aushalten. Dieser Fahrer war auch nicht der Beste, aber um Längen sicherer als der Letzte. Gegen 12 Uhr erreichten wir eine größere Stadt (Jerantut), hier wurden wir alle abgeladen und samt Gepäck in ein Restaurant verfrachtet. Es wurde kurz erklärt, dass jetzt alle hier, ihre Genehmigungen für den Nationalpark ausfüllen, beantragen und bezahlen müssen, danach hätten wir noch bis um 13.30 Uhr Zeit, dann käme ein weiterer Bus der uns an den Fluss bringe. Wir füllten den Papierkram aus, zahlten den Eintritt in den Nationalpark, wo die Kamera mehr kostete, als die Personen selber, dann liefen wir durchs Städtchen.
Es gab nichts dolles zu entdecken, wir aßen noch etwas, dann gings zurück zum Restaurant. Gegen 13.30 Uhr hielt ein kleiner Reisebus in den wir alle einsteigen sollten. Kurz darauf kamen noch andere Leute, die aus Kuala Lumpur angekarrt wurden dazu und der Bus war ziemlich gefüllt. Weiter führte die Fahrt nochmals eine halbe Stunde, dann waren wir endlich am Fluss. Dort ein Kurzaufenthalt, wo wir die Genehmigungen für den Dschungel bekamen, dann gings auch schon aufs Boot. Ein schmales, aber ziemlich langes Holz Boot, wo immer 2 Leute nebeneinander auf dem Boden saßen, hintendran kamen dann die nächsten. Das ganze Gepäck wurde in der Spitze des Bootes verstaut, was etwas doof für uns war, da wir direkt die ersten Plätze bekommen hatten, was uns dadurch die Sicht nach vorne versperrte. Es blieben uns also nur die Seitenausblicke, doch die Fahrt war ein Erlebnis. 

Es war nicht mehr ganz so warm und so genossen wir die Überfahrt total, es hatte schon was Besonderes, so durch den Dschungel gefahren zu werden. Es dauerte nicht lange und man konnte am Ufer die ersten Affen springen sehen, dann ein kleiner Otter der über den Sand rannte, eine Echse sonnte sich in den letzten Sonnenstrahlen. Es gab kleine Fische die immer wieder aus dem Wasser sprangen, bunte Vögel die in blau und rot schillerten, sowie Kühe und Büffel die sich im Fluss erfrischten. 

Nach ca. 2 Stunden Fahrt hielt das Boot, irgendwo im nirgendwo an, wir wunderten uns alle, der Grund dafür war simpel, der Fahrer musste mal pinkeln. Er kletterte von Bord, lief zu einem Busch und erleichterte sich, einige auf dem Boot meinten, sie müssten auch mal dringend, doch das interessierte keinen und weiter ging die Fahrt. Nochmal eine Stunde, da man auf dem Boden des Bootes saß wurde es langsam ungemütlich, da einem die Beine einschliefen, doch dann war es geschafft. Alle durften aus dem Boot raus, auf ein schwimmendes Restaurant klettern. Man bekam kurz ein paar Infos, über den Dschungel, die Hotels und die Touren, da wir noch keine feste Unterkunft gebucht hatten,  machten wir uns auf die Suche nach einem Büro von einem der Anbieter. 

Wir hatten ein deutsches Pärchen kennengelernt, die von ihrer Unterkunft erzählten, die nicht so teuer wäre und direkt im Dschungel liegt, wo nicht so viel los ist, sogar mit Frühstück. Da wollten wir auch hin, denn Frühstück hatten wir die letzten Wochen nirgends mehr bekommen und es hörte sich alles gut an. Wir balancierten über zwei Holzbretter runter von dem Fluss Restaurant, dann ging es an Land, dort musste man über Steine klettern, einen Sandhügel hinauf, dann einem schmalen Trampelpfad folgen. So gelangten wir an einen anderen Teil des Flusses wo das Büro des Anbieters sein sollte. Wir fanden es ohne weitere Probleme, nur leider war dort niemand anzutreffen. An der Hütte hingen einige Telefonnummern, diese wählten wir, doch keiner antwortete. Dann kam das andere Pärchen auch am Büro an, sie hatten auch nicht wirklich einen Plan, aber eine andere Telefonnummer, doch auch da nichts. Wir liefen umher und fragten ein paar Leute, doch natürlich konnte kein einziger was Genaues sagen. 

Lukas und ich überlegten was wir jetzt machen sollten? Entweder hier warten und hoffen, dass doch noch irgendwann jemand auftaucht oder hier nach einem Zimmer suchen. Man muss dazu sagen, wir hatten vorher im Internet etwas recherchiert, was die Zimmer hier betrifft, doch die meisten waren katastrophal bewertet oder total überteuert. Wir warteten also mit dem Pärchen. Man hörte auf einmal ein Boot, welches langsamer wurde, na endlich jemand der hier arbeitete. Wir fragten ob sie noch Zimmer frei hätten und er bejahte dies. So ging es wieder in ein Boot, den Fluss nochmal 10 Minuten hinauf. An einem kleinen Steg hielten wir an. Es ging wieder ordentlich den Berg hoch, doch dann sah man die Anlage.

