Freitag, 22. Juni 2012

Kuala Lumpur - schlammige Flussmündung


Wir nahmen also an unserem letzten Tag in Kuta  (Indonesien) ein Taxi. Das war gar nicht so einfach zu bekommen, als erstes baten wir die „nette“ Dame an der Rezeption unseres Hotels doch bitte eins zu rufen, sie meinte darauf nur wir haben hier auch einen Fahrdienst. Bei diesem fragten wir dann nach dem Preis, es war mehr als das doppelte was ein Taxi kosten sollte, so blieb uns nichts anderes als wieder durch die wuselnden Gasse zu laufen um auf die Hauptstraße zu kommen. Dort hielten gleich einige Taxen an, diese wollten aber alle ohne Taximeter fahren und schön die blöden Touris abzocken, doch nicht mit uns, müssen ja auch ein bisschen aufs Geld schauen. Nach einigen weiteren Gesprächen fanden wir einen, der sofort mit Taximeter fahren wollte, das war unser Mann. Nach 20 Minuten durch die vollgestopften Gassen erreichten wir den Flughafen. Dort musste man nochmal schön ca. 13 Euro pro Nase abdrücken um ausreisen zu dürfen. Unsere Getränke, die wir nach dem Security Check kauften, konnten mal wieder in die Tonne wandern, da nichts an Flüssigkeiten erlaubt war. Nach 3 Stunden Flug erreichten wir den Flughafen in Kuala Lumpur. Da wir mit einer Low Budget Gesellschaft angekommen waren, mussten wir erst mal noch 15 Minuten direkt am Rollfeld entlang marschieren bis wir ans Flughafengebäude gelangten.

Es war das erste Mal, dass wir bei der Einreise ins Land unsere Fingerabdrücke geben mussten, dafür kostet es aber keinen Cent und man darf sogar 90 Tage bleiben. Wir besorgten uns Bustickets die uns etwas näher in die Stadt bringen sollten, da der Flughafen ca. 70 km außerhalb von Kuala Lumpur liegt. Das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, wunderten uns nur wie lange denn die Fahrt noch dauern würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit (60 Minuten) trafen wir an der Central Station( Hauptbahnhof) ein, von hier sollten wir die Monorail (Schwebebahn) bis zu unserem Hotel nehmen. Nur musste man diese erst mal finden, es war wieder ordentlich was los und die Station befindet sich im Moment im Umbau, wie fast alles hier, also reines Chaos. Nach etwas durchfragen fanden wir dann den richtigen Weg zu unserer nächsten Station, zu der man dann auch nochmal 5 Minuten laufen durfte. In der Bahn hatten wir Glück und konnten 2 Sitzplätzte ergattern, was sehr angenehm war, da man ja die ganze Zeit seine 15 kg Gepäck auf dem Rücken durch die Gegend schleppte. Es wurde langsam dunkel so bekam man nicht allzu viel zusehen, außer natürlich einen kurzen Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, die Petronas Tower. Nach weiteren 30 Minuten kam endlich unsere Haltestelle, von der waren es nochmal 5 Minuten Fußmarsch, dann erreichten wir total geschwitzt und fertig unser Hotel. Was an diesem Abend sehr praktisch war, direkt im Hotel befindet sich ein Subway, so konnten wir da, zu Abendessen und nach einer Dusche direkt ins Bett fallen.

Wir hatten jetzt 3 volle Tage hier in dieser Stadt vor uns. Unsere erste Station waren natürlich die Petronas Tower aus nächster Nähe, da wir allerdings tagsüber da waren und sie nicht so toll anzusehen waren außer, dass sie echt verdammt hoch sind, entschieden wir gegen Abend noch einmal zu kommen, da erstrahlten sie dann auch in ihrer vollen Pracht, so wie man sie von Bildern kennt. Wir saßen in einem kleinen Park und genossen den Ausblick. 

