Freitag, 15. Juni 2012

Gili Islands, Padang Bai & Kuta


Wir hatten echt hin und her überlegt, ob wir überhaupt auf die Gili Islands fahren sollten, bekamen zwar viel Gutes zu hören und zu lesen und das es dort so schön ist, aber die Preise sind leider auch gesalzen. Nach längerem rumfragen, fanden wir einen Anbieter der uns einen ziemlich guten Preis für den Transport machte und so entschlossen wir uns doch für die Gilis. Die Frage war nun welche der 3 kleinen Inseln sollte es werden? Gili Air, Gili Meno oder Gili Trawangan, nach etwas stöbern im Internet war klar, dass Trawangan die größte der 3 für uns nicht in Frage kommt, da dort nur Party gemacht wird und das 24/7. Wir wählten Gili Meno aus, das ist die mittlere und sie soll die schönsten Strände haben und mit viel Glück könnte man da wohl mit Schildkröten schnorcheln. Ein Hotel war schnell gefunden, gibt dort nicht so die Auswahl, wenn man bedenkt dass dort gerade mal 300 Einheimische leben. Autos, Busse oder Roller sind verboten, einzige Fortbewegung ohne die eigenen Beine, sind Fahrräder oder kleine Kutschen die von einem Gaul gezogen werden.

Wir wurden also morgens um 9 Uhr an unserem Zimmer in Amed abgeholt und an den kleinen Hafen gefahren. Dort wartete schon das Speed Boot, welches uns in nur 40 Minuten rüber auf die Gillis bringen sollte. Unsere Rucksäcke wurden markiert und verladen, unsere Schuhe sollten wir in eine Box legen, wo alle Schuhe gesammelt wurden, dann gings ins Wasser und wir kletterten an Board. Die Fahrt war sehr rau und das Boot klatschte ordentlich auf den Wellen und die Meeresspritzer waren eine angenehme Erfrischung, glücklicherweise hatten wir nach 40 Minuten wirklich die erste Station Gili Trawangan erreicht. Dort stiegen alle Gäste außer uns und einer junge Familie aus Deutschland aus. Diese hat 2 kleine Kinder und wir kamen mit ihnen ins Gespräch. Sie erzählten, dass der Vater gerade Elternzeit nimmt und wie sollte man diese besser nutzen, als einfach mal en bisschen nach Bali zu reisen und die 8 Wochen dort zu genießen bevor man wieder in den grauen Alltag verfällt. 

Nach dem neue Passagiere zugestiegen waren, darunter ein älteres, französisches Pärchen, welches sehr von der „ ruhigen und idyllischen“ Insel angetan war, fuhren wir 10 Minuten weiter nach Gili Meno. Dort kaum von Board geklettert wurde man schon wieder angesprochen, ob man ein Hotel, ein Restaurant oder einen Transport benötige, echt nervig, da wir ja bereits auch alles gebucht hatten. Ein freundlicher Mann sprach uns an, was unser Hotel wäre, wir sagten Gili Meno Smile Cottages, da lachte er und meinte kommt mit mir, ich bring euch hin es ist nicht weit. Nach 5 Minuten laufen, waren wir da. Unterwegs erzählte er uns, dass er der Eigentümer wäre und da im Moment nicht viel los wäre gibt er uns ein Zimmer sogar mit AC, nicht wie gebucht nur mit Ventilator. Die kleine Anlage ist gepflegt, allerdings leider noch etwas im Bau und der Meerblick wie im Internet versprochen fehlte, genauso wie das kostenlose Internet, für welches wir einen Gutschein bekamen, wo man dann 2 Stunden surfen konnte. Nachdem die Enttäuschung überwunden war und wir einen kleinen Willkommensdrink hatten, entschlossen wir den Strand zu suchen. 

Wir liefen über die Insel, vorbei an kleinen, schäbigen Hütten, vielen Kühen, Hühnern und Luxusappartements. An einem gemütlichen Restaurant direkt am Meer nahmen wir unser Mittagessen ein. Man wurde dort leider alle paar Minuten von irgendwelchen Händlern angesprochen, ob man nicht von den hübschen Ketten, Ringen oder Armbändern was kaufen wollen würde. Das nervte schon etwas, denn sie hatten kein Verständnis, dass wir nicht mal gucken wollten. Gut gestärkt liefen wir weiter die Insel entlang, bis wir ein kleines, schattiges Plätzchen erreichten, dort kühlten wir uns in dem türkisblauen Wasser ab. Es kam eine Frau mit Kokosnüssen vorbei und fragte ob wir nicht eine kaufen wollen, sie macht sie für uns auf und wir bekommen 2 Strohhalme. Nach einigem hin und her handeln, öffnete sie uns eine und wir tranken die kühle Kokosmilch. Schmeckte sogar besser, als wir sie in Erinnerung hatten. Nachdem wir den Inhalt getrunken hatten, zerlegte uns die Frau noch die Nuss, sodass wir das Fleisch essen konnten. Später liefen wir weiter über die Insel und hatten sie im Nu auch einmal umrundet. Fanden nah am Hafen einen schönen Strandabschnitt wo wir den Rest des Tages genossen. 