Alle zusammen ließen wir uns ein Zimmer zeigen. Sagen wir es mal so, das Zimmer war einfach, doch ok, aber das Badezimmer wieder übelst. Einfach nur ein Wellblech oben über die Zementwände gelegt, dunkel, kein Fenster, dann ein Waschbecken und eine Toilette vor 10 Jahren irgendwann mal in die Wand gebohrt und eine Art Dusche hinzugefügt, das war’s. Nein so ähnlich war das letzte Zimmer, so was wollten wir nicht noch einmal, in diese Hütte würde man keinen Hund stecken. Den anderen gefiel es wohl auch nicht so gut, doch der Inhaber hatte noch bessere Zimmer, die Deluxe Klasse. Ein Blick wurde hier hinein geworfen, diese waren akzeptable, doch mit 45 Euro pro Nacht doch etwas überteuert, dafür erwartet man dann doch mehr Luxus. Wir verhandelten zu viert mit ihm und bekamen die Zimmer für 30 Euro die Nacht, immer noch einiges aber ok und irgendwo mussten wir ja schlafen. Wir luden alle Sachen ab und wollten gleich wieder in die Stadt, ein bisschen umschauen. Wir fragten den Eigentümer ob er uns fahren könnte, schließlich warb er mit einem kostenlosen Shuttleservice, da er etwas außerhalb lag. Diesmal fuhren wir mit dem Auto nach 10 Minuten waren wir wieder in der Stadt, naja Städtchen. Wir liefen etwas umher, stellten schnell fest, dass es auch hier nicht so viel außer dem Dschungel zu sehen gibt. Wir aßen am Fluss zu Abend und machten die weitere Planung, soweit das ohne Internet möglich war, denn dieses gab es nur in zwei Internetcafés, ansonsten keine Chance.

Am nächsten Morgen ging es zum Frühstück, es gab Toast, Butter, Marmelade, Kaffee und Tee. Nichts dolles aber man hatte was im Magen. Wir sahen sogar einige einheimische Speisen auf dem Tisch, wo natürlich probiert wurde. Das eine war so ne Art Gebäck nicht so lecker, das andere war in ein Bananenblatt gepackter Reis mit Ei, Zwiebeln und Gewürzen, dies schmeckte sogar ok, aber nicht ganz meins zum Frühstück. Man lernt die Körnerbrötchen und Käse doch zu schätzen :-)
 
Danach liefen wir zu Fuß in die Stadt, kaum aus der Anlage draußen sahen wir irgendetwas durch den Busch wegrennen, wir hatten es wohl erschreckt. Einige Meter vor uns, rannte dann ein Wildschwein über die Straße, das wird es wohl gewesen sein. In der Stadt ließen wir uns von einem der Boote auf die andere Seite vom Fluss bringen, wo der Nationalpark anfing. Man musste durch ein riesiges Resort laufen um auf die Wege, die in den Dschungel führen, zu kommen. In dem Resort sahen wir eine Art Reh was zutraulich war und sich streicheln ließ. 

Unser Weg führte durch den Dschungel, teils über Holzbretter, teils einfach so über Wege und Wurzeln zum Canopy Walkway. Das wollten wir auf jeden Fall hier ausprobieren. Wir bezahlten den Eintritt, man stieg einige Stufen hinauf und schon stand man in 10 Metern Höhe vor der ersten Hängebrücke in den Bäumen. Wir hatten Glück und erwischten eine gute Uhrzeit, so dass wir fast alleine in dem Park waren. Wir hatten viel Spaß über die Brücken zu laufen, genossen die Ausblicke von den Zwischenstationen an den Bäumen und merkten gar nicht, dass wir auf einmal schon 40 Meter hoch waren. Trotz allem aber doch immer noch mitten im Grünen, nach ca. 35 Minuten war es schon vorbei und wir hatten wieder festen Boden unter den Füßen. 

Wir wollten noch einen Berg (Bukit Teresik) hinauf von dort sollte man einen schönen Blick über den Dschungel haben. Der Aufstieg auf die 340 m gestaltete sich etwas schwierig, da die Bauarbeiten hier noch nicht fertig gestellt waren, so gab es noch keine Stufen, sondern nur schmale Pfade über Stock und Stein, die ganze Zeit bergauf. Nach einer wirklich schweißtreibenden, guten halben Stunde erreichten wir den Gipfel. Der Ausblick, leider wieder etwas Wolkenverhangen und wir schweißgebadet, fix und fertig. Es wurden zwei einigermaßen, bequeme Steine gesucht, dort ruhten wir etwas aus, als auf einmal ein heftiger Luftzug über unsere Köpfe schwebte. Es war ein riesen Vogel gewesen, keine Ahnung was für einer, aber es hörte sich an wie ein Flugzeug. Wir sahen außerdem ca. 3 cm große Ameisen, die über unsere Steine kletterten. Es wurde Zeit für den Abstieg, es war aber erst so halb 2, deswegen wollten wir noch etwas weiter den Dschungel genießen. Wir fanden in unserem Reiseführer eine weitere Route durch den Dschungel  (Lubok Simpon), die aber auch wieder in dem Resort enden sollte, also perfekt, nirgends wieder zurück laufen, sondern eine schöne Dschungelrunde. 

