Wir hatten echt hin und her überlegt, ob wir überhaupt auf
die Gili Islands fahren sollten, bekamen zwar viel Gutes zu hören und zu lesen
und das es dort so schön ist, aber die Preise sind leider auch gesalzen. Nach
längerem rumfragen, fanden wir einen Anbieter der uns einen ziemlich guten
Preis für den Transport machte und so entschlossen wir uns doch für die Gilis.
Die Frage war nun welche der 3 kleinen Inseln sollte es werden? Gili Air, Gili
Meno oder Gili Trawangan, nach etwas stöbern im Internet war klar, dass
Trawangan die größte der 3 für uns nicht in Frage kommt, da dort nur Party
gemacht wird und das 24/7. Wir wählten Gili Meno aus, das ist die mittlere und
sie soll die schönsten Strände haben und mit viel Glück könnte man da wohl mit
Schildkröten schnorcheln. Ein Hotel war schnell gefunden, gibt dort nicht so
die Auswahl, wenn man bedenkt dass dort gerade mal 300 Einheimische leben.
Autos, Busse oder Roller sind verboten, einzige Fortbewegung ohne die eigenen
Beine, sind Fahrräder oder kleine Kutschen die von einem Gaul gezogen werden.
Wir wurden also morgens um 9 Uhr an unserem Zimmer in Amed abgeholt
und an den kleinen Hafen gefahren. Dort wartete schon das Speed Boot, welches
uns in nur 40 Minuten rüber auf die Gillis bringen sollte. Unsere Rucksäcke
wurden markiert und verladen, unsere Schuhe sollten wir in eine Box legen, wo
alle Schuhe gesammelt wurden, dann gings ins Wasser und wir kletterten an
Board. Die Fahrt war sehr rau und das Boot klatschte ordentlich auf den Wellen
und die Meeresspritzer waren eine angenehme Erfrischung, glücklicherweise
hatten wir nach 40 Minuten wirklich die erste Station Gili Trawangan erreicht.
Dort stiegen alle Gäste außer uns und einer junge Familie aus Deutschland aus.
Diese hat 2 kleine Kinder und wir kamen mit ihnen ins Gespräch. Sie erzählten,
dass der Vater gerade Elternzeit nimmt und wie sollte man diese besser nutzen,
als einfach mal en bisschen nach Bali zu reisen und die 8 Wochen dort zu
genießen bevor man wieder in den grauen Alltag verfällt.
Nach dem neue Passagiere zugestiegen waren, darunter ein
älteres, französisches Pärchen, welches sehr von der „ ruhigen und idyllischen“
Insel angetan war, fuhren wir 10 Minuten weiter nach Gili Meno. Dort kaum von
Board geklettert wurde man schon wieder angesprochen, ob man ein Hotel, ein
Restaurant oder einen Transport benötige, echt nervig, da wir ja bereits auch
alles gebucht hatten. Ein freundlicher Mann sprach uns an, was unser Hotel
wäre, wir sagten Gili Meno Smile Cottages, da lachte er und meinte kommt mit
mir, ich bring euch hin es ist nicht weit. Nach 5 Minuten laufen, waren wir da.
Unterwegs erzählte er uns, dass er der Eigentümer wäre und da im Moment nicht
viel los wäre gibt er uns ein Zimmer sogar mit AC, nicht wie gebucht nur mit
Ventilator. Die kleine Anlage ist gepflegt, allerdings leider noch etwas im Bau
und der Meerblick wie im Internet versprochen fehlte, genauso wie das
kostenlose Internet, für welches wir einen Gutschein bekamen, wo man dann 2
Stunden surfen konnte. Nachdem die Enttäuschung überwunden war und wir einen
kleinen Willkommensdrink hatten, entschlossen wir den Strand zu suchen.
