Wir nahmen
also an unserem letzten Tag in Kuta
(Indonesien) ein Taxi. Das war gar nicht so einfach zu bekommen, als
erstes baten wir die „nette“ Dame an der Rezeption unseres Hotels doch bitte
eins zu rufen, sie meinte darauf nur wir haben hier auch einen Fahrdienst. Bei
diesem fragten wir dann nach dem Preis, es war mehr als das doppelte was ein
Taxi kosten sollte, so blieb uns nichts anderes als wieder durch die wuselnden
Gasse zu laufen um auf die Hauptstraße zu kommen. Dort hielten gleich einige
Taxen an, diese wollten aber alle ohne Taximeter fahren und schön die blöden
Touris abzocken, doch nicht mit uns, müssen ja auch ein bisschen aufs Geld
schauen. Nach einigen weiteren Gesprächen fanden wir einen, der sofort mit
Taximeter fahren wollte, das war unser Mann. Nach 20 Minuten durch die
vollgestopften Gassen erreichten wir den Flughafen. Dort musste man nochmal
schön ca. 13 Euro pro Nase abdrücken um ausreisen zu dürfen. Unsere Getränke,
die wir nach dem Security Check kauften, konnten mal wieder in die Tonne
wandern, da nichts an Flüssigkeiten erlaubt war. Nach 3 Stunden Flug erreichten
wir den Flughafen in Kuala Lumpur. Da wir mit einer Low Budget Gesellschaft
angekommen waren, mussten wir erst mal noch 15 Minuten direkt am Rollfeld
entlang marschieren bis wir ans Flughafengebäude gelangten.
Es war das
erste Mal, dass wir bei der Einreise ins Land unsere Fingerabdrücke geben mussten,
dafür kostet es aber keinen Cent und man darf sogar 90 Tage bleiben. Wir
besorgten uns Bustickets die uns etwas näher in die Stadt bringen sollten, da
der Flughafen ca. 70 km außerhalb von Kuala Lumpur liegt. Das wussten wir zu
dem Zeitpunkt noch nicht, wunderten uns nur wie lange denn die Fahrt noch
dauern würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit (60 Minuten) trafen wir an der
Central Station( Hauptbahnhof) ein, von hier sollten wir die Monorail (Schwebebahn)
bis zu unserem Hotel nehmen. Nur musste man diese erst mal finden, es war
wieder ordentlich was los und die Station befindet sich im Moment im Umbau, wie
fast alles hier, also reines Chaos. Nach etwas durchfragen fanden wir dann den
richtigen Weg zu unserer nächsten Station, zu der man dann auch nochmal 5
Minuten laufen durfte. In der Bahn hatten wir Glück und konnten 2 Sitzplätzte
ergattern, was sehr angenehm war, da man ja die ganze Zeit seine 15 kg Gepäck
auf dem Rücken durch die Gegend schleppte. Es wurde langsam dunkel so bekam man
nicht allzu viel zusehen, außer natürlich einen kurzen Blick auf das
Wahrzeichen der Stadt, die Petronas Tower. Nach weiteren 30 Minuten kam endlich
unsere Haltestelle, von der waren es nochmal 5 Minuten Fußmarsch, dann
erreichten wir total geschwitzt und fertig unser Hotel. Was an diesem Abend
sehr praktisch war, direkt im Hotel befindet sich ein Subway, so konnten wir
da, zu Abendessen und nach einer Dusche direkt ins Bett fallen.
Wir hatten
jetzt 3 volle Tage hier in dieser Stadt vor uns. Unsere erste Station waren
natürlich die Petronas Tower aus nächster Nähe, da wir allerdings tagsüber da
waren und sie nicht so toll anzusehen waren außer, dass sie echt verdammt hoch
sind, entschieden wir gegen Abend noch einmal zu kommen, da erstrahlten sie
dann auch in ihrer vollen Pracht, so wie man sie von Bildern kennt. Wir saßen
in einem kleinen Park und genossen den Ausblick.
Eigentlich
wollten wir auch an einem der Tage entweder die Petronas oder den Menera Tower
(Fernsehturm) hinauf und den Ausblick über die Stadt genießen, doch an allen
Tagen hing ein dermaßen übler Smog über der Stadt, so was hatten wir noch
nirgends erlebt. So beschlossen wir uns das Geld zu sparen und es einfach zu
lassen, stattdessen besuchten wir ein riesen Einkaufscenter (Berjaya Times
Square), diese gibt es hier auch an jeder Ecke, und fuhren als erstes in den 13
Stock. Von dort oben konnte man auch einen kleinen Eindruck auf die Größe der Stadt
bekommen, zumindest was man davon erkennen konnte.
Wenn man so
durch das Einkaufscenter schlenderte hätte man meinen können es wäre irgendwo
in Europa. Alles sehr sauber und die großen bekannten Marken wie Gucci, Versace
und Prada reihten sich aneinander, zwischendrin immer mal ein Starbucks oder
ein Mc Donalds. Was einen dann doch wieder an Malaysia erinnerte, waren die
vielen Frauen mit Kopftüchern und Gewändern. Der Hammer war, im fünften Stock
gab es einen Adventure Park mit einer riesen Achterbahn die quer durch 5
weitere Stockwerke raste, so was kennen wir nur aus dem TV aus USA.