Auf diesem Weg konnten wir sogar ein kleines Hörnchen auf einem Baumstamm beobachten, wir schreckten zwei kleine Fledermäuse auf und in einer Baumhöhle erblickte Lukas sogar eine Vogelspinne. Im Dschungel war es nicht so heiß und drückend wie wir es uns vorgestellt hatten, trotzdem waren manche Wege leicht feucht, auf diesen waren dann auch kleine Blutegel unterwegs. Wir fragten morgens noch den Inhaber unseres Hotels wie es denn mit den Ekeln aussieht, da meinte er nur, kein Problem, heute sind keine da, es hat heute Nacht nicht geregnet. Ja sahen aber doch welche, Lukas eins, sogar näher als gewollt, das Vieh hatte sich an seinem linken Fuß festgebissen. Einheimische meinten aber, es passiert nichts und schnickten das Viech einfach vom Fuß runter. Ich hatte zuvor noch ein kleines Schlammbad, wir überquerten einen Fluss und mussten an einer ziemlich schlammigen, rutschigen Stelle wieder hoch auf einen Weg, den erreichte ich nicht ganz rutschte ab und sackte mit beiden Füßen in dem Matsch. Das war uns dann genug Dschungelabenteuer und wir traten parallel zum Fluss den Rückweg an. 

Am Ende von dem Resort, sahen wir einen ganzen Baum, voll mit wilden Affen und eine giftgrüne Schlange, die sich aber gleich im Gestrüpp verkroch. Wir setzten wieder auf die andere Seite über, aßen etwas und liefen in unser Zimmer zurück. Dort wurde erst mal geduscht und die Schuhe abgespült, etwas ausgeruht, denn für heute Abend, hatten wir eine 4 WD Nachtsafari gebucht.

Die Erwartungen waren hoch, da wir ja alleine im Dschungel so viele Tiere gesehen hatten, doch es erwies sich als Reinfall. Der Fahrer raste erst mit ca. 50 km/h über eine Hauptstraße und ein Typ auf dem Dach leuchtete in die Büsche und Bäume, natürlich ohne großen Erfolg. Irgendwann dann hielten wir eine halbe Ewigkeit an einem Baum, man sah eine Sekunde ein flying Squirrel klettern, noch nicht mal fliegen. Es wurden uns 2 kleine Schlangen in einem Busch gezeigt, eine Eule, verschiedene Vögel, Kühe und ein weiteres Wildschwein. Ganz toll, das alles in 2 Stunden. Naja wir waren froh, als es endlich vorbei war und wir an unserem Hotel abgeliefert wurden.

Wir hatten auch etwas Zeit unsere nächste Station auszusuchen entweder an die Ostküste auf die Inseln oder doch schon nach Thailand? Nach einigen Recherchen im Internet sind wir zu dem Entschluss gekommen nicht an die Ostküste zu fahren, da wir in Malaysia doch immer wieder etwas enttäuscht wurden und die Berichte von einigen Reisenden nicht gerade für die Inseln sprachen. 

Evtl. lag es an den total überteuerten, dafür aber runtergekommenen Übernachtungsmöglichkeiten, das Essen was nicht so schmeckte oder die Menschen an sich, die immer fast alle überhaupt keine Lust auf Touristen hatten und nicht ganz so freundlich waren. Vielleicht aber lag es auch daran, dass die Malaysier in einer Tour die Nase hochziehen und das Ganze dann auf den Boden rotzen, das Geschrei von dem Typen vom Turm 8 mal am Tag oder an der Tatsache das hier niemand mal Abstand hält. Man steht am ATM um Geld abzuheben und der nächste hängt dir schon so was von im Nacken, unglaublich. Dann steht man selber an einem Automaten an, um einen Fahrschein zu ziehen und was machen die Leute wenn du nicht press an deinem Vordermann stehst, sie stellen sich einfach vor dich, als würdest du da nicht anstehen, sondern auf den Weihnachtsmann warten, ohne Worte. Es ist auch vieles total überteuert und die Touristen werden einfach abgezockt.

Wir buchten also einen Flug nach Phuket.

Nach zwei Tagen im Dschungel, fuhr uns der Inhaber des Hotels an die Bushaltestelle im Ort. Auf dem Weg dahin erzählte er uns, dass sie nicht weit von hier, heute Nacht einen jungen Elefanten gefangen hätten der jetzt im Dschungel auf seinen Abtransport warten würde. Wir fragten warum er gefangen wurde, darauf meinte er, dass der Elefant zu nah an das Dorf gekommen ist, auf der Suche nach einem eigenen Revier. Es wäre aber für die Leute hier zu gefährlich, deswegen wird er woanders hin transportiert und bekommt da sein Revier. Wir fragten, ob er uns nicht kurz da vorbei fahren könnte, und er tat es. Wir hielten nach nur 10 Minuten an einer Absperrung an, vor der einige Einheimische standen. Wir liefen durch und tatsächlich, wenn man nach unten schaute, konnte man den Elefanten da fressen sehen. Sau cool. 