Eigentlich wollten wir auch an einem der Tage entweder die Petronas oder den Menera Tower (Fernsehturm) hinauf und den Ausblick über die Stadt genießen, doch an allen Tagen hing ein dermaßen übler Smog über der Stadt, so was hatten wir noch nirgends erlebt. So beschlossen wir uns das Geld zu sparen und es einfach zu lassen, stattdessen besuchten wir ein riesen Einkaufscenter (Berjaya Times Square), diese gibt es hier auch an jeder Ecke, und fuhren als erstes in den 13 Stock. Von dort oben konnte man auch einen kleinen Eindruck auf die Größe der Stadt bekommen, zumindest was man davon erkennen konnte.
Wenn man so durch das Einkaufscenter schlenderte hätte man meinen können es wäre irgendwo in Europa. Alles sehr sauber und die großen bekannten Marken wie Gucci, Versace und Prada reihten sich aneinander, zwischendrin immer mal ein Starbucks oder ein Mc Donalds. Was einen dann doch wieder an Malaysia erinnerte, waren die vielen Frauen mit Kopftüchern und Gewändern. Der Hammer war, im fünften Stock gab es einen Adventure Park mit einer riesen Achterbahn die quer durch 5 weitere Stockwerke raste, so was kennen wir nur aus dem TV aus USA. 

Wir besuchten Lake Gardens das ist eine riesen Parkanlage sehr nah zur Stadt, wo es viele Orchideen und Hibiscusblumen zu sehen gibt, Chinatown, den Central Market und weitere riesen Shopping Malls. Es gibt hier viele Museen und islamische Moscheen zu sehen, ist aber nicht so unser Ding, so beließen wir es bei diesen Punkten.

Was man mal sagen muss, es gibt riesen Kreuzungen hier, 3 spurig in 4 Richtungen, es gibt dort auch Fußgängerampeln und Drücker, nur bis diese mal auf grün springen vergehen Stunden. Eigentlich läuft und fährt jeder wie er Lust hat. Wenn man auf einer Art Bürgersteig läuft, kann einem auch schon mal der ein oder andere Roller entgegen kommen, aber wen störts? Die öffentlichen, auf die man ja als Touri ziemlich angewiesen ist, da der Verkehr hier echt die Hölle ist, sind na wie sollen wir es sagen, schlecht, sehr schlecht. Es ist nicht so das es keine gibt, aber die Verbindungen sind nicht so durchdacht, man muss auch zwischen den Station nochmal 10 Minuten quer durch die Stadt laufen, bis man dann da ist, wo man eigentlich hin will. Außerdem musste man für jede Fahrt, einen neuen Chip am Automaten ziehen, das kann dann schon mal dauern, bis man an der Reihe, da die Einheimischen auch ständig neue Chips kaufen oder ihre Karten aufladen müssen. Am Anfang war es echt nicht so gut zu überblicken, aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles. 

Im Großen und Ganzen hat es uns hier nicht so gefallen, zu viel Smog, zu viele Schicki Micki Einkaufstempel, teuer und zu viel Verkehr, wobei die Stadt schon viele Grünanlagen hat, das muss man sagen. Man kommt eigentlich nur hierher, wegen den bekannten Türmen und wenn man shoppen möchte, ansonsten hat die Stadt nicht so viel Charme. Der Unterschied zwischen arm und reich ist auch wieder ziemlich groß, entweder man lebt in schicken Appartements oder Häusern oder man haust in irgendwelchen Wellblechverschlägen.
Was für uns auch interessant zu sehen war, in fast jeder Station der Monorail oder der anderen Bahn, gab es jede Menge Werbung, na für was? Natürlich Australien. Hallo Imageland, da war es wieder. Die Bilder waren schon schön anzusehen, aber entsprechen natürlich nicht ganz der Realität.

Wir hatten noch nicht wirklich geplant, was nach Kuala Lumpur kommen sollte,  doch es stand schnell fest, nach den 4 Nächten, weg hier.

Da ein guter Freund von uns, total auf Singapur schwört und es ja nicht wirklich weit weg ist, und wann kommt man nochmal in die Ecke, entschieden wir uns für den Inselstaat. Ein Hotel war schnell im Internet gebucht, doch die Flüge dorthin waren ziemlich teuer, da es ja auch sehr kurzfristig war. So fuhren wir am vorletzten Tag, nochmal an den Hauptbahnhof um uns über eine Zug- oder Busverbindung zu informieren. Nach der Unterhaltung mit einer netten Dame von der Zuggesellschaft war klar, wir nehmen den Zug. Kleiner Haken es gab nur noch Plätze im erste Klasse Schlafwagen, alle anderen Plätze waren restlos ausverkauft. Nach einigem hin und her, kauften wir trotzdem die Tickets, da wir uns dachten, im Zug ist es etwas angenehmer als im Bus. Die Preise hierfür sind mit den Deutschen keinesfalls zu vergleichen, es waren gerade mal ca. 50 Euro für uns beide. 