Wir
besuchten Lake Gardens das ist eine riesen Parkanlage sehr nah zur Stadt, wo es
viele Orchideen und Hibiscusblumen zu sehen gibt, Chinatown, den Central Market
und weitere riesen Shopping Malls. Es gibt hier viele Museen und islamische
Moscheen zu sehen, ist aber nicht so unser Ding, so beließen wir es bei diesen
Punkten.
Was man mal
sagen muss, es gibt riesen Kreuzungen hier, 3 spurig in 4 Richtungen, es gibt
dort auch Fußgängerampeln und Drücker, nur bis diese mal auf grün springen
vergehen Stunden. Eigentlich läuft und fährt jeder wie er Lust hat. Wenn man
auf einer Art Bürgersteig läuft, kann einem auch schon mal der ein oder andere
Roller entgegen kommen, aber wen störts? Die öffentlichen, auf die man ja als
Touri ziemlich angewiesen ist, da der Verkehr hier echt die Hölle ist, sind na
wie sollen wir es sagen, schlecht, sehr schlecht. Es ist nicht so das es keine
gibt, aber die Verbindungen sind nicht so durchdacht, man muss auch zwischen
den Station nochmal 10 Minuten quer durch die Stadt laufen, bis man dann da ist,
wo man eigentlich hin will. Außerdem musste man für jede Fahrt, einen neuen
Chip am Automaten ziehen, das kann dann schon mal dauern, bis man an der Reihe,
da die Einheimischen auch ständig neue Chips kaufen oder ihre Karten aufladen
müssen. Am Anfang war es echt nicht so gut zu überblicken, aber man gewöhnt
sich ja bekanntlich an alles.
Im Großen
und Ganzen hat es uns hier nicht so gefallen, zu viel Smog, zu viele Schicki
Micki Einkaufstempel, teuer und zu viel Verkehr, wobei die Stadt schon viele
Grünanlagen hat, das muss man sagen. Man kommt eigentlich nur hierher, wegen
den bekannten Türmen und wenn man shoppen möchte, ansonsten hat die Stadt nicht
so viel Charme. Der Unterschied zwischen arm und reich ist auch wieder ziemlich
groß, entweder man lebt in schicken Appartements oder Häusern oder man haust in
irgendwelchen Wellblechverschlägen.
Was für uns
auch interessant zu sehen war, in fast jeder Station der Monorail oder der
anderen Bahn, gab es jede Menge Werbung, na für was? Natürlich Australien.
Hallo Imageland, da war es wieder. Die Bilder waren schon schön anzusehen, aber
entsprechen natürlich nicht ganz der Realität.
Wir hatten
noch nicht wirklich geplant, was nach Kuala Lumpur kommen sollte, doch es stand schnell fest, nach den 4
Nächten, weg hier.
Da ein guter
Freund von uns, total auf Singapur schwört und es ja nicht wirklich weit weg
ist, und wann kommt man nochmal in die Ecke, entschieden wir uns für den
Inselstaat. Ein Hotel war schnell im Internet gebucht, doch die Flüge dorthin
waren ziemlich teuer, da es ja auch sehr kurzfristig war. So fuhren wir am
vorletzten Tag, nochmal an den Hauptbahnhof um uns über eine Zug- oder
Busverbindung zu informieren. Nach der Unterhaltung mit einer netten Dame von
der Zuggesellschaft war klar, wir nehmen den Zug. Kleiner Haken es gab nur noch
Plätze im erste Klasse Schlafwagen, alle anderen Plätze waren restlos
ausverkauft. Nach einigem hin und her, kauften wir trotzdem die Tickets, da wir
uns dachten, im Zug ist es etwas angenehmer als im Bus. Die Preise hierfür sind
mit den Deutschen keinesfalls zu vergleichen, es waren gerade mal ca. 50 Euro
für uns beide.
Tag der
Abreise, morgens gegen 8 Uhr erreichten wir den Hauptbahnhof, gegen 8.45
durften wir in den Zug und unser erste Klasse Luxuskabinchen beziehen. Sagen
wir mal so, es hatte die besten Zeiten schon hinter sich, das obere Stockbett
klappten wir gleich bei Seite, auf dem unteren Bett nahmen wir Platz. Schon
komisch so auf einem Bett im Zug zu sitzen, da wir 7 Stunden Fahrt vor uns
hatten, machten wir es uns erst mal bequem. Nachdem der Schaffner durch war,
bekamen wir jeder eine kleine Flasche Wasser und ein Stück Marmorkuchen
vorbeigebracht. Die Fahrt hatte landschaftlich leider nicht allzu viel, wie
erhofft zu bieten. Es reihte sich Ölpalme an Ölpalme, dazwischen gab es mal ein
paar Bananenpalmen und ein paar Häuser, aber nicht wirklich was Sehenswertes.
Luxus war, in unserer Kabine gab es eine eigene Toilette mit Waschbecken und
sogar eine Duschkabine. Auf letzteres verzichteten wir aber, da die Fahrt
ziemlich rasant und wackelig war, man hätte meinen können, man wäre auf hoher
See unterwegs nicht auf Schienen.
An der letzten
Haltestelle in Malaysia kamen zwei Zollbeamte in die Kabine, einer kritzelte
mit Rotstift das heutige Datum hinein, danach fuhren wir nochmal 5 Minuten dann
erreichten wir die Endstation Woodlands. Wir hatten es nach 7 Stunden wirklich
über Land nach Singapur geschafft.