Wir fuhren wieder an die Bushaltestelle und rein gings in den öffentlichen Bus. Dieser hatte die besten Zeiten schon hinter sich, der Fahrer hatte eine Art Strandstuhl als Fahrersitz, der Boden ist aus Holz gewesen, aber der Fahrer war der Beste den wir bis jetzt hatten. Nach 1 ½ Stunden Busfahrt erreichten wir wieder dieses Jerantut. In 20 Minuten ging von hier der nächste öffentliche Bus nach Kuala Lumpur zurück. Wir besorgten kurz was zu Essen und schon saßen wir im klimatisierten Reisebus, indem wir total viel Platz hatten, da jede zweite Reihe fehlte. In so einem komfortablen Bus haben wir noch nie gesessen. Nach weiteren 3 Stunden Fahrt erreichten wir Kuala Lumpur. 

Das wir hier nochmal landen würden, hätten wir nie gedacht. Es wurde die Bahn bis zur Haltestelle Sentral genommen, dort gab es direkt eine Jugendherberge. Wir gingen rein und versuchten unser Glück auf der Suche nach einem Zimmer, sie hatten eins für gerade mal 30 Euro, wir rechneten wieder mit einer Absteige, aber für diese letzte Nacht in Malaysia würde es schon ok sein. Zu unserem Erstaunen war das Zimmer super, groß, hell, sauber mit Klima und TV, es gab sogar eine Garderobe und Bad war auch ok. Wir fuhren in die Stadt, besuchten nochmal ein Kino, wo wir für 10 Euro zusammen einen 3D Film schauten, danach gings nach Chinatown, dort liefen wir über den Night-Market, aßen zu Abend und es ging zurück ins Zimmer. 

Wir nahmen am nächsten Morgen gegen 9 Uhr einen Bus an den Flughafen und um 12.40 Uhr startete der Flieger Richtung Phuket.

Sonntag, 1. Juli 2012

Penang – die Insel der Ratten


Unser Flieger landete sanft auf dem malaysischen Rollfeld. Was man vorher von oben erblicken konnte, waren Wasser und Palmen. Im Flughafengebäude war es dann wieder schnell vorbei mit der Sauberkeit und Ordnung die man noch vor 2 Stunden in Singapur genießen durfte. Die Toiletten mal wieder katastrophal, bei den Frauen 4 Kabinen, davon 2 nur zum Stehen über einem Loch im Boden. Was wir hier in Malaysia nie verstehen werden, wie das mit dem abwischen läuft. In 90 Prozent der Toilettenhäuschen gibt es kein Papier, Seife ist sowieso ein Luxusgut, aber das ist ein anderes Thema, dann hängt immer ein total versiffter Schlauch in der Kabine mit dem man sich dann abspritzen soll, wenn man sich erleichtert hat, ja und dann???? Alles nass und so geh ich dann wieder raus auf die Straße oder wie? Wir haben es nicht rausfinden können, hatten aber immer genügend Papier einstecken. 

Vom Flughafen nahmen wir einen öffentlichen Bus nach Georgetown rein. Die Fahrt führte vorbei an vielen Hochhauskomplexen, die aber alle ziemlich gepflegt aussahen, netten Einzelhäusern und einigen riesen Einkaufszentren. Man konnte auch in Meer nähe die kleinen fahrbaren Essstände sehen, die wieder Maiskolben oder Fisch- und Fleischspieße anboten. Von weitem sah man auch die ganz bekannte Penang Brücke, die mit 13,5 km schon eine stolze Länge aufweist und die einzige Verbindung zum Festland ist.
Irgendwo in Georgetown hielt unser Bus dann an und der Fahrer meinte hier müsst ihr raus. Wir hatten uns im Voraus wieder ein Tune Hotel ausgesucht und auch auf einer Karte eingezeichnet wo es ist, aber von hier hatten wir absolut keine Ahnung wie man da hinkommen sollte. Wir entschieden einfach mal ein Stückchen zu laufen, nach ein paar Minuten kamen wir an einen Taxistand. Wir sprachen mit einem der Fahrer und wollten, dass er uns ans Hotel fährt, dieser meinte nur, lauft lieber es ist nicht weit von hier, ich erkläre euch auch den Weg, schaut euch mal um was gerade für ein Verkehr ist, da brauchen wir doppelt und dreifach so lange wie wenn ihr lauft. Ok weiter ging es durch die Gassen. Nach ein wenig weiter rumfragen, fanden wir auch das Hotel. Wir checkten ein, luden unsere Sachen ab und schlenderten gleich im Anschluss noch etwas durch die Gegend, auf der Suche nach einigen alten Häusern die von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurden. Wir fanden auch einige, die wirklich schön zu Recht gemacht wurden, leider sind viele aber auch total runtergekommen. Bürgersteige sind hier wieder Fehlanzeige, entweder man läuft auf so einer Art, dann gehört er aber meistens zu einem Eingang von einem Haus, wo man dann auch direkt bei den Leuten ins Wohnzimmer blicken kann, da die Türen aus Gittern bestehen, damit etwas Luft ins Haus gelangt. 