Wir liefen über die Insel, vorbei an kleinen, schäbigen
Hütten, vielen Kühen, Hühnern und Luxusappartements. An einem gemütlichen
Restaurant direkt am Meer nahmen wir unser Mittagessen ein. Man wurde dort
leider alle paar Minuten von irgendwelchen Händlern angesprochen, ob man nicht
von den hübschen Ketten, Ringen oder Armbändern was kaufen wollen würde. Das
nervte schon etwas, denn sie hatten kein Verständnis, dass wir nicht mal gucken
wollten. Gut gestärkt liefen wir weiter die Insel entlang, bis wir ein kleines,
schattiges Plätzchen erreichten, dort kühlten wir uns in dem türkisblauen
Wasser ab. Es kam eine Frau mit Kokosnüssen vorbei und fragte ob wir nicht eine
kaufen wollen, sie macht sie für uns auf und wir bekommen 2 Strohhalme. Nach
einigem hin und her handeln, öffnete sie uns eine und wir tranken die kühle
Kokosmilch. Schmeckte sogar besser, als wir sie in Erinnerung hatten. Nachdem
wir den Inhalt getrunken hatten, zerlegte uns die Frau noch die Nuss, sodass
wir das Fleisch essen konnten. Später liefen wir weiter über die Insel und
hatten sie im Nu auch einmal umrundet. Fanden nah am Hafen einen schönen
Strandabschnitt wo wir den Rest des Tages genossen.
Was etwas ätzend auf der Insel war, man hörte immer mal
wieder einen Muezzin zum Gebet rufen und das nicht gerade leise, unserer
Meinung nach stört das schon etwas den Erholungs- und Urlaubsflair. Dann gab es
noch die Hammerströmung, wenn man nicht aufpasste, trieb man schnurstracks auf
Lombok zu, mal abgesehen von den vielen toten Korallen und Steinen die einem
den Weg ins Wasser erschwerten. Also unter Traumstränden stellen wir uns was
anderes vor. Wollten auch mal schnorcheln gehen und die Schildkröten treffen,
dass Meer war aber die Tage so wild und stürmisch, dass schnorcheln wenig Sinn
machte.
Wir genossen die 4 Tage dort sehr, doch es langte dann auch.
Man hat einfach nicht die Auswahl an Restaurants oder Städten, wie man es sonst
so kennt. Die Preise sind ziemlich übertrieben, zumindest in den Lokalen direkt
am Meer, aber wenn man auf so einer kleinen Insel ist, will man ja auch mal am
Meer essen.
Wir entschieden, dass unsere Badetücher zu schwer und zu
dick sind und wollten uns 2 Sarongs kaufen, auf denen man auch super liegen
kann, die aber nicht mal halb so schwer sind. Wir kamen an einen kleinen Stand der diese verkaufte und mal keine allzu häßlichen,
abgespacte Muster anzubieten hatte. Wir unterhielten uns mit dem Verkäufer und
versuchten unser Verhandlungsgeschick. Wir kauften dann die 2 Sarogns zu einem
fairen Preis, mussten ihm aber eins unserer Handtücher im Tausch dalassen.
Unglaublich oder, wo macht man solche Geschäfte?!!!
Am letzten Morgen gings sehr früh an den Hafen da die
öffentliche Fähre um 8.50 Uhr übersetzte nach Trawangan, von dort ging unser Speedboat
zurück nach Bali ( Padang Bai). Die Überfahrt war sehr ruhig, hatten Glück mit
dem Wellengang und nach 10 Minuten gings in Trawangan an Land. Wir waren
gespannt was uns erwarten würde auf der Partyinsel morgens so früh. Wir sahen
eine Hotelanlage, die aus allen Nähten platzte mit nur europäischen Touris die
schön um und im Pool gammelten. Einer neben dem Anderen, es hatte eher was von
Malle als von einer kleinen Insel. Da wir noch Zeit hatten liefen wir etwas
herum und stellten fest, dass es hier mehr Geldautomaten oder richtige
Geschäfte gibt als in ganz Amed. Ständig kamen neue Boote rein die Massen von
Besuchern anschleppten oder Lebensmittel brachten. Nee gar nicht unser Ding so
sind wir froh, dass wir uns für Meno entschieden hatten. Nach 2 Stunden
Kurzaufenthalt konnten wir aufs Speed Boot und eine Stunde später erreichten
wir Padang Bai.