Was etwas ätzend auf der Insel war, man hörte immer mal wieder einen Muezzin zum Gebet rufen und das nicht gerade leise, unserer Meinung nach stört das schon etwas den Erholungs- und Urlaubsflair. Dann gab es noch die Hammerströmung, wenn man nicht aufpasste, trieb man schnurstracks auf Lombok zu, mal abgesehen von den vielen toten Korallen und Steinen die einem den Weg ins Wasser erschwerten. Also unter Traumstränden stellen wir uns was anderes vor. Wollten auch mal schnorcheln gehen und die Schildkröten treffen, dass Meer war aber die Tage so wild und stürmisch, dass schnorcheln wenig Sinn machte.
Wir genossen die 4 Tage dort sehr, doch es langte dann auch. Man hat einfach nicht die Auswahl an Restaurants oder Städten, wie man es sonst so kennt. Die Preise sind ziemlich übertrieben, zumindest in den Lokalen direkt am Meer, aber wenn man auf so einer kleinen Insel ist, will man ja auch mal am Meer essen.
Wir entschieden, dass unsere Badetücher zu schwer und zu dick sind und wollten uns 2 Sarongs kaufen, auf denen man auch super liegen kann, die aber nicht mal halb so schwer sind. Wir kamen an einen kleinen Stand  der diese verkaufte und mal keine allzu häßlichen, abgespacte Muster anzubieten hatte. Wir unterhielten uns mit dem Verkäufer und versuchten unser Verhandlungsgeschick. Wir kauften dann die 2 Sarogns zu einem fairen Preis, mussten ihm aber eins unserer Handtücher im Tausch dalassen. Unglaublich oder, wo macht man solche Geschäfte?!!!

Am letzten Morgen gings sehr früh an den Hafen da die öffentliche Fähre um 8.50 Uhr übersetzte nach Trawangan, von dort ging unser Speedboat zurück nach Bali ( Padang Bai). Die Überfahrt war sehr ruhig, hatten Glück mit dem Wellengang und nach 10 Minuten gings in Trawangan an Land. Wir waren gespannt was uns erwarten würde auf der Partyinsel morgens so früh. Wir sahen eine Hotelanlage, die aus allen Nähten platzte mit nur europäischen Touris die schön um und im Pool gammelten. Einer neben dem Anderen, es hatte eher was von Malle als von einer kleinen Insel. Da wir noch Zeit hatten liefen wir etwas herum und stellten fest, dass es hier mehr Geldautomaten oder richtige Geschäfte gibt als in ganz Amed. Ständig kamen neue Boote rein die Massen von Besuchern anschleppten oder Lebensmittel brachten. Nee gar nicht unser Ding so sind wir froh, dass wir uns für Meno entschieden hatten. Nach 2 Stunden Kurzaufenthalt konnten wir aufs Speed Boot und eine Stunde später erreichten wir Padang Bai. 

Wir überlegten uns noch, ob man gleich weiter fahren sollte nach Sanur, welches näher zum Flughafen liegt, da in 4 Tagen unser Flug nach Malaysia gebucht war. Entschieden aber erst mal 2 Tage direkt in Padang Bai zu bleiben. Wir liefen eine Straße entlang und ein Mädchen sprach uns an wegen Zimmern. Sie zeigte uns eine ihrer Hütten und nach kurzem Überlegen war klar, wir nehmen es. Es war eine nette Anlage mit mehreren kleinen Basthütten die zweistöckig waren, ein kleiner Pool gehörte auch dazu. Luxus war die Klimaanlage was sehr angenehm war, das Zimmer war nicht allzu groß und ziemlich kitschig eingerichtet und an den Wänden hing ein großer Zettel mit Verhaltensvorschriften. Einer der Punkte war keine Ruhestörung der Nachbarn, was bei diesen dünnen Bastwänden wirklich kein schweres war. Man hörte abends wenn man im Bett lag den Nachbarn husten. Im Erdgeschoß der Hütte lag das Badezimmer, am Anfang dachten wir voll cool so mit der kleinen Treppe zum hochsteigen, dadurch hatte man auch oben nochmal die Möglichkeit zu sitzen und sein Frühstück einzunehmen, aber wehe man war duschen und dann hing die Kulturtasche unten und man war oben. Es fehlte immer irgendwas, aber was man nicht im Kopf hat, hat man ja bekanntlich in den Beinen. 

Wir liefen etwas durch den Ort, der nicht wirklich viel zu bieten hatte, außer seiner bergigen Lage, da wurde uns klar ein Roller wäre doch sehr nett. Wir liefen mehrere Händler an, doch die Preise waren utopisch, außerdem wollten sie immer unseren Pass fürs verleihen haben. Keine Chance, den gaben wir nicht raus. Wir fanden einen Einheimischen der uns einen Roller anbot, der nicht ganz so überteuert war und den Pass mussten wir ihm auch nicht geben. So fuhren wir noch am selben Abend an einen nahegelegen Tempel, der direkt in die Klippen am Meer gebaut wurde. Sahen auch noch einen Strand, der uns aber nicht so gut gefiel, wohl aber bei vielen Touris hier begehrt ist.