Was ganz übel ist, in der ganzen Stadt liegt der Kanal frei, in einem ca. 30 cm tiefen Graben, allerdings offen an jeder Straße. Da muss man beim Laufen schon etwas gucken wo man hintritt, nicht das man in dem Kanal steht, wo mal wieder alles entsorgt wird. Wir denken auch die Toiletten werden darüber entleert, es stinkt teilweise echt übel und wenn man mal einen Blick in den Graben wirft, schauen einen lauter kleine, haarige Tierchen an, Ratten überall. Man sieht ja öfter mal in jeder Stadt eine springen, aber das hier ist echt unglaublich, wahrscheinlich gibt es hier mehr Ratten als Bewohner. Da auch die Essensreste immer schön in den Kanälen landen gibt es für sie auch immer genug zu futtern. 

Wir kamen an einem riesen Zooladen vorbei, da konnte ich natürlich nicht einfach so vorbei laufen, sondern musste mal einen Blick riskieren. Sie hatten da hunderte von Aquarien rumstehen, mit ganz vielen verschiedenen bunten und echt schräg aussehenden Fischen, dann gab es Schildkröten und Koi Karpfen. Als wir durch die Aquarienabteilung durch waren, sahen wir einen Abschnitt in dem gab es sogar Hund- und Katzen Babys zu kaufen. So putzig die kleinen Kerle. Dann stand da noch ein Käfig, in diesem war ein kleiner Affe und in einem anderen kletterten zwei Waschbären. Wir sahen auch ein Schild, dass es hier in dem Laden ein Fisch Spa geben soll, dabei hängt man seine Füße ins Wasser und die Fische knabbern einem dann die tote Haut runter. Das hatten wir schon öfter gesehen und gelesen, aber es noch nie selber ausprobiert. Wir entschieden es morgen oder übermorgen auf jeden Fall auszuprobieren, heute waren wir einfach zu kaputt und wollten nur noch ins Bett.

In unserem Reiseführer fanden wir einen kleinen, vorgegebenen Rundgang durch Georgetown, in dem man die Highlights der Stadt sehen sollte. Da er nur 3 km Länge hatte, wollten wir ihn ablaufen. So ging es vom Hotel an die Bushaltestelle, an der ein kostenloser Hop on Hop off Bus anhalten sollte, der uns an die Ausgangsposition bringen sollte. Fahrzeitenpläne gibt es natürlich nicht, so setzten wir uns und warteten, es hielten einige Busse, doch nie der kostenlose Bus. Es kam ein Bus der total voll war, das war unserer, in dem Bus, fast nur Einheimische die sich schön umsonst durch die Stadt fahren lassen. Wir quetschten uns auch noch hinein, nach 10 Minuten waren wir an unserer Haltestelle angekommen und konnten den Rundweg starten. Wir sahen das Museum, nur von außen, die City Hall, die Town Hall, einige Tempel, natürlich gab es auch hier wieder ein little India wo man durchgeführt wurde und Moscheen. Es gab auch einige sehr schöne Häuser, aber warum die Stadt hier als Welterbe ausgesucht wurde???

Wir besuchten noch einen ganz bekannten Tempel (Kek Lok Si) der ziemlich groß und beeindruckend war. Man konnte in der Tempelanlage mit einer Seilbahn bis auf die Spitze fahren, von hier hatten man einen schönen Blick über die Stadt und natürlich auf das Highlight des Tempels eine 36 m hohe goldene Statue die Gnade symbolisiert. Es gab auch kleine Teiche, in denen ganz viele Schildkröten umherschwammen. Ein Erlebnis war der Weg zum Tempel, wir fuhren mit dem öffentlichen Bus aus der Stadt hinaus und stiegen dann an der Endstation aus. Von dort ging es durch tausend Verkaufsstände den Berg hinauf zum Tempel. Es wurde wieder viel Ramsch und hässliche Kleidung angeboten, wenn dann der Tunnel vorbei war, stand man vor der Anlage.
Zurück in der Stadt, sah man wieder überall diese grünen, stacheligen Früchte rumliegen, die von den Einheimischen wie verrückt vertilgt wurden. Wir hatten sie auch schon in Kuala Lumpur und Singapur gesehen, rausgefunden dass der Name Durian ist, und sie wegen des üblen Gestanks und Geschmack entweder geliebt oder gehasst wird. In den meisten Geschäften und Hotels, ja sogar U Bahn Stationen sind sie verboten, wegen dem strengen Duft. Wir wollten es endlich mal probieren. Der Verkäufer suchte uns eine aus, keine Ahnung welche der 14 verschiedenen Sorten es jetzt war, zerlegte sie uns und packte die Stücke in eine Box. Wir setzten uns an einen Tisch und bissen erwartungsvoll in die schleimigen Stücke hinein. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, es hatte von der Konsistenz was von einer Avocado, geschmacklich leicht bitter aber auch nussig, total seltsam. Unseren Geschmack hat es nicht getroffen, aber wir haben es probiert.
Am selben Abend ging es zurück zu dem Zooladen, wo wir eine halbe Stunde Fisch SPA buchten. Es war ziemlich merkwürdig und ungewohnt, als die Fische anfingen an unseren Füßen zu knabbern. Es kitzelte, aber mit der Zeit gewöhnte man sich daran. Die größeren Fische merkte man mehr beim Arbeiten, als die kleinen unter ihnen. Nachdem wir fertig waren, hatten wir das Gefühl, dass unsere Füße schon etwas weicher waren als zuvor, ein Erlebnis war es auf jeden Fall.