Wir überlegten uns noch, ob man gleich weiter fahren sollte
nach Sanur, welches näher zum Flughafen liegt, da in 4 Tagen unser Flug nach
Malaysia gebucht war. Entschieden aber erst mal 2 Tage direkt in Padang Bai zu
bleiben. Wir liefen eine Straße entlang und ein Mädchen sprach uns an wegen
Zimmern. Sie zeigte uns eine ihrer Hütten und nach kurzem Überlegen war klar,
wir nehmen es. Es war eine nette Anlage mit mehreren kleinen Basthütten die
zweistöckig waren, ein kleiner Pool gehörte auch dazu. Luxus war die
Klimaanlage was sehr angenehm war, das Zimmer war nicht allzu groß und ziemlich
kitschig eingerichtet und an den Wänden hing ein großer Zettel mit
Verhaltensvorschriften. Einer der Punkte war keine Ruhestörung der Nachbarn,
was bei diesen dünnen Bastwänden wirklich kein schweres war. Man hörte abends
wenn man im Bett lag den Nachbarn husten. Im Erdgeschoß der Hütte lag das
Badezimmer, am Anfang dachten wir voll cool so mit der kleinen Treppe zum
hochsteigen, dadurch hatte man auch oben nochmal die Möglichkeit zu sitzen und
sein Frühstück einzunehmen, aber wehe man war duschen und dann hing die
Kulturtasche unten und man war oben. Es fehlte immer irgendwas, aber was man
nicht im Kopf hat, hat man ja bekanntlich in den Beinen.
Wir liefen etwas durch den Ort, der nicht wirklich viel zu
bieten hatte, außer seiner bergigen Lage, da wurde uns klar ein Roller wäre
doch sehr nett. Wir liefen mehrere Händler an, doch die Preise waren utopisch,
außerdem wollten sie immer unseren Pass fürs verleihen haben. Keine Chance, den
gaben wir nicht raus. Wir fanden einen Einheimischen der uns einen Roller anbot,
der nicht ganz so überteuert war und den Pass mussten wir ihm auch nicht geben.
So fuhren wir noch am selben Abend an einen nahegelegen Tempel, der direkt in
die Klippen am Meer gebaut wurde. Sahen auch noch einen Strand, der uns aber
nicht so gut gefiel, wohl aber bei vielen Touris hier begehrt ist.
Am nächsten Morgen wollten wir zu einem versteckten Strand
wo viele Einheimische baden gehen, fanden ihn auch ohne Probleme, der Abstieg
war etwas abenteuerlich. Es ging über schmale Trampelpfade, Steine, Wurzeln und
über Bäume hinab in die Bucht. Der komplette Strand war mit Hütten überseht, wo
man Essen und Trinken sollte, was die Platzsituation zum Liegen etwas
einschränkte. Wir fanden aber ein schattiges Plätzchen und machten es uns
gemütlich. Wir fühlten uns allerdings nicht richtig wohl, der Strand war zwar
ganz nett, lag aber direkt in einer Bucht neben der Hafeneinfahrt, so ertönte
alle paar Minuten ein anderes Horn von einer Fähre. Die Leute waren auch wieder
sehr speziell und Einheimische gab es nur an den Essensständen. Als dann noch
ein paar der Typen anfingen auf den Bongos zu trommeln, war es Zeit für uns zu
gehen. Wir kamen durch Zufall an einer Rohbau Hotelanlage vorbei, die echt
riesig ist und direkt auf einem Hang liegt. Wir sahen dort Einheimische parken
und fragten was sie dort machen. Angeln war ihre Antwort, wir kletterten den
Rohbau hoch bis aufs Dach und von dort hatte man einen schönen Blick aufs Meer,
den Hafen und einen riesen Palmenwald. Am Abend buchten wir noch unsere
Bustickets nach Kuta. Dort sollte es morgen hingehen, da diese Stadt einen
Katzensprung vom Flughafen entfernt ist.