Tag der Abreise, morgens gegen 8 Uhr erreichten wir den Hauptbahnhof, gegen 8.45 durften wir in den Zug und unser erste Klasse Luxuskabinchen beziehen. Sagen wir mal so, es hatte die besten Zeiten schon hinter sich, das obere Stockbett klappten wir gleich bei Seite, auf dem unteren Bett nahmen wir Platz. Schon komisch so auf einem Bett im Zug zu sitzen, da wir 7 Stunden Fahrt vor uns hatten, machten wir es uns erst mal bequem. Nachdem der Schaffner durch war, bekamen wir jeder eine kleine Flasche Wasser und ein Stück Marmorkuchen vorbeigebracht. Die Fahrt hatte landschaftlich leider nicht allzu viel, wie erhofft zu bieten. Es reihte sich Ölpalme an Ölpalme, dazwischen gab es mal ein paar Bananenpalmen und ein paar Häuser, aber nicht wirklich was Sehenswertes. Luxus war, in unserer Kabine gab es eine eigene Toilette mit Waschbecken und sogar eine Duschkabine. Auf letzteres verzichteten wir aber, da die Fahrt ziemlich rasant und wackelig war, man hätte meinen können, man wäre auf hoher See unterwegs nicht auf Schienen.

An der letzten Haltestelle in Malaysia kamen zwei Zollbeamte in die Kabine, einer kritzelte mit Rotstift das heutige Datum hinein, danach fuhren wir nochmal 5 Minuten dann erreichten wir die Endstation Woodlands. Wir hatten es nach 7 Stunden wirklich über Land nach Singapur geschafft.

Freitag, 15. Juni 2012

Gili Islands, Padang Bai & Kuta


Wir hatten echt hin und her überlegt, ob wir überhaupt auf die Gili Islands fahren sollten, bekamen zwar viel Gutes zu hören und zu lesen und das es dort so schön ist, aber die Preise sind leider auch gesalzen. Nach längerem rumfragen, fanden wir einen Anbieter der uns einen ziemlich guten Preis für den Transport machte und so entschlossen wir uns doch für die Gilis. Die Frage war nun welche der 3 kleinen Inseln sollte es werden? Gili Air, Gili Meno oder Gili Trawangan, nach etwas stöbern im Internet war klar, dass Trawangan die größte der 3 für uns nicht in Frage kommt, da dort nur Party gemacht wird und das 24/7. Wir wählten Gili Meno aus, das ist die mittlere und sie soll die schönsten Strände haben und mit viel Glück könnte man da wohl mit Schildkröten schnorcheln. Ein Hotel war schnell gefunden, gibt dort nicht so die Auswahl, wenn man bedenkt dass dort gerade mal 300 Einheimische leben. Autos, Busse oder Roller sind verboten, einzige Fortbewegung ohne die eigenen Beine, sind Fahrräder oder kleine Kutschen die von einem Gaul gezogen werden.

Wir wurden also morgens um 9 Uhr an unserem Zimmer in Amed abgeholt und an den kleinen Hafen gefahren. Dort wartete schon das Speed Boot, welches uns in nur 40 Minuten rüber auf die Gillis bringen sollte. Unsere Rucksäcke wurden markiert und verladen, unsere Schuhe sollten wir in eine Box legen, wo alle Schuhe gesammelt wurden, dann gings ins Wasser und wir kletterten an Board. Die Fahrt war sehr rau und das Boot klatschte ordentlich auf den Wellen und die Meeresspritzer waren eine angenehme Erfrischung, glücklicherweise hatten wir nach 40 Minuten wirklich die erste Station Gili Trawangan erreicht. Dort stiegen alle Gäste außer uns und einer junge Familie aus Deutschland aus. Diese hat 2 kleine Kinder und wir kamen mit ihnen ins Gespräch. Sie erzählten, dass der Vater gerade Elternzeit nimmt und wie sollte man diese besser nutzen, als einfach mal en bisschen nach Bali zu reisen und die 8 Wochen dort zu genießen bevor man wieder in den grauen Alltag verfällt. 