Wir besuchten noch einen riesen Food Court, wo wieder die Hölle los war, es gab dort sogar eine Bühne mit Live Musik, frisches Fischbüffet und lauter kleine Hütten die ihr Essen anboten.

Ein Spaziergang am Abend entlang der Promenade, von wo aus man auf den riesen Frachthafen von Butterworth schauen konnte durfte nicht fehlen. Wir hatten uns überlegt einen Tagesausflug aufs Festland nach Butterworth zu machen, da es dort aber außer dem riesen Hafen nicht wirklich was zu sehen gibt, ließen wir es.
Wir mussten uns überlegen wie es von hier weitergehen sollte? Entweder nach Langkawi, eine weitere malaysische Insel an der Westküste oder doch lieber erst rüber aufs Festland und etwas in die Berge, genauer gesagt in die Cameron Highlands. Da wir im Internet lasen, dass die Inseln auf der Ostküste von Malaysia schöner sein sollten, entschieden wir uns erst mal für die Berge.

Wir buchten einen Transport für den nächsten Tag in die Highlands. 

In Penang hatten wir außerdem unsere erste schlechte Erfahrung mit den öffentlichen Waschsalons. Es gibt hier keine Waschsalons, wie man sie aus Deutschland oder Australien kennt, wo man einfach hingeht, seine Wäsche in eine Maschine stopft und sozusagen selber wäscht. Hier gibt man seine Dreckswäsche ab und wenn man Glück hat bekommt man alle Teile wieder. Wir hatten nicht so viel Glück, das einzige schickere Kleid was ich überhaupt mit habe, und was auch etwas mehr gekostet hatte war leider nicht in unserer Tüte zurück. Lukas ging am nächsten Tag gleich vorbei und hackte mal nach, wo es denn abgeblieben wäre? Eine Frau meinte sie müsse das mit einem anderen verantwortlichen besprechen, er solle doch morgen nochmal vorbei kommen. Wir gingen am selben Abend vorbei, doch ohne Erfolg, das Kleid ist weg. Die Frau meinte es könne nicht weg sein, da sie keine Maschinen mit Kleidung von unterschiedlichen Kunden mischen, aber wo ist es dann? Ärgerlich, aber was will man machen, muss ich mir bei Gelegenheit ein neues kaufen.

Wir warteten pünktlich um 11.15 Uhr draußen vor dem Hotel auf unseren Transport. Da gegen 11.40 Uhr immer noch keiner da war, riefen wir mal bei dem Anbieter an und fragten nach. Jaja der Fahrer ist unterwegs bekam man nur gesagt. Gegen 11.50 Uhr hielt ein bereits ziemlich gut gefüllter Mini Van am Hotel, dies war unserer. Von den 10 Sitzen waren gerade noch 2 frei. Es befanden sich 4 Chinesen und 4 Europäer im Bus. Der Mini Kofferraum war schon so gut gefüllt, dass der Fahrer erst mal alle Taschen und Golfutensilien rausräumte und dann mit viel Liebe die Taschen wieder in den Kofferraum presste. Ein Rucksack von uns, sowie Lukas selber mussten vorne sitzen, da hinten nur noch ein Platz war. Los ging die Fahrt, raus aus der Stadt über die 13 km lange Brücke in die Cameron Highlands.  

Montag, 25. Juni 2012

Singapur – das Land der Verbote und Strafen


Zuerst mussten wir natürlich auch hier wieder durch die Passkontrolle, ging alles ohne Probleme. Was zu welchen hätte führen können, wenn wir noch Raucher gewesen wären, da hier die Einfuhr von Kippen verboten ist, krass oder? Wurden auch zweimal bei der Gepäck Durchleuchtung gefragt, ob wir wirklich keine Zigaretten oder Alkohol dabei hätten. Nachdem wir an ziemlich vielen Zollbeamten und Militärpersonal vorbei gelaufen waren, konnte es endlich raus auf die Straße gehen. Dort brauchten wir erst mal einen Geldautomaten, da wir keinen einzigen Singapur Dollar einstecken hatten. Wir fanden recht schnell einen, dann aßen wir noch etwas und suchten einen Bus, der uns an die MRT Station bringen sollte.