Am nächsten Morgen wollten wir zu einem versteckten Strand wo viele Einheimische baden gehen, fanden ihn auch ohne Probleme, der Abstieg war etwas abenteuerlich. Es ging über schmale Trampelpfade, Steine, Wurzeln und über Bäume hinab in die Bucht. Der komplette Strand war mit Hütten überseht, wo man Essen und Trinken sollte, was die Platzsituation zum Liegen etwas einschränkte. Wir fanden aber ein schattiges Plätzchen und machten es uns gemütlich. Wir fühlten uns allerdings nicht richtig wohl, der Strand war zwar ganz nett, lag aber direkt in einer Bucht neben der Hafeneinfahrt, so ertönte alle paar Minuten ein anderes Horn von einer Fähre. Die Leute waren auch wieder sehr speziell und Einheimische gab es nur an den Essensständen. Als dann noch ein paar der Typen anfingen auf den Bongos zu trommeln, war es Zeit für uns zu gehen. Wir kamen durch Zufall an einer Rohbau Hotelanlage vorbei, die echt riesig ist und direkt auf einem Hang liegt. Wir sahen dort Einheimische parken und fragten was sie dort machen. Angeln war ihre Antwort, wir kletterten den Rohbau hoch bis aufs Dach und von dort hatte man einen schönen Blick aufs Meer, den Hafen und einen riesen Palmenwald. Am Abend buchten wir noch unsere Bustickets nach Kuta. Dort sollte es morgen hingehen, da diese Stadt einen Katzensprung vom Flughafen entfernt ist.

Wir checkten aus unserer Basthütte  aus und sollten an der Rezeption auf den Fahrer warten der uns zu diesem Bus bringen sollte. Nachdem  wir schon länger dort saßen und die Abholzeit etwas überschritten war, fragte eine Angestellte auf was wir warten. Wir zeigten ihr das Ticket und sie meinte, ach ja der wird gleich kommen sie kenne diesen Anbieter, also warteten wir, was hätten wir auch anderes tun sollen. Nach weiteren 10 Minuten kam dann endlich ein Kleinbus, ein Typ fragte ob wir nach Kuta wollen. Wir zeigten auch ihm wieder das Ticket und rein gings. In dem Bus saß schon ein Pärchen, sie kamen auch aus Deutschland und man kam ins Gespräch. Nach kurzer Zeit hielten wir noch an einem anderen Hotel und luden noch einen Franzosen ein, somit war der Bus komplett besetzt und ab gings nach Kuta. Wir hatten irgendwie erwartet, dass wir in einem größeren Bus fahren, hatten uns aber getäuscht. Nach einer guten Stunde durch üblen Verkehr, hielt der Bus an einer Ecke an und da waren wir. Es herrschte reges Treiben, ein Auto oder Roller am nächsten, gehupe, Staub und tausend Geschäfte. Wir liefen einfach in eine kleinere Gasse hinein, wo wir dachten, dort wäre es ruhiger. War nicht der Fall, die Gasse war zwar sehr schmal, hinderte aber nicht die Leute daran, sich durch die Touristenmassen mit ihren Rollern durch zu drücken. Echt ätzend, es kamen ständig welche von vorne, von hinten, dann die vielen Leute und die Hitze. Schauten uns einige Hotels an und nahmen dann eins was uns vom Preis-/ Leistungsverhältnis in Ordnung erschien. Am meisten freuten wir uns hier auf den Maccas, hatten den Fraß echt vermisst so nach 14 Tagen nur Nudeln und Reiß. So gings zum Mittagessen auch gleich zum gelben M. Das hier war der erste in dem wir waren, wo es tatsächlich Reis zu den Gerichten gibt und ganz viele Hühnchen Schenkel oder Flügel. Für uns gab es natürlich Pommes hatten genug Reis die letzten Tage. 

Später liefen wir noch etwas durch die Stadt und über den Strand. Wahnsinn es ist noch keine Saison und diese Stadt ist so voll von Leuten. Zu viele für unseren Geschmack, sind echt froh dass wir 7 Tage in Amed verbracht haben, wo man das Leben doch etwas mehr sehen konnte und nicht ganz so viele Touris anzutreffen waren. Wir empfanden es auch als sehr lästig, das man ständig angelabert wurde hier rein zu kommen oder da sollte man schauen und letztendlich haben ja eh alle denselben Schrott verkauft. Es gibt unzählige Tattoo und Piercing Studios hier, Massageläden und Restaurants. Wir haben uns am letzten Abend den Sonnenuntergang, mit tausend anderen, angeschaut und dabei eine Schildkrötenaufzucht Station entdeckt. War total süß, diese kleinen Kerle durch den Sand paddeln zu sehen. Die zwei Tage vergingen sehr schnell und wir fuhren an den Flughafen um unsere Weiterreise nach Malaysia (Kuala Lumpur) anzutreten.

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