Nach dem neue Passagiere zugestiegen waren, darunter ein älteres, französisches Pärchen, welches sehr von der „ ruhigen und idyllischen“ Insel angetan war, fuhren wir 10 Minuten weiter nach Gili Meno. Dort kaum von Board geklettert wurde man schon wieder angesprochen, ob man ein Hotel, ein Restaurant oder einen Transport benötige, echt nervig, da wir ja bereits auch alles gebucht hatten. Ein freundlicher Mann sprach uns an, was unser Hotel wäre, wir sagten Gili Meno Smile Cottages, da lachte er und meinte kommt mit mir, ich bring euch hin es ist nicht weit. Nach 5 Minuten laufen, waren wir da. Unterwegs erzählte er uns, dass er der Eigentümer wäre und da im Moment nicht viel los wäre gibt er uns ein Zimmer sogar mit AC, nicht wie gebucht nur mit Ventilator. Die kleine Anlage ist gepflegt, allerdings leider noch etwas im Bau und der Meerblick wie im Internet versprochen fehlte, genauso wie das kostenlose Internet, für welches wir einen Gutschein bekamen, wo man dann 2 Stunden surfen konnte. Nachdem die Enttäuschung überwunden war und wir einen kleinen Willkommensdrink hatten, entschlossen wir den Strand zu suchen. 

Wir liefen über die Insel, vorbei an kleinen, schäbigen Hütten, vielen Kühen, Hühnern und Luxusappartements. An einem gemütlichen Restaurant direkt am Meer nahmen wir unser Mittagessen ein. Man wurde dort leider alle paar Minuten von irgendwelchen Händlern angesprochen, ob man nicht von den hübschen Ketten, Ringen oder Armbändern was kaufen wollen würde. Das nervte schon etwas, denn sie hatten kein Verständnis, dass wir nicht mal gucken wollten. Gut gestärkt liefen wir weiter die Insel entlang, bis wir ein kleines, schattiges Plätzchen erreichten, dort kühlten wir uns in dem türkisblauen Wasser ab. Es kam eine Frau mit Kokosnüssen vorbei und fragte ob wir nicht eine kaufen wollen, sie macht sie für uns auf und wir bekommen 2 Strohhalme. Nach einigem hin und her handeln, öffnete sie uns eine und wir tranken die kühle Kokosmilch. Schmeckte sogar besser, als wir sie in Erinnerung hatten. Nachdem wir den Inhalt getrunken hatten, zerlegte uns die Frau noch die Nuss, sodass wir das Fleisch essen konnten. Später liefen wir weiter über die Insel und hatten sie im Nu auch einmal umrundet. Fanden nah am Hafen einen schönen Strandabschnitt wo wir den Rest des Tages genossen. 

Was etwas ätzend auf der Insel war, man hörte immer mal wieder einen Muezzin zum Gebet rufen und das nicht gerade leise, unserer Meinung nach stört das schon etwas den Erholungs- und Urlaubsflair. Dann gab es noch die Hammerströmung, wenn man nicht aufpasste, trieb man schnurstracks auf Lombok zu, mal abgesehen von den vielen toten Korallen und Steinen die einem den Weg ins Wasser erschwerten. Also unter Traumstränden stellen wir uns was anderes vor. Wollten auch mal schnorcheln gehen und die Schildkröten treffen, dass Meer war aber die Tage so wild und stürmisch, dass schnorcheln wenig Sinn machte.
Wir genossen die 4 Tage dort sehr, doch es langte dann auch. Man hat einfach nicht die Auswahl an Restaurants oder Städten, wie man es sonst so kennt. Die Preise sind ziemlich übertrieben, zumindest in den Lokalen direkt am Meer, aber wenn man auf so einer kleinen Insel ist, will man ja auch mal am Meer essen.
Wir entschieden, dass unsere Badetücher zu schwer und zu dick sind und wollten uns 2 Sarongs kaufen, auf denen man auch super liegen kann, die aber nicht mal halb so schwer sind. Wir kamen an einen kleinen Stand  der diese verkaufte und mal keine allzu häßlichen, abgespacte Muster anzubieten hatte. Wir unterhielten uns mit dem Verkäufer und versuchten unser Verhandlungsgeschick. Wir kauften dann die 2 Sarogns zu einem fairen Preis, mussten ihm aber eins unserer Handtücher im Tausch dalassen. Unglaublich oder, wo macht man solche Geschäfte?!!!