Wir stiegen in den nächstbesten ein und wollten Tickets kaufen bis zur MRT. Der Fahrer verstand so viel Englisch, wie wir malaiisch, er machte uns mit Handzeichen klar doch einfach weiter zu gehen. Dadurch hatten wir aber auch immer noch keine Ahnung, wo wir denn jetzt aussteigen sollten, also mal wieder abwarten und die Augen offen halten. An so einer Art Endstation mussten dann alle aus dem Bus raus, glücklicherweise gab es dort aber eine MRT Station. Wir informierten uns kurz, welche uns in Richtung Hotel bringen würde. Es wurde schnell klar, dass das System hier um Längen besser ist, als das öffentliche Netz in Kuala Lumpur. In der MRT gab es sehr wenig Sitzplätze, dafür war sie ewig lang. So war erst mal wieder stehen angesagt für so 30 Minuten, aber umfallen konnte man nicht, denn sie war gerammelt voll. An unserer Haltestelle angekommen suchten wir dann unseren Blog, hier war nämlich alles in solche eingeteilt. Nach etwas Hilfe von Einheimischen, die hier übrigens immer alle gleich total hilfsbereit waren, wechselten wir von den ungeraden Blöcken in die geraden und hatten unseren 8 gefunden. Das Hotel war auch gleich zu erkennen. Beim Einchecken stellten wir fest, dass es hier auch Zimmer mit den Namen Tarzan Höhle, Eistunnel oder Paradiesgarten gab, bei weiterem hinsehen entdeckten wir auch eine Preisliste, auf dieser die Raten pro Stunde aufgelistet waren. Na toll war ja wieder klar, das uns so was passiert, aber zuerst mal das Zimmer anschauen. 

Es war klein und das Badezimmer war eher eine Nasszelle, aber Bett war in Ordnung, ohne Flecken, oberflächig war das Zimmer sauber und wir hatten sogar einen TV und freies Internet. Die Wände waren leider wieder sehr dünn, man hörte jetzt keine aussagekräftigen Geräusche, aber man konnte erkennen, wenn eine Dame zu ihrem Geschäft stolzierte. Im Aufzug traf man auch andere Touris, sogar Asiaten die mit Kindern unterwegs waren. Manchmal stand man aber auch mit „ungleichen“ Paaren darin:-). Wir fandens ok, der Preis war auch in Ordnung und ein Zimmer hier zu finden was nicht gleich 80 Euro die Nacht kostet, ist wohl echt nicht so leicht. Haben einige Geschichten im Internet gelesen, von Leuten die Kakerlaken Massen in den Zimmern hatten oder auch von welchen die einfach unwissend ausquartiert wurden in andere Zimmer, da ihres weiter vermietet wurde.

Singapur hat einiges zu bieten, nur alles kann man sowieso nicht sehen und man muss ja auch preislich schauen wo man bleibt. So schlenderten wir über die Orchard Road, das ist eine riesen Einkaufsstraße, wo es wieder riesen Shoppingtempel gibt, sahen uns den Boat Quay und den Clarke Quay an, dort hat man unzählige Restaurants und Bars direkt am Fluss, sahen den Singapur Flyer, das ist ein Riesenrad, von wo man einen guten Blick über die Insel haben soll, der Eintritt war uns etwas zu viel, so genossen wir den Anblick aus der Ferne. Wir liefen am Marina Bay entlang, von hier konnte man die schöne Sicht auf die Skyline genießen. Wir sahen das quirlige CBD, wo es nur so von Anzugträgern, die durch die Gegend hetzten wimmelte. Chinatown und Little India durften im Programm natürlich nicht fehlen.
Wir besuchten auch einige Food Courts, wo wir zu Abend aßen, dort hatte Lukas seine ersten Tiger Prawns, die ihm sehr gut schmeckten. Danach ging es noch etwas an die Esplanade zum Spazieren. Den Merlion (halb Fisch/ halb Löwe) den Schutzpatron dieser Stadt, haben wir auch gesehen, leider war der richtig große im Umbau, deswegen mussten wir uns mit dem kleinen Nachbau zufrieden geben.

Da es hier einen richtigen großen Kinopalast gibt und wir seit September 2011 in keinem Film mehr waren, nutzten wir einen Nachmittag fürs Kino. Da drin war es so schweinekalt, dass wir echt froh waren, als der Film vorbei war und man wieder nach draußen an die warme Luft konnte.
Haben in Singapur auch unseren ersten richtigen Regen erlebt, seitdem wir in Asien unterwegs sind. Es kübelte aus Eimern, so eine gute Stunde, danach schien wieder die Sonne und man merkte keinen Unterschied zu vorher, nur der Boden war nass.

An einem Tag wollten wir in den Zoo und danach eine Nacht Safari machen. Da wir aber mit den Öffentlichen gefahren sind, dauerte es so 45 Minuten an die MRT Station, von wo der Bus dann raus in den Zoo fährt. Nach einer Stunde Fahrt kamen wir dann im Zoo an, es war gegen 17 Uhr, der Zoo schließt um 18 Uhr und ist echt groß mit viel zu sehen, echt dumm gelaufen. So holten wir uns nur Tickets für die Nacht Safari und schlugen dort die 2 ½ Stunden Zeit tot, bis man in den Safari Park reindurfte. 