Wir checkten aus unserer Basthütte aus und sollten an der Rezeption auf den
Fahrer warten der uns zu diesem Bus bringen sollte. Nachdem wir schon länger dort saßen und die Abholzeit
etwas überschritten war, fragte eine Angestellte auf was wir warten. Wir zeigten
ihr das Ticket und sie meinte, ach ja der wird gleich kommen sie kenne diesen
Anbieter, also warteten wir, was hätten wir auch anderes tun sollen. Nach
weiteren 10 Minuten kam dann endlich ein Kleinbus, ein Typ fragte ob wir nach
Kuta wollen. Wir zeigten auch ihm wieder das Ticket und rein gings. In dem Bus
saß schon ein Pärchen, sie kamen auch aus Deutschland und man kam ins Gespräch.
Nach kurzer Zeit hielten wir noch an einem anderen Hotel und luden noch einen
Franzosen ein, somit war der Bus komplett besetzt und ab gings nach Kuta. Wir hatten
irgendwie erwartet, dass wir in einem größeren Bus fahren, hatten uns aber
getäuscht. Nach einer guten Stunde durch üblen Verkehr, hielt der Bus an einer
Ecke an und da waren wir. Es herrschte reges Treiben, ein Auto oder Roller am
nächsten, gehupe, Staub und tausend Geschäfte. Wir liefen einfach in eine
kleinere Gasse hinein, wo wir dachten, dort wäre es ruhiger. War nicht der
Fall, die Gasse war zwar sehr schmal, hinderte aber nicht die Leute daran, sich
durch die Touristenmassen mit ihren Rollern durch zu drücken. Echt ätzend, es kamen
ständig welche von vorne, von hinten, dann die vielen Leute und die Hitze.
Schauten uns einige Hotels an und nahmen dann eins was uns vom Preis-/
Leistungsverhältnis in Ordnung erschien. Am meisten freuten wir uns hier auf
den Maccas, hatten den Fraß echt vermisst so nach 14 Tagen nur Nudeln und Reiß.
So gings zum Mittagessen auch gleich zum gelben M. Das hier war der erste in
dem wir waren, wo es tatsächlich Reis zu den Gerichten gibt und ganz viele Hühnchen
Schenkel oder Flügel. Für uns gab es natürlich Pommes hatten genug Reis die
letzten Tage.
Später liefen wir noch etwas durch die Stadt und über den
Strand. Wahnsinn es ist noch keine Saison und diese Stadt ist so voll von
Leuten. Zu viele für unseren Geschmack, sind echt froh dass wir 7 Tage in Amed
verbracht haben, wo man das Leben doch etwas mehr sehen konnte und nicht ganz so
viele Touris anzutreffen waren. Wir empfanden es auch als sehr lästig, das man
ständig angelabert wurde hier rein zu kommen oder da sollte man schauen und letztendlich
haben ja eh alle denselben Schrott verkauft. Es gibt unzählige Tattoo und
Piercing Studios hier, Massageläden und Restaurants. Wir haben uns am letzten
Abend den Sonnenuntergang, mit tausend anderen, angeschaut und dabei eine Schildkrötenaufzucht
Station entdeckt. War total süß, diese kleinen Kerle durch den Sand paddeln zu
sehen. Die zwei Tage vergingen sehr schnell und wir fuhren an den Flughafen um
unsere Weiterreise nach Malaysia (Kuala Lumpur) anzutreten.
Traumhafte Landschaften
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