Am letzten Morgen gings sehr früh an den Hafen da die öffentliche Fähre um 8.50 Uhr übersetzte nach Trawangan, von dort ging unser Speedboat zurück nach Bali ( Padang Bai). Die Überfahrt war sehr ruhig, hatten Glück mit dem Wellengang und nach 10 Minuten gings in Trawangan an Land. Wir waren gespannt was uns erwarten würde auf der Partyinsel morgens so früh. Wir sahen eine Hotelanlage, die aus allen Nähten platzte mit nur europäischen Touris die schön um und im Pool gammelten. Einer neben dem Anderen, es hatte eher was von Malle als von einer kleinen Insel. Da wir noch Zeit hatten liefen wir etwas herum und stellten fest, dass es hier mehr Geldautomaten oder richtige Geschäfte gibt als in ganz Amed. Ständig kamen neue Boote rein die Massen von Besuchern anschleppten oder Lebensmittel brachten. Nee gar nicht unser Ding so sind wir froh, dass wir uns für Meno entschieden hatten. Nach 2 Stunden Kurzaufenthalt konnten wir aufs Speed Boot und eine Stunde später erreichten wir Padang Bai. 

Wir überlegten uns noch, ob man gleich weiter fahren sollte nach Sanur, welches näher zum Flughafen liegt, da in 4 Tagen unser Flug nach Malaysia gebucht war. Entschieden aber erst mal 2 Tage direkt in Padang Bai zu bleiben. Wir liefen eine Straße entlang und ein Mädchen sprach uns an wegen Zimmern. Sie zeigte uns eine ihrer Hütten und nach kurzem Überlegen war klar, wir nehmen es. Es war eine nette Anlage mit mehreren kleinen Basthütten die zweistöckig waren, ein kleiner Pool gehörte auch dazu. Luxus war die Klimaanlage was sehr angenehm war, das Zimmer war nicht allzu groß und ziemlich kitschig eingerichtet und an den Wänden hing ein großer Zettel mit Verhaltensvorschriften. Einer der Punkte war keine Ruhestörung der Nachbarn, was bei diesen dünnen Bastwänden wirklich kein schweres war. Man hörte abends wenn man im Bett lag den Nachbarn husten. Im Erdgeschoß der Hütte lag das Badezimmer, am Anfang dachten wir voll cool so mit der kleinen Treppe zum hochsteigen, dadurch hatte man auch oben nochmal die Möglichkeit zu sitzen und sein Frühstück einzunehmen, aber wehe man war duschen und dann hing die Kulturtasche unten und man war oben. Es fehlte immer irgendwas, aber was man nicht im Kopf hat, hat man ja bekanntlich in den Beinen. 

Wir liefen etwas durch den Ort, der nicht wirklich viel zu bieten hatte, außer seiner bergigen Lage, da wurde uns klar ein Roller wäre doch sehr nett. Wir liefen mehrere Händler an, doch die Preise waren utopisch, außerdem wollten sie immer unseren Pass fürs verleihen haben. Keine Chance, den gaben wir nicht raus. Wir fanden einen Einheimischen der uns einen Roller anbot, der nicht ganz so überteuert war und den Pass mussten wir ihm auch nicht geben. So fuhren wir noch am selben Abend an einen nahegelegen Tempel, der direkt in die Klippen am Meer gebaut wurde. Sahen auch noch einen Strand, der uns aber nicht so gut gefiel, wohl aber bei vielen Touris hier begehrt ist.