Wir hätten nie gedacht, dass da so viel los ist, es war Mittwochabend und die Massen strömten. Wir hatten Glück und erwischten gleich die erste Bahn, die uns durch den Park fahren sollte. Da es langsam dunkel wurde, konnten wir leider keine Fotos machen, sind alle nichts geworden, so gaben wir das schnell auf und warteten auf ein Highlight der Fahrt. Vorbei ging es an Mufflons, Hyänen, Löwen, Giraffen, Nilpferden, Wölfen und Büffeln aber das erwartete Highlight blieb leider aus. Die Fahrt dauerte 40 Minuten direkt im Anschluss daran, konnte man zu einer Show gehen die sich Kreaturen der Nacht nannte. War auch nett anzusehen mit ein paar Ottern, Waschbären und Co. die kleine Kunststücke aufführten. Nach 25 Minuten war auch diese Attraktion vorbei. Es gab noch einen kleinen Abschnitt im Park, den man nicht mit der Bahn fahren konnte, dahin gelangt man nur zu Fuß, diesen liefen wir natürlich auch noch ab. War sehr schön, fast interessanter als die Fahrt an sich, da man hierbei viel näher an die Tiere rankam. Als wir so über die Pfade liefen, sahen wir am Wegesrand sogar eine freie Schlange entlang schlängeln, war nicht allzu groß, schillerte aber in Regenbogenfarben.

An einem Abend erreichten wir gegen 23.45 eine MRT Station und wollten da, in die Bahn steigen, um an unsere Haltestelle zu gelangen, da meinte ein Mitarbeiter, dass die letzte Bahn vor 5 Minuten weggefahren ist. Wer hätte gedacht, dass in einer so großen, sauber und gepflegten Stadt, die Bahnen auch um Mitternacht Schluss machen. So schnappten wir uns ein Taxi, welches uns in unser Viertel zurückbrachte. Taxen sowie die öffentlichen Verkehrsmittel sind hier im Vergleich zu anderen Dingen wieder relativ günstig.
Als wir so durch Geylang liefen, fiel uns auf, dass es hier immer voll ist und immer Leben herrscht. Egal ob um 9 Uhr morgens oder um 2 Uhr nachts, so ein Verkehr und Leute die Essen gehen oder sich Handys aussuchen, oder ein Bierchen genießen.

Da wir durch den Rotlichtbezirk mussten, machten wir uns bei erstem Mal doch ein paar Gedanken, da man ja verschiedene Bilder aus Frankfurts Vierteln im Kopf hat, aber ist hier ganz anders. Klar stehen die Mädels knapp bekleidet am Straßenrand oder sitzen auf ihren Plastikstühlen, aber es gibt keine Fixer die sich gerade einen Schuss setzten, keine Junkies die betteln und die Frauen labern einen auch nicht dumm an, auch die Russen mit ihren Hütchen spielen fanden wir nicht. Also überhaupt kein Problem dadurch zu laufen.
Thema Essen, haben echt viele widerlich aussehende Sachen gesehen und gerochen wie z.B. richtige Frösche die dann gekocht oder gebraten werden und eine Spezialität sind hier wohl, diese braunen Gammel Eier. Haben uns nicht getraut davon was zu probieren, was wir allerdings ausprobierten war ein Chinesisches BBQ Restaurant. War sehr lecker und man konnte alles Mögliche bekommen, wir hatten z.B. Knoblauch, Pilze, Würstchen und auch Kartoffeln bestellt alles kam auf einem kleinen Metallspieß lecker gegrillt mit Kräutern auf den Tisch. Lukas konnte sogar Krokodilschwanz testen, schmeckt wie Fisch, also lecker.
An sich hat es uns hier ganz gut gefallen, was super war, dass in unserem Viertel echt rund um die Uhr was los war, man hat sich immer sicher gefühlt, da die U Bahn Stationen viel sauberer und gepflegter sind als in Deutschland, es gab dort auch kein Gesocks was rumlungerte oder pöbelte. Allerdings muss man sich hier sehr an die Regeln halten, sonst kann man mal ganz schnell eine Strafe aufgedrückt bekommen, wegen trinken an verbotenen Orten oder wenn man ein kleines Papierchen auf die Straße fallen lässt und erwischt wird, kann man gleich mal 600 Euro latzen. Wir haben auch so genug Geld in der Stadt gelassen, sahen noch den sehr gepflegten, riesigen Flughafen, waren dort auf einer der saubersten Toiletten überhaupt. Es gab sogar einen Kaktusgarten in dem man rauchen durfte, auf dem Dach des einen Gebäudes. Wir verließen das Land nach 4 Tagen wieder. Unser Flug ging um 15 Uhr wieder nach Malaysia auf die Insel Penang wo wir uns Georgetown ansehen werden.