Am nächsten Morgen wollten wir zu einem versteckten Strand wo viele Einheimische baden gehen, fanden ihn auch ohne Probleme, der Abstieg war etwas abenteuerlich. Es ging über schmale Trampelpfade, Steine, Wurzeln und über Bäume hinab in die Bucht. Der komplette Strand war mit Hütten überseht, wo man Essen und Trinken sollte, was die Platzsituation zum Liegen etwas einschränkte. Wir fanden aber ein schattiges Plätzchen und machten es uns gemütlich. Wir fühlten uns allerdings nicht richtig wohl, der Strand war zwar ganz nett, lag aber direkt in einer Bucht neben der Hafeneinfahrt, so ertönte alle paar Minuten ein anderes Horn von einer Fähre. Die Leute waren auch wieder sehr speziell und Einheimische gab es nur an den Essensständen. Als dann noch ein paar der Typen anfingen auf den Bongos zu trommeln, war es Zeit für uns zu gehen. Wir kamen durch Zufall an einer Rohbau Hotelanlage vorbei, die echt riesig ist und direkt auf einem Hang liegt. Wir sahen dort Einheimische parken und fragten was sie dort machen. Angeln war ihre Antwort, wir kletterten den Rohbau hoch bis aufs Dach und von dort hatte man einen schönen Blick aufs Meer, den Hafen und einen riesen Palmenwald. Am Abend buchten wir noch unsere Bustickets nach Kuta. Dort sollte es morgen hingehen, da diese Stadt einen Katzensprung vom Flughafen entfernt ist.

Wir checkten aus unserer Basthütte  aus und sollten an der Rezeption auf den Fahrer warten der uns zu diesem Bus bringen sollte. Nachdem  wir schon länger dort saßen und die Abholzeit etwas überschritten war, fragte eine Angestellte auf was wir warten. Wir zeigten ihr das Ticket und sie meinte, ach ja der wird gleich kommen sie kenne diesen Anbieter, also warteten wir, was hätten wir auch anderes tun sollen. Nach weiteren 10 Minuten kam dann endlich ein Kleinbus, ein Typ fragte ob wir nach Kuta wollen. Wir zeigten auch ihm wieder das Ticket und rein gings. In dem Bus saß schon ein Pärchen, sie kamen auch aus Deutschland und man kam ins Gespräch. Nach kurzer Zeit hielten wir noch an einem anderen Hotel und luden noch einen Franzosen ein, somit war der Bus komplett besetzt und ab gings nach Kuta. Wir hatten irgendwie erwartet, dass wir in einem größeren Bus fahren, hatten uns aber getäuscht. Nach einer guten Stunde durch üblen Verkehr, hielt der Bus an einer Ecke an und da waren wir. Es herrschte reges Treiben, ein Auto oder Roller am nächsten, gehupe, Staub und tausend Geschäfte. Wir liefen einfach in eine kleinere Gasse hinein, wo wir dachten, dort wäre es ruhiger. War nicht der Fall, die Gasse war zwar sehr schmal, hinderte aber nicht die Leute daran, sich durch die Touristenmassen mit ihren Rollern durch zu drücken. Echt ätzend, es kamen ständig welche von vorne, von hinten, dann die vielen Leute und die Hitze. Schauten uns einige Hotels an und nahmen dann eins was uns vom Preis-/ Leistungsverhältnis in Ordnung erschien. Am meisten freuten wir uns hier auf den Maccas, hatten den Fraß echt vermisst so nach 14 Tagen nur Nudeln und Reiß. So gings zum Mittagessen auch gleich zum gelben M. Das hier war der erste in dem wir waren, wo es tatsächlich Reis zu den Gerichten gibt und ganz viele Hühnchen Schenkel oder Flügel. Für uns gab es natürlich Pommes hatten genug Reis die letzten Tage. 

Später liefen wir noch etwas durch die Stadt und über den Strand. Wahnsinn es ist noch keine Saison und diese Stadt ist so voll von Leuten. Zu viele für unseren Geschmack, sind echt froh dass wir 7 Tage in Amed verbracht haben, wo man das Leben doch etwas mehr sehen konnte und nicht ganz so viele Touris anzutreffen waren. Wir empfanden es auch als sehr lästig, das man ständig angelabert wurde hier rein zu kommen oder da sollte man schauen und letztendlich haben ja eh alle denselben Schrott verkauft. Es gibt unzählige Tattoo und Piercing Studios hier, Massageläden und Restaurants. Wir haben uns am letzten Abend den Sonnenuntergang, mit tausend anderen, angeschaut und dabei eine Schildkrötenaufzucht Station entdeckt. War total süß, diese kleinen Kerle durch den Sand paddeln zu sehen. Die zwei Tage vergingen sehr schnell und wir fuhren an den Flughafen um unsere Weiterreise nach Malaysia (Kuala Lumpur) anzutreten.

Sonntag, 10. Juni 2012

Bali - die Insel der Götter und Dämonen


Auf dem Flug von Sydney nach Bali gab es nichts zu essen, da wir eine günstige aber gute Airline gebucht hatten. Man hatte natürlich die Möglichkeit sich aus dem Board Magazin einen Snack zu bestellen, da waren aber wieder diese widerlichen Meat-Pies die wie … schmecken und dann auch noch mit 10 AUD übertrieben teuer waren. So landeten wir hungrig nach den 6 Stunden Flug in Denpasar. Als wir raus aufs Rollfeld traten bekam man eine ziemliche Hitzewelle ins Gesicht, da die Temperaturunterschiede doch sehr gewaltig waren. Sydney Pulli, lange Hose, leicht frisch im Flieger und dann dort strahlender Sonnenschein und 33 Grad und ab in den völlig überladenen Transportbus ans Terminal. Dort schnell die 50 US Dollar bezahlt die fürs Visum fällig waren und in die Warteschlange. Es ging relativ zügig, hatten wohl die Einreisevisa richtig ausgefüllt denn Fragen von Seiten des Beamten gab es keine. Wir wechselten noch schnell das erste Geld, denn in dem Ort wo wir hinwollten gibt es keine Geldautomaten, und wurden dadurch Millionäre. Furchtbare Scheine sind ganz ganz dünn und flatterig und so viele nullen, kleines Beispiel, 10 Euro sind 110 000 indonesische Rupiah. Dann öffnete sich die Ausgangstür und wir sahen in lauter asiatische Gesichter, die alle irgendwelche Tafeln mit Namen hochhielten und durcheinander schrien. Schnell hatten wir unseren Fahrer gefunden, er brachte uns noch an einen Stand wo wir wenigstens jeder ein Brötchen kaufen konnten, dann gings ins klimatisierte Auto und wir fuhren nochmal 3 Stunden durch ziemliches Getümmel und wirr warr nach Amed. 

Kaum jemand hat ein Auto, aber dafür jeder einen Roller, die sind mit allem beladen was man sich vorstellen kann, ganze Familien, Paletten von Eiern, Hühner, kleine Kioske, Bretter oder Wasserspenderflaschen. Leider war es schon dunkel als wir unser Apartment erreichten, der Besitzer begrüßte uns freundlich und zeigte uns das Zimmer. Es war zu unserem Erstaunen sehr groß und sauber, klar kein großer Luxus aber brauchen wir ja auch nicht, sind ja Reisende. 

Wir liefen die Straße entlang zum nächstbesten Restaurant und speisten dort sehr günstig und lecker zu Abend. Danach nahmen wir noch eine kalte Dusche und fielen erschöpft ins Bett.

Am nächsten Morgen bekamen wir Frühstück auf unserer Terrasse serviert, danach gings zum Strand. Leider ist der Strand hier nicht so zum Baden geeignet, der schwarze Sand ist sehr heiß und um ins Wasser zu kommen, muss man über etliche Steine und tote Korallen steigen, was sehr unangenehm war. In der Hoffnung einen etwas besseren Abschnitt zu finden liefen wir ewig am Meer entlang, doch es wurde nicht besser. Wir verschafften uns trotzdem die erste Abkühlung im erfrischenden Nass und uns war klar ab morgen werden wir einen Roller mieten, damit man an schönere Strände rankommt. An diesem Abend fragte uns Budo ein ca. 20 jähriger Angestellter unserer Unterkunft, wo wir heute Abend essen würden? Wir sagten keine Ahnung, darauf meinte er, habt ihr nicht Lust im XY was zu essen, ich spiele da heute Abend mit en paar Kumpels. Wir sagten klar können wir machen wo ist denn dieses Restaurant? Budo darauf nur 2 km von hier entfernt. 2 km zu laufen hatten wir natürlich keinen Bock und Taxis oder Busse gibt’s hier nicht, da bot er uns an, uns einfach abzuholen. Mega Pünktlich stand Budo am Appartement und wartete auf uns natürlich mit einem Roller. Paar Minuten später kam sein Freund mit einem zweiten Roller und los gings ins Restaurant. Es hatte was von totaler Freiheit so am frühen Abend, auf einem Roller durch die Straßen zu düsen. Das Restaurant war sehr klein, aber gemütlich und nach 15 Minuten Aufwärmen begann die Band. Sie spielten viele Klassiker wie No Woman No Cry, La Bamba oder Sweet Home Alabama, war ganz nett, zum unterhalten leider etwas zu laut, so lauschten wir der Musik. Nach ungefähr 90 Minuten kam ein jüngeres Mädchen in traditioneller Kleidung und tanzte zu balinesischen Klängen. Danach fuhren uns die beiden wieder ans Apartment zurück.

Am nächsten Morgen stand unser Roller bereit, sogar mit 2 Helmen. Es ist eigentlich Gesetz hier so einen zu tragen, aber die wenigsten halten sich dran. Wir waren kaum losgefahren, da sahen wir, dass der Tank leer war, was auch sonst, also erst mal irgendwo auffüllen. Tankstellen gibt’s hier in dem Ort nicht, aber fast jeder kleine Laden verkauft Benzin, welches in einem Holzregal in Absolut Vodka Flaschen draußen auf der Straße steht. Endlich konnten wir richtig losfahren und die Insel erkunden. Vorbei gings an sehr luxuriösen Hotelanlagen, an sehr armen Hütten, aber auch an wunderschönen Sandstränden oder riesen Reisterrassen. Hier ist es üblich, dass fast jeder Hühner und Hähne im Garten laufen hat, die einen übrigens mal wieder am Ausschlafen hindern, Schweine oder Kühe. 

Es ist schon eine ganz andere Welt hier, leider auch viel Armut und Müll der einfach aufs nächste unbebaute Grundstück geworfen wird. Aber fast jeder der Einheimischen schenkte uns ein Lächeln oder winkte uns zu, wenn wir mit dem Roller durch die Straßen fuhren.

Wir fanden durch Zufall ein Restaurant, wenn man dort was gegessen hatte durfte man den Pool benutzen, dieser befand sich auf einem Berg. Also wenn man im Pool schwamm konnte man runter aufs Meer blicken- einfach traumhaft. 

Außerdem entdeckten wir einen Sandstrand, der ein super schönes riesen Korallenriff zu bieten hatte. Wir mussten wirklich nicht weit rausschnorcheln und man sah all die Fische und Artenvielfalt im Meer, welche wir vor ein paar Tagen noch im Sydney Aquarium gesehen hatten. Unglaublich schön. Große Fische, kleine leuchtende Fische, Seeigel, Muscheln die im Inneren blau waren, ganz gelbe Fische mit schwarzweißem Schachbrett Muster, lilane, türkise, dann welche die ganz bunt waren, nur Nemo haben wir nicht entdeckt.
An einem anderen Tag fuhren wir in die nächst größere Stadt Amlapura, dauert trotz Roller fast 40 Minuten. Unterwegs kamen wir an einem Wassertempel (Garten in Karangasem) vorbei, so schauten wir uns  diesen natürlich auch an. In der Stadt selber, gab es nicht viele Touristen, dafür lauter kleine Kinder, die meinten, bei uns betteln zu müssen. Ansonsten gab es in der Stadt nichts Schönes anzusehen, es wurde einem nur wieder klar wie gut man es in Europa hat und wie heftig doch die Unterschiede der Lebensumstände sind.

Die 7 Tage in Amed vergingen ziemlich schnell und unsere Abreise rückte näher. Unsere nächste Station waren die Gili Islands bei Lombok - Bilder und Bericht folgen.